| mein freund macht uns kaputt • Ambulant oder stationär??? |
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Nordlicht sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.04.2009 Beiträge: 4459 Alter: 52 Wohnort: kiel
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Verfasst am: 09.04.2009, 21:21 Titel: die richtige Entscheidung |
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Guten Abend an Alle hier..
ich bin 49 Jahre alt und habe mich vor einem halben Jahr nach 20 Jahren Ehe von meinem Mann getrennt, mein Mann ist alkoholabhängig.
Es hat sehr lange gedauert bis ich das begriffen habe.
Er trinkt nie so viel, dass er wirklich "richtig" betrunken ist, aber er braucht immer einen gewissen Alkoholpegel. Diese Prozess war sehr schleichend, das gemütliche Feierabendbier, der Verteiler nach dem Essen und das Glas Wein, viel beruflicher Stress und langsam, langsam immer mehr.
Ich habe lange gegen diesen ja, Feind gekämpft, den Kampf aber leider verloren.
Nachdem ich ausgezogen bin, dachte ich, ich habe dieses Kapitel abgehackt, leider merke ich immer öfter, wie sehr mich das alles noch wirklich im Griff hat, berührt und ich absolut keinen Abschluss finden kann. Wie schaffe ich es, mich nicht schuldig zu fühlen? Gibt es hier Menschen die ähnliche Erfahrungen haben, sehr gerne würde ich von Euch lernen.
Es gehen mir tausend Gedanken durch den Kopf und mir fallen viele Sachen ein, die ich gern hier loswerden würde
Vielen Dank für`s lesen und ich hoffe auf Eure Antworten...
Gesche |
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| Nordlicht hat zum Thema: die richtige Entscheidung geschrieben
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kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4741 Alter: 53 Wohnort: beiM
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Verfasst am: 09.04.2009, 21:32 Titel: Re: die richtige Entscheidung |
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| gesche hat Folgendes geschrieben: | Es gehen mir tausend Gedanken durch den Kopf und mir fallen viele Sachen ein, die ich gern hier loswerden würde
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Hallo Gesche,
herzlich willkommen hier im Forum. Dann mal Gas, denn hier kannst Du alles los werden.
20 Jahre sind nicht in wenigen Monaten aufgehoben, gib Dir Zeit.
Ich wünsche Dir einen guten Austausch. |
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| kaltblut hat zum Thema: Re: die richtige Entscheidung geschrieben
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Nordlicht sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.04.2009 Beiträge: 4459 Alter: 52 Wohnort: kiel
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Verfasst am: 09.04.2009, 21:57 Titel: Re: die richtige Entscheidung |
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Guten Abend Kaltblut,
vielen Dank für die aufmunternden Worte
Dann gebe ich mal Gas:
Auf der einen Seite bin ich stolz auf mich, das ich es geschafft habe, mich zu trennen, denn das hat mir gezeigt, dass ich mir selber noch etwas Wert bin...dann kommt aber wieder die andere Seite, so kleine Teufel im Ohr, die mir sagen hast Du wirklich alles versucht, alles gegeben um deinem Mann zu erklären, warum es Sch... ist zu trinken, habe ich nie die richtigen Worte gefunden, die ihn erreichen.
War ihm unsere Ehe nie wirklich wichtig?
Wir haben eine lange Zeit eine gute Ehe geführt, das haben wir Beide so empfunden und auch gelebt.
Wir waren stolz auf uns und unsere Beziehung.
Für meinen Mann hat der Alkohol immer schon eine viel größere Rolle gespielt als für mich, aber wer will dann schon immer der "Spielverderber" sein, die nörgelnde Ehefrau die dem hart arbeitenden Mann nicht mal das Feierabendbier gönnt. Wie schon geschrieben wurden es dann leider immer mehr und ich habe mich eine Zeitlang auch daran beteiligt, gutes Essen guter Wein, romantische Abende, gesellige Abende.
Ist alles gut und schön, aber der nächste Tag, die nächsten Tage ohne Alkohol, für mich selbstvständlich, für meinen Mann unmöglich.
Soviel zum Anfang vom Ende.
Gesche |
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| Nordlicht hat zum Thema: Re: die richtige Entscheidung geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 10.04.2009, 07:57 Titel: Re: die richtige Entscheidung |
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Liebe Gesche,
Deine Fragen haben mich in meiner Situation auch lange begleitet. 10 Jahre Freundschaft alles nur Lüge?
Ich für mich habe akzeptiert dass wir beide uns in andere Richtungen entwickelt haben. Ich habe akzeptiert dass für ihn der Genuß von Alkohol Lebensfreude (?) und Wunsch ist, was ich persönlich so nicht nachvollziehen kann.
Mit den Jahren gab es immer mehr Alltagsprobleme weil wir Dinge (aufräumen, einkaufen, Finanzen) anders sahen. Alles Dinge, die ich akzeptieren musste. Auch die Tatsache, dass die von mir einmal gespürte "Liebe" nur noch Gewohnheit war. Wir konnten uns nicht mehr finden ... war es der Alk? War es er oder war es ich???
Meine Aufgabe sah ich erst mal darin überhaupt mich zu finden, denn ich war verloren gegangen und weder optisch, noch gefühlsmässig noch im Alltag diejenige, die ich zuvor war und jetzt wieder beginne zu sein.
Die Zeit, die Kaltblut anspricht, ist ein ganz wichtiger Faktor. Ich brauchte - und brauche noch - zum verarbeiten Zeit und viele Gedanken, aber das ist nicht schlimm. Ich bin gegangen, habe mein Leben aufgebaut und empfinde immer mehr Glück in meinem Leben, da müssen nun eben die Schatten der Vergangenheit auch noch aufgearbeitet werden - um Platz zu lassen für die Sonne der Zukunft. Die Schatten müssen weichen, damit das neue, unbekannte, seinen Raum finden kann.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: die richtige Entscheidung geschrieben
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Nordlicht sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.04.2009 Beiträge: 4459 Alter: 52 Wohnort: kiel
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Verfasst am: 10.04.2009, 10:36 Titel: Re: die richtige Entscheidung |
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Guten Morgen an Alle hier,
vielen Dank, liebe Dagmar für deine hilfreiche Antwort.
Natürlich war nicht alles Lüge, ich denke das gilt auch für Dich?
Lebensfreude? Ja, aber leider nur mit prozentiger Unterstützung....
Ich arbeite daran, zu erkennen, das Zeit für mich ganz wichtig ist, um wieder zu mir Selbst zu finden.
Du schreibst von der Akzeptanz sich in verschiedene Richtungen entwickelt zu haben. Mich hat es völlig hilflos gemacht, seine Entwicklung zu erleben.
Es war unglaublich schwer für mich, mir einzugestehen, dass ich nicht helfen kann. Mein Mann hat seine Abhängigkeit nicht akzeptiert, im Gegenteil ich bin krank und brauche Hilfe.
Vor ca. 5 Jahren habe ich immer wieder starke Nackenverspannungen bekommen, es kamen dann Angszustände und starke Panikattacken hinzu.
Dieses alles hatte viele Arztbesuche zur Folge. Jeder Arzt/Ärztin hat mir dann geraten, nach der Ursache für meine Erkrankung zu forschen.
Genau die Fragen sind es, ist es der Alkohol, ist er es, bin ich es?
Wir haben uns verloren, und gleichzeitig er sich und ich mich.
Ich habe dann eine Reha-Maßnahme gemacht. Mein Mann hat mich dort besucht. Er war eine Stunde dort, völlig hilflos, wie er mir begegnen sollte. Sein Abschiedsatz war: Wenn Du wieder zuhause bist, bist Du wieder normal, oder wir müssen uns trennen.
Als ich wieder zuhause war, habe ich versucht, wieder normal zu sein, und habe dann ganz langsam festgestellt, das nicht ich die Kranke bin, sondern er.
Es folgten drei Jahre harter Kampf um meine Ehe.
Ich bin jetzt froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Aber ich vermissse auch sehr viel, die schöne Zeit die wir mal hatten, mein Zuhause, mein persönliches Umfeld, alles hat sich geändert
Ich hatte einen schönen Garten, in dem ich sehr gerne gearbeitet habe. Gerade an so einem schönen Frühlingstag wie heute.
Dann kommt natürlich auch das Alleinsein hinzu.
Es hilft mir dann meistens wenn ich mir sage, dass ich vorher einsam war und jetzt nur alleine bin.
Es ist unheimlich schwer, die richtigen Worte zu finden, aber das schreiben hilft mir sehr.
Ich hoffe, das ist jetzt nicht alles zu verworren.
Danke für die Unterstützung
Gesche |
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| Nordlicht hat zum Thema: Re: die richtige Entscheidung geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 10.04.2009, 11:47 Titel: Re: die richtige Entscheidung |
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Liebe Gesche,
nichts ist verworren, habe ich den Eindruck. Viele von uns erleb(t)en selbiges wie Du. Zehn oder zwanzig Jahre sind nicht einfach weg - ich kann sie mir zumindest nicht "wegsaufen", also muss ich sie ver- oder bearbeiten, wie Du wohl auch.
Weißt Du Gesche, ich kann nunmehr nicht mehr beurteilen, was oder ob alles oder ein Teil Lüge war. Es spielt in meinem Leben heute keine Rolle mehr - ich hoffe auch, dass es keine Verletzungen gibt in und an mir, unter denen später mal ein anderer Mensch leiden muss. Aber das kann ich noch nicht beurteilen.
Deine Fragen er, der Alk oder Du - die würde ich ganz anders beantworten. Ich würde einfach sagen, die Kombination passt nicht! Jeder Mensch für sich ist o.k., das Konsumgut Alk mag auch o.k. sein (wenn auch nicht für mich) aber in Eurer (meiner) Kombination ging es schief. Nicht mehr und nicht weniger. Schuldfrage unwichtig! Deine Zukunft und Deine Wünsche empfinde ich als wichtig!!!
Ich habe das geniale Glück, meine Wohnsituation und die meiner Katzen genial verbessert zu haben. Ich lebe nun im Grünen und meine Botanik (die auch Dir wichtig ist) kann blühen und grünen. Ich bin ziemlich alleine in meinem Hexenhaus. 50 m weiter lebt der erste Nachbar. Drumherum gibt es ältere leere Häuser, bei einem - gegenüber - wird ein Blockhaus gebaut. Also Menschen da, aber nicht unmittelbar.
Das hat sehr viel zu meinem Glück beigetragen. Jede Pflanze, die erblüht, jedes glückliche Toben der Tiere gibt mir etwas. Vielleicht wäre Dir ein Umzug möglich, auch wenn es ein schlimmer Aufwand ist?
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: die richtige Entscheidung geschrieben
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Nordlicht sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.04.2009 Beiträge: 4459 Alter: 52 Wohnort: kiel
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Verfasst am: 11.04.2009, 19:28 Titel: Re: die richtige Entscheidung |
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Hallo liebe Dagmar,
vielen Dank für deine Sicht der Dinge.
Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, das keine wie auch immer gearteten Verletzungen zurückbleiben, so das Du irgendwann wieder offen bist und auf den Menschen der Dir dann viel bedeutet zugehen kannst.
Meine Wohnsituation ist gut, so dass ein weiterer Umzug, auch aus finanzieller Sicht für mich ersteinmal nicht in Frage kommt.
Ich habe bewusst einen anderen Stadtteil meiner Stadt gewählt, in der Nähe meiner Schwester.
Ich habe richtig Heimweh, nach meinem Leben, so wie es war, bevor der Alkohol oder mein Mann unser Leben über den Haufen geworfen hat
Das ist es auch, was ich ihm ganz persönlich übel nehme, das er nicht erkennt, wie krank er ist und mir die Schuld an allem gibt. Er verweigert mir immer noch jede Aussprache und lehnt jeden Kontakt zu mir ab, weil ich "bekloppt" bin und mich selber verwirklichen will.
Es ist gut für mich, das ich mittlerweile weiß, das nicht ich die Schuldige an dem Trinkverhalten meines Mannes bin, das hat er lange versucht mir einzureden und auch teilweise geschafft.
Es gibt immer noch diese Gedanken, wenn Du dich in dieser oder jenen Situation anders verhalten hättest, wäre er dann vielleicht nicht abhängig geworden.
Mich hat es fast umgehauen, wie sicher viele andere hier auch, den körperlichen Verfall mitzuerleben ohne das er selber darauf reagiert und für sich die Notbremse zieht.
Die Veränderungen im Umgang mit mir, diese Agressivität, nicht körperlich, aber verbal, es stand ein mir völlig fremder Mensch vor mir, den ich 23 Jahre kenne.
Jeder soziale Kontakt ist nach und nach von ihm eingestellt worden. Die Schuld daran gibt er aber nicht sich sondern der Familie, die ihn angeblich nie akzeptiert hat, unseren langjärigen guten Freunden, die sich in der oder jener Sitiuation falsch verhalten haben und es immer noch tun
Sicher kennt der Eine oder der Andere das auch so.
Ich würde mich sehr freuen, zu erfahren, wie dieses Alles von Euch verarbeitet wird und wurde.
Ich wünsche Euch allen ein fröhliches, sonniges Osterfest.
Herzliche Grüße an Dich Dagmar und an Alle hier.
Gesche |
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| Nordlicht hat zum Thema: Re: die richtige Entscheidung geschrieben
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Nicole Gast
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Verfasst am: 11.04.2009, 20:05 Titel: Re: die richtige Entscheidung |
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Hallo Gesche, | Zitat: |
Das ist es auch, was ich ihm ganz persönlich übel nehme, das er nicht erkennt, wie krank er ist und mir die Schuld an allem gibt. Er verweigert mir immer noch jede Aussprache und lehnt jeden Kontakt zu mir ab, weil ich "bekloppt" bin und mich selber verwirklichen will. |
warum ist dir das so wichtig? Was würde es für dich ändern?
Liebe Grüsse
Elocin |
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| Nicole hat zum Thema: Re: die richtige Entscheidung geschrieben
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