| Alkohol am Wochenende - zu Ausgelassenheit • Stelle mich heute mal vor. |
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Lyla Gast
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Verfasst am: 05.12.2005, 21:28 Titel: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Hallo liebes Forum,
ich weiß nicht mehr weiter. Seit geraumer Zeit, wird die Beziehung zu meinem Freund immer schlechter, so dass er jetzt mit mir Schluß gemacht hat. Das Problem ist, dass er kifft und ich all unsere Probleme darauf schiebe. Wir sind seit 3,5 Jahren zusammen und früher hat er noch jeden Tag gekifft und das schon seit ca. 5 Jahren. Wir hatten oft Streit deswegen und ich bin angefangen ihn zu kontrollieren. Es hat bestimmt ein Jahr gedauert, bis er bereit war mit mir zu reden und sich eingestanden hat, dass er ein Problem mit dem Kiffen hat. Es wurd dann besser, er hat nicht mehr in meinem Beisein gekifft und auch nur noch Abends. Allerdings hatte er seitdem auch immer weniger Zeit für mich, was mich ungemein aufgeregt hat. Er fing auch an mich anzulügen, warum er heute keine Zeit hat, nur weil er kiffen wollte. So fing es an, ich war sauer auf ihn, weil er keine Zeit hatte und habe ihn angemeckert und ihm unterstellt, dass er nur kifft, daraufhin wurde er trotzig und hat erst recht keine Zeit mit mir verbracht. Wir sind angefangen uns gegenseitig, die Probleme in die Schuhe zu schieben. Ich liebe ihn sehr und es hat lange gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich ihm nicht helfen kann. Ich habe mich allerdings so verändert, habe ihm alle Schuld gegeben, mich nicht mehr bemüht für unsere Beziehung und war oft schlecht darauf und ihm oft unterstellt er hätte gekifft auch wenn das nicht der Fall war. Er hat schon öfters mit mir Schluß gemacht und ich weiß nicht mehr, wie ich das einschätzen soll, weil er sieht manchmal alles ein und sagt mit, dass ich Recht habe, er zu wenig Zeit mit mir verbringt und er aufhören muss mit kiffen, aber es klappt nie. Wenn er nicht kifft, kriegt er oftmals auch schlechte Laune und steigert sich in Kleinigkeiten rein, dass wieder ein großer Streit entsteht oder er handelt sehr kurz entschlossen. Ich denke immer, wenn er aufhört zu kiffen, geht es mir und unserer Beziehung besser, aber dem ist vielleicht nicht so, vielleicht brauchen wir uns nur gegenseitig, um von unseren eigen Problemen abzulenken. Ich richte mein ganzes Leben nur nach ihm aus, wenn er da ist bin ich glücklich, aber ich tue nichts mehr dafür, dass er überhaupt kommt, wir gehen nicht mehr viel aus, weil es mir reicht, wenn er einfach da ist. Es ist so kompliziert, es ist so ein Kreislauf in den man reinrutscht und keiner will den ersten Schritt machen. Wenn wir uns gut verstehen, ist auch alles wunderbar, nur häuft sich der Streit momentan an. Ich will ihn nicht verlieren, aber ich weiß auch keine richtige Lösung aus unserem Problem, außer, dass sich jeder wieder mehr Mühe gibt. Es ist schwer, weil mir soviele Gedanken durch den Kopf gehen.
Ich würd mich über Antwort freuen.
Lyla |
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Robert aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 557 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 06.12.2005, 15:58 Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Hallo Lyla,
ich erkenne sehr viel deiner Angaben wieder, nur aus der genau entgegengesetzten Sicht. Ich selbst habe eine 8 Jährige Beziehung damals über "die Klinge" springen lassen, weil mich meine Sucht (Kiffen) damals fest im Griff hatte. Auch ich habe Streits provoziert, um ihn Ruhe rauchen zu können.
Heute sehe ich meine Sucht als Krankheit an und würde vieles anders machen (Konsumiere seit fast 2 jahren nicht mehr), das hilft dir aber nichts.
Ich habe auch probiert "nur" Abends zu konsumieren, um ihr so zu zeigen, dass ich darauf verzichten kann, dass aber ist ein trugschluss, weil der innere Druck dermassen zunimmt, wieder rauchen zu wollen, dass ein Streit befreiend wirkte, da ich so wieder die Zeit hatte, zu kiffen!
Wie du schon schriebst, ist es ein Teufelskreis und ich kann dir nur wenig Hoffnung machen, dass eure Beziehung eine Zukunft hat, wenn er sich sein Suchtproblem nicht eingesteht und etwas dagegen unternimmt!
Schlussendlich musst du an dich selber denken und dich "schützen" nicht selbst von diesem Teufelskreis in Mitleidenschaft gezogen zu werden.
Es mag aber auch Fälle geben, wo ein gemeinsamer Weg daraus möglich ist.
Ich wünsche dir alles gute und hoffe ihr findet einen Weg, wenn du weitere fragen hast, bin ich gerne bereit darauf einzugehen!
Gruß Robert |
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Lyla neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.12.2005 Beiträge: 11
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Verfasst am: 06.12.2005, 17:40 Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Lieber Robert,
danke das du mir geantwortet hast. Ich habe ein paar deiner Beiträge gelesen und habe meinen Freund in dir wieder erkannt. Gerade weil du alles aus der entgegengesetzten Richtung erlebt hast, kannst du mir vielleicht wirklich noch ein paar Fragen beantworten.
Das schwierige ist einfach, dass es mich unglaublich traurig macht, weil ich ihn so sehr liebe und sehe, dass es ihm schadet und das es eigentlich für ihn nur die eine Lösung gibt, ganz aufzuhören.
Manchmal öffnet er sich ja auch und sieht das alles ein und versucht es zu lassen und dann wieder sagt er, dass er jetzt ja noch jung ist und sich das ganze Problem löst, wenn er anfängt zu arbeiten und eine Familie hat. Aber daran glaube ich nicht. Als er angefangen hat zu studieren, hat er zum Beispiel auch ein halbes Jahr lang nicht gekifft, weil er durch den Umzug einfach nicht mehr die Kontakte hatte, aber wie das so ist, finden sich schnell neue Kontakte. Früher hat er zusätzlich auch noch andere Drogen genommen, aber seit ein paar Jahren kifft er gott sei dank nur noch, obwohl das auch schon schlimm genug ist. Früher hätte ich nie gedacht, dass Menschen auch dermaßen vom Kiffen abhängig werden können und zuerst hat mich das natürlich überfordert.
Was ich als schwierig empfinde, ich weiß überhaupt nicht, wie ich mich verhalten soll, ich bin schon ruhiger geworden, versuche in Ruhe mit ihm darüber zu reden und schreie ihn nicht nur an, wie früher. Allerdings findet er das Thema natürlich nie so gut und vorallem findet er es auch nicht toll wenn ich ihn kontrolliere. Das das der falsche Weg ist hab ich wohl jetzt endlich auch eingesehen, weil es mich selber wahnsinnig macht und sich alles bei mir nur noch um ihn dreht. Also könnte ich es nur ignorieren, aber dann denke ich immer, dass macht es noch schlimmer. Vorallem hat er dann trotzdem wenig Zeit und dafür gibt es bekanntlich ja immer viele andere Gründe und überhaupt reicht es ja vollkommen aus, sich 2-3mal die Woche zu sehen. Da ist das nächste Problem, ich kann nicht mehr unterscheiden, ist das wirklich so, hat er viel zu tun oder will er einfach nur kiffen?
Ich denke, er weiß das er süchtig ist, ist aber wahrscheinlich momentan zu bequem was zu ändern, bzw. hofft darauf, dass sich irgendwann alles von alleine ändert.
Früher war er noch träger als heute, aber trotzdem hat er immer alles in der Uni geschafft. Jetzt arbeitet er allerdings noch zusätzlich und zum ersten Mal hat er einen Haufen Klausuren nicht geschafft. Daraufhin ist er einsichtig geworden und hat mir auch gestanden, wenn das kiffen nicht wäre würde er auch mehr Zeit mit mir verbringen. Daraufhin wollte er zu mir ziehen. Natürlich, nachdem 2 Wochen gut verlaufen sind, gab es die ganze dritte Woche Streit und er ist wieder ausgezogen. Ich will auch nicht die ganze Schuld auf ihn schieben, ich habe ihn einmal kontrolliert und ihn zu Unrecht beschuldigt habe, woraufhin es Streit gab. Da bin ich selber Schuld, weil durch dieses Verhalten, dränge ich ihn ja weg von mir und zum kiffen (sagte mir auf jeden Fall ein Freund von ihm, er wäre dann so sauer, dass ich ihn zu Unrecht beschuldigte, dass es dann wohl gerechtfertigt wäre zu kiffen). Irgendwann fällt es schwer zu differenzieren, ob er sich so verhält, wegen dem kiffen oder weil es wirklich andere Probleme sind.
Ich weiß auch nicht warum er kifft, weil er selbst sagt, dass es ihm oft danach schlecht geht, während und nach dem kiffen und trotzdem tut er es wieder, wie von einer inneren Macht getrieben, aber das ist wohl die Sucht. Manchmal denke ich auch, er kann das Leben ohne das Kiffen gar nicht genießen, weil er dann oft sagt, es ist langweilig und wir müssen was erleben u.s.w., und oft trinkt er auch mehr wenn er grad nicht kifft, als wenn er das irgendwie kompensieren müsste.
Ich denke, dass Kiffen verändert ihn und seinen Gemütszustand und das macht mich traurig. Natürlich könnte ich auch sagen, er hat es ja schon reduziert und kifft nicht mehr den ganzen Tag, sondern nur ab und zu und das machen ja soviele, aber die kiffen wahrscheinlich auch nicht schon seit 9 Jahren. Aber ich denke grad das macht es noch schlimmer, weil er jetzt seine Gefühle noch weniger unter Kontrolle hat, zudem muss er sich noch vor mir rechtfertigen und das ist ja alles schwierig. Ich denke auch aus dem Grund hat er wieder mit mir Schluß gemacht, weil ihm alles zu schwierig wurde und er nicht aufhören will. Vielleicht stimmt das aber auch nicht und ich bin wirklich diesmal Schuld, weil ich meine schlechte Laune die ganze Zeit an ihm auslasse und ihm die ganze Schuld aufbürge, nach dem Motto, wenn du aufhören würdest mit kiffen, hätte ich keine schlechte Laune und alles wär toll. Vielleicht verhalte ich mich da auch nicht korrekt.
Er war früher schon mal in einer Therapie, aber das hat nichts gebracht, da kannten wir uns auch noch nicht. Danach war ich glaub ich der erste Mensch der ihm nahegelegt hat, dass das was er betreibt eine Sucht ist. Vor einem Jahr war er dann nochmal bei einer Therapie, ist aber nach dem vierten Mal nicht mehr hingegangen, weil er meinte, er wüsste schon alles was die einem sagen und es würde ihm nichts helfen. Zusätzlich hat er dann noch Tabletten zur Beruhigung bekommen und das finde ich, ist auch irgendwie der falsche Weg, einem gleich Tabletten zu verschreiben. Aber da kenn ich mich auch nicht so aus. Ich denke er hat einfach nur Angst, weil er sich dann komplett von seinem jetzigen Leben verabschieden müsste mit all seinen Freunden. Und wahrscheinlich auch Angst vor seinen eigenen Gefühlen, die dann zum Vorschein kommen, weil denen müsste er sich dann ja stellen.
Ich verstehe ihn gar nicht mehr, weil ich die Dinge einfach nicht mehr auseinander halten kann.
Kann ich ihm dabei überhaupt helfen und wenn ja, wie verhalte ich mich richtig?
Hast du deine damalige Freundin eigentlich später noch mal wieder gesehen?
Wie und warum hast du dann letztendlich aufgehört?
Sorry, dass ich soviel durcheinander geschrieben habe. Ich hoffe du antwortest mir nochmal und erzählst mir ein wenig aus deiner Sicht.
Viele liebe Grüße,
Lyla |
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Robert aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 557 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 07.12.2005, 17:00 Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Hallo Lyla,
Ich beantworte zuerst mal die unten gestellten Fragen.
Ob du ihm helfen kannst?
Aus heutiger Sicht würde ich sagen NEIN, auch wenn es nicht das ist, was du hören/lesen möchtest. Meine damalige LG hat auch eine Menge versucht, u. a. auch zu kontrollieren. Wir haben eine art Strichliste eingeführt, in die ich jeden Konsum "eingetragen" habe, um das Kiffen langsam runterzufahren, aber sobald ich aus ihrer Kontrolle war, habe ich geraucht, ohne es in oben genannten einzutragen, ergo Selbstbetrug! Warum? Weil ich nicht wirklich bereit war, an mir und meiner Sucht zu arbeiten, wollte sie aber auch nicht verlieren und habe ihr deshalb diesen gefallen getan, gebracht hat es aber nichts!
Ich habe ihr immer gesagt, wenn du mich liebst, akzeptiere mein Kiffen, es ist ein teil von mir! Zur Info, ich habe 24 Jahre lang gekifft!!!
Zu richtigem Verhalten kann ich nur sagen, gib ihm zur Wahl: Entscheide dich für mich, oder für das Kiffen!
Ich habe mich damals für das Kiffen entschieden, weil ich zu dem Zeitpunkt nicht die Kraft gehabt habe aufzuhören!
Ich habe mit dieser Entscheidung unsere Beziehung zerstört, aber das war mir egal... die Sucht war stärker als ich!
Es kann nur von ihm kommen, er muss einsehen, dass es so nicht geht, er muss sich helfen lassen und zwar nicht von DIR! Du kannst weder einen Therapeuten noch einen Arzt ersetzen, egal wie gross auch deine Liebe ist, es wird dich kaputt machen...leider!
Ich wünschte, ich könnte dir etwas anderes sagen, aber das wäre Betrug!
Die Tatsache, dass er "schluss" gemacht hat, zeigt ja ansich, dass er an genau dem Punkt ist, sein Kiffen dir überzuordnen, oder?
Hab ich sie wiedergesehen?
Ja, habe sie mehrmals wiedergetroffen, aber zu der Zeit habe ich noch konsumiert und egal was, es hätte nichts an meinem Verhalten geändert, insofern habe ich jeden näheren Kontakt, ja selbst ein "normales" Gespräch gemieden! Es war für uns beide, die richtige Entscheidung, uns zu trennen. Ich konnte ungestört weiter kiffen und sie konnte sich nicht mehr kaputt machen, wegen meiner Sucht! Mit heutigem Abstand, würde ich gern nochmal mit ihr reden, weil ich jetzt weiss, dass mein gewählter Weg der falsche war, aber es ist zu spät. Sie ist, soweit ich weiss, mittlerweile Verheiratet und lebt hoffentlich glücklich mit ihrem jetzigen Ehemann. Manchmal denke ich an sie, ich glaube, sowas nennt man Tragödie, aber es ist wie es ist!
Warum habe ich aufgehört?
Ich hatte vor 3,5 Jahren einen schweren Unfall (als Fussgänger von einem Auto angefahren worden), dass war sowas wie ein wink mit dem Zaunpfahl, einerseits bin ich danach noch viel tiefer in meine Sucht "gefallen", denn es kam zum kiffen noch Alkoholkonsum dazu, andererseits kam ich so zu einem Punkt, an dem ich für mich eingesehen habe, dass ich so nicht weitermachen kann und möchte!
Ich habe dann 2 stationäre Entgiftungen gemacht (die erste war erfolglos...), aber nach der 2ten habe ich dann sowohl eine SHG aufgesucht, als auch eine ambulante Therapie begonnen.
Ich bin, wie oben schon geschrieben, jetzt fast 2 Jahre Konusmfrei, es wird aber noch länger dauern, das warum und wieso bin ich süchtig, aufzuarbeiten und mich komplett von den Fesseln zu befreien!
Ich entdecke bei dir viele Wesenzüge meiner damaligen LG, aber so leid es mir auch tut, kann ich dir nur wenig Hoffnung machen, dass ihr es gemeinsam lösen könnt, aber es gibt ja noch die Möglichkeit, dass er früher aufwacht als ich und er umgehend professionelle Hilfe annimmt, ohne diese, werdet ihr es aber wohl nicht schaffen!
Ausnahmen bestätigen die Regel, vielleicht seid ihr ja eine, aber ihm hinterherlaufen bringt nichts, er wird solange nichts an sich verändern, wie er mit sich, seiner Sucht und seinem Leben zurecht kommt...ich habe das 24 Jahre geschafft...
So schlimm der Unfall mit seinen folgen auch für mich war, erst er hat mich wachgerüttelt und mir die Kraft gegeben, an mir und meinem Leben etwas zu verändern!
LG Robert |
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Lyla neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.12.2005 Beiträge: 11
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Verfasst am: 08.12.2005, 13:37 Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Hallo Robert,
erstmal wollte ich sagen, wie sehr ich mich für dich freue, dass du es endlich geschafft hast damit aufzuhören. Ich hoffe auch sehr für dich, dass du die Kraft hast, dabei zu bleiben und dein Leben so wie es jetzt ist zu genießen. Auch dein Engagement bewundere ich.
Ich freue mich immer auf deine Antwort. Weil manchmal hab ich das Gefühl, keiner versteht mich. Meine Freundinnen kriegen das ja auch mit, aber die verstehen es auch nicht so ganz und sagen, der Typ spinnt ja. Ich habe ja auch sehr lange gebraucht um die Sachen richtig zu durchschauen.
Wenn du süchtig bist, siehst du es wenigstens, auch wenn man vielleicht nicht die Kraft hat was zu ändern. Vielleicht ist es für den jenigen auch noch schlimmer, wenn er hinterher merkt, was er zerstört hat. Aber hinterher weiß man ja bekanntlich immer mehr.
Aber auf der anderen Seite stehst du einfach hilflos da. Das kann ich irgendwie so nicht hinnehmen. Tragödie war wohl das richtige Wort was du da benutzt hast. Man kann einfach nichts machen und das ist schrecklich. Genau das weiß ich, will es aber nicht akzeptieren und du hast es mir nochmal gesagt und ja, ich wollte es nicht hören. Geduld ist nicht grade meine beste Charaktereigenschaft. Ja, er hat Schluß gemacht, weil er wahrscheinlich wirklich gerade wieder bemerkt hat, dass er an seinem Verhalten nichts ändern kann oder will, weil das er mich nicht mehr liebt kann ich nicht glauben. Ich versteh nicht, was in seinem Kopf los ist und wie schnell er seine Meinungen ändern kann. Könnt ich die Sucht greifen, würde ich wohl solange auf sie einschlagen bis sie tot ist.
Ich habe ihm zwei Briefe geschrieben und ihm unterandern die Briefe gegeben, die er mir letztes Jahr geschrieben hat, die so voller Hoffnung und Einsicht waren. Ich habe über mein Verhalten geschrieben und ihm gesagt, dass mir das leid tut und das es nicht an mir ist seine Fehler zu suchen und zu lösen, sondern das es an ihm wäre. Vielleicht denkt er ja nochmal über sich nach und merkt es selber. Er hat mir geschrieben, er meldet sich nächste Woche.
Vielleicht sollte ich auch wenn es mir sehr sehr schwer fällt mich bis dahin gar nicht mehr bei ihm melden? Ich will mich ja schließlich auch bessern.
Wenn ich mal gekifft habe, war ich immer fertig. Kann man in diesem Zustand überhaupt nachdenken?
Und wie ist das mit den wechselnden Launen und steif und fest auf eine Sache beharren, die gar nicht so schlimm ist. Begreift man das irgendwann, das man sich da falsch verhalten hat?
Wie hast du das Kiffen eigentlich so lange mit deinem Leben und deinem Beruf vereinbaren können?
Hast du dich eigentlich verändert nachdem du nicht mehr gekifft hast, aus deiner Sicht und aus Sicht der Leute in deinem Umfeld?
Ich kriege Gänsehaut, es macht mich so traurig, ich kann und will das einfach nicht verstehen! Ich finde in dieser Richtung sollte man noch viel mehr an Aufklärung betreiben und die Gesellschaft offener machen für sowas, vorallem die Sicht beider Seiten darstellen.
24 Jahre sind soviel wie mein Leben bis jetzt an Jahre zählt, das ist wirklich lange, aber wie man an dir sieht ist es nie zu spät für etwas. Aber umso früher desto besser oder?
Ich wünsche dir aller erdenklich gute dieser Welt und mach weiter so.
Liebe Grüße Ronja. |
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| Lyla hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
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Robert aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 557 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 08.12.2005, 14:33 Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Hallo Ronja,
wenn ich könnte, würde ich ihm jetzt sagen, er solle sein Leben ohne "sein" kiffen auf die Reihe bringen und dich nicht gehen lassen, denn ich weiss er wird es irgendwann bereuen, aber diese Erkenntniss muss er selbst bekommen. An deiner würde ich ihm jetzt diese Woche "bedenkzeit" geben, ohne auf ihn zuzugehen, er sollte wissen, dass es dir ernst ist, mit deiner Handlungsweise!
Warum sollte er etwas ändern, wenn du doch jeden Tag "auf der Matte" stehst? Auch wenn es hart ist für dich.
Nach langer Sucht (auch 5 Jahre sind lange) merkt man gar nicht mehr soviel beim kiffen, der typische "Lachflash" ist weg, es ist ansich mehr das Ritual das noch wirkt, die Meinung, man benötige es zur Entspannung, obwohl es einen mehr unter Druck setzt und das Gegenteil bewirkt.
Also sollte denken kein Problem sein, ich wusste immer, was für ein "Mist" ich mache, aber es hilft nicht, man macht es trotzdem, die Sucht ist leider stärker, solange man nicht zu 100% bereit ist, dagegen anzugehen.
Ich war während meiner Sucht, ein typischer "Feierabend-Kiffer", also weder morgens, noch auf der Arbeit brauchte ich den Konsum, dafür aber umso mehr am Abend, es war sogar wichtiger als Essen, soll heissen, die erste Handlung, als ich zuhause war, war das Rauchen, erst danach konnte ich über "normale" Dinge wie Essen etc. nachdenken.
Insofern ist meine Sucht nie einem Arbeitgeber aufgefallen, auch konnte ich psychische Tiefs und Flashbacks Schauspielerisch verdecken, man wird sehr erfinderisch, wenn es darum geht, eine Sucht zu verstecken!
Nach beenden meines Konsums, habe ich mich sehr verändert, sowohl im Umgang mit meinen Mitmenschen, als auch mit mir selbst.
Ich habe meinen kompletten "Kifferfreundeskreis" aufgegeben, habe allen erzählt, was ich mache und was mir wichtig ist und gesagt, dass Kiffer-Kontakte nicht mehr in mein neues Leben passen und habe ganz von vorne angefangen, es geht nicht anders, andernfalls hält man sich immer eine Tür in das "alte" Leben offen und das geht nicht gut, deswegen brauchte ich ja auch eine 2te Entgiftung, weil ich mein Leben nach der ersten eben nicht komplett neu struktuiert habe! Alle veränderungen im einzelnen aufzuführen, würde den Rahmen hier sprengen, es ist ein ganz anderes Leben ohne diesen Zwang und ich liebe es!
Aufgrund meines Interesses an dem Thema, mache ich ehrenamtliche Arbeit für die Dortmunder Drogenberatungsstelle an Schulen hier im Umkreis und lasse mich aktuell zum Suchthelfer ausbilden über den Kreuzbund.
Wer wenn nicht ich, kann Kindern, Jugendlichen oder abhängigen Erwachsenen etwas über dieses Thema näherbringen, eben Erfahrungen aus erster und nicht aus zweiter Hand!
Auch möchte ich versuchen, hier in Dortmund, eine reine Kiffer-Selbsthilfegruppe zu etablieren, was aber noch ein weiter Weg ist.
Ich wünsche dir, dass er zur Einsicht kommt und dadurch eure Beziehung rettet, halte mich auf dem laufenden!
LG Robert
P.S.: Ich weiss jetzt nicht, ob das jetzt eine gute Idee ist, aber vllt kannst du ihm ja mal deine Beiträge und meine Antworten hier zeigen! |
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Lyla neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 06.12.2005 Beiträge: 11
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Verfasst am: 09.12.2005, 11:43 Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Hallo Robert,
gestern Abend war blöd. Hätte meine Freundin bloß ihren Mund gehalten. Aber kann ich ihr auch nicht verübeln, weil ich hätte es ihr wahrscheinlich auch gesagt. Wäre ich 5 Minuten ehr losgefahren wär ich ihm wahrscheinlich über den Weg gelaufen. Ich hätte ihn gerne gesehen aber dann auch wieder nicht. Ich hab ihn schon lange nicht mehr bekifft gesehen und ich will es auch nicht. Es macht mich noch trauriger wenn ich ihn so sehe, weil er sieht dann fertig aus, nicht mehr so wie immer. Mein einzigster Trost ist, dass er auch findet er sieht fertig aus wenn er am nächsten Tag in den Spiegel guckt. Ich bin so wütend auf ihn, weil er mir so weh tut. Aber ich bin ja selbst Schuld, ich weiß ja das er jetzt eh kiffen wird, ich muss ja nicht hier sitzen und mich damit beschäftigen und heulen. Ich habe lauter kleine Rachepläne im Kopf, womit ich ihm weh tun könnte, aber das würd auch alles nichts nützen, weil in der Phase in der er sich grad befindet, würde er eh nichts zugeben und sehen, dass er mich so schnell wie möglich wieder los wird. Meine Freundinnen sagen, er weiß genau, dass er das mit dir machen kann, er nimmt sich ne Woche oder zwei und dann kommt er wieder und er weiß genau, dass du ihn wieder zurück nimmst.
Ich weiß, dass schlimmste was ich ihm antun könnte, wäre, dass ich ihm sage, dass ich ihn nie wieder sehen will. Aber ich liebe ihn und ich weiß, dass ich das niemals sagen würde. Und das wäre ihm wahrscheinlich auch grad egal. Ich würde gerne mit seinen Freunden reden, aber das wär auch blöd, weil es sind ja seine Freunde und denen soll es wohl egal sein, ob er kifft oder nicht, weil an denen lässt er seine schlechte Laune ja nicht aus.
Dein erster Satz deiner vorrangegangen Nachricht hat mich traurig gemacht. Egal wer kommt und es ihm sagt und wenn´s Gott höchstpersönlich ist wird er es nicht lassen, wenn er selbst nicht will. Du hast Recht. Aber das ist so verdammt unfair.
Ich bin wütend und traurig zu gleich
Liebe Grüße Ronja
P.S.: Hab ich auch schon überlegt, aber ich bin mir unschlüssig, eigentlich würde ich gerne aber auf der anderen Seite könnte es auch so ausgehen, dass er es blöd findet, dass ich über seine Probleme rede und so schlimm ist das ja gar nicht bla bla und dann bin ich wieder die Doofe. |
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| Lyla hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
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Robert aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.03.2005 Beiträge: 557 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 09.12.2005, 16:26 Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? |
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Hallo Ronja,
ich kann deine Gedankengänge sehr gut nachvollziehen, deine Wut auf ihn etc., aber du würdest dir selbst keinen gefallen tun, ihnen nachzugeben, er würde sich noch mehr von dir zurückziehen und die Situation würde noch schwieriger.
Du solltest von dir nicht als "schuldige" sprechen, schliesslich kannst du ja nichts für SEIN Suchtproblem. Sagt dir Co-Abhängigkeit etwas?
Ich muss da deinen Freundinnen recht geben, er wird solange nichts ändern, solang du ihn immer wieder mit offenen Armen empfängst, insofern bleibt dir ansich nur ein Weg, ihm klar zu machen, dass du so nicht weitermachen willst und kannst. Vielleicht gehen bei ihm dann die "Alarmglocken" an und er bekennt sich zu seinem Problem. Sollte dies der Fall sein, kannst du ihm ja anbieten, ihm hilfreich zur Seite zu stehen, vorausgesetzt, er will an sich und seinem Problem arbeiten und etwas dagegen unternehmen. Das wäre dann auch der Zeitpunkt, professionelle Hilfe in anspruch zu nehmen. Dass könnte ein Gespräch mit seinem Hausarzt oder einer Drogenberatungsstelle sein, die ihm Wege aufzeigen können, wie man aus diesem Dilemma herauskommt.
All das funktioniert aber nur, wenn er den Willen hat!
Ein Gespräch mit seinen Freunden, wird nichts bringen, denn ich gehe mal davon aus, dass auch sie kiffen, insofern werden sie ihm dann den Rücken stärken...es sei denn, es ist ein "echter" Freund dabei, der selbst nicht konsumiert und zugang zu ihm hat. Ich weiss aber, dass ich damals nicht auf Freunde gehört habe, die mit mir darüber sprechen wollten, denn ich war immer der Meinung, ich könne jederzeit darauf verzichten, wenn ich nur wolle... da wären wir wieder bei dem typischen Selbstbetrug und das kann ein Abhängiger verdammt gut...sich selbst belügen!
Wie ich es auch drehe und wende, du wirst nicht umhinkommen, ihm die Pistole auf die Brust zu setzen, dass es eine gemeinsame Zukunft für dich mit ihm nur geben kann, wenn er etwas für sich tut und damit auch für euch! Andernfalls wird das eine "unendliche Geschichte" und wie soetwas ausgeht, habe ich selbst erlebt...
LG Robert
P.S.: Ich würde ihm das hier auch nur zeigen, wenn er sich besinnt und hilfe annehmen möchte, dann könnten ihm die Beiträge hier vermitteln, dass er nicht alleine da steht, mit seiner Sucht und der daraus resultierenden Probleme. |
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| Robert hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
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