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Runter von der einsamen Insel

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Schokolette
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 19.03.2009
Beiträge: 32
Alter: 45

BeitragVerfasst am: 19.03.2009, 22:45    Titel: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

lese hier schon sei einiger Zeit mit und habe feststellen können,
dass ich ja nicht wirklich alleine bin, sondern es noch einer Menge anderer Menschen genauso geht wie mir.
Irgendwann in den ganzen Jahren - und davon habe ich nunmehr als genug hinter mir- war ich so dermassen isoliert durch das Problem seiner Süchte, dass ich irgendwie dachte ich wäre allein mit solch einem Problem.
Eben wie auf einer einsamen Insel mit wenigen Mitbewohnern.

Mein Mann hat getrunken als wir uns kennenlernten, dass steigerte sich dann, irgendwann war es dann soweit das ich ihm die sprichwörtliche Pistole auf die Brust setzte und er sich um sein Problem kümmerte.
Tja, vielleicht war nicht nur unsere erste Tochter ein Argument sondern auch der verlorene Führerschein. In jedem Fall trank er dann nicht mehr und das zwischen uns lief auch wieder besser.

Leider hat er dann wieder begonnen, wohl zuerst mit Haschisch, dann wohl auch Speed und eben Alkohol.
Wie sich das alles wann und wie entwickelte weiß ich nicht, da er mit mir nie drüber gesprochen hat.

Im letzten Jahr hat sich dann alles so sehr verschlechtert, dass meine grosse Tochter dann schulisch total absackte und an einem Abend dann alles eskalierte.
An diesem Abend beschloss er dann das er was ändern müsse und sich um eine Therapie bemühen wolle.
Drohungen wie Scheidung oder so etwas hatten da keinen Effekt gehabt.

Tja, ich kürze es mal ab, weitere Details schriebe ich sicherlich noch in den kommenden Wochen, denke dazu wird es eine Menge Anlässe geben.

Nun ist er in der Entgiftung und ich bin ganz erschrocken und verwundert:
Ich vermisse ihn nicht. auch gestern als ich ihn mit den Kindern besuchte kam dann kein Gefühl von Freude auf.
Das verwirrt mich jetzt sehr, denn bei mir kommt natürlich die Frage auf ob das jetzt nur ein Gefühl des Moments ist oder ob ich da abgeschlossen habe und ich die Beziehung innerlich schon als beendet erklärt habe.
Über meinem Kopf schwebt nun ein riesiges Fragezeichen.

So, das mußte ich erst einmal schreiben, vielleicht könnt ihr ja etwas hinzu schreiben.
Meine Geschichte mit ihm schreibe ich noch nieder, im Moment wollte ich einfach dieses Gefühlschaos los werden.

LG,
Erika
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Schokolette hat zum Thema: Runter von der einsamen Insel geschrieben
Doro
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2009
Beiträge: 2520
Alter: 41
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 19.03.2009, 22:54    Titel: Re: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Erika,

"Schokolette", das klingt echt gut. Lachen

Erstmal willkommen.

Ich hab mich von meinem Mann nach einem schlimmen Rückfall getrennt.
Und ich vermisse ihn in dem Sinne auch nicht, aber nun ist er wirklich auch nicht im vermissenswerten Zustand.

Aber was du erzählst, erinnert mich an Folgendes:
Wenn ich an meine ganze Beziehung mit ihm zurückdenke, war es eigentlich immer so, ob nass oder trocken, dass ich irgendwie immer enttäuscht war, wenn wir uns eine Weile nicht gesehen hatten und uns dann wiedergesehen haben. Wenn er weg war, haben wir unheimlich oft telefoniert und dann habe ich ihn auch vermisste, d.h. er hat ja auch die Erinnerung an ihn ständig wach gehalten. Aber wenn wir uns dann wiedergesehen haben, wars eigentlich immer irgendwie zuerst komisch. Jedenfalls erinnere ich mich an viele Begegnungen, wo ich dann erstmal enttäuscht war und es erstmal nicht schön war, ihn wiederzusehen.
Komisch, oder?
So, als ob man die ganze Zeit unpassende Schuhe trägt und es immer erst merkt, wenn man ne Zeitlang barfuß läuft und es dann weh tut, wenn man sie wieder anzieht und man sich dann wieder dran gewöhnt?
Hab ich vielleicht durch den Abstand überhaupt erst die Möglichkeit bekommen, ihn so zu sehen, wie er wirklich ist und nicht so, wie ich glaubte, wie er ist?
Ich weiß nicht.

Ich weiß auch nicht, ob das mit deinem Fall wirklich vergleichbar ist.

Und während ich das schreibe, bekomme ich schon wieder ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber, dass ich so gemeine Sachen schreibe.

Liebe Grüße
Doro
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Doro hat zum Thema: Re: Runter von der einsamen Insel geschrieben
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 20.03.2009, 08:03    Titel: Re: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Schokolette hat Folgendes geschrieben:


Nun ist er in der Entgiftung und ich bin ganz erschrocken und verwundert:
Ich vermisse ihn nicht. auch gestern als ich ihn mit den Kindern besuchte kam dann kein Gefühl von Freude auf.
Das verwirrt mich jetzt sehr, denn bei mir kommt natürlich die Frage auf ob das jetzt nur ein Gefühl des Moments ist oder ob ich da abgeschlossen habe und ich die Beziehung innerlich schon als beendet erklärt habe.
Über meinem Kopf schwebt nun ein riesiges Fragezeichen.


Hallo Erika,

herzlich willkommen hier im Forum, das dir helfen kann, seine Krankheit und vor allem dich selbst besser zu verstehen.

Das, was du oben schreibst, kenne ich auch aus der Zeit, als ich mit meinem abhängigen Partner lebte. Ich denke, es ist ganz normal, dass jemand, der in der Familie für Unruhe, Stress und Aufregung sorgt, erst einmal nicht vermisst wird. Zumal du dir ja nun auch keine Sorgen mehr machen musst, ob er trinkt oder sonst irgend etwas anstellt. Für mich stellte sich zu dem Zeitpunkt noch lange nicht die Frage, ob dieses nicht Vermissen auf eine abgeschlossene Beziehung hindeutete. Für mich entsprang dieses Empfinden rein der Ruhe, die plötzlich in mein Leben eingekehrt war.

LG
Ette
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Ette hat zum Thema: Re: Runter von der einsamen Insel geschrieben
Zoe42
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 19.03.2009
Beiträge: 39

BeitragVerfasst am: 20.03.2009, 08:29    Titel: Re: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hi, bin auch in der Situation , mein mann steht vor dem (ersten) Entzug , ich spüre dass ich ihn noch sehr gern habe, wie es ist, wenn er im KH ist weiß ich auch nicht.

vlt schafft dann die räumliche Distanz auch die innere distanz zu ihm, ich kann mir mom ein leben ohne ihn nicht vorstellen, weiß aber auch, dass wenn es so weiter geht, ich früher oder später daran kaputt gehe. Unser Sohn leidet auch schon seit jahren mit, obwohl ich versuche viel zu kompensieren, aber das zehrt unheimlich an den Kräften. Ständig auszugleichen, einzuebnen...

mich würde mal generell interessieren, was der unmittelbare Auslöser war / ist sich vom partner endgültig zu trennen.
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Zoe42 hat zum Thema: Re: Runter von der einsamen Insel geschrieben
Schokolette
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.03.2009
Beiträge: 32
Alter: 45

BeitragVerfasst am: 22.03.2009, 22:53    Titel: Re: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So Ihr Lieben,

leider hatte ich durch diverse Termine gar keine Zeit gefunden richtig zu antworten, wäre immer nur alles zwischen Tür und Angel gewesen; somit also heute. Smilie

Habe ihn heute mit den Kindern besucht und nun ist er auch seit gestern medikamentenfrei. Auch heute stellte sich keine wirklich Wiedersehensfreude ein, auch wenn ich mich für ihn freue, dass er endlich sein Problem angeht und ich ihm wünsche, dass er es schafft.
Er scheint mir derzeit sehr zuversichtlich und ist auch in dem Krnakenhaus sehr zufrieden. Er ist Patientensprecher und man kann merken, dass er darauf stolz ist:".. jetzt läuft das auch alles rund..."
Na ja, kommen bei mir dann schon solche Gedanken auf, dass er in den vergangenen Jahren alles gut auf mich abegelegt hat und ich dummerweise auch meinte, ich müsse jede Lücke stopfen und jede Aufgabe übernehmen.
Einfach auf den Punkt gebracht wohl die Frage:
Warum hat das denn in all den Jahren zwischen uns so nicht geklappt, das er einsah, was mit ihm los war und das wir uns alle gewünscht habe, dass es bei uns rund läuft?
Aber diese Gedanken kommen nun mal auf, denke nicht unnormal- oder?

Es könnte gut hinkommen, dass ich derzeit einfach dieses Vermissen-Gefühl nicht habe, weil ich eben diese Zeit mit ihm nicht vermisse. Es war ja nun wirklich fernab von Hollywood und schönem partnerschaftlichen Leben. Finanzen, Beziehung, Kinder etc.- alles war ja aus dem Lot geraten und ich habe mein Leben mit dem reaparieren der diversen Lecks verbracht.
Solche Sachen wie nachts wachliegen und sich sorgen, wo man sich dann wundert, dass der Mann dann sagt:"... also ich habe gut geschlafen, ich schlafe einfach ein.."
Bin ja auch in dieser Zeit immer mehr in dieses Loch gestürzt, dass ich einfach keine Lust zu nichts mehr hatte, egal ob hier im Haushalt etwas zu erledigen, was über das übliche hinaus ging oder weggehen oder oder...
Es war einfach alles zuviel, auch Kleinigkeiten, weil ich kein Ende sah bei diesem Aufgabenberg. Dazu versuchen, dass es den Kindern trotz der Situation gut geht und all das was wir "lieb-dummen" Cos so denken tun zu müssen und uns auflegen als Aufgabe.
Ich als Superwoman- nur wurde der Anzug doch für eine Fantasie-Figur geschaffen und paßt mir so gar nicht Winken

Wo er nun weg ist, ist Ruhe eingekehrt, die uns allen gut tut und sehr erholsam ist. An den ersten Abenden bin ich zusammen gezuckt, wenn meine Katzenbande mal Geräusche macht, weil ich das sofort mit ihm verband: Kommt er nach Hause- was macht er da gerade im Wohnzimmer etc... Bis mein Kopf mal klargestellt hat, dass er doch weg ist und das auch wirklich bei mir angekommen ist.

Bei unserem Treffen heute war es dann leider so, dass er wohl im Moment einfach in seiner Welt lebt: Krankenhaus, was dort passiert, was er so an Sport macht und über seine Gefühle kein Wort.
Was die Kinder oder ich erzählten hat er nur kurz wahrgenommen, keine Details nachgefragt oder etwas dazu gesagt. Keine Ahnung warum das so ist, denke aber das ist einfach kein Teil seiner Welt im Moment.
Nett das wir da waren, aber auch gut, dass es nur eine Stunde ist.

Die Kleine wollte sich an ihn kuscheln, dass wollte er aber gar nicht und sagte, dass er das im Moment nicht haben könne.
Habe dazu nichts gesagt um keinen Streit vom Zaun zubrechen oder ihn in Erklärungsnot zu bringen. Denke er sollte selber einen Weg finden für sich.
Die Kleine hat sich dann von ihm weggesetzt und mir zu Hause dann gesagt, dass der Besuch gut war aber sie traurig und entäuscht, dass Papa sie nicht kuscheln wollte.
Was ich dazu sagen soll, weiß ich leider im Moment absolut nicht.
Auch die Grosse meinte heute, dass er sich ja nicht für ihre Sachen interessiere, hm...

Wie gesagt, ich denke er lebt derzeit in seiner Welt, dass wirkt auch am Telefon so, wo er von den Therapiegesprächen oder so gar nichts erzählt und uns drei jeweils höchstens 3 Minuten am Telefon hat und dann auflegt. Ubsere Dinge aus dem Alltag sind für ihn dann auch nur wenige Worte wert und dann ist das Gespräch auch schon wieder beendet.

Ihr seht mich also sehr fragend.
Morgen soll sich dann wohl entscheiden, wann es zur LZT gehen soll.
Ich hoffe, das geht im schnellen Anschluss zur Entgiftung, denn mir graut es davor, dass er zurückkommt und die gerade wiederkehrende Ruhe dann wieder zerstört ist.
Das alles wirkt derzeit wie eine unendliche Warteschleife auf mich.
Das er jetzt im Entzug ist, ist ja auch nur so passiert, dass er nicht noch weiter abstürzt und die Zeit bis zum Therapieplatz gefüllt sein sollte.
Geplant war ja Termin zu LZT steht fest, dann Entzug und dann in die LZT.
Jetzt wurde der Entzug als eine Art Lückenfüller vorgezogen. Damit ist nicht klar wie lange es nun bis zum Therapieplatz dauert.

So, danke Euch einfach mal fürs Lesen,
hoffe es liest sich nicht zu verwirrend,
Erika
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Schokolette hat zum Thema: Re: Runter von der einsamen Insel geschrieben
Doro
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2009
Beiträge: 2520
Alter: 41
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 22.03.2009, 23:12    Titel: Re: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Erika,

vielleicht solltest du deine Wahrnehmungen ruhig ernst nehmen.
Nicht in dem Sinne, dass daraus gleich Konsequenzen folgen oder so, aber auch nicht zu schnell wegerklären (Er lebt in seiner Welt jetzt.)

Mir fällt ein:
Mein jetziger Mann, nachdem er trocken wurde und wir wieder zusammengekommen waren. Wir saßen bei meinen Eltern, die entsetzt waren darüber, dass ich wieder mit ihm zusammen war. Er erzählte, wie er sich nun seine bzw. unserer Zukunft vorstellte. Meine Mama meinte hinterher zu mir, er habe nur von sich erzählt, ich sei gar nicht vorgekommen. Ich war damals gekränkt, dachte, sie wollte überhaupt nicht sehen, wie toll er sich verändert hatte.
Heute, Jahre später, denke ich: Sie hatte wahrscheinlich Recht. Sie hat da etwas gesehen, was ich nicht wahrnehmen wollte. Er hat tatsächlich während der ganzen Jahre meine Bedürfnisse ziemlich wenig gewichtet. Es drehte sich immer um ihn, seine Entwicklung, seine Erfolge.

Thema Kinder:
Auch da haben Leute von außen oft bemerkt, dass er sich seltsam benimmt gegenüber den Kindern. Ich hab ihn nach außen immer verteidigt. Aber eigentlich war es wirklich äußerst lieblos, was er sich geleistet hat.
Vielleicht sind Männer da auch generell ein bisschen anders, was die Kinder angeht.

ALso, ich hab mich - während ich mit ihm zusammen war - nie getraut, mir einzugestehen, wie verrückt vieles gelaufen ist und wie schlecht.
Und ich rede von seiner trockenen Phase.

Ich will dir auch nichts einreden, aber doch einen Denkanstoß geben.

Liebe Grüße
Doro
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Doro hat zum Thema: Re: Runter von der einsamen Insel geschrieben
Schokolette
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.03.2009
Beiträge: 32
Alter: 45

BeitragVerfasst am: 23.03.2009, 01:43    Titel: Re: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Doro,

denke in jedem Fall täusche ich mich wohl nicht, wenn ich denke, dass er derzeit in seiner Welt lebt. Fiel halt schon sehr auf, dass er im Gespräch zum Beispiel der Kleinen sagte:"-- ach, Du fängst jetzt an Fussball zu spielen, das finde ich aber mal schön..." aber das auch alles war was dazu kam. Nichts nachgefragt, wie das da so läuft und so. Fand ich schon schade, weil die Kinder ja nun auch was zu erzählen haben und auch wollen.

Ich verstehe ja schon, dass er da jetzt den Kopf schon sehr voll hat mit seiner Geschichte, aber irgendwie fehlt mir dabei der sichtbare Platz für uns als Familie mit ihrer Geschichte und ihrem Alltag.
Weiß ja nicht, ob das normal ist, vielleicht ist es das ja zum jetzigen Zeitpunkt auch und ich bin da nur zu erwartungsvoll. Kann ja gut sein.
Oder seine Erkenntnis, dass der Entzug erst einmal gar nicht so wild war, hat ihn jetzt so sehr überrascht und euphorisiert, dass er da einfach nichts anderes wahrnehmen kann zur Zeit.

Ich weiß, dass man ihm gesagt hat, dass er nun mal ganz egoistisch sein und nur an sich denken soll in der nächsten Zeit, also Entzug und LZT.
Aber ob damit auch so ein Verhalten gemeint ist, da bin ich mir nicht sicher. Na ja, vielleicht auch wirklich nur etwas temporäres bei ihm.

Wie weit er meine Wünsche und Bedürfnisse sieht und beachtet und das auch in Zukunft, da habe ich meine Zweifel zur Zeit. Hatte da schon in den vergangenen Monaten so meine Diskussionen mit ihm. Unteranderem hatte ich für mich in der Zeit seiner LZT 3-5 Tage Urlaub geplant ohne die Kinder zu Freunden, die er nicht kennt.
Das wurde dann ein grosses Diskussionsthema, nach seiner Meinung wäre das unverschämt, solle die Kinder mitnehmen und eigentlich könne ich das ja nach seiner Therapie machen. Meine Anmerkung, dass ich das für mich tun will, bügelte er platt:"... ich kann ja nicht dafür dass du lange nichts für Dich gemacht hast, so als Co-Abhängige, hat dich ja niemand gezwungen..."
Hat er recht, gezwungen hat mich niemand, aber ich fand das sehr verletzend.
Und ich habe meine Zweifel, dass ich das nach seiner Therpie machen könnte, denn dann, würde ich mal meinen, wäre es wohl ein bischen arg heftig, wenn er nach Hause käme und ich dann relativ zeitnah einfach mal "verschwinden" würde und er allein wäre mit allem.
Fand eigentlich die Idee besser, Luft zu holen, wo es er nicht da ist und er auch nicht im Alltag stehen muß mit allem.

Also, wie Du siehst, ich habe da schon meine Gründe um zu bezweifeln, dass er mich mit meinen Wünschen wahrnimmt.
Tja, oder ist das alles ohne Drogen und Alkohol und nach der Therapie dann auf einmal alles ok? Winken

Liebe Grüsse,
Erika
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Schokolette hat zum Thema: Re: Runter von der einsamen Insel geschrieben
Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 23.03.2009, 07:08    Titel: Re: Runter von der einsamen Insel Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Erika,
und willkommen!

Ich schreibe dir jetzt mal aus meiner Sicht,aus Sicht eines trockenen Alkoholikers.

Du schreibst:
Zitat:
Und ich habe meine Zweifel, dass ich das nach seiner Therpie machen könnte, denn dann, würde ich mal meinen, wäre es wohl ein bischen arg heftig, wenn er nach Hause käme und ich dann relativ zeitnah einfach mal "verschwinden" würde und er allein wäre mit allem.
Fand eigentlich die Idee besser, Luft zu holen, wo es er nicht da ist und er auch nicht im Alltag stehen muß mit allem.


Was wäre denn da heftig??
Wie oft standst Du vor allem alleine wenn er gesoffen hat??

Wenn er wirklich den trockenen Weg nach seiner LZT weitergeht wird er sich zwangsläufig verändern,und Du wirst nicht wissen,wie Du mit seinen Veränderungen klarkommen wirst!!

Aber was ist mit deinen Veränderungen??

Du nimmst hier schon wieder in den von mir zitierten Rücksicht auf Ihn,aber keinesfalls auf Dich,wenn Du dich verändern willst,musst Du schon selbst tätig werden,ohne Rücksicht auf dessen was er will und denkt!

Du bist einzig und allein für dich und dein Leben verantwortlich und nicht für seines!!

Bei Dir fängt es an,und dort hört es auch auf!!

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Re: Runter von der einsamen Insel geschrieben

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