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Am Ende des Weges... ?   •    Ich glaube sie trinkt wieder  
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Matzerath
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.04.2009
Beiträge: 4
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 30.05.2009, 00:13    Titel: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr Lieben.

Seitdem ich mich hier bei euch angemeldet habe, überlege ich schon, wie ich mein Kopfchaos beschreiben soll. Leider weiß ich immernoch nicht, wie ich mich kurz fassen könnte, also wird es eine längere Fassung; ich hoffe, jemand liest es trotzdem.

Meine Eltern trinken beide, und seit ich 8 bin, habe ich mit beiden viel erlebt. Prügeleien, Morddrohungen,
Umzüge, "Flaschensuchen",lange und kurze Therapien, ihre Scheidung, ihre "Wiedervereinigung", neue, ebenfalls trinkende Partner, Suchaktionen... Alles, wirklich alles, was man mit Alkoholikern und Cos erleben kann. Ich habe mal bei meiner Mutter und mal bei meinem Vater gewohnt, und außer meinen Eltern an
" nennenswertem Familienanschluss" nur einen Bruder- er das "verlorene Kind", ich "der Held", zumindest vermute ich es so.

Meine Mutter war lange Zeit Drehtürpatientin; ihr trauriger Rekord liegt bei über 100 Entgiftungen in einem Jahr, was stark damit zusammenhängt, dass mein Bruder und ich sie brav- co immer wieder zur Entgiftung bewogen haben (...) Wie auch immer; die letzten Jahre waren im Hinblick auf meine Familiensituation katastrophal. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, und nachdem ich 2 Jahre lang mehr schlecht als recht bei meiner Mutter gelebt habe, die nur noch abgestürzt ist, bin ich, weil ich am Ende meiner Kräfte war, mit 18 von zu Hause ausgezogen und habe mein Abitur gemacht. Trotz Kräfte - am - Ende.

Mit 11 Jahren habe ich angefangen, mich selbst zu verletzen, mit 16 wieder aufgehört; zum Glück; stattdessen aber die verschiedensten psychosomatischen Beschwerden entwickelt, mit denen ich teilweise immernoch zu schaffen habe.

Seit 9 Monaten leiste ich ein "freiwilliges soziales Jahr" in einer Behindertenwerkstatt ab, und eigentlich möchte ich zum Wintersemester ein Studium aufnehmen ,aber...

Im Moment fühle ich mich 100 Jahre alt. Ausgebrannt, zynisch, negativ, abgeklärt, ätzend, kaputt. Ich dachte immer, dass ich vielleicht doch keine Therapie brauche, weil ich einige meiner "EKA- Macken" von alleine ablegen konnte, eigentlich ganz gut zurechtkomme und immer dachte, vielleicht "lebe" ich mich wieder ein, aber
in den letzten 4 Jahren ist meine Psyche scheinbar nicht "gesünder" geworden. Das klingt alles so blöd, aber ich kann es gerade leider nicht besser ausdrücken. Ich bin ausgezogen, habe verstanden, was Co-Abhängigkeit bedeutet, habe gemerkt, dass ich mir doch wichtig bin und deshalb - unter widrigsten Umständen- die Schule beendet, um - für mich - trotzdem einen guten Abschluss zu haben... War auch noch sehr stolz auf die Dinge, die ich bisher erreicht habe - Und jetzt merke ich erst, wie blöd ich eigentlich gewesen bin. Ich habe mich in den letzten Jahren in vielerlei Hinsicht selber furchtbar unter Druck gesetzt: "Ich MUSS die Schule schaffen", "Ich MUSS meine Psychosomatik in den Griff bekommen"; "Ich MUSS; ich muss....", um endlich "normal" leben zu können....

Jetzt bin ich "auf", schneide mich nicht mehr, aber rauche viel zu viel, nehme weder Drogen, noch führe ich eine "kranke Beziehung", aber dafür "kippt" jetzt mein Essverhalten , die Psychosomatik bleibt gleich -- und wie gehe ich dagegen an? Genau ,mit "Ich muss." "Ich MUSS" hat eine Weile wirklich gut geklappt, aber jetzt klappt es nicht mehr, und ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht .

Ich glaube, niemand hätte meine Biographie "unbeschadet" überstanden, und ich weiß, dass ich sicher mit vielen Dingen noch lange zu tun haben werde, aber ich möchte endlich "normal" leben können; Studieren statt Therapie; merke jetzt, dass ich das wahrscheinlich nicht schaffe, und verzweifle daran. Aber "auf Krampf" innerhalb von kurzer Zeit mal eben meine Geschichte hinter mir lassen... Alleine die Tatsache, dass ich den Anspruch an mich habe, dass das "doch irgendwie klappen MUSS" ,sagt mir, dass es so erst recht nichts wird.
Ich habe furchtbare Angst davor, "zusammenzubrechen", wie auch immer das aussehen mag, aber wenn ich so weiterlebe wie bisher, werde ich es garantiert. Immerhin, so einsichtig bin ich mittlerweile.


Ging es euch mal ähnlich?

Müde, rat- und rastlose Grüße
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Matzerath hat zum Thema: Ausgebrannt geschrieben
Gotti
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2008
Beiträge: 3354
Alter: 51
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 30.05.2009, 07:07    Titel: Re: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen Matzerath und Herzlich Willkommen hier im Forum!

Ausgebrannt! Das trifft es bei dir aufs Wort.
Du hast ganz schön was mitgemacht in deinem Leben, da ist höchste Zeit für eine Auszeit.
Warum solltest du Studium und Therapie nicht vereinbaren können?
Das ist mir als erstes in den Sinn gekommen. Therapie passt überall hin.
Und dir würde ich sofort eine Therapie gönnen.
Ich habe über ein Jahr lang mein Leben "überarbeitet", und kann nur sagen, dass es mir sehr , sehr gut getan hat.
Vielleicht hast du auch irgendwann mal Lust, eine Angehörigen- SHG zu besuchen, und dich auszutauschen.
Du "musst" nicht, du kannst. Für DICH !

Ich wünsche dir hier einen guten, für dich hilfreichen, entspannenden Austausch und ganz viel Kraft, damit du wieder hochkommst!
LG Gotti.
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Gotti hat zum Thema: Re: Ausgebrannt geschrieben
Backmaus
Gast






BeitragVerfasst am: 30.05.2009, 08:17    Titel: Re: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

GutenMorgen Matzerath

Ich bin ziemlich geschockt von Deinen Zeilen hier am frühen Morgen!
Wahrscheinlich auch ,weil Du so alt bist,wie meine Tochter.
Ich finde es wahnsinnig toll,dass Du unter diesen furchtbaren Umständen zuhause Dein Abi geschafft hast.
Gut,dass Du eine räumliche Trennung vollzogen hast.
Ich kann mich Gotti nur anschliessen.
Suche den Arzt "Deines Vertrauens" auf und lasse Dich zu einem Therapeuten überweisen.
Wenn du nicht an Deinem Heimatort studieren möchtest,kannst Du die Therapie auch an Deinem zukünftigen Studienort weiterführen.
Alles und Beides ist möglich.
KANN möglich sein.
Es ist Deine Entscheidung.
Kannst Du im Freundeskreis "Dein Herz ausschütten?"
...und Gottis Vorschlag eine Angehörigen SHG aufzusuchen ist oft für Menschen in Deiner Situation sehr hilfreich.
Das könntest Du schon nach den Feiertagen in Angriff nehmen.
Dort können Dich "helfende Hände" unterstützen.

Liebe Grüsse von
Backmaus
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Backmaus hat zum Thema: Re: Ausgebrannt geschrieben
simmie
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.09.2007
Beiträge: 1869

BeitragVerfasst am: 30.05.2009, 09:43    Titel: Re: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo matzerath,

das "muss" steht für mich in einklang mit dem funktionieren müssen unter widrigen umständen. es kostet viel energie und das kann über jahre gehen, ich bin selbst eka und schreibe im geschlossenen bereich. für mich ist der übergang weg von zu hause / hinein in mein eigenes leben ein sehr schwieriger gewesen.

anfangs hatte ich auch esstörungen. ich habe zum ersten mal mit 17 einem menschen alles erzählt. von angesicht zu angesicht und nicht schriftlich. meine mutter hat getrunken, mein vater hat sich das leben genommen.

ich hatte damals keine therapie, keine angehörigengruppe. ich denke, dass dieses dir aber weiterhelfen kann + der informationen über alkoholabhängigkeit und ihrer auswirkungen auf die angehörigen.

es gibt viele ekas, die erstaunliches bewältigen, trotz der schwierigen umstände tolle fähigkeiten entwickeln. das finde ich sehr wichtig. genauso wichtig ist es festzustellen, wenn es einem nicht so gut geht und sich hilfe zu holen.

viele grüße
simmie
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simmie hat zum Thema: Re: Ausgebrannt geschrieben
Bopunty
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.11.2008
Beiträge: 266
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 30.05.2009, 11:41    Titel: Re: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und herzlich Willkommen im Forum. Es ist gut, dass du das alles hier niederschreibst. Hier sind viele Menschen die ähnliches erlebt haben, und auch Wege aufzeigen können, wie man da wieder zu sich selbst findet. Ich gehöre nicht wirklich dazu, benötige selbst noch viel Hilfe. Aber ich möchte dir Mut machen. Auch Mut zu einer Therapie. Es ist sehr einfach alles zu verdrängen, aber es kommt wieder. Auch in Form einer Essstörung - da bin ich leider auch dabei. Wenn das alles nicht aufgearbeitet wird neigt man leicht dazu zu kompensieren. Und das Gefühlschaos macht vieles unmöglich. Den Anspruch mit dem studieren kann ich verstehen. Wir wollen funktionieren, alles "normale auf die Reihe bekommen" - gell? Was hältst du denn davon dich selbst zu studieren und dann verstehen zu können? Das eine schließt das andere ja nicht aus. Eine anbulante Thera soll dir ja ein normales Leben ermöglichen, darum wird sie auch so begleitet.

Es lohnt sich, schließlich geht es ja um dich Winken
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Bopunty hat zum Thema: Re: Ausgebrannt geschrieben
Skye
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 293
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 30.05.2009, 12:07    Titel: Re: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Matzerath,

hast Du Deinen Nick bewusst gewählt? Ich denke schon, oder? Findest Du Dich in Oskar wieder?

Was Du über das Gefühl schreibst 100 Jahre alt zu sein schreibst, kenne ich nur zu gut. An manchen Tagen konntest Du getrost noch eine 0 dranhängen. Mir war es nicht möglich, da allein raus zukommen. Ich glaube auch nicht, dass das jemand schafft. Ich habe den Weg der Verhaltenstherapie gewählt und für mich war er richtig. Ich gehe trotzdem arbeiten, es widerspricht sich nicht. Warum sollte ein Studium einer Therapie im Wege stehen? Ich sehe da keinen Grund, es sei denn Du möchtest, das da ein Grund ist. Es gibt auch die Möglichkeit zur Suchtberatung zu gehen, die sind nicht nur für Abhängige da, sondern auch für Angehörige. Auch eine Möglichkeit Hilfe zu bekommen.

Ich war immer der Meinung ganz genau zu wissen, was ich brauche, damit es mir wieder gut geht. Eine Therapie war allerdings das letzte was ich wollte. Wenn ich mich nur genug anstrengen würde, dann ginge das auch ohne Hilfe. Hilfe brauch ich nicht, ich hatte bis dahin alles alleine geschafft und sollte das auch bleiben. Nun, irgendwann ging es nicht mehr und wenn ich weiter leben wollte, ging kein Weg daran vorbei mir Hilfe zu holen. Für mich kam das anfangs einem Versagen gleich. Inzwischen betrachte ich es als Stärke sich Hilfe zu holen wenn man sie braucht.

Dieses müssen wie Du es beschreibst, so habe ich das jahrelang gemacht, ich muss, also mache ich, also geht das auch. Eines habe ich dabei allerdings übersehen, müssen tue ich gar nichts, wollen kann ich alles, ob ich das dann bekomme sei dahingestellt, aber darum geht es auch nicht. Solange ich immer nur musste, lebte ich mehr schlecht als recht, seit ich will, geht es mir besser.

Finde aus einen Weg aus dem müssen ein wollen zu machen.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Ausgebrannt geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 30.05.2009, 12:58    Titel: Re: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo,

mir geht es auch so. ich hatte vor einiger zeit auch das gefühl du musst du musst du musst. in mir hat sich dagegen alles aufbegehrt was nur ging. ich wollte nicht mehr nur müssen. ja, manches muss man, da kommt keiner drum herum. doch die einstelung zum müssen kann man sicherlich ändern. so wie es geschrieben wurde, aus dem muss ein wollen zu zaubern. das bekomme ich persönlich damit hin, das ich das was ich muss mal aus einem ganz anderen blickwinkel betrachte. den sinn dahinter sehe, denn manches was muss kann auch gut sein, dahin sollte ich kommen dann will ich es auch wieder.so wirkt das ganze nicht nur ermüdend sondern bekommt einen sinn.

wenn du es nicht allein schaffst, ja dann hol dir hilfe. ich hab viel zu spät erkannt, das ich hilfe brauche. doch lieber spät als nie. du bist so jung, dein leben kann kommen, du hast für dich ne riesen chance da raus zu kommen, wenn du es willst.

also wandle das muss in ich will dann kannst du es schaffen. Winken

lieben gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: Ausgebrannt geschrieben
Matzerath
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.04.2009
Beiträge: 4
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 31.05.2009, 17:21    Titel: Re: Ausgebrannt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen Dank für so viele schnelle und liebe Antworten!

Ich habe noch nicht ganz verstanden, wie das Zitieren hier funktioniert, also antworte ich lieber im Block ;) .

Die Therapie... Lange Zeit habe ich auch gedacht, wenn ich mir Hilfe suche, habe ich "versagt"- das kommt mir wirklich sehr bekannt vor ... Aber ihr habt recht; mit dem Studium passt es doch zusammen, ich hatte bisher zu "Therapie" in erster Linie Langzeittherapien im Kopf, die für mich gefühlsmäßig nicht in Frage gekommen wären. Also: Ja, ich habe nicht "versagt", weil ich weiß, wo meine Probleme herkommen, und mir mittlerweile endlich eingestehen kann, dass ich welche habe. Beschlossene Sache; wenn ich weiß, in welcher Stadt ich lande, werde ich mir therapeutische Hilfe suchen. Bisher ist es immer daran gescheitert, dass das therapeutische Angebot in meinem Umkreis kleinstädtisch begrenzt ist, und die wenigen Therapeuten, denen ich mich hätte anvertrauen wollen, hatten meistens schon mindestens einmal meine Mutter in Behandlung und hätten mich als Patientin abgelehnt, weil sie keine "Familientherapie" praktizieren.

Letztendlich war mir das dann auch recht, weil ich sicher bin, dass man mich eh nie als eigenständigen Menschen, sondern immer als "das ist doch die Tochter von X und Y " gesehen hätte, und das wollte ich natürlich auch nicht, sondern lieber jemand "unvoreingenommenen".

Mein Freundeskreis ist im Moment etwas "wackelig"; viele sind weggezogen, und obwohl ich mit den Leuten noch Kontakt halte, ist telefonieren leider nie das Gleiche wie Spaziergänge oder Mensch-zu-Mensch-Treffen.
Dazu kommt, dass sich in den letzten Monaten viele neue Pärchen gebildet haben- man merkt, es frühling - , ich hingegen habe mich vor 3 Monaten von meinem Freund getrennt (...)
Natürlich habe ich noch Ansprechpartner und unternehme auch viel mit meinen Freunden, aber ich kann und möchte nicht immer alle von ihrer Rosa- Wolke holen... Aber es reicht im Moment so,wie es ist, und ich bin optimistisch, dass die "wackeligen" Kontake sich wieder einpendeln, wenn die ersten Gefühlsräusche wieder abgeebbt sind ;)

Zu Simmie und dem elendigen "müssen": Es ist ja irgendwo schon plausibel; "Ich muss, um mir einen sicheren Rahmen zu schaffen, in dem ich mich geschützt fühle und leben kann,denn das ist gut für mich".
In der Art habe ich immer mein Gewissen beruhigt, wenn mich der Gedanke beschlichen hat,dass ich irgendetwas verkehrt mache. Mittlerweile versuche ich,mich weniger nach allen Seiten abzusichern, um mal ein paar Gänge zurückschalten zu können, aber noch fühle ich mich damit nicht ganz wohl. Ich denke,das kommt noch,wenn ich merke, dass nicht mein ganzes "System" zusammenbricht, wenn ich mal etwas nicht pünktlich erledige oder aufschiebe, oder oder...

Ja, der Nick ist gewollt, aber in erster Linie nur, weil ich ein Fan von der Blechtrommel bin ;) Ich hoffe stark,dass ich nichts mit Oskar gemein habe, außer der großen Bereitschaft zum Trotzen und kritisieren, das konnte ich bisher immer ganz gut, wohl oder übel...^^

Ich will leben. Ich will studieren. Ich will mich für meine "Macken" nicht mehr schuldig fühlen müssen (müssen; ha,ha....).

Und eine Sache nagt immernoch an mir: Ich möchte die letzten Jahre gerne mal im Rücklauf "von außen" sehen, und mir selber mal dabei zugucken, wie ich versuche, mir Sicherheit zu schaffen, und mich dabei kaputt mache. Es ist mir unbegreiflich, wieviel man sich selbst zumutet, in dem Irrglauben, dass man sich mit seinem Verhalten selbst etwas Gutes tut...!

Wünsche euch allen einen schönen, sonnigen Abend und danke euch für so viel Optimismus! Nach allem, was mir in den letzten Tagen durch den Kopf ging, ist das wirklich Balsam für die Seele.
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Matzerath hat zum Thema: Re: Ausgebrannt geschrieben

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