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Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.?

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Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 25.03.2009, 08:31    Titel: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo pensamentos,

ich möchte Dir auch jetzt mal als Co-Abhängige antworten.

Das Du Angst hast, daß sich wieder alles um ihn dreht, kann ich gut verstehen. Erst dreht sich alles um ihn, als er trank, dann, wenn der Partner trocken zu werden scheint, dreht sich auch vieles um ihn. Das Du da nicht mehr mitziehen willst, kann ich verstehen, denn es erging mir mit meinem Exfreund auch so. Der Wunsch, daß er jetzt auch mal für Dich da ist, ist auch völlig nachvollziehbar, aber dazu kann ich Dir nur sagen, daß dies sehr schwer ist.

Nach einem Entzug und Therapie beginnt ja erst die eigentliche Arbeit an sich. In dieser Zeit ist es doch umso wichtiger , daß auch wir als Partnerinnen die Zeit für uns nutzen. Bei mir war dies auch die Zeit, in der mir klar wurde, daß ich mit diesem Menschen keine Zukunft mehr haben möchte, weil nämlich keine Vertrauensbasis da war.

Du schreibst:
Zitat:
Dreh und Angelpunkt ist jetzt seine Krankheit, wenn er sich mit dieser nicht intensiv auseinandersetzt, wird er es sicher auch nicht schaffen...

Ja, aber nicht nur für ihn. Diesen Satz kannst Du genauso auf DICH beziehen.
Es geht dabei auch um Deine Gesundheit, denn auch die Co-Abhängigkeit ist eine Suchterkrankung, die Deiner vollen Aufmerksamkeit bedarf.Lies doch noch einmal dazu die Grundbausteine

Nun einmal zu dem, was Hartmut schrieb:
Zitat:
Ein alkoholfreies Umfeld kann für einen trockenen Alkoholiker überlebenswichtig sein und ist keine Ansichtsache, von jemand der nicht süchtig ist oder die Sucht des Alkoholikers nicht versteht.


Natürlich bedeutet dies nicht, daß Du Dich weiterhin komplett den Bedürfnissen eines Alkoholikers an Deiner Seite beugen mußt. Aber...

In dem Moment, indem ich mich entscheide, an der Seite meines Freundes/Mannes zu bleiben, den Lebensweg mit einem trockenen Alkoholiker gehen möchte, muß mir klar sein, daß kein alkoholfreies Umfeld meines kranken Partners, den Tod bedeuten könnte, denn jeder Rückfall kann den Tod einläuten.
Du hast doch die freie Wahl, Dich zu entscheiden, ob du das möchtest und kannst oder eben auch nicht! Darin liegt doch Deine Verantwortung, Dir über Deine Bedürfnisse im Klaren zu sein.

Ich habe mich entschieden, keinen Alkohol mehr in meinem Leben zu dulden, selbst keinen mehr zu trinken, denn auch ich habe genug Alkohol fliessen sehen, als daß ich diesem noch zugeneigt wäre. Die Alkoholkrankheit betrifft in einer Partnerschaft nunmal alle, es heißt nicht umsonst, es ist eine Familienkrankheit! Jeder, in dieser Partnerschaft hat die Wahl, ob er so leben möchte.

Keiner will Dir hier sagen, was Du zu tun und zu lassen hast. Nein, angelehnt an Deine Themenüberschrift, schreiben Dir hier Alkoholiker und Co-Abhängige, die Erfahrungen gemacht haben und sich entschieden haben, ein *trockenes* Leben zu leben.
Zitat:
Ich habe HIER übrigens gelesen, dass es für den Partner eines trockenen Alkis auch nicht empfehlenswert ist, dass er sich KOMPLETT den Bedürfnissen des Partners rund um seine Trockenheit unterordnet! Man gibt sich nämlich auch ein Stück selbst damit auf.


Ich habe mit meiner Entscheidung keineswegs das Gefühl, mich selbst aufzugeben, sondern vielmehr etwas dazuzugewinnen. Ich durfte mich frei entscheiden, ob ich alkoholfrei an der Seite meines Partners bleibe oder nicht. Und das ist nämlich das, was wir als Co-Abhängige wieder erlernen müssen: Uns und unsere Bedürfnisse in den eigenen Mittelpunkt zu stellen und eine Entscheidung für uns zu treffen! Ich habe es nicht bereut, ein alkoholfreies Leben an der Seite eines *trockenen* Alkoholikers zu führen.

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Vielleicht kannst Du ja in Deinem anderen Thread über die generelle Vertrauensfähigkeit noch ein bißchen mehr schreiben.

Lieben Gruß

S.Käferchen
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Susanne hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? geschrieben
Thelma
Gast






BeitragVerfasst am: 25.03.2009, 12:26    Titel: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Pensamentos,

mein Mann ist zur Zeit auf LZT, wir haben erst kürzlich über dieses Thema gesprochen, als wir telefonierten.
Er sagte, er hätte kein Problem damit, wenn ich zu einem guten Essen im Restaurant einen Wein trinken würde, ich hätte ja schließlich kein Problem mit Alkohol.
Und er könne sich schließlich nicht für immer zu hause einigeln, um ja keiner Situation mehr ausgeliefert zu sein, in der Alkoholk konsumiert wird.

ABER:

Tatsache ist, dass ICH damit ein Problem hätte!
Nie und nimmer würde ich im Beisein meines Mannes oder überhaupt zuhause Alkohol trinken.
Dieses Zeug hat mir hat mir 13 Jahre lang das Leben zur Hölle gemacht!
Ich kann dem nichts, aber auch garnichts Positives mehr abgewinnen.
Ich will ihn nicht schmecken, nicht riechen.
Ich habe mich dafür entschieden, mit einem (hoffentlich) trockenen Alkoholiker zusammenzubleiben, aus freien Stücken.
Dafür verzichte ich gerne auf Alkohol.

Ich kann schon nachvollziehen, dass Du keine Lust mehr hast, auf Deinen Partner Rücksicht zu nehmen. Zulange warst Du mit Ihm beschäftigt, warst abhänig von seinem Zustand usw.

Das Leben an der Seite unseres trockenen Partners wird vielleicht nicht einfach, aber bewusster und klarer!!!

Wir werden behutsam miteinander umgehen, denn auch ich habe ein Suchtgedächtnis und reagiere in der ein oder anderen Situation vielleicht völlig falsch.
Er hat ja auch die Wahl, zu sagen:
Ich gehe, weil meine Frau ist ja immer noch co-abhängig.
Wir werden beide ein Leben lang auf uns achtgeben müssen.
Gegenseitige Rücksichtnahme, aber auch gesunder Egoismus werden auf unserem gemeinsamen Weg immer wichtig sein.

Wir haben die Chance, uns zusammen weiterzuentwickeln.
Ist das nicht großartig?

Warum soll ich diese Chance, die wir uns beide geben wollen, mit einem Glas Wein gefährden?

Never ever.

Liebe Grüße,

Thelma
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Thelma hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? geschrieben
chiemseefischer
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BeitragVerfasst am: 25.03.2009, 13:04    Titel: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Thelma,

...besser hätte das jetzt meine Frau auch nicht schreiben können.

@pensamentos:
Das wollte ich ausdrücken, als ich schrieb, daß ich deine Einstellung nicht verstehen kann. Wie kann sich jemand tatsächlich schwer damit tun, auf Alkohol zu "verzichten", wenn er an der Seite eines Alkoholikers gelebt hat?

Wohlgemerkt: Ich verstehe deine Situation und kann diese auch gut nachvollziehen, aber nicht deine Meinung dazu.

Schöne Grüsse
chiemseefischer
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chiemseefischer hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? geschrieben
pensamentos
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 22.03.2009
Beiträge: 20
Alter: 37

BeitragVerfasst am: 25.03.2009, 21:39    Titel: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,

@Thelma:
Ich habe großen Reskekt vor Dir, dass Du nach 13 nassen Jahren!! Dich weiterhin dazu entschlossen hast, mit Deinem Mann zusammenzubleiben. Woher hast Du die Energie genommen, so lange mit einem nassen Alk. zusammen zu leben? Bist du nicht auch in die Co-Abhängigkeit gefallen? Wie lebt ihr heute zusammen? Hast Du nicht Angst davor, dass alles wieder von vorne beginnt??Gab es in seiner nassen Zeit auch körperliche Gewalt zwischen Euch? Bei mir war es nämlich so, und ich kann das schlecht alles einfach so verdrängen, das schwingt wohl ein Leben lang mit..

@Käferchen:

Entscheidungen zu treffen ist und war immer ein sehr großes Problem von mir. Meine Partnerschaften zogen sich manchmal Jahre lang hin, weil ich es einfach nicht geschafft habe, mich zu trennen. Oft aus Angst vor dem Alleinsein, Verlustängste. Er konntn mir noch so schaden, ich habe es immer nur ein paar Wochen ohne ihn ausgehalten und dann war wieder die Euphorie da und wenig später wieder die Realität.

Deswegen quäle ich mich jetzt auch so mit der Entscheidung rum, verlasse ich ihn oder nicht? Gefühle sind eigentlich schon noch da, aber immer überdeckt von den negativen Erfahrungen und dem generellen Vertrauensverlust während seiner nassen Zeit. Was für mich auch sehr schlimm war: er hat sich oft Freunden, Kumpels und sogar seiner Familie gegenüber , die übrigens auch sehr viel trinken, illoyal verhalten. Er hat schlecht über mich geredet, obwohl ich jetzt im Endeffekt die einzige bin, die noch zu ihm hält und vor allem, die ihn versteht.

Ich werde demnächst eine Therapie anfangen und hoffe, das ich da ein wenig Unterstützung finde..abr ich weiss schon, die Entscheidungn muss ich alleine fällen..

Mal noch eine andere Fragen an Euch trockenene:
Seine Eltern trinken sehr viel, für mich sind Sie auch Alkoholiker, würdet ihr da empfehlen, den Kontakt zu den Eltern abzubrechen??Ist wahrscheinlich hilfreich, oder? Eine zu grosse Gefahr..

Oh, ja ..gerade ertappt bei meiner Co-Abhängigkeit..mach wir wieder nur Gedanken um ihn...

Das braucht zeit, bis ich wieder gesunde und endlich eine Entscheidung..

Einen schönen Abend noch...

Eure pensamentos
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pensamentos hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? geschrieben
Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 26.03.2009, 06:59    Titel: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo pensamentos,
Zitat:
Mal noch eine andere Fragen an Euch trockenene:
Seine Eltern trinken sehr viel, für mich sind Sie auch Alkoholiker, würdet ihr da empfehlen, den Kontakt zu den Eltern abzubrechen??Ist wahrscheinlich hilfreich, oder? Eine zu grosse Gefahr..


Wer soll/will den Kontakt zu seinen Eltern abbrechen??

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? geschrieben
Thelma
Gast






BeitragVerfasst am: 26.03.2009, 12:22    Titel: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Pensamentos,
ich hab Dir auf Deine Fragen in deinem thread im Co-Bereich geantwortet.

Mir ist noch ein Satz von Dir ins Auge gesprungen:

Zitat:
Euphorie da und wenig später wieder die Realität.


Das kenne ich von mir all zu gut.
Aber ich hab jetzt nach vielen Bruchlandungen endlich kapiert, dass nach dem Höhenflug "Euphorie" immer der Fall folgte.
Spontanität und Euphorie waren immer meine "Stärken", die ich gelebt habe, auf die ich stolz war und immer wieder bin ich auf die Schnauze gefallen. Ich hab einen hohen Preis bezahlt.
Besonnenheit, Denken-dann-handeln, auf die Alarmsignale in mir hören, auf mich achten und nicht kopflos in den nächsten Wahnsinn schlittern, einer Faszination nicht gleich sabbernd verfallen, alles Dinge, die ich jetzt lerne.

Alles Gute,

Thelma
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Thelma hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? geschrieben
Natsch
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.03.2009
Beiträge: 17
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 26.03.2009, 15:24    Titel: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

chiemseefischer hat Folgendes geschrieben:
Servus pensamentos,

wie lange kennst du deinen Freund schon? Wie viele Jahre musstest du seinen Suff ertragen?

Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand, der an der Seite eines Alkoholikers leben musste, ernsthaft ein Problem damit hat, auf Alk in Gegenwart des Alkis zu verzichten?

Mein Frau hat an meiner Seite hautnah erlebt, was der Alkohol mit einem Menschen anrichtet. Schritt für Schritt fange ich an zu begreifen, was ich ihr und meiner Familie angetan habe. Sie hat noch vor mir angefangen, den Alkohol dafür zu hassen.

Schöne Grüsse
chiemseefischer


Welch wahre Worte....ich hasse ihn seit schon lange und habe erst seit 1nem Jahr und 8 Monaten mit ihm zu tun....
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Natsch hat zum Thema: Re: Wie verhalte ich mich als Partnerin eines trockenen A.? geschrieben

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