| Gründe für einen Arztbesuch • Die ersten Tage, Wochen, Monate |
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 13.06.2009, 14:19 Titel: Re: Therapie - psychologisch |
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| Rosinelchen hat Folgendes geschrieben: |
Er bekommt mit jedem Streit, er hat überall Ärger...er schreit mit den Nachbarn, Kollegen, Familie. Es geht ihm natürlich nicht gut. |
Hallo Rosinelchen,
ich habe in den letzten Monaten sehr viele Alkoholiker kennen gelernt. Nicht wenige davon haben nach eigener Aussage, schon irgendein seelisches Problem gehabt, bevor sie Alkoholsüchtig wurden (mich eingeschlossen).
Ich hab den Alkohol als "Medizin" eingesetzt, was in der ersten Zeit auch noch halbwegs gut funktionierte aber irgendwann ist das dann natürlich umgeschlagen und die mentalen Baustellen wurden immer größer.
Ich erzähle Dir da bestimmt nix neues, wie gesagt eine Suchterkrankung kann einen geistig ziemlich unausgeglichen Menschen hinterlassen.
Alkoholiker sind auch recht gut darin sich schlecht zu fühlen, das ist ja auch immer ein prima Grund zu trinken.
Ich kenne vergleichbare Situation aus meiner Gruppe, leider gibt es Mitmenschen, das sind keine schlechten Menschen aber die kommen aus ihrem emotioanlen Tief irgendwie nicht herraus. Und leider leider sind das oft die, dann man dann für 3 Wochen nicht mehr in der Gruppe sieht und wenn sie dann mal wieder zur Gruppe gehen, von einem Rückfall berichten.
Ich durfte aber auch schon einige kennen lernen, die waren auch mehr oder weniger ungenießbar aber Stur wie ein Esel und die sind trotzdem trocken geblieben.
Wie auch schon von den anderen ForenMitgliedern gesagt wurde, wie lange das dauert bis man sich wieder bekrabbelt und ob überhaupt (kann ja auch sein das er nun seine wahre Natur zeigt), das kann man nicht vorhersagen. Das können Wochen, Monate aber auch Jahre sein.
Nich will das nicht pauschalisieren aber 10-20-30 Jahre Alkoholmissbrauch, die Folgen und Gründe dafür verschwinden nicht von heute auf morgen. Wenn ich mich mit Langzeit Trockenen unterhalte, berichten die oft ds es u.U 2-3-4 Jahre gedauert hat, bis sie zufrieden trocken waren.
| Rosinelchen hat Folgendes geschrieben: |
Ich kann verstehn, dass er nicht möchte, dass ich momentan zum Therapeuten mitgehe |
Liebe Rosinelchen, dafür darfst Du Deinem Mann auch nicht böse sein. Und schlecht oder zurückgesetzt musst Du Dich deswegen auch nicht fühlen. Es ist für Alkoholiker oft schwer sich emotional zu öffen, weil man Konsequenzen für das gesagte befürchtet. Und das fällt einem doch deutlich leichter, wenn man weis das, dass gesagte die vier Wände des Sprechzimmer nicht verlässt.
Liebe Grüße
Erdling |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Therapie - psychologisch geschrieben
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 13.06.2009, 14:38 Titel: Re: Therapie - psychologisch |
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Noch ein Nachtrag : Das soll natürlich nicht heißen, das Dein Mann mit Dir nicht offen Reden soll.
Aber vielleicht fällt ihm das allgemein sehr schwer und er muss da erst mal vorsichtig rantasten.
Allerdings frage ich mich auch, wie Du ihm wieder vertrauen konntest nachdem er dich körperlich angegangen hatte. Hat er sich dafür wenigstens ehrlich entschuldigt?
Liebe Grüße
Erdling |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Therapie - psychologisch geschrieben
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Rosinelchen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.06.2009 Beiträge: 31
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Verfasst am: 13.06.2009, 18:51 Titel: Re: Therapie - psychologisch |
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Also, er hat sich natürlich entschuligt, ich bin ins Frauenhaus geflüchtet. Wir haben danach eine Paartherapie gemacht, leider waren wir damals noch nicht so weit über den 3. in unserer Beziehung zu sprechen, den Alkohol. Er hat mich tatsächlich nicht mehr angefasst. Sonst wäre ich nicht mehr bei ihm.
Deshalb weiß ich ja auch, es kann eine Chance geben. Aber die Angst, wenn man mal geschlagen wurde, bleibt! Vielleicht drehen ihm auch die Sicherungen raus, wenn wir uns trennen würden.
Mein Mann redet sehr offen mit mir, ich weiß Dinge, die würde ich niemals jemandem sagen. Die weiß sogar der Therapeut nur bruchstückhaft. Die möchte ich auch nicht hier ausbreiten, ich weiß schon, dass er sehr verletzt und gedemütigt wurde in seinem Leben. Wir wissen auch, dass er das bearbeiten muss, das wird aber separat und nur mit ihm und dem Therapeuten geschehen, das ist das Beste.
Nun noch das mit dem Vertrauen, ich habe in der Kindheit so auf die Seele bekommen, ich glaube gar nicht, dass ich danach überhaupt jemals wieder vertrauen konnte. Was ist eigentlich Vertrauen, ich meine jetzt in euren Augen. Den Glauben an eine Person? Den habe ich.
Ich kenne ihn halt auch von 2 Seiten, mit 2 Gesichtern. Der eine ist ein super guter Kerl, der andere ein ekelhafter Brutalo. Vielleicht ein bischen Schizophren, aber hat nicht jeder von uns einen Wolf in der Brust.
Das ist meine Hoffnung an die Therapie, das der Mensch, der gute Teil wieder mehr Platz zum Leben bekommt. Jetzt wo der lähmende und dämpfende Alkohol weg ist. |
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| Rosinelchen hat zum Thema: Re: Therapie - psychologisch geschrieben
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 13.06.2009, 20:10 Titel: Re: Therapie - psychologisch |
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| Rosinelchen hat Folgendes geschrieben: | | Was ist eigentlich Vertrauen, ich meine jetzt in euren Augen. |
Man kann Vertrauen definieren als (frei mit eigenen Worten wiedergegeben ) : Ich bringe etwas in eine zwischenmenschliche Beziehung ein bzw. ich gebe freiwillig etwas, mit der Erwartungshaltung, das der Partner das nicht zu seinem eigenem Vorteil ausnutzt.
Das hört sich vielleicht komisch an aber ich danke Dir von ganzen Herzen für diese Frage, mir ist nä,lich gerade ein Licht aufgegangen, warum es zwischen Alkoholiker und Co-Alkoholikern kein Vertrauen gibt.
Liebe Grüße
Erdling |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Therapie - psychologisch geschrieben
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 13.06.2009, 20:16 Titel: Re: Therapie - psychologisch |
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Nachtrag : kein Vertrauen ist vielleicht etwas dratisch formuliert... man könnte kein Vertrauen auch durch gestörtes Vertraunesverhältniss ersetzten.
Liebe Grüße |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Therapie - psychologisch geschrieben
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Rosinelchen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.06.2009 Beiträge: 31
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Verfasst am: 14.06.2009, 11:28 Titel: Re: Therapie - psychologisch |
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| apropos Vertrauen, habe gelesen, dass das Leben von Co`s absolut durch den Alk bestimmt wird. Ich habe nie kontrolliert oder Flaschen gezählt. Ich war nicht eifersüchtig, ich denke immer, das muss jeder für sich selbst wissen. Ich habe auch nie einfach so Alk mitgebracht, wegen einer Vorratshaltung. Mit Absicht!!! Sonst wacht man gar nicht auf. Wahrscheinlich bin ich keine richtige Co-Abhängige. Wie gesagt, mir fehlt jetzt gar nichts, im Gegenteil, ich habe voll dazugewonnen, seit der Alk aus unserem Leben ist. |
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| Rosinelchen hat zum Thema: Re: Therapie - psychologisch geschrieben
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Rosinelchen neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.06.2009 Beiträge: 31
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Verfasst am: 14.06.2009, 11:38 Titel: Re: Therapie - psychologisch |
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Ich habe auch gewusst, dass er es irgendwann packt, dann wenn ER soweit ist. Ich wusste, ich muss nur aushalten, da ich nur meinen Teil dazu beitragen kann, in dem ich nicht herunterspiele und nichts vertusche. Er war manchmal sehr schockiert und entsetzt über das was er im Suff gemacht hat, trotzdem habe ich keine Einzelheit ausgelassen und genau das hat ihn merken lassen, das er ein großes Problem hat.
Er wird auch diese Phase hinbekommen, aber ob ich das mit meinem Gewissen vereinbaren kann, wegen der Kinder, das ist eine große Frage. Und ich hoffe nur, das die Therapie diesmal etwas bringt.
Das dann auch die Paras weggehen und das Unausgeglichene.
Der Paartherapeut meinte damals zu uns, ich finde, Sie beide führen eine gute Beziehung!
Warum ich nicht gleich bei einem Ausrutscher weggehe???Ich nochmal vertraut habe.
1. Menschen sind in einer stetigen Entwicklung, wir lernen ständig. Das geht nicht immer ohne Verletzung von statten.
2. In guten wie in schlechten Zeiten, das habe ich immer im Herzen. Man kann nicht einfach weglaufen, wenn es schwer wird.
Sollte ich also irgendwann mal merken, dass wir uns nicht mehr entwickeln, als Mensch und als Familie, würde ich gehen.
Diese Angst habe ich momentan, aber ich glaube, ich weiß schon was ich tuen werde, ich danke euch auch von ganzem Herzen und aus tiefster Seele. Mir ist in den letzten Tagen hier sehr vieles klar und klarer geworden.
DANKE!!! |
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| Rosinelchen hat zum Thema: Re: Therapie - psychologisch geschrieben
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