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Alkoholiker

Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ...

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Esme
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.02.2009
Beiträge: 82
Alter: 41
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 27.02.2009, 22:42    Titel: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo alle miteinander,

ich bin im warsten Sinne des Wortes hier reingestolpert....Eigentlich (?) haben wir uns arrangiert mit dem ganzen Mist. Ich bin 38 Jahre und mein Vater starb als ich 18 war (keine Ahnung ob Ihr meine Vorstellung lesen könnt(?) Ich zog damals gleich von zu Hause aus und meine Mutter wohnte dann alleine. Sie trank und ich wollte retten, diese Geschichten kennt Ihr wohl alle. Ich habe schlimme Erlebnisse mitgemacht, Kindheit - was ist das...nicht das sie mich geschlagen haben, nein...sie waren lieb aber eigentlich hatten sie keine Zeit sondern ich kümmerte mich halt um alles. Ich war der Clown, der Perfektionist, der Kümmerer bis zum Umfallen. Dennoch war mir klar, so will ich nicht leben...

Dann habe ich geheiratet und bin aus Berlin nach Bayern, ein Drama wenn ich meine Mutter mal drei Tage nicht am Telefon erreichen konnte, dann war sie selbstverständlich in der Wohnung gestürzt, liegt schwer verletzt rum oder ist evtl. schon tot. Ich glaube, ich habe zweimal die Tür aufmachen lassen...ich konnte mir immer nicht vorstellen, warum sie nicht ans Telefon gehen sollte, wenn nicht aus o.g. Gründen. Man flippt aus bei 500km Entfernung. Ihr kennt sicher auch diese Hass und Liebesgefühle, es sind zwei Menschen...unglaublich.

Nun lange Rede...das erste Kind kam, Oma war hin und wieder bei uns, die Angst war da, besonders wenn ich den Verfall mitbekam und nix machen konnte. Dann wurde ich erneut schwanger und fragten sie, ob sie nicht vorübergehend bei uns in Bayern (eigene Whg.) wohnen möchte, sie wollte und sie blieb. Das ist jetzt sieben Jahre her. Am Anfang kontrollierte ich sie wieder, rief jeden Tag an, hatte Ängste etc. Wir haben aber auch sehr viele schöne Erlebnisse. Sie ist ein toller Mensch und eine sehr liebe Oma...Dann rufen aber Freunde an, mensch wir haben Deine Mutter gesehen, sie lief quer über die Straße etc. Nun ja...kennt Ihr ja sicher auch. Dann 2003 nach einem Städtebesuch zu Hause angekommen, klingelt mein Telefon. Mir wurde mitgeteilt, dass meine Mutter schwer gestürzt ist, Blut im Treppenhaus ist und sie die Tür nicht mehr aufmacht. Ich habe nur geschrien am Telefon. In diesem Moment war klar, sie muß tot sein...wir gingen in die Wohnung und sie lag im Flur. Total dicht aber am Leben, ich habe sie damals ins KH bringen lassen, wo sie zwei Tage blieb, sich sehr schämte und zwei Wochen trocken war...Bei mir hatte sich allerdings was verändert...ich hatte immer Angst sie zu verlieren, von diesem Tag an nicht mehr...und das bis heute. Da habe ich gemerkt, ich kann nix ändern, ich kann sie nicht retten. Wenn sie saufen will bis zum Tod, dann soll sie. Wir hatten und haben lange Gespräche darüber gehabt, ich habe nicht mehr angerufen und bin selber auch nach einer Woche noch entspannt. Wenn sie betrunken am Telefon war, war ich freundlich, legte dann auf und fühlte mich gut. Zeitgleich machte ich eine Therapie wegen meiner Verlustängste, da bemerkten wir recht schelle, dass viele meiner Probleme (Ängste im Dunkeln, Angst meine Kinder und meinen Mann zu verlieren, Angst selber krank zu werden) sehr mit dieser Liebes/Hassbeziehung zu tun hat. Ich konnte einiges lernen udn nahm viel mit.

Dann erkrankte meine Freundin sehr schwer an Krebs und ich habe nichts besseres zu tun als mein Retteranzug überzuziehen und Himmel und Erde in Bewegung zu setzen - zu Ihrer Rettung. Ich hatte Berge von Energie, habe erfolgreich Professoren angeschrieben und und und...sie in der Arbeit vertreten, jeden Tag telefoniert...ich hatte quasi ein neues Opfer gefunden. Gut, sie lebt heute noch und meine Aktionen führten tatsächlich zu was. Nur vergaß ich mich total, meine Familie und meine eigenen Reserven überschätze ich total. Das ging jetzt drei Jahre so...klar konnte ich meine Mutter loslassen...Jetzt bin ich von meiner Freundin arbeitsmäßig getrennt worden und merke wie die ganze Anspannung weicht, klar will ich wissen, wie es ihr geht und würde ihr helfen aber alles im Rahmen....Ich hätte nie gedacht, dass ich mir erlauben werde, es mir gut gehen zu lassen und zu lachen ohne an sie denken zu müssen...

Dann letzten Samstag ist meine Mutter schwer abgestürzt, wir haben sie gefunden - fragt nicht wie...eine Flasche Puschkin intus und das vor den Kindern etc. Ich bin ausgetickt, hab sie angebrüllt und sie in ihre Wohnung zurückgebracht. Mit den Kindern habe ich geredet (es gib ein gutes Buch bei amazon) und dann habe ich 5 Tage nicht angerufen aber viele Sorgen gemacht, ob sie sich was antut, ob ich zu bös war etc....Dann letzten Mi rief ich an, sie schämt sich so ....Ich habe sie gebeten, zum Friseur zu gehen und dann zu uns zu kommen. Sie hat zugesagt...naja gekommen ist sie nicht. Nun wollte sie heute zum Friseur (sie tut halt nix für sich und wenn sie dahin geht, geht es ihr immer besser) und morgen um zehn hier sein. Wir haben ne Familienfeier. Ich weiß, sie grault sich davor uns ins Gesicht zu schauen...und ich graul mich auch...

Nachdem ich Samstag doch so verzweifelt war (wir sind angerufen worden und es war wirklich schlimm zum Ansehen) war ich wieder sehr an meiner Grenze und googelte was das Zeug hielt. Naja und bin hier Smilie gelandet, hab dann einiges gelesen, vorallem wollte ich aber Infos über Zwangseinweisung haben und über alle anderen "schlimmeren" Alkoholiker...Dann las ich hier und einiges an Karstens Einleitungen und dann bin ich erst einmal ganz kleinlaut geworden...und der Vergleich mit meiner Freundin zeigte mir recht schnell, wo es bei mir drückt...

Ich möchte nicht auf Distanz zu meiner Mutter gehen, ich hab sie zu lieb dafür...aber ich will mich nicht für die Sauferei interessieren. Kann man das, geht das? Nur die guten Zeiten nutzen und das andere ausblenden? So gefühlsmäßig? Weil helfen lassen, will sie sich nicht, sie ist ja nicht krank...

Dann geht es natürlich um mich, denn ich habe ein glückliches Leben, habe zwei tolle Kids, einen lieben Mann und einen guten Job und gesund (körperlich) bin ich auch, naja und außer das ich etwas wahnsinnig bin, wenn es ums Arbeiten geht und nie Zeit für irgendwas habe (wie las ich gestern, um meiner eigenen Leere zu entrinnen) und eher mit einer Freundin drei Stunden im Wartezimmer sitze als meine eigenen Zähne richten zu lassen, alles über Katastrophen lese um was zu spüren, diese Trauer...ja lieber traurig als glücklich, denn darf man glücklich und lustig sein, wenn es andere nicht sind? Faul sein, wenn andere arbeiten?...

Ich höre jetzt auf, sonst kriegt Ihr ja nen Flimmern vor den Augen...

Nun, ich bin gespannt auf morgen und auf Eure Posts, bis ich da durch bin, wird noch dauern aber bin schon fleissig dran und sehr erstaunt, wieviele Parallelen ich sehe...mögt Ihr auch keine ungeplanten Leerzeiten? Also wenn Ihr eine Verabredung habt und die dann kurzfristig abgesagt wird...ich könnte soviel tun aber in so einem Moment bin ich nur unfähig das zu geniessen...nur mal so als Bsp...

Seid lieb gegrüßt von
Esme
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Esme hat zum Thema: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben
Roa
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beiträge: 614

BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 00:07    Titel: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Esme,

Herzlich Willkommen im Forum Winken

wow, dein beitrag, man spürt regelrecht die energie, den wissensdurst, den wille was zu ändern und sich selbst auf die spur zu kommen. ich glaub du bist hier richtig Sehr glücklich

hast ja auch so schon ziemlich viel erkannt, wie dein verhalten zusammenhängt mit kindheitserfahrungen.

ob man nur die guten zeiten haben kann und die schlechten ausblenden? naja, so hundertprozentig funktioniert das glaub ich nie und in keiner beziehung, aber ich glaube fest auch wir Kinder von Alkoholikern können für uns die bestmögliche situation schaffen, in dem wir uns abgrenzen, wenn es zu viel ist und die zeit nutzen, die schön ist.

Esme hat Folgendes geschrieben:
Dann geht es natürlich um mich, denn ich habe ein glückliches Leben, habe zwei tolle Kids, einen lieben Mann und einen guten Job und gesund (körperlich) bin ich auch, naja und außer das ich etwas wahnsinnig bin, wenn es ums Arbeiten geht und nie Zeit für irgendwas habe (wie las ich gestern, um meiner eigenen Leere zu entrinnen) und eher mit einer Freundin drei Stunden im Wartezimmer sitze als meine eigenen Zähne richten zu lassen, alles über Katastrophen lese um was zu spüren, diese Trauer...ja lieber traurig als glücklich, denn darf man glücklich und lustig sein, wenn es andere nicht sind? Faul sein, wenn andere arbeiten?...


Geschockt das musste ich gleich zwei mal lesen, so ausgedrückt habe ich es selten gelesen, irgendwie spricht es mich an, was und wie du es schreibst. dieser innere kampf um glück und unglück.
mir gehts momentan wirklich gut, ich hab ein tolles leben, aber ich tendiere so häufig dazu mir trotzdem trauer und unglück einzureden, aus dem fehlglauben heraus, dass ich nur dann wirklich etwas spüren könnte.

und so gibt es viele parallelen zwischen uns allen hier und ich find es spannend sie zu entdecken und daraus zu lernen.

also noch einmal: herzlich willkommen, schön, dass du hergefunden hast.

Roa
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Roa hat zum Thema: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben
Esme
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.02.2009
Beiträge: 82
Alter: 41
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 00:21    Titel: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Roa,

vielen Dank für Deine Begrüßung, bin dann gleich mal zu Deinem Thread rübergeswitcht um einfach (wenn auch erst einmal oberflächlich) ein Bild von dem Menschen zu bekommen, der mir schreibt.

Was mir auffällt, von meinen ersten Eindrücken hier, dass relativ viel "junge" Menschen hier schreiben - wie auch Du...und das mit Erfahrungen und einer "Weisheit" (weiß nicht wie ich es anders schreiben soll...und genau so war ich auch, ich war mit 18 schon wie andere mit 30, ich wusste, was ich wollte und meistens auch wie ich es anstellen sollte...

Mit den Katastrophen ist das so eine Sache, mein Mann liest die Zeitung gaaaanz normal, ich eigentlich auch, nur das ich mich anschließend an sämtliche Unfälle, Verbrechen und Todesfälle erinnern kann, die mein Mann nur streift...oft gehen mir dann diese DInge nicht aus dem Kopf. Lange denke ich über die Schicksale nach etc....Ich meine, ich kann ihnen ja eh nicht helfen aber ich kann dann trauern und traurig sein...Manchmal denke ich mir, ich lese mal ne Weile keine Zeitung und lasse alle negativen Nachrichten weg...a la Vogel Strauss...

Hier bin ich einfach gespannt, was dieses gegenseitige Spiegeln bringen wird...

Jetzt fall ich erst einmal ins Bett, morgen ist ja Familienfeier und ich weiß schon, wenn ich dann meine Mutter sehe - nach dieser Katastrophe, bin ich einfach nur froh sie zu sehen ohne diese ganzen negativen Gedanken, die jetzt noch in mir grummeln.

LG und schlaf gut! Morgen lese ich mich auch bei dir a bisserl mehr ein.
Esme
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Esme hat zum Thema: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben
Weitsicht
Gast






BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 00:31    Titel: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Esme,

herzlich willkommen im EKA-Bereich. Hast Du schon Bücher über unsere Kindheit gelesen?, z.B. "Um die Kindheit betrogen" oder "Familienkrankheit Alkoholismus", in diesen fand ich viel von meinem Denken und Fühlen wieder.

Verlustängste und ob es einem "GUT" gehen darf, kenne ich auch von mir. Begleitet uns leider lange auf unserem Weg.

Ich wünsche Dir hier einen guten und Dich weiterbringenden Austausch.

Alles Liebe Weitsicht
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Weitsicht hat zum Thema: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben
loreen1
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beiträge: 3161
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 00:37    Titel: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo esme,

so ich hab dich gefunden, herzlich willkommen bei uns kindern hier, du bist hier genau richtig gelandet, freu mich das du hier bist.

les dich durch und entdecke dich ganz neu

drückdichnochmal
lg loreen
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loreen1 hat zum Thema: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben
Esme
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.02.2009
Beiträge: 82
Alter: 41
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 00:42    Titel: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Weitsicht,

bei "´dir" war ich auch schon vorfühlen, mir gefällt Dein Schreibstil, ich schreib immer so wie mir der Schnabel gewachsen ist Winken. Ich muß mich nur etwas tiefer einlesen um auch was g'scheites schreiben zu können Smilie.

Familienkrankheit Alkoholismus habe ich gelesen und das Buch Alk - war ganz interessant. Oft möchte ich diese Bücher gegen einen guten Simon Beckett eintauschen, dann lieber Verdrängung. Irgendwie bin ich mir erst jetzt (vorgestern?) so richtig bewußt geworden, wie mein Helfersyndrom mit dem Alkproblem zusammenhängt. Das muß ich irgendwie jetzt mal verarbeiten, ich kenn mich eben nicht anders und so einfach damit aufhören und nur noch MICh sehen oder mehr MICH sehen...hm...schwierig...Eigentlich sollte ich MICH jetzt in meinem Bett sehen Smilie).

LG Esme
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Esme hat zum Thema: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben
Esme
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.02.2009
Beiträge: 82
Alter: 41
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 28.02.2009, 16:40    Titel: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So da bin ich wieder....die Begegnung mit meiner Mutter habe ich auch gut überstanden und sie auch. Mit viel Bauchgrummeln kam sie heute morgen, sah echt gut aus - frisch vom Friseur. Wir haben geredet un dich habe ihr meine neuen Bücher mitgegeben. Das Buch "Alk" und das Buch "Familienkrankheit Alkoholismus". Sie hat natürlich mit viel Ausreden angefangen, sie isst im Moment nicht viel, sie denkt so negativ und und und deswegen muß sie trinken...Ich habe ihr gesagt, dass ich mein Leben leben muß und sie ihr. Sie entscheidet für sich, wie weit sie gehen will und ich für mich. Ich habe ihr nur gesagt, ich möchte nicht wieder angerufen werden um sie irgendwo volltrunken aufzusammeln und das mich die Bilder schmerzen, die ich für immer in meinem Kopf gebrannt habe (das vom letzten Samstag). Mein Mann redete noch mit ihr und naja, nun hat sich das erst einmal beruhigt. Den Kindern hat sie kurz erklärt, dass sie Mist gebaut hat, die haben sich natürlich einfach gefreut, dass sie wieder da ist...Sie meinte dann aber, warum ich mit den Kindern denn geredet habe, ob das sein musste...Immer diese Angst, es könnte jemand über sie reden...Ist das bei Euch auch so? Die Vorwürfe, man mache sie nur schlecht überall. Abgesehen davon bekam ich noch ein Haufen Vorwürfe und Erklärungen warum sie trinkt, und wenn ich ihr mal klar mache, wieviel wir eigentlich für sie tun, dann zieht sie nur die AUgenbraue hoch...Ich könnte dann glatt aus der Haut fahren....Als ich sie dann heim brachte, war mir wichtig dass sie sich wieder gut fühlt...ich habe sie umarmt und sie ließ die Arme unten. Ich fragte nach, warum sie mich eigentlich nicht umarmt, sie kann nicht, weil sie sich so schlecht fühlt. Naja, ich sagte dann dürfte ich sie doch nicht umarmen und ich mache es doch auch. Dann endlich drückten wir uns...ich kapier das wohl nie...

Nun ja, jetzt werde ich mir den Ipod ins Ohr stöpseln und meine Kinderbasarsachen zurecht machen für morgen und den Kinderbesuch so auf ein bissel Abstand halten Smilie))).

Schön das ich hier bin, so kann meine seine Gedanken und Überlegungen einfach loslassen...

Ganz liebe Grüße
Esme
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Esme hat zum Thema: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben
Esme
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.02.2009
Beiträge: 82
Alter: 41
Wohnort: Bayern

BeitragVerfasst am: 02.03.2009, 12:21    Titel: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

...Ängste...

Ja da kommt einiges zusammen...

am meisten ist die Angst vor Verlust...

Verlust des Mannes, Kinder etc.

Vorallem durch Unfälle und schweren Erkrankungen. Diese unvorhersehbaren Sachen, wo keine noch so gte Intuition warnen kann, kein Bauchgefühl sondern einfach das Schicksal zuschlagen kann...

Diese Ohnmacht hat mich an so manchen Tage eingeholt. Mein Mann verlässt das Haus, kurze Zeit später eine Sirene...es konnte nur mein Mann sein...das glaubte ich solange, bis ich ihn am Telefon hatte...

Nach einer Therapie 2003 wurde es besser, ich lasse diese Gedanken nicht mehr so häufig hoch kommen aber sie sind da...heute muß mein Mann wieder 150km fahren, Autobahn mit Nebel...die gedanken kommen schon, ich kriege zwar keine Panik mehr aber froh bin ich erst wieder, wenn er daheim ist...Ich habe Angst um mein Glück mit ihm und vor dem alleinsein, dann...

In meinem Bekanntenkreis haben/hatten einige Krebs, drei sind inzwischen gestorben...immer wieder das Hineinlauschen in den eigenen Körper...bin ich auch schon krank???...meine Bekannten waren nicht mal 40....

Dieses Jahr möchte ich keine übertriebenen Vorsorgeuntersuchungen mehr, nur Standard und mich nicht verrücktmachen lassen...aber schaun wir mal..wie lange...

Habt Ihr diese Ängste auch und wenn ja...was macht Ihr dagegen?

Danke und LG Esme
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Esme hat zum Thema: Re: Meine Mutter trinkt und ....tja nun bin ich halt hier ... geschrieben

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