Monday neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2009 Beiträge: 45 Alter: 55
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Verfasst am: 03.06.2009, 20:21 Titel: Re: Was bedeutet für mich ein Rückfall? |
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Ich hatte ja nach meiner LZT 2 Rückfälle und hätte vor kurzen um ein Haar wieder einen gebaut.
In der LZT habe sie uns natürlich nicht zu einem Rückfall ermutigt, aber die Therapeuten und die Ärzte haben klipp und klar gemacht, dass ein Rückfall zum Krankheitbild gehören kann. So wie es auch bei jeder anderen Krankheit Rückfälle geben kann. Wir haben in den Therapiegruppen oft darüber diskutiert, ob das nicht eine prima Entschuldigung für einen Rückfall ist. Die Therapeuten wollten uns aber schlicht die Angst nehmen, nach einem Rückfall aufzugeben, so nach dem Motto: jetzt ist eh alles egal. Meine Bezugstherapeutin hat uns deutlich gemacht, auch bildhaft anhand einer Spirale, dass man an jeder Stelle und zu jeder Zeit wieder aussteigen kann. Natürlich wurde auch viel Rückfallprävention betrieben.
Wir können unsere Krankheit nicht nur über unseren Intellekt regeln. Leider gehört viel mehr dazu. Mal abgesehen von den ganzen chemischen Prozessen in unserem Hirn, spielt die Psyche natürlich die größte Rolle. Und die kann dir immer wieder einen Streich spielen, und wenn du dann nicht das richtige Notfallpaket geschnürt hast....
In meiner realen SHG gehen die Leute auch unterschiedlich damit um. Es gibt Leute die sagen: Wenn ich nicht mehr will, dass mir das passiert, dann passiert es auch nicht. Aber das ist deren Weg. Davon gibt es so viele unterschiedliche, wie es unterschiedliche Alkoholiker gibt (jeder Jeck ist anders, sagt man im Rheinland).
Auch wenn schon tausendmal an anderer Stelle geschrieben, aber ich brauchte meinen letzten Rückfall, nur so konnte ich auch vor kurzem wieder heftig auf die Bremse treten.
Ich habe mir nochmal ganz deutlich gemacht, wie schrecklich das letzte Mal in der Entgiftung war. Eingeliefert als zitterndes, Sabberndes Bündel. Die Entzugserscheinungen waren das heftigste, das ich je erlebt hatte. Mir haben dann Ärzte und Mitpatienten versichert, dass es jedes Mal schlimmer wird. Und, das habe ich schon mal irgendwo geschrieben, habe ich mir von Mitpatienten ein Delirium schildern lassen. Ehrlich, auf diese Horrorerfahrung kann ich gut verzichten.
Ich will bestimmt nichts verniedlichen oder verharmlosen, aber ich brauchte das wirklich noch einmal, denn diese Tage haben sich drastisch in mein Hirn eingebrannt.
Ich verstehe also jeden Rückfälligen, aber ich würde auch nie einen Schmusekurs fahren. Ich habe von einem so genannten Konfrontationstherapeuten derartig den Kopf gewaschen bekommen....., aber mir tat das gut. Viele, die auch bei ihm in "Behandlung" waren, waren danach völlig fertig oder so stinkesauer, dass sie alles hinschmeissen wollten. Wie gesagt: jeder Jeck.....
So, meine Gedanken dazu.
Viele Grüße
Monday |
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