| kann damit nicht umgehn • Tochter sucht Hilfe - KB |
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DieAndrea neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.04.2009 Beiträge: 4
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Verfasst am: 30.04.2009, 16:14 Titel: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter |
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Hallo!
Ich habe dieses Forum bereits vor ein paar Wochen gefunden und immer mal wieder darin gelesen.
Meine Geschichte ist folgende:
Meine Mutter ist seit vielen Jahren alkoholabhängig. Ich bin jetzt 37, angefangen hat es, nachdem mein Vater auszog, als ich 11 war. Vielleicht auch schon eher, dann aber eher "gesellschaftlich akzeptiert".
Seit 18 Monaten ist sie endlich zumindest in ambulanter Therapie (dazu kommt- wen mag es wundern- Depression).
Das schlimme ist zur Zeit, dass sie wochenlang keinen Schluck trinkt, um sich dann über mehrere Tage abzuschiessen. Das übliche, was hier viele auch erleben, Sorgen, Stürze, Versprechungen, Schuldzuweisungen, 2 verschiedene Menschen in einem.
Auch ich weiß nicht mehr, wie ich mit der Situation umgehen soll. Unser Verhältnis ist nicht das Beste, ich bin auf der einen Seite "ihr Kind", entspreche aber nicht ihren Vorstellungen. Geprägt von konservativen Sichtweisen will sie mir vorschreiben, wie ich zu leben habe. Da das aber nie wirklich funktionierte, steigerte sie sich zum Teil in Wahnvorstellungen. Sie hält mir Dinge vor, die vor vielen Jahren passiert sind, verdreht diese auch zum Teil zu meinen "Ungunsten" und flippt dann völlig aus. Als ob es erst ein paar Tage her ist. Zum Teil muss ich lange überlegen, bis ich ungefähr weiss, was sie meint.
Zuerst dachte ich, hey- Therapie- Hoffnung!
Aber sie hatte drei Verlängerungen, und meint, jetzt ist alles OK. Nicht gut, nicht "geheilt", aber sie käme schon klar. Und BANG, seit Sonntag abend ist sie dauerdicht.
Ich habe der Therapeutin eine Mail geschickt, aber ich weiss nicht, wann sie sie liest (und ob sie überhaupt noch zuständig ist, ich glaube, letzten Freitag war der letzte Termin).
Wenn sie klar ist, ist (Phasentrinker halt) alles gut, angespanntes Verhältnis zwar, aber ich muss mir keine Sorgen machen.
Wie xxx, guter Vergleich, denke ich. Aber ein paar Daten im Jahr (Todestag ihrer Mutter/ Geburtstag/ Weihnachten und ähnliches) sorgen dafür, dass sie sich abschiesst.
Und natürlich ich als verkorkste Tochter, die alles falsch macht. Zur Zeit bin ich Schuld, weil ich ihr nicht bei ihren Geburtstagsvorbereitungen geholfen habe. Sie jammert aber schon seit Jahren, dass ihr NIE JEMAND hilft (also ICH), dass sie alleine sei, dass das Leben es nur schlecht mit ihr meint- ich kann es nicht mehr hören.
Ja, sie ist meine Mutter, aber ich bin ihre Tochter, nicht ihr Partner und nicht ihre Mutter/ Pflegerin oder was immer sie sich vorstellt. Das ganze macht mich wütend und gleichzeitig wünsche ich ihr doch nur ein tolles, glückliches Leben.
Sie schenkt mir unheimlich viel, ist ein herzensguter Mensch, aber innerlich so unglaublich verbittert und traurig. Dann wieder dominant, fordernd und verbesserwisserisch.
Geholfen habe ich ihr früher öfter, lacht ruhig, aber sie hat mich sogar öfter angerufen, und erwartet, dass ich ihr ein paar Brötchen hole. Sofort, möglichst innerhalb der nächsten halben Stunde... Und ich habes früher gemacht. Oder als junge Erwachsene Alkohol gekauft, da wusste ich es noch nicht besser... hat sie vor wenigen Jahren auch nochmal versucht, aber da konnte ich nein sagen.
Sie erwartet Hilfe von jetzt auf gleich, kann nicht ein paar Tage vorher fragen, ob ich Zeit habe, und da kann ich nicht drauf, zumal ich es schon zig mal angeboten habe, wenn sie mir rechtzeitig Bescheid gibt. Doch dann kommt nur eine Zusammenfassung aller Dinge, die sie noch erledigen müsse- in der Erwartungshaltung, ich müsse doch jetzt die Hilfe anbieten. Und wenn ich ihr dann nicht helfe, kommt der Wein an die Sonne.
Kommt vieles zusammen, Depression, Alkohol, mittlerweile auch das Alter, aber es ist so vieles bei mir kaputt gegangen (was mir auch gleichzeitig leid tut)...
Vielleicht hat jemand Tips oder Ideen, ich überlege sogar, zu der Therapeutin zu gehen, bei der sie ist, um besser damit klar zu kommen.
Was macht ihr, wenn Eure Eltern wieder angescheppert sind, ruft ihr einen Rettungswagen, oder seid ihr dann bei ihnen oder ignoriert ihr das?
Vielen Dank im Voraus für Ideen und Erfahrungen und für die Geduld, den obigen Wust zu lesen!!!
edit Maddin:bitte keine Namen nennen, danke |
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| DieAndrea hat zum Thema: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter geschrieben
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marinajako sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.06.2008 Beiträge: 1404 Alter: 37 Wohnort: daheim
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Verfasst am: 30.04.2009, 21:27 Titel: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter |
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Hallo Andrea,
herzlich Willkommen hier im Forum
Ich finde wichtig das du was machst das es Dir gut geht, es ist wichtig das du dich um dich kümmerst es mag hart klingen aber deine Mutter hat Ihre Probleme die kann auch nur sie lösen
du kannst nur sehen wie du damit klarkommst die Idee mit einer Therapeuthin finde ich gut ich weiß aber nicht ob die Therapeuthin deiner Mutter die Richtige für dich ist es ist Ihre Therapeutin und eigentlich nicht deine. Vielleicht ist eine andere die Bessere Wahl.
Lieben Gruß
Marina |
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| marinajako hat zum Thema: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter geschrieben
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DieAndrea neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.04.2009 Beiträge: 4
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Verfasst am: 01.05.2009, 10:42 Titel: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter |
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Ja, auf der einen Seite stimmt das, immer wenn ich mich intensiv mit dem Thema beschäftige, weiss ich aber, dass nicht ich die Therapie brauche, sondern sie. Vielleicht brauche ich auch einfach "nur" eine Bestätigung, dass ich alle Hebel in Bewegung setzen kann/ muss, damit sie in eine stationäre Therapie kommt. Das ist ja das verteufelte beim Phasentrinker. Völlig am Ende, aber sobald sie wieder nüchtern ist, "ist Schluss mit dem Alk". Dann verkauft sie sich auch gut, und kaum einer bekommt mit, wie heftig es ist, wenn sie trinkt.
Ich weiss auch, wie ich mit ihr umgehen sollte, aber- und ich glaube da ist der Punkt, warum es als EKA so schwer ist, damit umzugehen, sie ist meine Mutter.
Und sie ist ein Mensch, der mir nah steht.
Ich führe ein glückliches Leben, habe eine sehr liebevolle Beziehung, Job, Hobbies- das ist ja das fatale, ich liebe sie, aber ich brauche sie nicht. Das hört sich hart an, und da kommt dann auch der Gewissenskonflikt. Und ich weiss, dass sie voller Ängste ist, allein und tieftraurig.
Ja, es ist ihr Leben, und ich bin nicht dafür verantwortlich, und doch: Sie ist meine Mutter... Kopf weiss, jede Faser weiss es. Ich erwähnte ja schon, dazu kommt die Depression. Tolle Sache das, behandele als Angehörige eine Depressive mit viel Verständnis, einen Alkoholiker lasse fallen... Hallo, gibts da auch einen Kombitip? Da liegt mein Konflikt, wenn sie depressiv ODER Alkoholkrank wäre, OK, viel einfacher. Die Depressive ist viel verletzbarer, als die Alkoholikerin. Der depressiven würde ich gern helfen, die Alkoholikerin hasse ich beizeiten. Meine Mutter, die da irgendwo auch noch mit drin steckt, entdecke ich nur sehr, sehr selten. Aber sie ist da irgendwo!
Nachdem ich das erste Mal ihre Therapeutin angerufen habe, um ihr mitzuteilen, dass sie wieder abgestürzt ist, gab ich ihr die Erlaubnis, das Telefonat in der Therapie zu verwenden. Aussage meiner Mutter war allerdings "Die fand das aber nicht gut, dass Du sie angerufen hast". Auf die Email von vorgestern habe ich nichts mehr gehört, ich weiss auch nicht, ob und wie sie damit umgeht (die Therapeutin).
Deshalb auch überhaupt die Idee, zu derselben zu gehen. Ich kann mein Leben glücklich führen und komme auch mit den Abstürzen klar, irgendetwas in mir sagt mir aber, dass meine Mutter (aus Angst vor stationärem Aufenthalt) in der Therapie nur die halbe Wahrheit raus lässt.
Angehörigen und Betroffenen könnte so m. E. nach viel besser geholfen werden, vorausgesetzt, alle Beteiligten sind einverstanden. Manche Ärzte kommen auch langsam dahin, dass die Angehörigen einbezogen werden. Finde ich auch irgendwie wichtig. Und wenn es "nur" der Job des Therapeuten ist, zum Angehörigen zu sagen, wie er sich psychologisch "richtig" in Situation X oder Y zu verhalten. Und dies auch dem Betroffenen mitteilt.
Meine "Probleme" resultieren ja aus dem Krankheitsbild meiner Mutter, wäre sie gesund, gäbe es meine "Diagnose" nicht in der Form.
Vielen Dank Marina, ich hoffe, jetzt ist ein bisschen klarer, warum ich diese Überlegung anstelle.
LG,
die Andrea |
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| DieAndrea hat zum Thema: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter geschrieben
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Sleepless72 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.04.2007 Beiträge: 87 Alter: 39 Wohnort: Völklingen
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Verfasst am: 01.05.2009, 10:57 Titel: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter |
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Hallo DieAndrea,
ich hab mich hier schon lange nimmer gemeldet. Habe aber dieses Forum heute morgen meiner Freundin empfohlen und dann auch nochmal reingeguggt.
Ich denke schon, dass dir eine Therapie auch gut tun würde. Ich denke, dass du ne Menge Schuldgefühle hast, auch wenn du sie verdrängst. Aber das Helfersyndrom steckt einfach in uns Kindern. Mir hat meine Therapie sehr gut geholfen, so dass die Schuldgefühle immer weniger wurden. Mittlerweile komme ich sehr gut mit allem zurecht. Klar gibt es Tiefpunkte, aber ich glaube, sie gut zu meistern.
LG Tanja |
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| Sleepless72 hat zum Thema: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter geschrieben
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Weitsicht Gast
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Verfasst am: 01.05.2009, 11:08 Titel: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter |
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Hallo Andrea,
auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns EKA`s. Du hast folgendes geschrieben:
| Zitat: |
Ich führe ein glückliches Leben, habe eine sehr liebevolle Beziehung, Job, Hobbies- das ist ja das fatale, ich liebe sie, aber ich brauche sie nicht. Das hört sich hart an, und da kommt dann auch der Gewissenskonflikt. Und ich weiss, dass sie voller Ängste ist, allein und tieftraurig.
Ja, es ist ihr Leben, und ich bin nicht dafür verantwortlich, und doch: Sie ist meine Mutter... Kopf weiss, jede Faser weiss es. Ich erwähnte ja schon, dazu kommt die Depression. Tolle Sache das, behandele als Angehörige eine Depressive mit viel Verständnis, einen Alkoholiker lasse fallen... Hallo, gibts da auch einen Kombitip? Da liegt mein Konflikt, wenn sie depressiv ODER Alkoholkrank wäre, OK, viel einfacher. Die Depressive ist viel verletzbarer, als die Alkoholikerin. Der depressiven würde ich gern helfen, die Alkoholikerin hasse ich beizeiten. Meine Mutter, die da irgendwo auch noch mit drin steckt, entdecke ich nur sehr, sehr selten. Aber sie ist da irgendwo!
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meine Mutter hatte auch unter Ängsten und Depressionen gelitten, deshalb wurde ja zu Alkohol und Tabletten gegriffen, um das Leben erträglicher zu machen. Beides ist eine Krankheit, Depression wie Alkoholikerin zu sein. Niemand trinkt, weil es ihm gut geht, das hat seine Ursache, die meisst in der Kindheit und ihrer Erziehung zu suchen ist.
Für uns Töchter sind unsere trinkenden Mütter, kein gutes Vorbild gewesen, schliesslich haben wir von kleinauf, das Verhalten unserer Mütter verinnerlicht. Deswegen brauchen auch wir eine Therapie um uns von falschen Vorgaben zu trennen.
Die Verantwortung für Dein heutiges Verhalten Deiner Mutter gegenüber, kann Dir niemand abnehmen, Du darfst ein befreites und freudiges Leben heute führen.
Deine Mutter darf Dich nicht in den Abgrund mitreissen, solange sie nichts an ihrem Verhalten ändert, bist Du nicht für sie verantwortlich.
Ich wünsche Dir hier einen guten und Dich weiterbringenden Austausch.
Wissen hast Du genug, das Fühlen brauchst Du, dass es in Ordnung ist, dass Du Dich abgrenzen darfst.
Alles Liebe Weitsicht |
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| Weitsicht hat zum Thema: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3354 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 01.05.2009, 13:01 Titel: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter |
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Hallo Andrea!
Willkommen auch von mir aus dem Co -bereich.
Therapie ist das beste, was du für DICH tun kannst.
Da spreche ich aus Erfahrung, mit einer sehr guten Therapeutin.
Dorthin wollte ich auch meine Tochter schicken, aber da hat sie sich geweigert, denn sie ist ja schon auf mich fixiert.
Sie würde da nicht mehr unbedarft an meine Tochter herangehen.
War mir klar, denn sie ist auch nur ein Mensch.
Ich wünsche dir alles Gute, viel Kraft für die nächsten Tage und für heute ein paar schöne Stunden, liebe Grüße, Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: Bin für Tips dankbar, Tochter einer alkoholkranken Mutter geschrieben
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