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Risiko - Risikominimierung

 
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Autor Nachricht
Karsten
Administrator
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Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45998
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 23.03.2009, 08:46    Titel: Risiko - Risikominimierung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

als trockener Alkoholiker bin ich mir bewußt, Risiken, die meine Nüchternheit gefährden können, auszuschließen oder zu minimieren.
Wie weit geht diese Risikominimierung?
Dieses Wort beinhaltet ja ein gewisses Restrisiko, also irgendwo ein Kompromiss, aber Kompromisse zur eigenen Nüchternheit sind sehr oft der Grund für einen Rückfall.
Ich benutze das Wort Risikominimierung sehr oft, obwohl ich versuche ein Leben ohne Kompromisse zu führen.
Eigentlich ein Wiederspruch in sich, wenn man doch 100%ig für sich sorgen möchte und eher jedes Risiko ausschließen möchte.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Risiko - Risikominimierung geschrieben
Gänger
Gast






BeitragVerfasst am: 23.03.2009, 10:03    Titel: Re: Risiko - Risikominimierung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

für mich ist dieses Wort eines der Schlagwörter, wonach ich meine Trockenheit ausrichte. Meines Verständnisses nach, erklärt es sich auch von selbst. Ich minimiere das Risiko eines Rückfalls, so weit es mir möglich ist.
Das heißt für mich u.a, alle Hilfsmöglichkeiten, an mir zu arbeiten anzunehmen, auch wenn sie auf den ersten Blick wenig sinnvoll erscheinen. In diesem Fall spreche ich von meiner anderthalbjährigen Therapie, deren Inhalt ich oft nicht wirklich verstand, aber trotzdem beendete. Denn ich wusste, dass sie mir keinesfalls schadet und mir besten Falls hilft, mein Leben positiv zu verändern.
Auch in alltäglichen Dingen ist die Risikominimierung anwendbar. So setze ich mich keinem Umfeld aus, in dem vordergründig Alkohol getrunken wird. Ich denke zwar nicht, dass ich dadurch rückfällig werden würde, aber ich bin mir der Gefahr bewusst, dass es in solch einem Umfeld schneller zu einem Rückfall kommen kann, als wenn ich dieses meide.
Ich kaufe keine Flaschen mehr, welche Bierflaschen ähnlich sind. Ich esse keine Lebensmittel von denen ich vermute, dass sie Alkohol enthalten könnten. Selbst das Zocken eines bestimmten Spiels lasse ich sein, weil ich merkte, dass es Erinnerungen erweckt. Diese Liste lässt sich noch umfangreich erweitern.
Ich tue diese Dinge ohne einen Verzicht dabei zu empfinden, denn als Belohnung empfinde ich keinen Saufdruck und ich bin der festen Überzeugung, dass es genau daran liegt. Davon abgesehen interessieren mich diese Dinge auch einfach nicht mehr.
Nun könnte man argumentieren, dass es unmöglich ist den Alkohl aus seinem Leben komplett zu verbannen. Dem stimme ich sogar zu, schließlich muss ich einkaufen gehen und ich kann auch nicht verhindern, dass am Nebentisch im Raustaurant Alkohol getrunken wird. Deswegen heißt es ja auch "Risikominimierung" und nicht "Risikoausschluss", oder sonst wie.
Wo genau das Minimum, dass ich bereit bin anzunehmen bei einem beginnt, liegt meiner Meinung nach, in eigener Verantwortung.

VG
Oliver
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Gänger hat zum Thema: Re: Risiko - Risikominimierung geschrieben
Ghiuirgean
Gast






BeitragVerfasst am: 23.03.2009, 21:35    Titel: Re: Risiko - Risikominimierung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Allo

Das ist eines von den Themen, mit denen ich immer wieder auf taube
Ohren stoß'. Naja, vielleicht bin ich wirklich extrem streng, was meine
Krankheit betrifft. Ich schreib' extra nicht "zu streng", da ich für meinen
Geschmack eben nicht übertreib'.

Zunächst begrenz' ich das Risiko des Rückfalls als solchen.
- Meine Wohnung ist alkoholfrei, und ich laß' nicht mal jemanden mit 'ner
Fahne rein). Dieser Ort ist der wichtigste auf der Welt. Sollt' ich dort mal
rückfällig werden, muß ich umziehen, da dann die Hemmschwelle weg ist.
- Ich wohn' ich einer anderen Gegend, weit weg von meiner ehemaligen
Saufumgebung. OK, ich bin in der selben Stadt geblieben - Hamburg ist
groß.
- Ich kauf' keinen Alkohol ("Bringst Du mir ... mit?"), ich öffne keine Bier-,
Sekt- oder Weinflaschen, ich faß' kein Behältnis an, das Alkohol enthält.
- Ich glaub' nicht an alkoholfreie Biere, Weine oder ähnliches.
- Ich meide Veranstaltungen, deren Ziel es ist (wenn vielleicht auch nur
hintergründig), sich zu besaufen.
- Ich meide meine alten Saufplätze und die entsprechenden "Kumpel".
- Ich les' die Inhaltsangaben auf Lebensmittelpackungen.

- Ich les' und schreib' hier in diesem wunderbaren Forum.
- Ich mach' Entspannungsübungen um Streß zu begegnen.
- Ich sprech' an, was mich bewegt, um keinen Druck aufzubauen.
- Ich registrier', wenn es mir nicht gut geht. Ich sprech' es an.
- Ich sorg' dafür, daß es mir gut geht.
- Ich registrier', wenn es mir gut geht. Ich sprech' es an.

An dieser Stelle beend' ich mal die (lange nicht vollständige) Liste. Vieles
von dem, was da steht ist mir in Fleisch und blut übergegangen (Training
halt). Manches mach' ich noch sehr bewußt (die letzten 3 beispielsweise).
Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich einen Rückfall auf Dauer wirklich
verhindern kann. Deshalb leg' ich mehr Wert auf das zweite Standbein,
nämlich: Wie kann ich verhindern, daß ich rückfällig bleib', falls ich denn
rückfällig werd'.
- Ich hab' mir ein riesiges soziales Netz aufgebaut. Alle, wirklich ALLE, die
mich kennen, wissen, daß ich trockener Alkoholiker bin.
- Und ich erzähl' allen, wie ich mich verhalten würd', wenn ich rückfällig
wär', daß in dem Fall jede Äußerung oder Handlung von mir, die nicht auf
eine sofortige stationäre Entgiftung zielt, hanebüchener Unfug ist.
Wie zum Beispiel: "Ich geh' morgen früh, ganz bestimmt, ich schwör'!"

Waahh! Dabei wollt' ich nur kurz was dazu schreiben...

Lieben Gruß
Jürgen
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Ghiuirgean hat zum Thema: Re: Risiko - Risikominimierung geschrieben
Hermann 65
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 159

BeitragVerfasst am: 24.03.2009, 10:05    Titel: Re: Risiko - Risikominimierung Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich persönlich kann mit dem Begriff Risikominimierung
nicht viel anfangen. Den das würde ja für mich bedeuten,
wenn ich nicht sämtliche Risiken minimiere, rückfällig zu werden. Ein vielleicht unsichtbares Hintertürchen...!??

Für mich regelt "Schritt 1" das wahrscheinlich. Die
bedingungslose Kapitulation dem Alkohol gegenüber.
Und je gründlicher ich, so denke ich, diese Kapitulation gemacht habe, desto besser für mich. Somit weiß ich, daß der Alkohol zwar überall auftauchen kann, aber für mich kommt er eben nicht in Frage.

Auch Kapitulieren ist erlernbar und wenn ich weiß, der Alkohol ist verschlagen, trügerisch und mächtig, dann weiß ich schon sehr viel,
zumindest genug um die Kapitulation daraus folgend sehr gerne gemacht zu haben.

Der Prozess ist nur, daß ich im Laufe der Zeit nicht vergessen will, warum ich kapituliert habe.

Gruß Hermann
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Hermann 65 hat zum Thema: Re: Risiko - Risikominimierung geschrieben

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