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Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie?

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Thread von nat27   •    vom regen in die traufe ???  
Autor Nachricht
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
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BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 14:50    Titel: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, ich frage mich immer wieder woher das alles so kommt. Das beschäftigt mich sehr. Bei mir, aber auch bei anderen Menschen die ich so in meinem Leben treffe.
Manchmal wenn ich bei den Kindern von Alkoholkranken lese erinnert mich das auch an mich.
Soweit ich aber weiß waren weder meine Eltern Alkis noch deren Eltern. Das verstehe ich irgendwie nicht.
Wenn ich aber meine Eltern, bzw. deren Geschwister anschaue sehe ich immer wieder "Alkohol".
Meine Mutter hat 2 Brüder, beide Alkoholiker, einer davon ist schon daran gestorben. Mind. 2 Schwestern hatten einen Alkoholabhängigen Mann. Mind. 2 Schwestern zeigen starkes Co Verhalten und mind. eine hat auch Depressionen. Ich glaube meine eine Oma hatte auch Depressionen.
Wie kann in einer Generation da so eine Häufung auftreten wenn in der vorherigen anscheinend keine Alkoholproblem da war.

Ich weiß nicht wie es bei meinen ELtern war. ich denke aber das z.B. meine Mutter immer noch stark von Ihrer Kindheit beeinflußt ist (recht Gefühlskalt und streng, Leistungsdefiniert) und dies auch an mich weitergegeben hat.
Bei meinem Vater gibt es auch ein Problem, ich weiß aber nicht so richtig was für eins. Er hat früher auch oft bier getrunken zum Feierabend außerdem in der Gastronomie gearbeitet und wenn es Treffen gab wurde auch schon ordentlich gebechert. Da kannte er kein Nein und keine Grenzen.

Ein Mensch den ich grade besser kennenlerne hat auch eine sehr lieblose Kindheit gehabt. Auch mit Schlägen. Er zeigt starke Zeichen von Workaholic und starke Verdrängungsmechanismen, und trinkt auch gern.

Coabhängigkeit entsteht so wie ich das ehe auch bei Kindern deren Eltern kein Alkohol- oder Suchtproblem haben... aber wi und warum können/sind da gleiche Muster?

Oder kann es ein das ich es nie mitbekommen habe?
Im Thread was einen EKA ausmacht war dieser Link zu BKK, auch da kann ich mich bei den 4 Typen von Kindern und ihrem Verhalten total gut einsortieren...erkenne mich wieder und auch meine Schwester ...

Ich habe in Beziehungen jeglicher Art starke Probleme. z.B. zu vertrauen, Grenzen halten und Grenzen zeigen, mich sicher zu fühlen (fehlende Slbstsicherheit, starkes hinterfragen, Selbstzweifel), mich nicht von Gefühlen überrennen zu lassen ...etc.

Wahrscheinlich ist es mir nicht möglich eine gute und gesunde Beziehung aufzubauen, vorallem mit jemand neuen...
Denn es fällt mir so schwer bei mir zu bleiben...
Da ist dann plötzlich eine so große Sehnsucht nach dem anderen... das macht mir Sorgen...

Grüße
Karotte mit den vielen Fragezeichen
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Karotte hat zum Thema: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 15:46    Titel: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Karotte,
auch in meiner Familie gibt es keinen Alkoholismus. Aber eine strenge Erziehung, Eltern (Großeltern) die keine Gefühle zeigen können und somit meine Suche nach Anerkennung. Im schlechtesten Fall nach dem bereits bekannten Muster von Menschen, die eben keine Gefühle zeigen können oder gefühlsmässig verarmt sein könnten.

Nur mit dem Unterschied: meine Eltern waren in sich bemüht, konnten eben nicht anders - mein alkoholkranker Freund hätte wohl anders können, wäre da nicht seine Krankheit.

Hinzu kommt die Erziehung als duldende Frau und als positiver Mensch, der stets ein gutes Beispiel und geduldig und liebenswert ist. Leider dachte auch in meiner Erziehung niemand daran dass dieses auch dazu dienen kann ausgenutzt zu werden.

Ich selber habe ja so und so mein Problem mit dem Begriff Co-Abhängigkeit - würde da viel lieber in Sachen Beziehungssucht ect. ausweichen. Das ich letztendlich bei einem Alki gelandet bin könnte Zufall sein, zumal der Alki wohl noch narzisstisch programmiert sein dürfte. Ein "nur" Narzisst hätte auch gereicht für selbige Verhaltensweisen.

Wer zuviel helfen muss, eigene Grenzen nicht setzen darf oder kann, der muss depressiv werden - war ich auch!!!

Ach Karotte, und wie ich das kenne... das bei sich selber bleiben wenn die Gedanken viel zu oft zu einem anderen Menschen fliegen.... Aber betrachte Dich mal: es wird anders oder? Die Gedanken fliegen am Anfang und dann hältst Du inne und überlegst (anders als zuvor wo es nur noch ein Ziel gab "ihn"). So zumindest spielt es sich bei mir ab. Ich spüre, Achtung Bodenverlust, "Daggi an Erde - bitte Bodenberühung".... dann wird es schmerzhaft und nach ein paar Tagen bin ich wieder geerdet.

Lieben Gruß von Daggi
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
Alter: 36

BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 16:12    Titel: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ja, das stimmt. Danke Dagmar das Du mich darauf aufmerksam gemacht hast. Ich habe diesen Menschen gestern getroffen und seitdem habe ih das Gefühl Ihn unbedingt so schnell wie möglich wiedersehen zu wollen. Ich bin total hibbelig und aufgeregt.
Aber klar, schon jetzt denke ich auch: Nein, so geht es nicht...ist nicht gut etc. Innen fühlt sich alles irgendwie schmerzhaft an... wie soll ich so nur eine "normale" Beziehung aufbauen... mich stark fühlen, für mich selber Ok sein...
Ich glaube ich mache mich auch vor Ihm klein. ... ach das ist alles so schwer und ich fühle mich so hilflos...
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Karotte hat zum Thema: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben
Weitsicht
Gast






BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 16:53    Titel: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karotte,

jeder Mensch wird mit einer Liebesfähigkeit geboren, was ihm/ihr schon im Mutterleib (ist es willkommen) passiert ist, oder was in der Familie vorgelebt wird, ist mit ausschlaggebend für süchtiges Verhalten.

Wie ich mich spiegeln kann, in den Augen meiner Eltern, ist der Anfang für ein zufriedenes und lieben könnendes Leben. Ob sie mich sein lassen können von meinem wahren Wesen her, mich fordern und fördern oder ob ich ihr verlängerter Arm sein soll, um das zu erreichen, was sie selbst nicht geschafft haben, oder ob ich nur ihre Bedürfnisse stillen soll. Hierbei ist jedes Kind überfordert.

Als Kind brauche ich Eltern, die mir Liebe, Wärme und Geborgenheit schenken. Hierbei entwickelt sich der eigene Selbstwert und das Vertrauen in mich selbst und andere.

Der Sinn vom menschlichen Da-Sein ist Lieben und geliebt zu werden. Wenn das gelebt und vor allen Dingen gefühlt werden kann, braucht es keine Abhängigkeiten und Süchte.

Alkohol, andere Suchtmittel, abhängiges Verhalten sollen Halt und Wärme geben, die ich leider vergeblich bei Menschen (Eltern), als Kind, suchte.

2 Generationen zurück schauend erkennen wir doch was die damalige Erziehung und der Krieg mit unseren Vorfahren machte. (Schläge und Demütigungen von Einzelnen). Der Krieg mit seinen schrecklichen Auswirkungen stecken uns Kindern und Enkeln heute noch in den Knochen. Da ist viel Traumatisches geschehen, brauche keine alkoholabhängigen Eltern gehabt zu haben, um die Auswirkungen der damaligen Zeit von Eltern und Grosseltern, als Kind weiter vermittelt zu bekommen habe. Auch die Kirchen haben ihren Anteil dazu beigetragen, dass Menschen sich von ihrem Körper und Gefühlen getrennt haben. (Ängste erzeugten durch Drohung mit der Hölle und einem strafenden Gott)

Aufklärung und neue liebevollere Verhaltensmuster sind notwendig damit wir zur Quelle (Liebe) zurückfinden und Mitmenschlichkeit (Empathie) zur Selbstverständlichkeit in unserem Alltag, besonders Kindern gegenüber, werden. Denn Kinder sind die Gesellschaft von morgen, soziales Verhalten wird hier geprägt.

In der Kindheit fängt das Leben an, wenn mich hier lieblose Elternfiguren erziehen, habe ich wenig Resourcen, als Erwachsene, um süchtiges Verhalten zu vermeiden.

Wir haben die Chance als Erwachsene heute neue liebevollere Verhaltensmuster zu lernen, ist nicht immer einfach, ich weiss.

Alles Liebe Weitsicht
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Weitsicht hat zum Thema: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 17:13    Titel: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Karotte,
ich denke, ich bin/war mal wieder in einer ähnlichen Situation. Irgendwie habe ich gemerkt, uups, das ist nicht stimmig. Es war wieder das "schüchterne Modell" bei welchem ich als Aktiver stundenlange Gespräche geliefert bekam, während aber die "Schüchternheit" Eigeninitiative der Gegenseite verhindert.

Schade, wäre ein toller Mensch gewesen, was wir bisher so austauschen konnten. Aber ich will diese Augenhöhe und das, dass beide Seiten aufeinander zugehen. Nicht einer dem anderen "nachrennen" soll sondern aufeinander zu - von zwei Seiten.

Das Erkennen war übel, übel, übel.... aber sind wir hier nicht schon wieder bei meiner Familie, die mich liebte aber es mir nicht zeigen kann? Wäre das nicht wieder eine solche Verknüpfung. Egal, wie wertvoll der Mensch ist, egal, wie aufopferungsvoll er sein mag ... was Freundschaft/Kontakt/Partnerschaft betrifft muss auch eine gegenseitige Annäherung erfolgen. Ist unschön und schwer.....

So, da hat jetzt gerade jemand meine Energien gespürt und sich kurz aktiv sehen lassen, sofern man/frau das in Anbetracht der Situation sagen kann. Weißt Du, mir fehlen unsere guten Gespräche und auch die Offenheit und Vertrautheit, die da ist. Dennoch: ich bin sicher, dass jede-/r über seinen Schatten springen kann. Auch meine Mutter versucht es nun, langsam, fast nicht spürbar, aber sie versucht es.

Ich will damit sagen, mein Leben lang wird mich wohl der Akzent begleiten, aber ich muss ihn nicht als meinen "Fehler" sehen sondern muss versuchen ihn als eine meiner Seiten zu betrachten. So quasi als Lernweg für zwei Menschen. Den, der nicht wieder alte Wege betreten sollte (ich) und die Gegenseite, die viel stärker ist als sie von sich selber glaubt.

Wie recht Weitsicht doch hat. Zumal hinter jedem Menschen ein Schicksal steckt, welches ihn geprägt hat und vielleicht aus dem normalen, liebevollen, Leben geworfen hat. In erlebe gerade den Fall, in welchem jemand jahrelang seine sterbende Mutter begleitet hat und dadurch sein Leben vernachlässigt hat. Nur: es bringt nichts wenn ich nun hyperaktiv werde - dieser Mensch muss wieder ins Leben zurück, auch was Kontakte betrifft.

Ja, liebe Karotte, es ist ein steiniger Weg, manchmal fühlt er sich einsam an, aber er muss wohl so gehen um eben die von Weitsicht genannten neuen Wege zu betreten und auf ihnen in ein glücklicheres, selbstbestimmteres Leben mit anderen Menschen zuzugehen. Auf Menschen, die uns dann in Augenhöhe begegnen können.

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
Alter: 36

BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 17:19    Titel: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Also, Coabhängigkeit hängt auch in Euren Augen nicht unbedingt mit einer Familie mit Suchterkrankung zusammen.
Das was Du sagst Weitsicht, denke ich mir auch so... die Härte und Lieblosigkeit... und anscheinend führt das zu ähnlichen oder gleichen Verhaltensmustern bei den Kindern wie bei den Kindern von Suchtkranken....
Also ist die Lieblosigkeit wohl der Kern...
Tja, bloß wie komme ich klar mit diesem Umfeld... wird wohl wieterhin ein hauptsächliches Seinlassen sein... wobei es mir bei engeren Kontakt sehr schwer fällt. Und Beziehungstechnisch Angst macht... soviele Menschen die ich treffe habe ähnliche Probleme...das ist einfach nur krass...und macht das Miteinander oftmals so schwer.
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Karotte hat zum Thema: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
Alter: 36

BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 17:20    Titel: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ps.: Danke an den Mod der das Ü zu einem U gemacht hat.
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Karotte hat zum Thema: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben
Nicole
Gast






BeitragVerfasst am: 02.05.2009, 17:30    Titel: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karotte,

erstmal gern geschehen Winken

mir geht es da ähnlich wie dir, meine Eltern sind auch keine Alkoholiker.

Aber schaue ich hin was sie mir mitgeben konnten und was nicht dann ähnelt das diesem schon.

Gefühlskälte, nicht über Gefühle reden, keine Anerkennung, zu wenig Aufmerksamkeit usw.

Meine Mutter war 17 als sie mich bekam und mein Vater 18, heute versuche ich mir das zu geben was sie nicht konnten.

Und durch mein erkennen kann ich diesen Kreislauf in meiner Familie unterbrechen. Ich kann meinen Kindern das geben was mir gefehlt hat, ist nicht einfach aber es geht und ich hoffe das die Jahre mit meinem Ex auch positives für die Kinder gehabt hat.

Jetzt gebe ich mir und meinen Kids das wonach ich immer auf der Suche war.

Und tschüss
Elocin
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Nicole hat zum Thema: Re: Ursprünge von Coabhängigkeit, - die liebe Familie? geschrieben

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