Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank

Gehe zu Seite 1, 2  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Eltern und Angehörige von trinkenden Kindern
alkoholisches Mischgetränk (Cocktail)   •    Bin total überfordert  
Autor Nachricht
kemi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.06.2009
Beiträge: 4
Alter: 52
Wohnort: münchen

BeitragVerfasst am: 10.06.2009, 10:27    Titel: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich hoffe, hier Hilfe und Informationen zu bekommen.
Seit kurzer Zeit weiß ich, dass meine 20-jährige Tochter massive Alkoholprobleme hat. Derzeit ist sie zu einer Entgiftungstherpie in der Klinik und soll dann anschließend in eine Langzeittherapie gehen.
Mein Problem ist, dass ich es immer noch nicht glauben kann, dass sie ernsthafte Probleme mit Alkohol hat. Ich habe auch nie irgendétwas bemerkt, obwohl sie (trotz eigener Wohnung) fast drei Monate fast ausschließlich bei mir war und ich sie auch sonst jeden Tag gesehen habe. Sie hat auch keinerlei erhöhte Leberwerte.
Dass sie jetzt von sich sagt, dass sie Hilfe braucht und da nicht mehr alleine raus kommt., entsetzt und schockiert mich. Da sie auch nicht mit mir oder ihrem Vater (wir sind geschieden) darüber reden will, macht mich unendlich traurig vor allem deshalb, weil ich ihr immer gesagt habe, dass sie mit allen Dingen zu mir kommen kann und ich ihr jederzeit helfen und nie im Stich lassen würde.
Diese Ungewissheit, warum sie trinkt, zermürbt mich. Ich grüble und grüble und finde doch keine Antwort. Ich suche nach Zeichen in der Vergangenheit, die irgendwie auf ALkoholmissbrauch hindeuten würden und finde nichts.
Sie hat in letzter Zeit allerdings alles schleifen lassen, ist kaum mehr zur Arbeit gegangen, war eben ständig krankgeschrieben, dann freigestellt usw.. Ihre Rechnungen hat sie auch nicht mehr bezahlt und ihre Wohnung war immer mehr verwahrlost, allerdings war sie noch nie besonders ordentlich. Sie hat sich auch in Schulden gestürzt, in dem sie sich ein für sie unbezahlbares Auto gekauft hat.
Fazit ist jetzt, dass wir als Eltern nun sehen müssen, wie wir das alles regeln können, damit sie nicht auf einem Schuldenberg sitzen bleibt.
Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich regelrecht wütend auf sie bin. Ich muss auch gestehen, dass ich mich vor anderen schäme, dass meine Tochter diese Probleme hat und ich es nach wie vor nicht akzeptieren kann sondern immer noch glaube, dass sie mit ihren Problemen auch kokettiert.
Gestern habe ich sie in dieser Entgiftungsklinik besucht und war geschokt., Wir waren im Aufenthaltsraum mit mehreren anderen Personen und ich hatte den Eindruck, gemütlicher hätte man auch nicht bei einem gewöhnlichen Kaffeeklatsch zusammensitzen können. Eine Frau (medikamentenabhängig) sagte gleich, dass sie sowieso wieder welche nehmen wird. Mein Eindruck war, dass ich nicht die normale bin und mit mir etwas nicht stimmt. Die Leute dort verhielten sich so, als ob sie nur wegen eines harmlosen Schnupfens in Behandlung wären.
Als ich Abends nach Hause kam, war ich ziemlich verzweifelt und vespürte eine große Traurig- und Hoffnungslosigkeit.
Ich weiss nicht, was ich tun und sagen kann, damit ich ihr helfe.
Leider war ich in der Vergangenheit immer sehr inkonsequent bei ihr und habe mich immer wieder zu Dingen überreden lassen (z.B, ihr Geld geben), die ich eigentlichnicht wollte. Sie hat sich nie an irgendwelche Rückzahlungsvereinbarungen gehalten und sich stattdessen immer weiter Geld geliehen und ich habe es zugelassen.
Ich bin sehr orientierungslos und weiss nicht, was ich tun kann/soll.
Es wöre für mich sehr hilfreich, wenn mit andere Betroffene Ratschläge geben könnten.

Vielen Dank
Michaela
Nach oben
kemi hat zum Thema: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben
Tina
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.05.2008
Beiträge: 9091
Wohnort: NRW + seit 17.05.08 auch bei mir

BeitragVerfasst am: 10.06.2009, 10:52    Titel: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Michaela und herzlich willkommen !

Ich finde es toll, dass Du Dir hier Hilfe für Dich holst und vorweg: Du darfst stolz auf Deine Tochter sein ! Sie hat es schon mit ihren jungen Jahren geschafft sich Hilfe zu holen. Viele brauchen dafür weitaus länger.

Auf eine Entgiftungsstation kommt niemand umsonst. Alkoholismus ist eine Krankheit, die es zu stoppen gilt. Hierfür hat Deine Tochter jetzt den ersten, sehr wichtigen Schritt unternommen.

Das es für Dich schwer zu akzeptieren ist, glaube ich Dir gerne. Ich weiß noch, wie geschockt meine Eltern waren. Es dauerte einige Zeit, bis sie es nur annähernd begreifen konnten. Vielleicht schaust Du Dich erstmal hier ein wenig um und liest die Geschichten anderer Alkoholiker. Das hilft vielleicht ein wenig, die Krankheit zu verstehen.

Lieben Gruß
Biene
Nach oben
Tina hat zum Thema: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben
Nicole
Gast






BeitragVerfasst am: 10.06.2009, 11:03    Titel: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Michaela,

Herzlich Willkommen hier bei uns im Forum, schön das du hier bist auch wenn der Anlass nicht schön ist.

Klasse finde ich das deine Tochter selbst erkannt hat das sie Hilfe braucht und diese sich auch geholt hat. Das ist ein großer und wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Wir Angehörigen bekommen es meist als letztes mit, das hat verschieden Gründe und dabei spielt es glaube ich auch keine Rolle ob Eltern oder Partner.

Warum sie trinkt wird nur sie allein wissen, wenn überhaupt, das ist am anfang auch gar nicht sooo wichtig.

Aber ich kann mir sehr gut vorstellen das dies Eltern sehr belastet....spielen da doch evt. Schuldgefühle mit und der Gedanke in der Erziehung versagt zu haben.
Zitat:

Fazit ist jetzt, dass wir als Eltern nun sehen müssen, wie wir das alles regeln können, damit sie nicht auf einem Schuldenberg sitzen bleibt.


Das finde ich NICHT richtig, sie muss lernen für ihr Verhalten die Konsequenzen zu tragen. Du schriebst selber das du bisher immer sehr inkonsequent gewesen bist. Sie muss lernen Verantwortung für IHR handeln zu tragen.

Du/Ihr könnt sie begleiten, unterstützen aber sie muss es selbst ausbaden, so schwer es für dich sein mag.

Les hier viel, schau dich um....wir unterstützen dich gern.

Ich wünsche dir einen hilfreichen Erfahrungsaustausch.

Lieben Gruß
Elocin
Nach oben
Nicole hat zum Thema: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben
kemi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.06.2009
Beiträge: 4
Alter: 52
Wohnort: münchen

BeitragVerfasst am: 10.06.2009, 12:19    Titel: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

vielen Dank für eure netten Antworten. Ich werde mich jetzt mal hier umschauen und hoffen, für mich einiges beantworten zu können.
Allerdings denke ich immer noch irgendwie, dass sie einfach nur wieder mehr Aufmerksamkeit haben will, da ich seit etwa 4 Monaten einen neuen Partner habe und nicht mehr 24-Stunden am Tag für sie abrufbereit bin, so war es nämlich in der Vergangenheit. Ich habe immer alles stehen und liegen lassen, Verabredungen abgesagt etc., nur weil sie etwas mit mir machen wollte. Sie hat ja auch schon mir gegenüber geäußert, dass sie es nicht schön findet und sich vernachlässigt fühlt, eben auch weil sie nun nicht mehr jede Nacht bei mir übernachten kann und ich auch mal wieder etwas Freiraum für mich und meine Beziehung will.
Allerdings ist sie, bis zu ihrem gestern begonnenen Entgiftungsaufenthalt , nach wie vor jeden Tag zu mir gekommen. Mein Partner mag sie übrigens sehr, so dass sie sich auch nicht abgelehnt fühlen kann.

Ich bin verwirrt und überlege in alle Richtungen, ob ich meine Partnerschaft in den Hintergrund stellen soll, ob ich sie wieder ganz zu mir nehmen soll (nach der Therapie) usw..

So viele Fragen und keine Antwort in Sicht.
Ich wünsche mir nur noch, dass diesem Alptraum aufzuwachen.

Liebe Grüße
Michaela
Nach oben
kemi hat zum Thema: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 13698
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 10.06.2009, 16:37    Titel: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Michaela,

herzlich Willkommen hier im Forum!

Deine Tochter ist eine erwachsene Frau und kein Kind mehr. Sie ist für sich verantwortlich und DU für DICH.

Wenn du magst, schau mal hier: http://www.forum-alkoholiker.de/grundbausteine-coabhaenigkeit.php Das kann dir helfen, deine Gedanken und Gefühle bissel zu sortieren.



In Liebe loslassen..., könntest du dir das vorstellen?

Liebe Grüße, Linde
Nach oben
Linde66 hat zum Thema: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben
dorothea
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7382
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 10.06.2009, 19:55    Titel: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo michaela

herzlich willkommen,

wie du bin ich mutter von anfang 20igern, kann dich also recht gut verstehen, bin aber auch selbst alkoholikerin.

mir sind beim lesen deines ersten beitrags gleich 2. dinge aufgefallen, 1. wieso willst du ihre schulden bezahlen? und 2. wie hast du dir ne entgiftungsklinik vorgestellt?

fakt ist mal das alkoholismuß ne schleichende krankheit ist, keiner ist von heute auf morgen abhängig, und es ist ne krankheit die oft jahre oder gar jahrzehnte vom betroffenen und seinem umfeld gut versteckt wird. ob deine tochter aufmerksamkeit will oder ihr leidensdruck so groß ist das sie in der klinik ist vermag ich nicht zu beurteilen, du solltest deinen verdacht aber nicht unbedingt von der hand weisen, vielleicht hast du ihr ja tatsächlich zu viel abgenommen, aber darüber jetzt zu grübeln wäre müßig.

sie muß lernen mit ihren problemen selbst klar zu kommen, das gehört zum trocken werden dazu. verantwortung tragen. deswegen solltest du ihr auch bei ihren schulden nur bedingt helfen. sie ist mit 20 erwachsen. du darfst ihr nicht alles abnehmen, damit unterstützt du ihr trinken. das ist dir sicher alles nicht bewußt, wie auch, über unsere krankheit wird ja öffentlich nicht gesprochen, das wird ja im allgemeinen mit dem penner auf der bank oder unter der brücke assoziiert.

deine tochter wird in der therapie lernen sich selbst zu erkennen, ihre probleme selbst und ohne alk zu lösen. du kannst hier vielleicht auch mal genauer im co-bereich lesen, denn auch als mutter kommt man schnell in diese schiene rein. ich hoffe sehr das du hier lernst wie du deine tochter unterstützen kannst ohne dich selbst zu verlieren.


doro
Nach oben
dorothea hat zum Thema: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben
kemi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.06.2009
Beiträge: 4
Alter: 52
Wohnort: münchen

BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 08:47    Titel: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dorothea und Linde,

danke für eure Antworten

dorothea hat Folgendes geschrieben:
hallo michaela
mir sind beim lesen deines ersten beitrags gleich 2. dinge aufgefallen, 1. wieso willst du ihre schulden bezahlen? und 2. wie hast du dir ne entgiftungsklinik vorgestellt?


1. Ich muss zumindest einen Teil ihrer Schulden begleichen, da es ansonsten zum Inkassoverfahren kommt und der Schuldenberg noch mehr anwächst.
2. Wie habe ich mir eine Entgiftungsklinik vorstellt. Ich weiss nicht genau, wohl eher so wie in einer Krankenhausabteilung in der nur schwer erkrankte Patienten liegen, die sich dem Ernst ihrer Krankheit wirklich bewusst sind, die darüber reden können und vor allen Dingen auch daran glauben ganz gesund zu werden und vor allen Dingen auch zu bleiben.
Ich weiss es klingt schrecklich, aber es wäre mir lieber, meine Tochter hätte eine lebensbedrohliche Krankheit weil ich dann genau wüsste, was zu tun ist und ich mir sicher sein könnte, irgendwann aus dem Alptraum zu erwachen.

Gestern habe ich meine Tochter wieder besucht und musste feststellen, dass sie wirklich krank aussieht, von ihrem Aussehen her war sie einem Junkie auf einer Parkbank nicht so ganz unähnlich. Sie erzählte mir auch von Medikamenten die dem Körper vorgaukeln, dass er Alkohol bekommt. Anscheinend bekommt sie auch Mittel gegen Krampfanfälle, da sie angeblich auch zittert.
Mir ist niemals ein Zittern aufgefallen.
Hinzu komm noch, dass sie mir gestanden hat, dass es möglich sein kann, dass sie schwanger ist. In der Klinik wurde ein Test gemacht, angeblich ist es noch zu früh, um eine definitive AUssage zu machen, allerdings sei ein Wert erhöht.
Das wäre dann die ultimative Katastrophe auch deshalb, weil ich mir denken kann, dass so ein Embryo mit Sicherheit durch den Alkoholkonsum geschädigt ist. Meine Tochter würde mit Sicherheit nicht abtreiben, aber auch ich könnte dies nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Sie hat angedeutet, dass es ja wirklich gut ist, dass ich Kinder so gerne mag und sieht mich wohl bereits in der Rolle derjenigen, bei der dieses ectl. Kind dann aufwachsen soll.
Ich habe versucht ihr klarzumachen, dass sie zwar meine volle Unterstützung bekommen würde, ich ihr aber nicht die ganze Verantwortung abnehmen werden, was ich allerdings (wenn sie es mit Kind nicht schaffen würde) im Endeffekt wohl doch würde. Dies wäre für mich mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, da ich ja ganztags berufstätig bin, eine neue Partnerschaft habe und eigentlich auch mal wieder etwas mehr Zeit für mich haben wollte.

Probleme bereitet mir auch, dass sie nicht mit mir reden will. Selbst bei den (für mich) harmlosesten Fragen sagt sie mir schon: "Mama du stresst mich mit deinen Fragen, ich will nicht reden. Gestern war icherleichtert, als du wieder gegangen bist, weil du ständig reden willst".

Ich habe überhaupt keine Möglichkeit, Dinge begreifen zu können und stecke voller Schuldgefühle, was ich alles so falsch gemacht haben könnte.
Gestern war ich dann nach dem Besuch auch selbst an einem absoluten Tiefpunkt und habe zu Hause nur noch geheult. Ich fühle mich so unendlich schuldig und habe das Gefühl, irgendetwas tun zu müssen, damit sie sich aus ihrer Sucht befreien kann. Zumindest habe ich zu akzeptieren begonnen, dass sie süchtig ist und dies fällt mir sehr sehr schwer. Ich suche immer noch verzweifelt nach irgendwelchen konkreten Ursachen und finde doch keine.

Ich hatte einen Vater, der am Wochenende öfter mal betrunken nach Haus kam und meine Mutter deshalb immer heftigste Auseinandersetzungen mit ihm angefangen hat, er war ja immer friedlich und wollte nur schlafen. Meine Geschwister und ich haben darunter immer sehr gelitten. Bei mir hatte dies zur Folge, dass ich mit keinem Mann etwas zu tun haben wollte, bei dem ich auch nur im Ansatz den Verdacht hatte, dass er vielleicht regelmäßig Alkohol trinkt, eine meiner Schwestern hingegen, hat einen Alkoholiker geheiratet, drei Kinder bekommen und ist in ihrer Ehe durch die Hölle gegangen bis sie endlich die Kraft gefunden hat, sich daraus zu befreien, nach 19 Jahren!

Gibt es denn immer konkrete Auslöser dafür, dass man zu trinken anfängt?
Ist es denn wirklich so, dass man, auch wenn man trocken ist, ein Leben lang darum kämpfen muss, trocken zu bleiben?

Heisst das, dass ich mir nun ein Leben lang Sorgen machen muss, dass meine Tochter rückfällig wird?
Ist ein "normales" Leben nach der Therapie überhaupt noch möglich oder überschattet die Sucht alles?

Wie kann man als Mutter damit leben, ich liebe mein Kind über alles und habe Angst, daran zugrunde zu gehen, an meiner Ohnmächtig- und Hilflosigkeit.
Ich fühle nur noch eine riesige Traurigkeit in mir, die alle anderen Gedanken und Gefühle verdrängt und mich vollkommen beherrscht.

Zitat:
fakt ist mal das alkoholismuß ne schleichende krankheit ist, keiner ist von heute auf morgen abhängig, und es ist ne krankheit die oft jahre oder gar jahrzehnte vom betroffenen und seinem umfeld gut versteckt wird. ob deine tochter aufmerksamkeit will oder ihr leidensdruck so groß ist das sie in der klinik ist vermag ich nicht zu beurteilen, du solltest deinen verdacht aber nicht unbedingt von der hand weisen, vielleicht hast du ihr ja tatsächlich zu viel abgenommen, aber darüber jetzt zu grübeln wäre müßig.


ich hoffe sehr das du hier lernst wie du deine tochter unterstützen kannst ohne dich selbst zu verlieren.

Das wünsche ich mr mehr, als alles andere. Allerdingst befürchte ich, dass ich mich schon ein Stück weit verloren habe, denn ich kan mich nicht mehr richtig spüren.

Vielen Dank nochmals für eure Hilfe, die mir sehr viel bedeutet.
Michaela
Nach oben
kemi hat zum Thema: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben
Nicole
Gast






BeitragVerfasst am: 12.06.2009, 11:39    Titel: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Michaela,
Zitat:

aber es wäre mir lieber, meine Tochter hätte eine lebensbedrohliche Krankheit


Alkoholismus ist eine lebensbedrohliche Krankheit die wenn sie nicht gestoppt wird tödlich enden kann.


Zitat:
Gibt es denn immer konkrete Auslöser dafür, dass man zu trinken anfängt?


Nicht unbedingt, deshalb ist die Krankheit ja so tückisch.

Zitat:
Ist es denn wirklich so, dass man, auch wenn man trocken ist, ein Leben lang darum kämpfen muss, trocken zu bleiben?


Kämpfen ist der falsche Ausdruck, aber man muss schon sein lebenlang etwas dafür tun, um trocken zu bleiben und die Krankheit nicht wieder ausbricht. Bestimmt Regeln sind einzuhalten, so ähnlich wie beim Diabetes, als Beispiel aber nicht wirklich übertragbar, nur mal so zum Verständnis.

Zitat:

Heisst das, dass ich mir nun ein Leben lang Sorgen machen muss, dass meine Tochter rückfällig wird?


Alkoholismus ist eine Rückfallkrankheit....aber sie sollte dich nicht beeinträchtigen, aber die Sorgen abzustellen denk ich ist sehr schwer.
Zitat:

Ist ein "normales" Leben nach der Therapie überhaupt noch möglich oder überschattet die Sucht alles?


Die Sucht selbst nicht aber die Krankheit darf nicht aus den Augen gelassen werden.

Vielleicht schreiben dir noch Betroffene, les und schreib hier viel das hilft. stell deine Fragen und du bekommst sicher antworten.

Schau dich auch mal nach einer realen Selbsthilfegruppe für Angehörige in deiner Nähe um.

Lieben Gruß und viel Kraft
Elocin
Nach oben
Nicole hat zum Thema: Re: Hilfe, meine Tochter ist alkoholkrank geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Eltern und Angehörige von trinkenden Kindern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge brauche Hilfe Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Rückfallprävention
Rückfallprävention
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit
Förderung von Alkoholabh.
Förderung von Alkoholabh.
Angststörung
Angststörung
Abhängigkeit bei Frauen
Abhängigkeit bei Frauen


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de