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@ Harry 54

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Samsara
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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BeitragVerfasst am: 11.01.2010, 15:14    Titel: Re: @ Harry 54 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Harry,

Schön, mal wieder von Dir zu lesen - danke für Deinen tiefgründigen Beitrag.

Ich wünsche Dir, dass Du auch in diesem Jahr Kraftquellen für Dich findest, die Dein Fundament weiter stärken - einen wachsamen Blick für die kleinen Dinge am Wegesrand hast Du ja Sehr glücklich

Alles Gute wünscht
Schattenspringerin
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Samsara hat zum Thema: Re: @ Harry 54 geschrieben
Harry_54
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 22.10.2008
Beiträge: 217
Alter: 57

BeitragVerfasst am: 10.03.2010, 16:21    Titel: Re: @ Harry 54 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Worte…
geschrieben, gesprochen, gedacht
sind sie mehr als nur Buchstaben, Laute, Silben……….
Meine Worte dazu

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei …………
Diese Worte stehen zu Beginn eines Buches das wir im Abendland die Bibel nennen. Wir werden es nie in Erfahrung bringen wie oft dieses Buch von der Hand eines Menschen berührt wurde um einen heiligen Eid darauf zu schwören. Ein Gelöbnis deren die Worte oft nicht wert waren.

Im Anfang war das Wort….
So steht es geschrieben. Als der Schöpfer den Mensch schuf gab er im eine Stimme zum Reden und Ohren zum Hören.

Oft vermisse ich heute diese Stimmen der Menschen? Oft gehen die Menschen wortlos aneinander vorbei. Selten hört man einen freundlichen Gruß. Oft sieht man Paare wortlos zusammensitzen weil sie das miteinander Reden verlernt haben. Kinder und Jugendliche können sich besser mit ihren PC unterhalten als mit Ihren Eltern. Politiker können stundenlang reden ohne ein Wort gesagt zu haben und wundern sich dass kein Mensch ihr Wort versteht?
Ich mache keine Ausnahme. Wo fand ich in meinem Leben Worte als ich dringend Hilfe brauchte? Gerade als die Zeit kam wo meine Kräfte nachließen und mein außer Kontrolle geratener Alkoholkonsum die Schlinge um meinen Hals immer fester zuzog? Mein Mund blieb stumm. War es aus Scham sein Leben nicht mehr im Griff zu haben, war es aus Angst versagt zu haben, Angst vor der Wahrheit krank zu sein, zu Bekennen vieles im Leben erreicht zu haben nur eines nicht, ein Leben in Frieden zu führen. Ein freies zufriedenes Leben zu führen ohne den ständigen Kampf seine Süchte und Zwänge unter Kontrolle zu halten. Am Ende doch zu merken dass alles Bemühen zwecklos war und ich lautlos unterging wie dieser Fels in der Brandung wie ich letzt beschrieb.
Wenn ich aber mal Worte fand waren es Ausreden, Ausflüchte, das nicht Sein wollen, wieso Arzt, ich weiß es doch besser wie es mir geht, was mir gut tut. Ich war der geborene Meister im Schönreden wie Heute nicht, Morgen vielleicht, aber Übermorgen bestimmt. So verstrich bei mir eine wortlose, kostbare Zeit und erst als meine Lebensuhr stehen geblieben wahr, als keine Maske keine Schauspielerei mein Gesicht mehr verdecken konnten kam endlich die erlösende Worte der Offenbarung über meine Lippen.
Ich durfte damals niemandem die Schuld geben, wenn das Spiel mit dem Feuer schiefgegangen wäre. Wer mit dem Leben spielt kann sein Leben leicht verlieren. Ein Russisches Roulette mit nur einer leeren Kammer ist kein Spiel es endet meist tödlich.
Panik über das Vergangene bekomme ich nicht mehr, es ist für mich abgehakt aber nicht vergessen.
Mit den Erfahrungen was gestern für mich nicht gut war und mit dem Wissen von heute nimmt mir die Angst vor dem Morgen?

Hören
Sind sie mehr als nur ein Schall, eine Schwingung…..

Nur was bringen dem Mensch Worte wenn er das Gehör abschaltet. Waren meine Ohren taub auf die vielen warnenden Worte, Worte der Bitte der Frage, Worte der Hilfe die mir angeboten wurden, Worte der Aufmunterung wenn ich mutlos war, des Trostes wenn ich traurig war? Oder stellte ich mich ganz einfach taub gerade dann wenn es um das Tabuthema Alkohol ging? Wieso kam ich einfach nicht aus diesem Teufelskreis heraus?

War es Lebensangst, Frust? Wie einfach ist es erst einmal mit dem Glas in der Hand Probleme aus dem Weg zu gehen? Aber sie kommen wieder, oft mit doppelter Wucht, manchmal schleichend, manchmal wie ein Blitz aus heiterem Himmel.

War es bei mir Überheblichkeit? Selbstüberschätzung über den Worten zu stehen um dann nachher zu merken je mehr du über den Worten schwebst umso tiefer fällst du auf die Schnauze. Wäre ich rechtzeitig von diesem hohem Ross herabgestiegen und hätte mich den Ärzten anvertraut wäre mir ein dunkler Weg durch ein langes tiefes Tal erspart geblieben.

War es Dummheit? Dummsein heißt nichts zu wissen. Taub sein heißt nicht hören was andere sagen. Kein Problem ist es mit beiden Händen die Ohren zuzuhalten um bestimmte Worte fernzuhalten die man nicht hören will. Dummheit war es bei mir nicht, denn ich hatte zwei Augen im Kopf mit denen ich sehen konnte. Und ich sah sehr viel in meinem Leben. Auf jedem Fall soviel, dass ich mich nicht hinter meiner Dummheit verstecken konnte. Mehr wie einmal musste ich mich von Freunden, Verwandten und Bekannten trennen die ihrer Süchten erlegen waren. In meinen Gedanken höre ich so manche Worte von Kameraden. Worte die sie selber mir gegenüber nie aussprachen. Damals habe ich diese stillen Worte im Gegensatz zu heute nicht verstanden oder wollte sie ganz einfach nicht verstehen. Heute verstehe ich sie, ich spüre was sie damals zu mir sagen wollten. Mag dies für einen Außenstehenden fremd klingen, aber Menschen mit denen man auf „Gedeih und Verderb“ sehr lange in den Bergen unterwegs war, Menschen mit denen man beim Laufen über Jahrzehnte, sei es bei Wettkämpfen oder Vorbereitungen Kilometer für Kilometer abspulte, hinterlassen in der Seele Spuren. Zwei Kameraden bleiben mir noch eine Antwort auf meine Frage „Warum das alles“ schuldig, eine Antwort werde ich nicht bekommen ich musste sie loslassen. War ich wirklich so naiv zu glauben, meine Probleme durch eine Maske von mentaler und körperlicher Stärke meiner Umwelt das Gegenteil zu beweisen? Mir kann dies nicht passieren, ich werde nicht sterben wie meine Kameraden, ich bin stärker wie sie. Eine kleine Erkältung vor zwei Jahren an Ostern genügte bei mir eine Lawine auszulösen deren Dimension ich am Anfang total unterschätzte. Manchmal blicke ich zu den Sternen und denke nach, ob das ganze vielleicht ein Zeichen von den Beiden waren.

Oder war es vielleicht der Reiz des Verbotenen, der Neugier die mich taub machten?
Wieso gerade ein Verbot oder eine ausgesprochene Warnung für Menschen gerade das Gegenteil bewirken ist und bleibt ein Phänomen. Musste ich zuerst meine Hände verbrennen um zu begreifen dass das Ofenrohr heiß war. Musste das Eis unter mir zuerst einbrechen, bis ich merkte das das Schild mit dem Wort „Vorsicht Lebensgefahr“ zu Recht dort am Baum hing. Muss der Mensch in seinem Leben immer wieder diese Selbsterfahrungen sammeln? Muss der Mensch zuerst alle Worte der Warnung in den Wind schlagen bevor sich zum ersten/zweiten und zum dritten Mal die Birne anschlägt . Muss der Mensch erst Aufwachen wenn er körperlich einem Wrack und die Seele einer Rumpelkammer gleicht?

War es vielleicht meine innere Unzufriedenheit, Unruhe und die Angst im Leben etwas zu verpassen? Musste ich erst jetzt wo der Herbst meines Lebens beginnt lernen, dass ich diese Mankos nicht durch Alkohol und andere Genussmittel ersetzen kann. So lassen Tabletten den Kopf- u. Magenschmerz für kurze Zeit schwinden. Aber sie kommen oft wieder, denn sie beheben nicht die Ursache.

Ist es wirklich so schwer Worte zu finden, zu sagen was zu sagen ist, hören was andere sagen, Worte zu sagen auch wenn es der andere gerade nicht hören will? Fische verständigen durch Signale, Tiere verständigen sich durch Laute. Wir Menschen haben das Reden miteinander verlernt.

Ich kann mich sehr genau an meine Schulzeit erinnern als ich in der ersten Klasse ganz vorne sitzend die Schulbank drückte. Auf meiner Schiefertafel versuchte mit einem Kreidegriffel den ich mit meiner ungelenkigen Hand umfasste und der laufend abbrach ein „kleines a“ a zu schreiben. Es war ein mühseliges Unterfangen diesen Buchstaben von der großen Tafel abzumalen. Aber bald folgten immer neue Buchstaben dazu, aus diesen Buchstaben folgten Silben und irgendwann Wörter.
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Harry_54 hat zum Thema: Re: @ Harry 54 geschrieben
isbeau
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.01.2010
Beiträge: 295
Alter: 48

BeitragVerfasst am: 10.03.2010, 18:14    Titel: Re: @ Harry 54 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke, Harry 54.
Isbeau
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isbeau hat zum Thema: Re: @ Harry 54 geschrieben
Harry_54
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 22.10.2008
Beiträge: 217
Alter: 57

BeitragVerfasst am: 15.03.2010, 20:22    Titel: Re: @ Harry 54 Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Als ich das letztes Mal über Worte und über das Hören schrieb war dies bei mir nicht aus der Luft gegriffen. Ich hatte Frust im Bauch, ganz einfach Frust über mich selber? So artete wie es halt unter Eheleute manchmal so ist, ein harmloser Wortwechsel wegen einer Nichtigkeit zu einem Zwist aus. Es unterhalten sich zwei Erwachsene Menschen über ein Thema, man ist im Grunde sogar einer Meinung und man sagt Worte, und der Gegenüber versteht sie einfach nicht. Mag es an der Wortauswahl, an der Gestik, falsche Ausdruckweise sein, keine Ahnung. Natürlich spielt oft auch das Geschlecht eine Rolle, Die Frau sagt zu viel, der Mann sagt nichts, Denken tun sie oft dasselbe, die Frau kann nicht einparken der Mann findet die Butter nicht im Kühlschrank usw. Hatte ich mir doch einmal den Grundsatz gegeben das Sprechen wieder zu erlernen war ich frustriert als ich merkte, wie meilenweit entfernt ich davon noch war.

Mir viel auch ein wie schwer ich mich tat, mich mit einer Frau zu unterhalten mit der ich schon über dreißig Jahre zusammen lebte. Als unsere Kinder nach und nach ihren eigenen Weg gingen wurde es still im Haus. Sehr still. Stand doch in den ganzen Jahren nur die Kinder, Erziehung, Haus und Hof, das Berufsleben und zu letzt mein Alkoholkonsum im Mittelpunkt, so machte sich immer mehr und mehr eine gähnende Leere um uns breit.

Wo war die Zeit des miteinander Reden und Verstehen, über Dinge die nur uns beiden in unserem Leben betrafen, wo war sie geblieben? Im täglichen Leben hatten alle Themen den Vorrang, egal ob es der Beruf, Verein, Freunde, Familie und letztlich auch der Alkohol war. Durch Termine, Zeitdruck, Hektik, und Vieles mehr merkten wir nicht mehr wie wir das miteinander Sprechen und Zuhören mehr und mehr verlernten.

Doch erging es nur uns beiden so? Mich erschrecken die Worte die ich jeden Tag höre und lese.
Berichte in Zeitungen über Menschen die einsam in ihren Wohnungen sterben und erst durch einen Zufall Monate später aufgefunden werden stimmen mich nachdenklich. Krankheit und Tod von geliebten Menschen rütteln uns für nur kurze Zeit wach. Vieles hätte man noch zu sagen gehabt aber das Schicksal war schneller.
Die Zeiger der Uhr sie drehen ihren Kreis. Minute um Minute, Stunde um Stunde. So vergeht die Zeit, verschenkte, ungenutzte Stunden. Tage werden sinnlos vom Abreißkalender abgerupft und wandern im Papierkorb ohne zu bemerken wie dünn mancher Kalender geworden ist.

Wo bleiben die Worte zu unseren Kindern, zu den Heranwachsenden, sind sie nicht unsere Zukunft? Ich kenne so manche Eltern in meinem Bekanntenkreis die die Sprache ihrer Kinder nicht mehr verstehen und nicht mehr verstehen können? Wie auch, das Geballer und Getöse der heutigen PC Actionspiele übertönen alle Worte. Sprachlos lesen wir die Worte von Gewalt, Amokläufen und Selbsttötung von jungen Menschen.

Dabei besitzen Worte Macht. Im Negativen wie im Positiven.

Worte des Hasses, der Feindschaft, der Warnung. Was für Schrecken wurden ausgelöst als die Worten „Es ist Krieg“ und „Es ist Frieden“ fielen. Unzähliges Leiden, Sterben u. Tod waren die Folge.
Worte der Ablehnung, Verschmähung, Verächtung, üble Nachrede trieben viele Menschen in Verzweiflung und in Depressionen denen sie sich dann wortlos ergaben.


Wie wohltuend dagegen sind die Worte der der Liebe, der Freundschaft, der Hilfe, der Begrüßung
Ist es denn wirklich so schwer ein Hallo zu sagen, wie geht es dir….. Hallo, du ich habe dir was sagen…oder einfach einmal zu sagen ich mag dich! ich will dich! ich habe dich lieb!
Worte des Trostes, des Beistandes. Worte wie ich bin bei dir! Du auf mich kannst du zählen!

Oder brauchen wir hier und heute diese persönlichen Worte nicht mehr?
Ein Worte zu sagen und dabei seinem Gegenüber in seine Augen zu sehen. Worte sie können lügen, der Blick eines Menschen aber nicht.

ja, heute stehen uns viele Mittel und Medien zu Verfügung um uns zu Verständigen.
Du ich habe dir was gepostet, eine Message geschrieben. Schau mal in deine E-Mail unter dem Subject steht meine Antwort. Begriffe wie Webforen, Blogs, Threads., Newsgroups, Hostname, IP-Adressen muss man heute kennen sonst ist man nicht mehr up to date. Und heute schon gechatet, hier ist meine Website besuch mich mal. Chatrooms um sich kennenzulernen, Daten und Informationen auszutauschen ist heute oberaffengeil. Ohne Webcams und das Outen via Internet wäre die Menschheit verloren.
Echt supercool wird es irgendwann sein, wenn ein Brautpaar ihr Ehegelöbnis per Mouseclick in einem „YES Button“ ihr JA ICH WILL – bekräftigt,. Ein per Videokonferenz zugeschalteter Priester bestätigt die elektronische Unterschrift und sendet umgehend die Heiratsurkunde im PDF Format zu. Derweil können die ebenfalls per Konferenzschaltung anwesenden Hochzeitgäste das Glas Sekt auf das junge Glück erheben.

Überspitzt ????
technisch heute kein Problem, und morgen Wirklichkeit????

Auch ich benutze tagtäglich beruflich und privat diese Medien. Oft müssen geschriebene Worte einfach sein um sich Miteinander zu verständigen. Foren wie dieses hier ist uns eine wertvolle Hilfe. Auch andere Dinge im Internet sind heute nicht mehr wegzudenken.
Sie können vieles ersetzen. Sie können nur eines nicht ersetzen, die persönlichen Worte eines Menschen dessen Herz und Seele spricht.

Es gibt ein weiteres Gebot in meinem Leben das lautet
Habe immer ein liebes Wort zum Abschied auf deinen Lippen, denn es könnte das Letzte Wort sein.
So blieb so manches Wort des Dankes, der Verzeihung, des Abschieds für immer ungehört.
Es verriegelte schon mancher Mensch morgens seine Haustüre ohne sie abends wieder aufzuschließen. Es schloss so mancher Mensch abends die Augen zu, ohne dessen Augen nochmals das Licht des Morgens erblicken konnte.
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Harry_54 hat zum Thema: Re: @ Harry 54 geschrieben

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