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help_less
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Anmeldungsdatum: 11.04.2009
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Alter: 23

BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 20:21    Titel: Mache mir Sorgen um meinen Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So, das könnte jetzt etwas länger werden. Aber ich will wirklich keine Infos auslassen.
Also erst kurz zu mir: Ich bin am Samstag 20 geworden. Das war ein besonderer Tag. Warum erfahrt ihr später.
Meine Eltern haben sich recht rasch nach meiner Geburt getrennt. Meine Mutter hat mir erzählt, dass mein Vater damals mit Selbstmord gedroht hat. Sie hat sich darauf jedoch nicht eingelassen. Einige Zeit später bedankte er sich bei ihr für die Trennung, da er diesen Schritt nie hätte gehen können. Meine Mutter hat mir neulich auch erzählt, dass er damals schon die Flasche Whiskey ausgepackt hat, wenn irgendetwas schief gegangen ist, zum Beispiel wenn ein Haustier gestorben ist. Aber er war damals noch nicht wirklich ein Alkoholiker. Dass mein Vater ein eher labiler Mensch war, muss wohl an seiner Kindheit liegen. Seine Großmutter hat ihn wohl hin und wieder an die Heizung gekettet. Das Verhältnis zu seinen Eltern war wohl auch eher gestört.
Nunja jedenfalls lernte er einige Jahre nach der Trennung meine Stiefmutter kennen. Sie wurde schwanger, woraufhin mein Vater und sie heirateten. Wie ich mittlerweile erfahren habe, hat sie ihn gedrängt ihn zu heiraten, da ja das Kind unterwegs sei, und sie nicht wolle, dass dieses Kind auch ohne Vater aufwächst(meine Stiefschwester, die etwa in meinem Alter ist, hat relativ wenig mit ihrem Vater zu tun). Naja das mit der Bedrängung usw. habe ich alles erst in den letzten Monaten erfahren. Wir vermuten heute, dass sich meine Stiefmutter einfach finanziell absichern wollte, da mein Vater nicht schlecht verdient. Jedenfalls ist mein Vater wohl schon betrunken auf der Hochzeit erschienen, was ich damals noch nicht bemerkt habe, war erst 7 ungefähr. Schon seit ca. 10 Jahren,also mit etwa 10, war mir klar, dass die beiden absolut nicht keine glückliche Ehe führen. Obwohl ich meinen Vater mit steigendem Alter(vorher war ich alle 2 Wochen am Wochenende bei ihm) immer seltener besucht habe, habe ich gesehen welcher schroffe Ton bei ihnen herrschte. Ständig beschuldigte sie ihn, dass alles an ihr hängen bleibe und dass sie ihn verlassen würde. Was sie nie machen würde, da sonst ja ihr finanzielles Standbein abbrechen würde. Alles leere Drohungen. Mein Vater ist auch oft etwas pampig, aber das ist einfach seine stofflige Art. Er würde nie jemanden schlecht behandeln. Ist immer auf das Wohl anderer bedacht, will immer dass es der Familie gut geht. Ich konnte mir das einfach nicht ansehen. Habe mich deshalb etwas distanziert, nicht mehr dort geschlafen, aber mich schon min. einmal im Monat telefonisch gemeldet, oder bin spontan vorbei gekommen. Es kamen aber vermehrt Vorwürfe von meiner Stiefmutter und immer der blöde Spruch 'Sieht man dich auch mal wieder', obwohl sie sich nie bei mir gemeldet hat, mein Vater mit den Jahren auch immer seltener. Ich denke, sie wollte seine Vergangenheit und sein restliches Leben von ihm fernhalten. So waren die Urlaube mit mir angeblich immer schrecklich(ja waren sie auch, weil ich mir diese Laune nicht mit ansehen konnte und dem einfach Ausdruck verleihen musste),als ich nicht mehr mit bin, war plötzlich alles schön angeblich. Sie war zwar immer nett zu mir, hat sich auch um Geburtstagsgeschenke etc. für mich gekümmert. Aber es wäre ja auch zu auffällig gewesen zu schlecht über mich zu reden. Ich fand einfach immer, dass sie nicht die Richtige für ihn war. Zu dümmlich, zu primitiv, aber nicht ganz hinten wie vorne. Ich hätte meinem Vater da aber nie reingeredet. Nunja wie ich gestern von meiner Mutter erfahren habe, muss meine Stiefmutter meinen Vater wohl auch hin und wieder geschlagen und getreten haben. Das zu hören war schrecklich für mich.
Um aber so langsam mal auf den Punkt zu kommen.
Vor ca. 2 Jahren war die Beerdigung meiner Uroma(nicht die, die ihn festgekettet hat). Das war der erste Tag, an dem ich eine Veränderung an meinem Vater bemerkt habe. Dass sich aus einem attraktiven schlanken Mann seit der Ehe mit meiner Stiefmutter ein etwas ungeplegter(rein vom Erscheinungsbild) und dickbäuchiger Mann entwickelt hat, habe ich nie mit Alkohol in Verbindung gebracht. Auf jeden Fall habe ich auf der Beerdigung meinen Vater zum ersten Mal so richtig weinen sehen, das ist eigentlich nicht seine Art. Außerdem hat er wirres Zeug geredet, sodass ich schon an meinem eigenen Verstand gezweifelt habe. Er wurde dort aber auch von der Verwandtschaft angesprochen, dass er nicht gut aussehe. Daraufhin habe ich meine Stiefmutter einige Wochen angesprochen, was mit meinem Vater los sei. Er hatte auch des öfteren mit nächtlichen Atemaussetzern und mit Erbrechen zu kämpfen. Ich dachte ja, er habe das Burnout-Syndrom, da er viel zu viel gearbeitet hat. Heute weiß ich, dass er nur so viel gearbeitet hat, weil er Angst hatte heimzugehen. Meine Stiefmutter erzählte mir dann, dass er trinkt. Sie hat die Situation aber komplett verharmlost und auch wenig unternommen. Ich fühlte mich aber auch hilflos, dachte mir, dass das in erster Linie die Aufgabe seiner Frau sei, und mein Vater eh immer sehr empfindlich reagiert, wenn man ihn auf Probleme anspricht. Mir war damals auch noch nicht klar, wie schlimm sein Alkoholproblem ist. Im Januar dieses Jahres erzählte mir mein Vater dann am Telefon, dass er sich von seiner Frau trennen will, was mich sehr glücklich machte. Außerdem sei er schwer verliebt in eine andere Frau, mit der er momentan noch eine Affäre habe(manchmal braucht man auch einfach jemandem neues um sich vom Alten lösen zu können). Und er fragte mich:'Dass ich trinke, weißt du ja, oder?' Er sagte mir, dass ihn seine neue Freundin dabei unterstützen wolle eine Therapie zu machen. Einige Wochen später hat er sich dann wirklich getrennt. Termine für seine Therapie waren auch schon ausgemacht. Leider kam es zu einem Streit mit seiner neuen Freundin, sodass er einfach wieder zu seiner Frau zurück ist, die ihn während der Trennungszeit terrorisiert hat,ihn zurück wollte, aber andererseits überall rumerzählt hat, er sei ein 'Säufer' und dass er die Ehe kaputt gemacht habe. Warum sie ihn zurück will, ist, denke ich, selbst meinem Vater klar. Aber irgendwie schafft er es nicht sich zu lösen. Er liebt meine Stiefmutter nicht, die neue Frau aber schon. Es war also ein ständiges Hin und Her zwischen der neuen und meiner Stiefmutter. Meine Stiefmutter hatte sich natürlich,nachdem sie ihn zurückgewonnen hatte besonders viel Mühe gegeben nett zu ihm zu sein. Alles Schein! Er hatte meiner Stiefmutter zugesichert, sie könne das Haus behalten,und Zugriff auf sein Konto habe sie auch nach wie vor. Aber das schien ihr wohl zu unsicher. Außerdem hat mein Vater seit einigen Jahren noch eine Eigentumswohnung, in der seine Schwiegermutter mietfrei lebt. Mein Vater wollte zuerst, dass sie Miete bezahlt, hat sich dann aber doch dazu breitschlagen lassen, auf die Miete zu verzichten. Er hat also echt alles mit sich machen lassen.
Nachdem er erstmal wieder bei meiner Stiefmutter war, haben meine Mutter,seine neue Freundin und ich ihn abgepasst. Woraufhin er sofort wieder verliebt war, und sich von meiner Stiefmutter erneut lösen konnte(bzw. er war da noch mit ihr zusammen). Deshalb kam er am letzten Samstag auch mit seiner neuen Freundin zu meinem Geburtstag und nicht wie anfangs befürchtet mit meiner Stiefmutter. Als sie erfuhr, dass seine neue Freundin auch auf meinen Geburtstag kommt, hat sie ihm erstmal die Hölle heiß gemacht,und wollte ihm verbieten zu mir zu gehen, hatte aber nicht den Mumm mit ihm herzukommen, so wie es ursprünglich von ihm geplant war. Sie waren also hier(man muss ziemlich viel Treppen steigen zu meiner Wohnung und es war heiß an dem Tag). Er hat einen Kreislaufzusammenbruch gekriegt. Wir haben daraufhin den Notarzt gerufen. Bis dieser hier war ging es meinem Vater wieder besser. Eigentlich hätte mein Vater erst Mitte April einen Termin in der Klinik gehabt( da laut Angaben meine Stiefmutter und seiner Hautärztin, der Hautarzttermin wichtiger sei, als der Entzug!!!). Er hätte vorher schon reingekonnt, hat dies aber abgelehnt, da er sich auf den Hautarzttermin versteift hat. Nunja wir konnten ihn dann doch überreden, sofort in die Klinik zu gehen, er meinte vorher, er hätte an dem Tag nicht viel getrunken, in der Klinik wurden aber 3,0 Promille festgestellt, außerdem hat er auf dem Weg dorthin Blut erbrochen. Es war also höchste Zeit für ihn! Er hätte die Woche sonst wohl nicht überlebt. So deshalb werde ich meinen 20. Geburtstag wohl nie vergessen. Er ist jetzt drin und ändert ständig seine Meinung. Die Entgiftung hat er grob überstanden. Am kommenden Freitag(sein Geburtstag) darf er raus. Das will er auch. Am einen Tag sagt er, er will zumindest in die Tagesklinik gehen, an anderen Tagen sagt er, er müsse wieder arbeiten und will die Klinik schnellstmöglich verlassen. Darauf, dass er jetzt ein paar Monate stationär Therapie macht(was in seinem Fall das einzig richtige wäre),lässt er sich gar nicht ein. Er sagt auch am einen Tag, er würde seine Frau vermissen, am anderen Tag will er ihr maximal ein Jahr geben bis sie sich einen Job und eine neue Bleibe gesucht hat. Meine Stiefschwester und meine Halbschwester behandeln ihn auch wie Dreck. Ich und meine Mutter sind die einzigen aus der Familie, die irgendwie so richtig zu ihm halten. Aber trotzdem kommt er nicht von meiner Stiefmutter los. Seine Augen sind auch schon ganz gelb. Seine BSD ist schwer angegriffen ebenso wie seine Leber(Werte liegen irgendwo im 1000er oder 2000er-Bereich, kenne mich da nicht aus). Ich weiß, dass es wohl sein sicherer Tod ist, sollte er zu meiner Stiefmutter zurückgehen. Er hat übrigens vor kurzem ziemlich viel Geld geerbt und dies ihr dummerweise auch noch erzählt. Ein Grund mehr für sie ihn zurückzuwollen. Schließlich wird er eh nicht mehr lange leben, wenn das so weiter geht, und dann wird sie als Ehefrau einen beträchtlichen Teil davon einstecken.
Ach, ich könnte noch so viel mehr erzählen. Ich habe einfach eine solche Wut auf meine Stiefmutter und mache mir solche Sorgen um meinem Vater. Ich weiß einfach nicht, wie ich weiter vorgehen soll. Anfangs hatte ich den Ernst der Lage nicht begriffen, und bin auch nach außen hin einigermaßen emotionslos an die Sache rangegangen. Aber heute wird mir irgendwie bewusst, wie schlimm das alles ist.
Achja, mein Vater ist übrigens nie aggressiv geworden durch den Alkohol, er ist eher der Typ, der dann innerlich zusammenbricht. Vor der Öffentlichkeit hat er versucht seine Alkoholsucht zu verbergen, er trinkt keinen Alkohol in der Öffentlichkeit. Und trinkt auch so ausschließlich Wodka, was das ganze aber auch nicht wirklich besser macht. Weinen
Das war's dann mal für's erste
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help_less hat zum Thema: Mache mir Sorgen um meinen Vater geschrieben
caro1969
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 01.09.2007
Beiträge: 5934

BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 21:34    Titel: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo help_less!

herzlich willkommen hier bei uns kindern!

jede menge wut auf deine stiefmutter,lese ICH aus deinem post...

ich wünsche DIR hier einen hilfreichen erfahrungsaustausch...

liebe grüsse caro Winken
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caro1969 hat zum Thema: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater geschrieben
help_less
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.04.2009
Beiträge: 6
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 22:02    Titel: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Caro,
ja ich bin auch sehr wütend auf sie. Weißt du, ich dachte die ganzen Jahre über einfach, sie sei nur etwas dümmlich, sie war mir nie sonderlich sympathisch. Aber ich dachte, dass sie nur so mit meinem Vater spricht, weil sie mit sich selbst unzufrieden ist.(Sie hielt es die ganzen Jahre über nicht für nötig zu arbeiten, nur auf 400 Euro Basis um ihr 'Taschengeld' aufzubessern, ist nicht sonderlich hübsch, naja hat im Leben einfach nicht wirklich etwas erreicht)
Doch so nach und nach kristallisiert sich eben heraus, wie sie wirklich ist. Mein Vater hat auch vor einigen Wochen seinen Führerschein verloren. Wir vermuten, dass sie da dahinter steckt. Da die ganze Situation äußert seltsam war. Aber wir sind gerade dabei, das herauszufinden.
Es macht mich einfach traurig, dass mein Vater das nicht erkennen will. Es würde ihm die ganze Sache einfach so erleichtern. Ob seine neue Freundin die Richtige für ihn ist, weiß ich im Moment nicht. Sie hat ihren Vater auch an den Alkohol verloren, ihre Mutter hat ihn dazu getrieben. Außerdem hat sie vor einigen Jahren ein Kind verloren, worüber sie wohl nie hinweg gekommen ist. Ich weiß nicht, ob sie sich einfach an meinen Vater hängt, weil sie das als Aufgabe sieht. Habe sie aber trotz allem sehr ins Herz geschlossen und hoffe, dass das mit den beiden gut geht. Man merkt auch, dass sie ihm wirklich helfen will.
Naja jetzt schreibe ich schon wieder so viel.
Jetzt will ich erstmal Antworten abwarten Smilie
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help_less hat zum Thema: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater geschrieben
caro1969
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 01.09.2007
Beiträge: 5934

BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 22:35    Titel: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

...ja das mach mal Cool

wie geht es DIR eigentlich?

magst mal was über DICH und dein wohlbefinden schreiben..

dein dad,deine stiefmutter,die freundin...sie alle wenden sich nicht an uns...

doch DU bist hier...


zeit genug ist da,um auch mal über DICH zu berichten....

wenn DU magst....

liebe grüsse caro Winken
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caro1969 hat zum Thema: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater geschrieben
help_less
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.04.2009
Beiträge: 6
Alter: 23

BeitragVerfasst am: 11.04.2009, 23:19    Titel: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Wie gesagt, ich begreife erst heute so wirklich. Klar ist die Sache mit dem Alkohol und meinem Vater in den letzten Wochen zu einem nicht unwesentlichen Teil meines Lebens geworden.
Aber arbeite(freiwilliges soziales Jahr) zur Zeit mit verhaltensauffälligen Kindern zusammen(darunter auch viele Alkoholikerkinder), habe außerdem mal ein zweiwöchiges Praktikum in der psychiatrischen Klinik gemacht, in der mein Vater gerade ist, gemacht, jedoch auf einer anderen Station. Vielleicht bin ich deshalb einfach ein wenig abgehärtet. Mache mir auch ein bisschen Sorgen, ob ich nicht ein wenig gefühlskalt bin, obwohl mich das alles natürlich schon beschäftigt. Heute bin ich einfach ein wenig an meine Grenzen gestoßen, weil auf eine erfreuliche Nachricht immer direkt wieder eine unerfreuliche folgt.
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help_less hat zum Thema: Re: Mache mir Sorgen um meinen Vater geschrieben

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