| heute Abend in ARD 21:45 • Internetsperren |
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Paolo sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.12.2006 Beiträge: 2849
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Verfasst am: 12.03.2009, 19:09 Titel: Re: Amoklauf |
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Kein Kind darf heute mehr Kind sein, kein
Jugendlicher mehr Jugendlicher. Alle werden
auf Perfektion und Funktion getrimmt.
Wehe dem, der aus dem Raster fällt.
Mobbing und Verachtung ist die Antwort.
Kein Wunder das so mancher bei diesem
Wettlauf auf der Strecke bleibt und seiner
angestauten Wut explosionsartig freien Lauf
lässt.
Nie war die Einsamkeit, Anonymität und Sprachlosigkeit
so groß wie heutzutage.
Paolo |
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| Paolo hat zum Thema: Re: Amoklauf geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14423 Alter: 46
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Verfasst am: 16.03.2009, 21:09 Titel: Re: Amoklauf |
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Hallo.
Es wurde immer mal gesagt, der Täter hätte wahllos um sich geschossen, das hat er aber erst, als er auf der Flucht war.
In der Schule hat er gezielt in die Köpfe von Mädchen und Frauen (Lehrerinnen) geschossen.
19 Opfer gab es in der Schule, davon sind 12 gestorben. Von diesen 19 Opfern waren 18 weiblich. Es gab in der Schule nur ein männliches Opfer, ein ausländisches Kind.
Seit längerem, schon vor diesem Amoklauf, wird diskutiert, daß Jungen zu tickenden Zeitbomben werden können, da sie in unserem System durch die Lücken fallen. Gemeint ist damit, daß eine allgemeine Tendenz zur Verrohung zu beobachten ist durch Gewaltverherrlichung, Abstumpfung und der Kombination von Se x und Gewalt. Es fehlt zunehmend an emotionaler Intelligenz, Empathie und Mitleidsfähigkeit.
Dazu kommt, daß Jungen von frühester Kindheit an ohne männliche Vorbilder aufwachsen. Abwesende Väter auf der einen Seite und Mütter, Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen auf der anderen Seite ist für viele Jungen Normalzustand.
Das macht was mit Jungen. Jungen werden weder zu einer gesunden, lebendigen Männlichkeit begleitet, von Männern wohlgemerkt, noch wird Jugendlichen allgemein Menschlichkeit als Basis menschlichen, gesellschaftlichen und familiären Miteinanders vermittelt.
Ich beschreibe hier Tendenzen. Das mag individuell ganz anders, besser aussehen.
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Amoklauf geschrieben
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SunsideOfLife neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.05.2007 Beiträge: 348 Alter: 41
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Verfasst am: 20.03.2009, 01:21 Titel: Re: Amoklauf |
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an der berufsschule meiner nichte hat sich auch ein trittbrettfahrer einen ganz üblen scherz erlaubt und einen amoklauf angekündigt.
sie konnte vor lauter angst nicht in die schule gehen heute, obwohl sich alles aufgeklärt hat.
was geht bloß in den köpfen dieser jugendlichen vor?
meine kindheit war auch von angst, ohnmacht und viel trauer geprägt.
in der zeit meiner trinkerei, habe ich meine kinder nie wirklich wahrgenommen.
jetzt weiß ich, was wirklich wichtig ist.
sie brauchen ganz viel liebe und sie müssen ernst genommen werden.
auch wenn wir durch unsere erfahrungen wissen, das das eine oder andere in unseren augen "kinderkram" zu sein scheint, kann ich nur jedem sagen, das für die kurzen, die ihre erfahrungen noch sammeln müssen, unsere unterstützung wichtig ist.
es ist schön zu sehen, das ich meine kinder jetzt viel besser kennengelernt habe. das wir uns immer wieder sagen, das unser zuhause ihre burg ist, wo sie sicher sind und geliebt werden.
es gibt für mich nichts schöneres, wenn meine kids sagen..."mama, wir haben dich soooooo lieb.
kein materieller wert kann die liebe der eltern ersetzen.
sun |
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lobanshee Gast
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Verfasst am: 22.03.2009, 08:42 Titel: Re: Amoklauf |
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Hallo SunsideofLive,
es ist erschreckend, was dort geschehen ist. Wie groß ist der Kummer jetzt in so vielen Familien und wieviel Schmerz war in Tim, nur diesen Weg als Ausweg zu sehen.
Wie wichtig es ist, Kinder in Liebe und Geborgenheit groß werden zu lassen, zeigt folgendes:
Ab dem 3. Monat im Mutterleib beginnt das Kind Emotionen zu fühlen, es fänt an, zu empfinden. Nach 9 Monaten und bis zum 7. Lebensjahr sind sage und schreibe 85% der Emotionen absolut prägend für das gesamte weitere Leben. Diese Emotionen durchlebt das Kind bis zum 12. Lebensjahr, ab der Pupertät und wieder bis zum 19. Lebensjahr in unterschiedlichen Phasen. Es fängt an, zu rebellieren, will oftmals ausbrechen, beginnt Ängste oder Erfolge zu entwicklen. Bis zu diesen Lebensabschnitten weiß die heranwachsende Person nichts von Emotionsdeutung, es legt sich vieles selbst zurecht, denn das Hinhören für den einzelnen ist heute sehr schwierig geworden.
So können sich einige gut entwickeln, einige gehen falsche Wege, wenn ihnen nicht geholfen werden kann, denn sie sind nicht in der Lage, Fragen zu stellen, die sie selbst nicht formulieren können.
All das, was Du und ich heute an Emotionen besitzen, erleben wir jeden Tag wieder in unterschiedlichsten Formen. Man kann daran arbeiten, ich kann von ihnen profitieren, ich musste aber erst eine schwere Krise durchmachen, um genau hier anzusetzen.
Das alles wissen weder wir Eltern, noch die Kinder. Im Prinzip gehen wir völlig ungebildet in die Verantwortung gegenüber einem Kind und formen mehr nach Intuition und der eigenen Lebenssituation.
Und hinzu kommt dann noch das Umfeld der Kinder, welches gerade in den ersten wichtigen Lebensphasen zusätzlich formt. Somit entsteht ein Ganzes im Guten wie im Schlechten!
Lobanshee |
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| lobanshee hat zum Thema: Re: Amoklauf geschrieben
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Sonnenblume sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.01.2009 Beiträge: 7268
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Verfasst am: 22.03.2009, 09:59 Titel: Re: Amoklauf |
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Hallo Lobanshee,
Danke für diesen überaus guten Beitrag zum Thema !
lg Wish |
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