Maria sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2007 Beiträge: 5582
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Verfasst am: 17.06.2009, 18:52 Titel: Re: Neid |
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Hallo Karsten,
ich war neidisch auf die Menschen, die scheinbar ihr Leben problemlos auf die Reihe bekommen.
Vor allem morgens wenn ich mit verquollenen Augen beim Bäcker stand und fröhliche, ausgeschlafene Menschen zur Tür hinein kamen, bin ich sehr neidisch gewesen.
Heute stehe ich beim Bäcker ausgeschlafen und (meist) gutgelaunt und sehe, daß die gleichen Menschen nicht immer so fröhlich und ausgeruht sind und ebenso ihre Probleme mit dem Leben haben.
Lg Mieken |
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espoir sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.11.2008 Beiträge: 1150 Alter: 44
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Verfasst am: 18.06.2009, 20:22 Titel: Re: Neid |
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| Mieken hat Folgendes geschrieben: | | ich war neidisch auf die Menschen, die scheinbar ihr Leben problemlos auf die Reihe bekommen. |
Hallo Mieken,
also manchmal bin ich echt verblüfft, wie ähnlich wir uns in unserer Gefühls- und Gedankenwelt doch zu sein scheinen! Haargenau so hatte ich das Thema "Neid" mal bei meinem Therapeuten formuliert! Allerdings hatte ich damals kein vorsichtiges "scheinbar" eingefügt.
Natürlich weiß ich es heute besser, genau wie du.
Aber damals hat's mir förmlich das Herz zerissen. Wie du ja auch schreibst, das fing schon morgens an, wenn alle Menschen gut ausgeschlafen und lächelnd ihre Arbeit begannen und ich dagegen nicht wusste, ob ich mit 'nem Kater oder mit Restalkohol kämpfe. Das ging weiter, wenn ich erzählt bekam, was ein anderer am Tag zuvor nach der Arbeit noch alles erledigt hat und hörte bei den strahlend-sonnigen Wochenenden, die ich stumpfsinnig im Suff verbrachte, während alle anderen was Schönes unternahmen, noch lange nicht auf.
Heute glaube ich, dass jener Neid eher eine ungute Form des Selbstmitleids war. Denn heute würde ich Neid ganz anders definieren. Ich halte Neid an und für sich für nichts Schlechtes, anders als die Missgunst. Der Neid sagt: "Boah toll, das möchte ich auch haben!" und kann somit ein Ansporn sein, dieses neue Ziel in Angriff zu nehmen. Die Missgunst dagegen sagt: "Ey, ich gönne dem das nicht, weil ich es nicht haben kann!" Das ist meines Erachtens nach nur destruktiv.
LG
espoir |
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