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mein Weg hierhin

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Tumi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beiträge: 27
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 18:24    Titel: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

natürlich möchte ich mich gern vorstellen, denn ich habe mich ja hier angemeldet, um endlich vom Alk los zu kommen.
Habe hier schon einige Zeit unangemeldet gelesen und so viele Erzählungen gefunden, wo ich ein paar mal gedacht habe „hey, das kann doch nicht sein? Warum kommt mir das alles mehr als bekannt vor?“

Das ich Alki bin, weiss ich bewusst schon einige Jahre und ich habe auch kein Problem damit, es meinem inneren sozialen Kreis und anderen Alkis gegenüber zuzugeben. Eine AA Gruppe hatte ich mehr oder weniger regelmässig bereits besucht, aber hier fühle ich mich viel besser aufgehoben. Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass mir es bei den AA aus 2 Gründen nie so richtig weitergeholfen hat:
Zum einen: der Grundsatz, dass einfach nur zugehört wird, aber kaum ein Dialog stattfindet. Zumindest in „meiner“ Gruppe war es so.
Andererseits: ich fühlte mich dort wie der Einäugige unter den Blinden. Alle waren deutlich älter und meiner Meinung bereits viel härter getroffen von den Problemen mit Alk. Auch vom sozialen Status war das eine ganz andere Welt. Ich konnte mich da einfach nie richtig wieder finden.

Ok, jetzt aber erst einmal: wie / warum bin ich hier hergekommen?
Ich trinke seit 20 Jahren. Anfangs war es das „normale“ saufen am Wochenende und gelegentlich auch unter der Woche. Wenn ich allerdings heute drauf zurückblicke, war ich schon die wilde Zeit des „Erwachsen-werdens“ in einer Gruppe immer der, welcher am längsten und überall mitgesoffen hat und am Ende immer der Letzte gewesen ist. Da war das noch cool und man war als harter Kerl angesehen. Während der Sturm und Drang Phase war „Party“ machen Pflicht und normal, da habe ich mir noch gar keine Gedanken um die Gefahren des Saufens gemacht.

Die letzten 10 Jahre hat sich das irgendwie schleichend geändert. Der größte Unterscheid ist wohl das „sich alleine besaufen“. Zudem die Abstände, dass man sich deutlich öfter Alk „genehmigt“.
Zugespitzt haben sich die Probleme innerhalb der letzten 3 Jahre. Wahrscheinlich sage ich das jetzt, weil ich da jemanden kennengelernt habe, den ich vor etwa 2 Wochen verloren habe. Er hatte einfach keine Wahl mehr und musste sich von mir trennen. Wahrscheinlich war das auch gut so, denn sonst würde ich heute nicht wirklich mit dem Alk Schluss machen wollen und versuchen, mein Leben zu retten. Wo ich schon „unser“ Leben verloren habe.

Nachdem ich diesen jenigen kennengelernt hatte, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis er mitbekommt, dass bei mir mit dem Alk was nicht stimmt. Den ersten richtig heftigen Knall durch Suff gabs schon nachdem wir uns paar Monate Jahr kannten. Ich muss dazu sagen, dass ich zu dem Typ Säufer gehöre, der durch Alk nicht aggressiv sondern ruhig, locker, fröhlich (meiner Meinung nach) und harmoniebedürftig wird. In Gesellschaft ist das alles noch für das Umfeld zu ertragen – die merken ja nichts richtig davon, weil irgendwann entweder jeder selber besoffen ist (und die meisten ja vor mir die Segel streichen) oder die Nüchternen schon nach Hause sind. Wenn man dann aber mit dem Partner alleine ist und der einem aus dem Weg gehen will; dann wird es sehr kritisch.
So auch bei dem ersten Knall, den ich anfangs angedeutet habe. Ich habe da im Suff nicht das bekommen, was ich wollte und wurde zum Terroristen; keine direkte Gewalt, aber wohl Androhung und „Psycho-Aktionen“.
2 Tage später nachdem ich wieder nüchtern gewesen bin, tat mir das selbstverständlich alles total leid. So ein Mist, das durfte nie wieder passieren. Erstaunlich finde ich bis heute, dass es sich sogar so in mein Gehirn eingebrannt hat, dass es so schlimm auch nie wieder passiert ist. Vollsuffs gab es natürlich weiterhin regelmässig. Ich habe natürlich nicht aufgehört (konnte es ja nicht) nur immer wieder mein Verhalten so geschickt angepasst, damit ich den Partner nicht verliere. Und wenn ich mal wieder „ein Stück zu weit“ gegangen bin, ließ sich alles irgendwie wieder retten. Als Alki ist man ja Profi im Überzeugen und Versprechungen machen. Oh man, ich könnte heulen, wenn ich da jetzt dran denke.

Vor einem halben Jahr jedenfalls gab es aufgrund einer Trennung wieder einen extremen Vollsuff bei mir. Ich bekam natürlich wieder eine Chance. Es gab ein Treffen im Rahmen der Familie, wo ich deutlich und offen gesagt habe, was los ist und das ich Alki bin und das ich was dagegen tun will. Ich glaube so wirklich verstanden (ernst genommen?) wurde ich nicht.

Jedenfalls habe ich mal wieder versucht, mich am Riemen zu reissen. AA besuchen wollte ich nicht (war ja der Einäugige unter den Blinden) und als ich die Alkproblematik mal bei einem Arzt angesprochen hatte, fühlte ich mich da auch mal alles andere als ernst genommen. Ok, ich dachte mir, kein Problem, das schaffste diesmal allein
.
In der Partnerschaft lief es zwischenzeitlich für mich leider in gewissen Dingen recht unzufriedenstellend und es gab eine Entscheidung zu fällen, der ich mich momentan noch nicht stellen wollte.

Also warum nicht hin und wieder wenigstens mal kontrolliert ein bisschen was trinken um die Probleme zu vergessen? Kann schon nicht so schlimm sein, und wenn ich den Wodka immer schön mit dem bekannten Energiegetränk mische, riecht keiner was. Natürlich auch geheim trinken: das fällt dann schon keinem auf. Und wenn es auffällt? Ach, halb so wild, war ja nicht „Vollsuff“ – nur, weil ich so einen stressigen Tag hatte. Deshalb bekomme ich ja noch rechtzeitig eine Ermahnung.

Gut, also habe ich dann immer schön heimlich meinen 0,2 Wodka mit „Anti-Geruchs-Beimischung“ getrunken bevor es in die Wohnung ging. Und da es ja nie Probleme gab, bin ich die letzten Monate dann auch „mutig“ genug gewesen, den zweiten 0,2er in der Wohnung heimlich nachzulegen.
Fazit: vor 12 Tagen hat mein Partner mir gesagt, dass es sehr wohl aufgefallen ist. Er hat sich getrennt und jetzt jemand anderen.

Ich hoffe nun, dass dieser Auslöser mir genug Kraft gibt, mein Leben zu ändern.
Nichts trinken klappt bisher gut und ich versuche mit Arbeit, Sport und organisierter Struktur meinen Tagesablauf sinnvoll zu halten.

Beim Arzt bin ich heute gewesen.

Heute will und werde ich nichts trinken.
Und morgen mit diesem Vorsatz genauso starten.
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Tumi hat zum Thema: mein Weg hierhin geschrieben
Andi
Gast






BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 18:35    Titel: Re: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tumi,
dann sage ich Dir mal herzlich willkommen hier bei uns im Forum,das sich als eigenständige SHG versteht die 24 Stunden erreichbar ist.

Gruß Andi
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Andi hat zum Thema: Re: mein Weg hierhin geschrieben
Tumi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beiträge: 27
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 19:01    Titel: Re: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

danke, Andi,
das ist gut zu wissen.

Gruss
Tumi
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Tumi hat zum Thema: Re: mein Weg hierhin geschrieben
zerfreila
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 01.01.2009
Beiträge: 9813
Alter: 54
Wohnort: Deutschland

BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 19:22    Titel: Re: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tumi,

danke für Deinen ausführlichen und offenen Vorstellungsbeitrag und herzlich willkommen im Forum. Ich habe noch einige Anmerkungen und Fragen an Dich, aber da werde ich später nochmal drauf zurückkommen. Komme erst einmal hier in Ruhe an.

Ich hatte auch vor meiner Anmeldung hier vorher schon lange Zeit nur gelesen. Das Forum ist mir bis heute eine große Hilfe.

LG zerfreila
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zerfreila hat zum Thema: Re: mein Weg hierhin geschrieben
Tumi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beiträge: 27
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 19:35    Titel: Re: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zerfreila,

dir auch "danke" für den Willkommens-Gruss.

Ja klar, Fragen immer sehr gern. Bin doch für einen Austausch hier.

Schön zu hören, wie vielen das Forum hier hilft.

Gruss
Tumi
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Tumi hat zum Thema: Re: mein Weg hierhin geschrieben
kawi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 29.06.2008
Beiträge: 2991
Alter: 40
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 21:04    Titel: Re: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tumi,

schön dass Du hier bist.

Wie war Dein Tag heute?

LG die kawi
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kawi hat zum Thema: Re: mein Weg hierhin geschrieben
Tumi
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 10.03.2009
Beiträge: 27
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 21:22    Titel: Re: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kawi,

freu mich sehr über deine Frage.
Bin auch sehr froh, hier zu sein.

Tja, wie war der Tag? Gut, emotional aufwühlend (wohl normal), hoffnungsvoll.
Glaube, ich hatte grad Entzugserscheinungen. Habe dann was gegessen und lenke mich nun am Rechner ab. Jetzt geht auch wieder besser.

Hatte ein sehr eindringliches und offenes "Gespräch" mit dem ex-partner. Das nimmt mich jetzt grad noch ein wenig mit. Habe mich da ehrlich zu allem geäussert und gesagt, dass es mir - weil ich mich in einer sehr offenen mail gemeldet habe -nicht um ein "zurückgewinnen" geht, sondern ich durch den Verlust bedingt mein Leben ändern werde.
Bestimmt gehe ich hier da beizeiten noch mal genauer drauf ein, fällt mir grad schwer, ist/war auch alles sehr komplex.
Aber ich glaube, das tat uns jetzt beiden sehr gut.
Zumal der ex-partner sich sehr schuldig gefühlt hat, dass ich soviel getrunken habe. Aus dem Grund habe ich mich eigentlich auch nur gemeldet, weil ich nicht nur diese Befürchtung hatte, sondern das wohl auch im Suff immer wieder versucht habe einzureden.

Oh je, ist das alles viel momentan.

Hinzu kommt noch die Angst vor dem Tag, wo ich mal wieder meine
"ach, jetzt habe ich es geschafft, ...ich bin geheilt"
Das wird wieder ein schwerer Tag. Dieser Tag an dem man "geprüft" wird.
Hoffe, ich bestehe.
Wenn nicht, gehe ich in die stationäre Entwöhnung.

Mir fällt es noch so wahnsinnig schwer, mir ein Leben ohne Ex vorzustellen. in diesem Moment bin ich echt am Ende.
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Tumi hat zum Thema: Re: mein Weg hierhin geschrieben
kawi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 29.06.2008
Beiträge: 2991
Alter: 40
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 10.03.2009, 21:50    Titel: Re: mein Weg hierhin Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Tumi,

dann wars heute ja aufregend.

Leider bin ich als Alkoholikerin nie geheilt, aber ich habe es wenn trocken lebe, geschafft diese Kranheit zum Stillstand zu bringen.

Nur leider reicht es nicht, einfach nur nicht zu trinken.

LG die kawi
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kawi hat zum Thema: Re: mein Weg hierhin geschrieben

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