| ...tiefes Loch • Wie gewinne ich wieder Vertrauen nach all den Lügen? |
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morgan neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2009 Beiträge: 35 Alter: 32
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Verfasst am: 25.03.2009, 12:47 Titel: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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Lese hier immer nur
- ich ich ich
- ich bin jetzt dran
- ich bin stark
- ich schaffe das
- ich ich ich
Da ich davon ausgehe, dass man da nicht mal eben so hinkommt, und mir mitlesen bei Anderen auch nicht den nötigen Schubs gibt, würde ich mal gerne erfahren wie man von der DER TRINKENDEN PERSON zu SICH findet.
Ist es normal, dass man sich egoistisch und nicht wie sich selbst fühlt anfangs? Wie ging es anderen in der frischen Phase ?
Ich bin seit 2.5Jahren schon vom Trinker getrennt, aber ich habe ihn nie deswegen fallen gelassen, weil ich ihm seine Familie (unser Kind ist 4) immer wieder retten wollte und natürlich er mir auch nicht egal ist... Bis er sich nun gegen uns und fürs Trinken entschieden hat. Die Starre der ersten Tage ist vorbei, aber Mitleid ist immer noch der beherrschende Part.
Irgendwo las ich, dem Co seinen Alki zu nehmen ist wie dem Alki seinen Sprit zu nehmen....
Aber das man Co schon allein dadurch ist, wenn man Partner eines Trinkers ist, und nicht erst dann, wenn man soweit ist, wenn man ihm Alk besorgt/sein Verhalten vertuscht usw ist schon eine bittere Erkenntnis für sich.
morgan
PS:lese schon mal das Buch "Alkoholprobleme"/Volker Riegas - ist ganz gut  |
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| morgan hat zum Thema: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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Lillith67 Gast
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Verfasst am: 25.03.2009, 13:27 Titel: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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Hallo morgan,
genau wie Du stand ich auch da... wie ich? Was meinen die jetzt? Ich soll was für mich tun, mach ich doch!
Ich stecke da zwar auch noch in den Kinderschuhen aber inzwischen klappt es immer besser.
Das Wort "Egoistisch" habe ich mir auf Rat mal in "Eigenliebe" umgewandelt. Hört sich für meine Ohren viel besser an und Egoismus ist auch was ganz anderes.
Es gibt viele Situationen im Alltag wo man etwas für sich tun kann. Für mich war wichtig diese Situation bewust zu machen. Z.B. Ich möchte heute baden. Früher war das halt, ich gehe in die Badewanne und fertig. Heute nehme ich bewust diese Zeit nur für mich. Ich verwöhne mich, nehme einen guten Badezusatz, stelle Kerzen auf, Musik läuft leise nebenher... dieser Moment ist nur für mich, meine Auszeit, ich tue mir gutes.
Weiteres Beispiel, einkaufen. Kasse überfüllt (nerv) sie haben nicht da was ich gerne wollte (nerv) die Olle hinter mir fährt mir in die Hacken (aua, obernerv). Vor dem Einkaufszentrum ein Cafe, hmh, jetzt nen Kaffee, runter kommen (auszeit, auch wenns nur 10 Minuten sind) nur für mich, Leute beobachten, in sich rein grinsen. Diese Zeit wirklich für sich ganz bewust wahr nehmen, meine Zeit, meine Auszeit, das mache ich für mich. Und das hat doch nun wirklich nichts mit Egoismus zu tun, das ist pure Eigenliebe.
Ich hoffe Du kannst meine Erfahrungen etwas nachvollziehen und Dir das beste raus ziehen. Nicht aus Egoismus sondern einfach nur aus Eigenliebe.
LG
Lillith |
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| Lillith67 hat zum Thema: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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Julchen148 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 23.12.2008 Beiträge: 2962
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Verfasst am: 25.03.2009, 13:34 Titel: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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Hallo Morgan
ich bin seit Weihnachten von meinem Mann getrennt, hab auch noch Probleme damit.
Mir hilft am meisten, keinen Kontakt zu ihm zu haben, dann kann ich mich auf mich konzentrieren.
Komme ich doch in Situationen, wo ich Gefahr laufe, mich zu vergessen, dann hilft mir immer der Satz:
Sag ja zu dir, und somit nein zu ihm.
Ich überleg, was ich will, und das mach ich dann.
Schöne Grüße
julchen |
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| Julchen148 hat zum Thema: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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Susanne Gast
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Verfasst am: 25.03.2009, 14:00 Titel: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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Hallo morgan,
| Zitat: | | Ich bin seit 2.5Jahren schon vom Trinker getrennt, aber ich habe ihn nie deswegen fallen gelassen, weil ich ihm seine Familie (unser Kind ist 4) immer wieder retten wollte und natürlich er mir auch nicht egal ist. |
Das ist genau der Knackpunkt. Ich verließ letztes Jahr im Februar das Erstemal meinen Exfreund, um ihn retten zu wollen...nur halbherzig.. Erst, als ich verstand, daß es um mein Leben geht, daß ich mit ihm als mein Suchtmittel nicht umgehen kann, ihn nicht retten kann, sondern in meiner Co-Abhängigkeit nicht aus meiner Suchterkrankung kommen kann, wenn ich ihn nicht fallen lasse, erst dann konnte ich fühlen, daß es um mich geht (etwas, was mein Ex bis heute noch nicht versteht ).
Ich kann heute morgens aufstehen und sagen:Ja, heute stehe ich für mich auf. Das war vorher anders, denn da stand ja er im Mittelpunkt. Wann er kommt, wann er essen wollte, wann er..und so weiter. Heute kann ich für mich entscheiden, wann ich aufstehe, wann ich essen möchte, ob ich allein meine Zeit verbringen möchte oder mit jemand anderes.
Ich konnte das Loslassen meiner Expartner, unter anderem auch den Vater meiner Kinder, erst vor Kurzem realisieren, daß es nicht immer eine Trennung für mich war. Selbst den Vater meiner Kinder vor 10 Jahren verließ ich, um ihm etwas zeigen zu wollen.
Nein morgan, tu es für Dich, weil Du es willst. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt, denn einen süchtigen Menschen durch die Trennung beeinflussen zu wollen, ist a)manipulativ und b) kontraproduktiv Deiner Co-Abhängigkeit gegenüber.
Ich möchte Dir diesen Thread empfehlen, zu lesen. Da geht es zwar darum, ob die *Trockenheit* des Partners die Grundlage der Co-Abhängigkeit entzieht, aber das kannst Du genauso für die Trennung lesen. Genausowenig, wie es für einen Alkoholiker reicht, keinen Alkohol mehr zu trinken, genauswenig reicht es für einen Co-Abhängigen, sich nur zu trennen.
Sich wiederzufinden, bedeutet ganz harte Arbeit an sich. Sich wieder selbst fühlen zu können, bedarf erstmal der Erkenntnis, mich zu betrachten zu können, wie ich funktioniere und warum. Ein Satz, der hier im Forum für uns gern gebraucht wird, ist folgender:*Ein Co-Abhängiger muß erst hinsehen und nicht hinfühlen*. Da unser Gefühl bei den meisten lange Zeit ver-zerrt oder ver-rückt war, nämlich mit dem Hauptaugenmerk auf den kranken Partner, bedarf es erstmal der Aufmerksamkeit auf meine kranken Verhaltensweisen.
Wenn ich es geschafft habe, diese richtig einzuordnen, dann kann ich wieder beginnen, mich selbst zu fühlen. ..Dies gelang mir leider nicht allein, sondern durch ganz viel harte Arbeit an mir hier im Forum(geschützten Bereich) udn einer tiefgründigen Therapie.
Es lohnt sich morgan, diese Arbeit an sich zu machen, um wieder selbstbestimmt das eigene ICH zu leben.
Ich wünsche Dir viel Kraft.
Lieben Gruß
S.Käferchen |
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| Susanne hat zum Thema: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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morgan neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2009 Beiträge: 35 Alter: 32
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Verfasst am: 25.03.2009, 14:06 Titel: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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Danke Euch beiden erstmal. Klingt so gut, aber mein Alltag sieht so aus: um 5 Uhr aufstehen, 7 Uhr Kind zum Kiga, um 8 Uhr Arbeit bis 16 Uhr, losdüsen, 17 Uhr Kind holen, das dann um 21 Uhr erst schläft. Wenn man dann noch 8 Stunden hat bis der Wecker wieder klingelt, hat man einfach keinen Freiraum, auch keine Energie mehr, sondern muss weiter funktionieren. Das führt dann wieder zu Selbstmitleid und Zweifeln "ich muss alles alleine schaffen - schaffe ich das?" und der neidischen Wut "er hat seine Freiheit und keinen Stress", weil er nicht der Gestrafte ist, obwohl er die Familie ruiniert hat. Ein Dilemma.
morgan |
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| morgan hat zum Thema: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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morgan neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2009 Beiträge: 35 Alter: 32
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Verfasst am: 25.03.2009, 14:12 Titel: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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Hallo Käferchen,
Danke auch, aber diesmal habe nicht ich ihn verlassen (wir haben es seit 1,5Jahren wieder mit Beziehung versucht) sondern er sich bewusst für seine vermeintliche Freiheit "ich werde mein Leben lang trinken, das ändere ich nicht, und darum funktioniert unsere Beziehung nicht mehr" entschieden.
Und ich bin entsetzt, verletzt und muss die Hoffnung, die ich ja immer hatte, begraben.
Aber zwei Tage hier lesen und schreiben war schon gut. Wenigstens fühlt man sich nicht so allein.
LG
morgan |
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| morgan hat zum Thema: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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Morgenrot sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.02.2008 Beiträge: 9972 Alter: 52 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 25.03.2009, 14:35 Titel: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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Hallo Morgan,
| Zitat: | | Und ich bin entsetzt, verletzt und muss die Hoffnung, die ich ja immer hatte, begraben. |
Das hat auch mir verdammt weh getan, als ich mich davon verabschieden mußte, meinen Mann "trocken lieben" zu können.
Dabei habe ich gemerkt, das ich mich selbst aufgegeben habe. Ichj mußte ja immer parat stehen, damit es ihm gut ging.
Wir leben noch in einem Haus, aber von einem zusammenleben, kann ich nicht mehr sprechen.
Ich lerne mich immer weiter abzugrenzen von ihm, ich will mein Leben selbst beeinflussen, und es nicht mehr vom jeweiligen Alkoholpegel meines Mannes abhängig machen.
Ich habe keine Chance gegen den Alkohol. Nur er alleine kann sich diese Chance geben, etwas dagegen zu unternehmen.
Meine Chance ist es zu erkennen, wie tief ich ich drin hänge, wie sehr mein Leben davon bestimmt wurde, und weiter auf meinem Weg zu bleiben.
lg Lämmchen |
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| Morgenrot hat zum Thema: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 25.03.2009, 14:37 Titel: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH |
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| morgan hat Folgendes geschrieben: | | ....aber mein Alltag sieht so aus: um 5 Uhr aufstehen, 7 Uhr Kind zum Kiga, um 8 Uhr Arbeit bis 16 Uhr, losdüsen, 17 Uhr Kind holen, das dann um 21 Uhr erst schläft. Wenn man dann noch 8 Stunden hat bis der Wecker wieder klingelt, hat man einfach keinen Freiraum, auch keine Energie mehr, sondern muss weiter funktionieren. Das führt dann wieder zu Selbstmitleid und Zweifeln "ich muss alles alleine schaffen - schaffe ich das?" und der neidischen Wut "er hat seine Freiheit und keinen Stress", weil er nicht der Gestrafte ist, obwohl er die Familie ruiniert hat. Ein Dilemma. |
Hallo morgan,
mein Sohn ist längst erwachsen. Aber ich kann mich an die Zeit gut erinnern, als er noch Kleinkind und noch nicht einmal in Kindergarten war. Die Tage von allein erziehenden Müttern gleichen sich schließlich. Trotzdem habe ich mich nie als bestraft gesehen, denn ich hatte mich ganz bewusst für mein Kind entschieden und ebenso dazu, mich von seinem Vater zu trennen. Es waren also beides meine eigenen Entscheidungen, deren Konsequenzen ich zu tragen hatte. Die Zeit, dass jemand anderer für mich die Konsequenzen und auch die Verantwortung trug, sind schon sehr, sehr lange vorbei. Wir alle sind erwachsene Menschen und keine Opfer anderer Menschen, egal ob Alki oder nicht. Es nützt nichts, den Fokus darauf zu richten, was wir alles nicht tun können, wenn wir Kind und Haushalt zu versorgen haben und auch noch berufstätig sind. Viel hilfreicher war es für mich immer, das Hauptaugenmerk darauf zu richten, was in meinem Leben positiv ist. Und das ist, gerade mit einem Kind, ziemlich viel.
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: Fragen zum Suchen und Finden des ICH geschrieben
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