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Frage zu Trinkpausen

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Autor Nachricht
Micha
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 18.07.2006
Beiträge: 4416

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 09:03    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Rosanna,

bei mir war es in Trinkpausen so, dass ich damals einfach noch nicht verstanden hatte (oder es nicht wahrhaben wollte), dass ich nicht mit Alkohol umgehe, sondern er mit mir. Ich hatte noch die Illusion, ich könnte das steuern und hätte es unter Kontrolle.

Eine absolvierte Trinkpause bestätigte mich in dieser irrigen Annahme.
Ich bidete mir ein, ich könnte jederzeit aufhören wenn ich nur wollte. Was ich nicht merken wollte war, dass ich aber immer wieder anfangen MUSSTE und nicht wollte.

Erst seit ich verstanden habe, dass für mich nur permanente Abstinenz in Frage kommt wenn ich ein lebenswertes Leben führen möchte, hat sich die Bereitschaft bei mir entwickelt, mich danach zu erkundigen wie ein Weg in die dauerhafte Trockenheit aussehen könnte und die entsprechenden Lebenumstellungen vorzunehmen.

Erst seit ich das jeweils nächste Glas stehenlasse hat der Kampf mit dem übernächsten aufgehört.

Micha
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Micha hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben
Rosanna38
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.02.2009
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 09:39    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen Dank für all Eure Antworten. So langsam beginne ich es zu verstehen. Mein Ex meint heute noch, dass er einfach nur so am Wochenende kann. Ich dachte schon lange, dass das nicht mehr geht. Wahrscheinlich kommt dann eben der Uebermut, wenn es mal länger ohne ging. Ich konnte jetzt schon 2 Wochen ohne Alk, alles unter Kontrolle und dann geht der Suff von vorne los.

Ich glaube auch nicht, dass man nach solchen Mengen einfach alleine aufhören kann. Vielleicht sehe ich das zu schwarz, aber ich glaube nicht, dass man von 1-2 Flaschen Wein pro Abend alleine einfach so aufhören kann, zumal man schon viele Jahre viel zu viel trinkt

Grüsse Rosanna
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Rosanna38 hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 09:53    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich kenne das "Modell" aus dem Bekanntenkreis des Ex, dass nach Extremzeiten einfach mal vier Wochen Pause eingelegt werden. Natürlich haben die Konsumenten den Eindruck "es im Griff zu haben" denn es ging ja vier Wochen ohne.

Da der Alkgenuß ganz "normal" ist wird natürlich nach dieser Pause sofort ins alte Muster zurückgefalen bis zur nächsten Pause. Vielleicht wird die dann kürzer.....

Ich persönlich denke, als Co, dass es sehr schwer ist zu erkennen, dass man als Konsument dieses Zeug "braucht". Vieles passiert ja aus Automatismen (Feierabendbier ect.) Es wird ohne dem Bewußtsein konsumiert dass Alkohol ins Blut kommt.

Nun gut, ich als Co machte mir vor, dass es nicht so bedrohlich ist wie es scheint und schon "irgendwann mal gut wird" und der Alkoholkranke macht sich selbiges in Bezug auf seinen Konsum vor....

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben
Rosanna38
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 10.02.2009
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 15:18    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dagmar

Ja es ist schon so. Ich wollte ihn ja auch immer in eine stationäre Entgiftung bringen, aber immer hiess es, ich mache es alleine. Das Einsehen, dass dies nicht mehr so einfach geht, das ist nicht da. Lieber etwas zusammenwursteln. Er hat jetzt eine neue Freundin gefunden. Da wird jetzt alles besser. Jetzt höre ich auf, selber. Bin gespannt wie lange das gutgeht. Kann mir sowas einfach nicht vorstellen, denn ich meine, dass man da mal professionell hätte dahinter müssen
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Rosanna38 hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben
misselli
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.12.2008
Beiträge: 59
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 15:52    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Rosanna,

da hast Du völlig Recht, so wird das nichts.
Ich kenne das von mir auch, das ich dachte, mit einem netten Freund könnte ich aufhören, wenn der ganze Stress vorbei ist, dann hör ich auf, wenn wenn wenn.
Solange ich so dachte, suchte ich die Gründe außen, nach dem Motto, mein Leben ist so schwer, die Welt ist so schlecht, dass kann man nur im Suff ertragen.
Die Gründe für meine Sucht liegen aber bei mir und egal was mir passiert, wenn ich deswegen wieder anfange zu trinken, mache ich es schlimmer.
Selbst wenn ich mal unter der Brücke liegen sollte, hilft mir Alkohol nicht weiter.
Alkohol "hilft" nur jede Situation zu ertragen, nichts zu ändern. mit allem Leben zu können, weil alles andere egal wird mit der Zeit hauptsache der Stoff ist da.
Es ist jedermanns Recht sich totzusaufen, wenn er oder sie das so will, aber man sollte das dann alleine tun und nicht andere mit reinziehen.
Ich habe mich für das Gegenteil entschieden, ich will leben und gesund bleiben und in der Lage sein eine normale Beziehung zu haben.
Aber der Weg ging nur über die Einsicht, das ich mit Alkohol nicht umgehen kann, ich muß ihn meiden, weil er mich sonst kaputt macht, ohne diese Einsicht geht es meiner Meinung nach nicht.

Liebe Grüße

Elli
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misselli hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben
misselli
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.12.2008
Beiträge: 59
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 15:58    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Sorry bin glaube ich etwas am Thema vorbei, ging ja um Trinkpausen, also nochmal zur Veränderung, die stattfinden muß, ich muß aufhören die Gründe außen zu suchen und bei mir bleiben, warum trinke ich, was muß ich an meinem Leben ändern, damit ich aufhören kann mich mit Alk zu zerstören.
Warum habe ich überhaupt diesen Drang mich zu zerstören?
Ansonsten wird es immer so sein, dass man sich zusammenreißen muß um nichts zu trinken und das wird nur begrenzt guzt gehen.
Ich denke nicht, dass man de Weg zur zufriedenen Abstinenz ohne professionelle Hilfe (Therapie) gehen kann.

Liebe Grüße

Elli
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misselli hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 32801
Alter: 49
Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 16:10    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Elli,

ich bin ohne Therapie nüchtern geworden und geblieben.
Alle Hilfsangebote, außer der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, kann eh nur der Anfang sein, wo mir der Grundstein zur Nüchternheit gegeben wird.
Wer sollte das besser können, als die Menschen, die eine Sucht selbst durchlebt hat, also die wahren Profis sind, was eine Sucht betrifft?

Ob nun Therapie oder nicht, wenn ich nicht bereit bin, die mir gebotene Hilfe anzunehmen, immer wieder selbst versuche meine Wege umzusetzen, also nichts anders mache, als bei den vielleicht unendlichen Versuchen vorher, werde ich mich immer im Kreis drehen.
Da hilft dann auch keine Therapie, wo aus meiner Sicht keine Profis mir helfen, sondern meistens Menschen, die sich aus eigener Erfahrung nie in die Gefühlswelt eines Süchtigen hineinversetzen können.

Du stellst ja auch die Frage, warum jemand nach einer Zeit ohne Alkohol wieder anfängt zu trinken.
Das ist eben die Sucht und wer diese nicht selbst erlebt hat, wird es auch nie verstehen, was Sucht wirklich bedeutet, egal wie viele Bücher jemand gelesen hat oder wie viele Lebensgeschichten er sich von Betroffenen angehört hat.

Bei einem Kind, was eine heiße Herdplatte angefasst hat, wird es im Gedächnis bleiben und dieses Kind wird sich ein Leben lang daran erinnern und es nicht wieder tun.
Ein Süchtiger setzt sich bewußt wieder auf diese Herdplatte, obwohl er die Folgen kennt.
Warum ist das ist, kann man eben nur verstehen, wenn man selbst süchtig ist.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 13.04.2009, 16:14    Titel: Re: Frage zu Trinkpausen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hey Elli,
ich denke sogar mal, dass Du sehr nahe am Thema bist - übrigens komplett selber Gedankengang wie bei mir als Co : mir fehlt etwas und das möchte ich gerne einem Partner übergeben, dieses Manko zu füllen.

Denkfehler: der Partner ist nicht nur überfordert sondern ich selber bin dadurch keinen Meter weiter weil die Zufriedenheit ja nun von ihm abhing.

Komischerweise kommt man/frau aber erst sehr spät darauf. Und genau zu solchen Zeitpunkten (neue Beziehung) hat mein damaliger Freund auch Trinkpausen eingelegt "jetzt wird ja alles besser Winken" Und schon haben wir den Teufelskreis: weder Co noch Abhängiger ruhen in sich sondern suchen und suchen im anderen. Da sie nicht finden werden beide Seiten unzufrieden und somit der "Druck" größer.

Ich denke auch, deshalb ist der Absprung so schwer. Der Alk war Problemlöser wie auch der Partner als Problemlöser erwünscht wurde. Das Aufgeben dieses Gedanken heisst Machtlosigkeit eingestehen.

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Frage zu Trinkpausen geschrieben

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