| rückfall durch den genuss alkoholfreies bier • "blinde flecken"... |
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charly66 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.05.2009 Beiträge: 73 Alter: 45 Wohnort: münchen
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Verfasst am: 04.05.2009, 18:03 Titel: wie dumm muss man sein? |
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hallo,
bin neu hier drin.
ich war 21 jahre mit einem alkoholiker verheiratet, die ganze ehe war eine einzige hölle, habe nie den mut gehabt ihn zu verlassen, habe nicht an mich selbst geglaubt, ned gedacht, dass ich es mit meinen beiden jungs alleine schaffe. habe es aber geschafft, in der schlimmsten zeit der trennung habe ich einen mann kennengelernt, er is mir direkt vor die füße gefallen.
dieser mann hat mir mut gemacht, hat mir die kraft gegeben das alles zu schaffen, hat mir gezeigt, was wirkliche liebe ist.
nun, dieser mann, meine große liebe, ist, wie könnt es anders sein, alkoholiker.
ohne es zu merken war ich mitten drin in dem ganzen sumpf. anders als mein ex, streitet er seine krankheit nicht ab, tut auch sehr viel um sie in den griff zu bekommen. die sorgen und die angst um ihn bringen mich um. am wochenende erst haben wir wieder ne entgiftung hinter uns und jetzt ist er schon wieder total betrunken, eben kam sein anruf dass er sich für alles bedankt und jetzt nimmer will weil es kein leben mehr ist.
ist jede woche so, tag für tag, nacht für nacht. jedesmal spring ich ins auto fahr zu ihm, überred ihn es weiter zu versuchen, ned aufzugeben. jedesmal schaff ich es, donnerstag nehm ich ihn mit zu mir und dann beginnt meistens das nicht mehr trinken, das ist jedesmal die hölle weil wir es ohne med machen müssen. müssen wir, weil er auf kein beruhigungsmittel reagiert, auf schlafmittel sogar paradox. sonntag abend wenn das schlimmste vorbei ist fährt er wieder heim um dann am montag wieder anzufangen. sitz jetzt da und denk an all die guten ratschläge von hier drin, nicht mehr helfen, an mich denken.....
nur was ist, wenn er, wenn ich ihn im stich lasse, wirklich nicht mehr will? wie sollt ich damit leben? er hat ja sonst keinen mehr, niemanden der ihn versteht, niemanden der ihm hilft.
weiß nimmer weiter, bin hilflos und einfach nur verzweifelt. |
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| charly66 hat zum Thema: wie dumm muss man sein? geschrieben
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Schokolette neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.03.2009 Beiträge: 32 Alter: 45
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Verfasst am: 04.05.2009, 18:39 Titel: Re: wie dumm muss man sein? |
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Hallo Charly,
| charly66 hat Folgendes geschrieben: | jedesmal spring ich ins auto fahr zu ihm, überred ihn es weiter zu versuchen, ned aufzugeben. jedesmal schaff ich es, donnerstag nehm ich ihn mit zu mir und dann beginnt meistens das nicht mehr trinken, das ist jedesmal die hölle weil wir es ohne med machen müssen. müssen wir, weil er auf kein beruhigungsmittel reagiert, auf schlafmittel sogar paradox. sonntag abend wenn das schlimmste vorbei ist fährt er wieder heim um dann am montag wieder anzufangen. sitz jetzt da und denk an all die guten ratschläge von hier drin, nicht mehr helfen, an mich denken.....
nur was ist, wenn er, wenn ich ihn im stich lasse, wirklich nicht mehr will? wie sollt ich damit leben? er hat ja sonst keinen mehr, niemanden der ihn versteht, niemanden der ihm hilft.
weiß nimmer weiter, bin hilflos und einfach nur verzweifelt. |
hm, also Medikamente... Das ist ja das eine, aber warum dann nicht in einer Klinik unter Aufsicht? Persönlich fände ich diese Verantwortung einfach zuviel für mich. Da würde mir der Mut fehlen und hätte Angst das es schief geht. Und eine Entgiftung in der Klinik findet auch über einen längeren Zeitraum statt um die Patienten auch auf längere Zeit "Trockenzulegen", mit dem Ziel, dass sie auch ein Therapie beginnen wollen. Bei Euch ist dann Entzug und danach...? Keine weiteren Schritte.
Das wird nichts werden, was Du ja auch schon siehst.
Ich denke heute nach meinem Erlebten, dass es falsch ist zu meinen, dass ich der einzige Mensch bin, der ihm helfen kann. Ich kann meinem Mann gar nicht helfen, wie denn auch? Nur bin ich als Mensch darin untergegangen, also auch krank geworden in meiner Seele.
Wie soll es klappen, wenn zwei Kranke mit unterschiedlichen Erkrankungen ohne irgendeine Hilfe von aussen gesund werden?
Und das er sonst niemanden mehr hat, dass ist traurig, aber es gibt eine Menge Menschen, die sonst auch niemanden mehr haben, die krank sind, aber auch ihre Entscheidung treffen müssen, wie sie Leben wollen.
Du solltest nicht seine Lebensrettungs-Maschine sein, denn irgendwann bleibt von Dir seelisch nichts mehr übrig und dann bist du innerlich so tot wie eine Maschine.
Schaue nach Hilf für Dich, zeige ihm, wenn Du es möchtest Hilfsangebgote für ihn auf, aber was er daraus macht, dass wird immer seine Entscheidung bleiben, die Du ihm nicht abnehmen kannst.
Wenn Du es so weiter mitlebst, geht Dein Leben verloren und Du schaust hilflos zu wie er weiterhin seines zerstört.
So wie Du schreibst, stehst Du jetzt schon am Rande Deiner Kräfte, es wäre gut für Dich, wenn Du wieder mal auf Dich schaust und Dein Leben von seinem abkoppelst.
Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst Dir Dein Leben zurück zugeben.
LG,
Erika |
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| Schokolette hat zum Thema: Re: wie dumm muss man sein? geschrieben
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charly66 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.05.2009 Beiträge: 73 Alter: 45 Wohnort: münchen
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Verfasst am: 04.05.2009, 18:50 Titel: Re: wie dumm muss man sein? |
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liebe erika
wir haben schon alle kliniken in münchen und umgebung durch, außerdem in den letzten 2,5 jahren, die ich ihn kenn, 3x ne langzeittherapie über 3 monate.
bin altenpflegerin, kenn mich mit medikamenten aus. in einer großen klinik in münchen haben sie ihn mir sogar nach einem tag einfach so mit gegeben, ich könnt die verantwortung für ihn besser übernehmen, meinten sie.
du hast recht, ich hab absolut keine kraft mehr, alles leidet schon unter dieser situation, meine familie, auch wenn meine jungs ihn total gern haben und der beruf, komm durch das ewige nachts zu ihm fahren oft paar tage ned zum schlafen.
weiß nimmer wies weiter gehen soll. |
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| charly66 hat zum Thema: Re: wie dumm muss man sein? geschrieben
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Nicole Gast
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Verfasst am: 04.05.2009, 19:12 Titel: Re: wie dumm muss man sein? |
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Willkommen Charly,
was für Hilfe erwartest du hier in diesem Forum?
Versuch mal deine Gefühle zu ihm bei seite zu schieben und schau dir eure situation mal so objektiv wie möglich an.
Was siehst du da?
Einen lieben Gruß an Dich
Elocin |
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| Nicole hat zum Thema: Re: wie dumm muss man sein? geschrieben
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charly66 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.05.2009 Beiträge: 73 Alter: 45 Wohnort: münchen
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Verfasst am: 04.05.2009, 19:39 Titel: Re: wie dumm muss man sein? |
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hallo
sag mir den schalter mit dem ich die gefühle ausschalten kann und ich tu es. tu es auf der stelle.
ich weiß ned welche hilfe ich erwarte, ich weiß gar nix mehr, bin ziemlich am ende. hier sind wenigstens menschen die einem verstehen, die wissen von was man redet, sowas kannte ich bisher ned. allein des is schon bissi hilfe. hab halt grad nen totalen durchhänger. morgen wirds bestimmt schon bissi besser gehen.
lieben gruß charly |
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| charly66 hat zum Thema: Re: wie dumm muss man sein? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14423 Alter: 46
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Verfasst am: 04.05.2009, 19:48 Titel: Re: wie dumm muss man sein? |
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Liebe Charly,
vielleicht magst du ja mal hier lesen: http://www.forum-alkoholiker.de/grundbausteine-coabhaenigkeit.php
Das wäre schön, wenn man einfach so einen Schalter umlegen könnte,
Aber Schritt für Schritt deinen Weg gehen, das geht.
Dabei können wir dich begleiten. Die Schritte gehen mußt du selber.
Wenn du weiter hier liest und schreibst, dann kann dir das helfen dich zu sortieren innendrin.
Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: wie dumm muss man sein? geschrieben
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charly66 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.05.2009 Beiträge: 73 Alter: 45 Wohnort: münchen
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Verfasst am: 04.05.2009, 19:58 Titel: Re: wie dumm muss man sein? |
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liebe linde
das hab ich gestern schon gelesen und war ziemlich erschüttert darüber. war, als ob mir jemand spiegel vorgehalten hätte. da wurd mir erst richtig bewusst wie total tief ich da drin steck.
weiß jetzt, dass ich da raus muss.
auf der einen seite steh ich, auf der anderen er. nur, dass ich noch bissi kraft hab, kraft, die er nimmer hat. wie sollt ich da jetzt nur noch an mich denken?
is so ein teufelskreis des alles.
lieben gruß charly |
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| charly66 hat zum Thema: Re: wie dumm muss man sein? geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2521 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 04.05.2009, 20:18 Titel: Re: wie dumm muss man sein? |
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Hallo Charly,
ich glaube, der Schalter wird erst umgelegt, wenn man das Gefühl hat, dass man selbst dabei drauf geht oder dass einem der Preis einfach zu hoch ist. Leider ist das wohl so.
Und selbst dann sind die Gefühle für ihn immer noch da, aber der Verstand sagt: Du musst da raus, sonst gehst du kaputt.
Eigentlich hast du doch immer und immer wieder erfahren, dass du ihn nicht retten kannst. Immer nur äußerst vorübergehend.
Warum glaubst du, dass es Sinn hat, immer weiter so zu machen?
Gut, es besteht ein gewisses Risiko, dass er sich dann das Leben nimmt. Das ist es doch, wovor du Angst hast?
Es besteht aber vielleicht auch die Chance, dass er sich NICHT das Leben nimmt und es irgendwie alleine weiter schafft oder vielleicht sogar endlich anfängt, Verantwortung zu übernehmen.
Ich war zum Glück nicht direkt in solch einer Situation, weil ich meinen Mann nicht wirklich für suizidgefährdet halte. Aber im Stich gelassen habe ich ihn damals auch und fühlte mich sehr schlecht dabei. Aber meine Erfahrung ist: Wenn er wollte, hat er immer Leute und Wege gefunden, um weiterzukommen. Bloß wollte er lange Zeit nicht wirklich.
Wie gesagt, ich bin nicht drin in deiner Situation und maße mir kein Urteil an. Aber kann man wirklich jemanden, der ernsthaft nicht mehr leben will, auf Dauer davon abhalten? Und ist man verpflichtet, sein eigenes Leben zu opfern dafür?
Vielleicht hat er wirklich niemanden außer dich.
Aber vielleicht muss er erst GANZ ALLEINE mit sich sein, damit er merkt, dass er sein Leben ändern kann. Er kann aufhören, wenn er will. Er wird immer wieder trocken gelegt und er will offenbar immer wieder diese Situation herstellen.
Und das auf deine Kosten.
Wo bleibst du und dein Recht auf Leben?
Hast du schon mal den sozialpsychiatrischen Dienst in Anspruch genommen wegen der Suizidgefährdung? Oder dir sonst irgendwie Beratung gesucht?
| Zitat: | | auf der einen seite steh ich, auf der anderen er. nur, dass ich noch bissi kraft hab, kraft, die er nimmer hat. wie sollt ich da jetzt nur noch an mich denken? |
Das heißt für mich übersetzt: Erst wenn du KEINE Kraft mehr hast, darfst du an dich denken.
Praktizierst du das sonst auch so im Leben?
Spendest du dein gesamtes GEld über dem Existenzminimum an arme Kinder in Afrika?
Fang an, dir selbst Leben zuzugestehen.
Liebe Grüße
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: wie dumm muss man sein? geschrieben
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