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Outen sich auch Angehörige?

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lobanshee
Gast






BeitragVerfasst am: 08.05.2009, 21:02    Titel: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vor kurzer Zeit stellte ich mir die Frage, wie wohl meine Angehörigen damit umgehen, dass ich Alkoholikerin bin?

Bisher hat es noch keine Situation gegeben, dass einer sich diesbezüglich outen musste: "Meine XXX ist Alkoholikerin!"

Ganz ehrlich, ich finde das wesentlich härter, als mein eigenes Outen, weil ich viel besser damit umgehen kann.

Aber fühlt sich nicht ein Angehöriger irgendwie selbst "schlecht" dabei?

Irgendwann, vielleicht sogar in naher Zukunft, wenn mein Sohn sich für seine Freundin entschieden hat, wird er es dann sagen müssen?

Er liebt mich sehr, das weiß ich, aber trotz allem Stolz, dass die Mutter erfolgreich trocken lebt, muss es doch auch eine Überwindung sein.

Wie wird es bei Euch gehandhabt?

Hoffe auf rege Beteiligung bitte auch aus der Geschlossenen!

Lobanshee

PS: Bitte die Formulierung nicht so eng interpretieren. Mir fiel jetzt nichts besseres ein, aber so ungefähr wollt ich es rüberbringen!
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lobanshee hat zum Thema: Outen sich auch Angehörige? geschrieben
Nicole
Gast






BeitragVerfasst am: 08.05.2009, 21:13    Titel: Re: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo lobanshee,

ich hab das mal hier her verschoben.

Ich bin ja nun mit meinem Ex nicht mehr zusammen und er ist noch nass....und ich rede da offen drüber auch über meine Anteile in dem Ganzen.

Die letzten Monate wo wir noch zusammen waren hab ich auch angefangen offen zu reden....vorher natürlich nicht.

Aber ich denke das wolltest du jetzt nicht wissen sondern eher wenn derjenige trocken ist Winken

Grüßle
Elocin
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Nicole hat zum Thema: Re: Outen sich auch Angehörige? geschrieben
lobanshee
Gast






BeitragVerfasst am: 08.05.2009, 21:20    Titel: Re: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Elo,

ich hatte den Thread extra unter Erfahrungsbericht gesehen, aber egal.

So ganz komme ich mit Deiner Antwort nicht weiter! Winken

Reflektierte eher meine Angehörigen, wie die sich wohl so damit fühlen!

Da ich damit noch keine Erfahrenswerte habe, wollte ich einfach mal nachfragen, wie es Euch allen so ergeht damit!

Lobanshee
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lobanshee hat zum Thema: Re: Outen sich auch Angehörige? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 08.05.2009, 22:49    Titel: Re: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lobanshee,

als ich hier in das Forum kam, habe ich meine eigene Alkoholabhängigkeit noch nicht als Abhängigkeit betrachtet, deshalb antworte ich Dir wie es damals bei mir als Co war:

Das bei uns etwas nicht stimmte, kam schon nach wenigen Monaten hoch, fast 3 Jahre habe ich vertuscht und verbogen und als ich ins Forum kam habe ich den offenen Umgang mit der Problematik der Coabhängigkeit gesucht, in meiner Familie, mit meinen Kindern, mit meinen Freunden, mit für aus meiner Sicht geeigneten Bekannten. Es ging um mich, also habe ich für mich nichts mehr verschwiegen, die Menschen öffneten sich, was mir Mut gab. Es hat mich oder uns nie jemand darauf angesprochen und was die Leute tuschelten ist deren Ding.

Ich bin nicht mit einer Fahne rum gelaufen oder habe auf meine Frau gezeigt, das hat sie später selbst gemacht. So haben mich andere Menschen darauf angesprochen, ob und was nicht mit meiner Frau stimmt oder ganz gezielt auf Alkohol. Die Vermieterin, Nachbarn, Geschäftspartner und die Meisten hatten sicher keinen geschulten Blick. Meinen Hausarzt habe ich um Rat gebeten, da wir den Gleichen hatten, wurde er von ihr gleich abgeschossen.

Daraus resultierten massive Vorwürfe ich hätte und würde. Nach bald 3 Jahren Forum und 1 ½ Jahren realer Gruppe, zig Kommen und Gehen, wird bis heute kaum einer wissen wer ich bin und erst recht nicht wer meine Frau ist.

Für sie gab es nur noch die Flucht aus dem hiesigen Umfeld, was sie auch umsetzte. Die Zeit in Berlin fiel es mir schwer mit niemandem aus dem dortigen Umfeld darüber zu reden, denn es betraf mich ja auch, also schwieg ich und lies meinen Druck hier im Forum und in der realen Gruppe. Vertuschen oder sogar ihr damaliger Gedanke bei Einladungen den Gästen alkoholhaltige Getränke anzubieten, waren für mich unvereinbar, weder als Co und überhaupt nicht mehr als die eigene Alkoholabhängigkeit angenommen war.

Was stört Dich daran, wenn Dein Sohn über Dich spricht? Du bist Alkoholiker. Kennst Du den Spruch: Ja klar und was hast Du?

Es hat lange gedauert, bis ich wusste wo ich und wo was hingehörte, aber alles ist heute an seinem Fleck. Niemand, kein Freund, kein Bekannter, kein Geschäftspartner, keiner in der Familie, keiner meiner Jungs hat je schlecht über meine Frau gesprochen weil sich in meiner Frau ein Teil einer Krankheit offenbarte, von der wir alle Teile in uns tragen. Das Gegenteil war der Fall.

Sieh es mal so: ich habe es nicht mehr nötig etwas zu vertuschen. Die Menschen die mit mir zusammen sein wollen, die möchten das aus freien Stücken, andere werden gebeten zu gehen.

LG Kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: Outen sich auch Angehörige? geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 09.05.2009, 11:53    Titel: Re: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lobanshee,

wie gesagt ich habe kein Problem mit dem Outen, trage allerdings kein Schild um den Hals. (Vorsicht bissiger Alkoholiker Cool )

Meine Tochter zum Beispiel: hat mir Ihren guten Freundinnen sicherlich darüber geredet, diese gehen schliesslich bei Uns ein und aus. Augen haben diese auch im Kopf. Als ich zur LZT war wurde auch darüber gesprochen, war schliesslich 3 Monate weg. Winken

Im Gegenteil, es gab einen wirklich netten Empfang mit Umarmung der Freundinnen Winken Genauso hält es mein Sohn Winken

Was meinst Du was in deren Familien so abgeht, die sind doch nicht blond Lachen Cool

Mein Mann, rennt natürlich nicht auf der Arbeit rum und spricht die Leute an Winken aber auch da wissen, es die Leute die mit Uns verkehren.
Auch lebt in vielen Haushalten ein Alkoholiker, ob geoutet, noch nass oder trocken.

Auch stört mich das Gerede nicht mehr wirklich, was meinst Du als ich noch drauf war, was da geredet wurde. Winken
Ich lebe im Heute und Jetzt Winken und Jetzt bin ich trocken Winken

Und die, die es wissen da habe ich ausschliesslich gute Reaktionen und die es nicht wissen, mit denen habe ich eh wenig an der Mütze.

MLG Mandy
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Outen sich auch Angehörige? geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 09.05.2009, 11:56    Titel: Re: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi,

kleiner Nachtrag : Wir leben mit Uns und nicht mit den Anderen Winken

MLG Mandy
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Outen sich auch Angehörige? geschrieben
lobanshee
Gast






BeitragVerfasst am: 09.05.2009, 13:40    Titel: Re: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo kaltblut und Mandy2!

Ich habe meine Frage nicht deutlich genug beschreiben können und Ihr habt es daher auch nicht so richtig beantwortet.

Jetzt im nachhinein bin ich froh darüber und lasse es auf sich beruhen!

Schon beim Nachschauen auf Antworten, beim Aufrufen Eurer Beiträge wurde mir mulmig!

Denn ich weiß nicht, ob ich wirklich die Antwort wissen will. Das scheint bei mir dann doch eine Baustelle zu sein, die ich mir unnötigerweise aufmachen müsste!

Schönes Wochenende Euch allen!

Eure fröhliche Lobanshee, die nun packen gehen tut! Smilie

PS: Weglassen, loslassen, weitermachen! Auf den Arm nehmen Auf den Arm nehmen Ist das schön!
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lobanshee hat zum Thema: Re: Outen sich auch Angehörige? geschrieben
Weitsicht
Gast






BeitragVerfasst am: 10.05.2009, 10:12    Titel: Re: Outen sich auch Angehörige? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:

Apropos Lachen:

Heute morgen habe ich einen britischen Sender angesehen. Dort lief ein Bericht über Kinder im Alter von 7 Jahren mit Verhaltensstörungen und Lernschwächen.
Diese Kinder hatten das Lachen verlernt, waren aggressiv und seelisch krank, zum Teil aufgrund von Arbeitslosigkeit der Eltern, Krebs der Mutter usw.
Alles, was Spass machte, Witze etc., fanden sie doof, es machte sie wütend.
"Warum findest Du Lachen doof?" "Bei uns lacht niemand zu Hause!"

Die Therapeuten lehrten den Kinder, ihre Gefühle zu fühlen und zu beschreiben, lachen zu lernen, weinen zuzulassen. Es war rührend, wie die Kinder anfingen, zu leben, sogar Verantwortung für andere Kinder zu empfinden, sich gegenseitig aufbauten, erst lächelten, dann lachten usw.

Zufriedene Kinder lachen 300 mal am Tag! Das werde ich mir merken, obwohl hier in meinem kleinen Reich klappt das schon ganz gut.

Es ist wirklich auffallend: Seitdem ich mich auf die Reise von emotionaler Sensibilität begebe (KGS), höre ich überall davon. Gedanken und Gefühle zu beobachten und zu unterscheiden, erleichtert mir immer besser den Weg zur Zufriedenheit. Je mehr ich meine emotionale Sensibilität verfeinere, desto schneller und sicherer spüre ich kleinste Veränderungen meiner Gefühle. Dabei hilft es auch, einfach drauflos zu schreiben, ohne zu denken oder bewusst zu formulieren, zu bewerten.


Liebe Lobanshee,

Hier könnten auch Kinder von Alkoholikern beschrieben sein. Ob das Outen dann helfen würde, um das Erfahrene zu verarbeiten und zu akzeptieren.

Diesen Thread finde ich gut Lobanshee, leider haben bisher keine EKA`s hier geschrieben, deren Antwort ist anders, als von den Partnern von Alkoholikern.

Kann jede/r im EKA-Bereich nachlesen.

Freude kam auch in meiner Kindheit zu kurz. Da die Angst grösser war, wie meine Mutter sich an manchen Tagen mir oder meinen Geschwistern gegenüber verhalten würde.

Outen vor anderen , nee, nee möchte heute für mich selbt akzeptiert sein, nicht wieder in eine Schublade gesteckt werden, da meine Mutter und mein Bruder Alkoholiker waren und leider daran gestorben sind. Ich würde mir da auch meine Gedanken machen, wie es in dieser Familie wohl abgegangen sein muss und was für Probleme die haben müssen, wenn ich von anderen davon hören würde.

Schamgefühle sitzen tief haben viel mit dem Selbstwertgefühl zu tun. Kann keine/r nur mit dem Willen verändern.

Das Begreifen und Fühlen, sowie das Vergangene betrauern können, ist ein Weg für mich daraus gewesen. Ich glaube nicht, dass ich durch Outen diese Gefühle los werden würde. Ein Teil wird mich bis zu meinem Lebensende begleiten. Ist ja nicht nur negativ, ich weiss, kann kommen was will, dass ich das meinen Kindern ersparen und nicht antun werde.

Alles Liebe Weitsicht

PS HINSEHEN, SPRECHEN, VERSTEHEN, WENN MÖGLICH - VERZEIHEN.
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Weitsicht hat zum Thema: Re: Outen sich auch Angehörige? geschrieben

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