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Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig?

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Lyla
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 10.12.2005, 13:51    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Robert,

dieses Messer in der Werbung macht mich ganz nervös, da muss man ja Rachegelüste bekommen Sehr böse .
Ja, co-abhängigkeit sagt mir etwas, ich habe wahrscheinlich auch einige Anzeichen dafür an mir. Aber ich frag mich manchmal, würden alle Menschen so reagieren oder gibt es auch einige, die sofort sagen: So geht das nicht weiter, ich bin nicht glücklich und kann dir nicht helfen deswegen verlasse ich dich. Sehr wenige wahrscheinlich denke ich und die haben so eine gefestigte Persönlichkeit. Na ja, aber das hätte ich vorher auch von mir behauptet. Aber wenn man liebt denkt man immer, Liebe geht über alles, ist das Wichtigste und überhaupt versetzt Liebe Berge. Dem ist aber wohl in der Realität selten so, aber man kann ja trotzdem dran glauben.
Ich merke bei mir, sobald er außer Reichweite( mehr als 100 km sag ich mal pauschal) ist, geht es mir besser, weil ich einfach weiß, ich kann nichts machen, ich kann mich nur ärgern, wenn er nicht anruft.
Wenn er allerdings 3 Häuserblöcke von mir weg ist, macht es mich rasend, ich würde am liebsten hinfahren und ihn den ganzen Tag beschatten. Bescheuert, als wenn ich nichts besseres zu tun hätte.
Ansonsten, ja ich bin anhänglich, klammer und hab Angst verlassen zu werden, und würde meinen Freund am liebsten immer bei mir haben. Diese Eigenschaften hatte ich schon vorher, wenn dann natürlich der Freund noch ein Suchtproblem hat, kommen all diese Eigenschaften doppelt zur Geltung und dazu kommen noch andere unangenehme Eigenschaften.
Alle haben gesagt, lass dem Jungen mehr Freiheit, eng ihn nicht so ein. Ja ich weiß, aber ich konnte nicht mehr unterscheiden, hab ich ihn eingeengt, weil ich ihn bei mir haben wollte oder weil ich Angst hatte, dass er kifft. Eine Mischung aus beidem macht alles doppelt so schlimm.
Hinterher sagt man immer, es hätte alles anderes laufen können, was wäre wenn. Aber es bringt eh nichts.
Das einzigste, wo ich mir sicher bin, ist seine Liebe, obwohl ich die auch oftmals hinterfragt habe, aus Angst, er könnte mich vielleicht doch nicht lieben und aus Erfahrung, weil er ja schonmal Schluß gemacht hatte.
Wie bescheuert kann man dazu nur sagen, wenn´s passiert, passiert´s, die Sicherheit habe ich nie.
Aber vielleicht liebt er mich ja wirklich nicht mehr? Kann ja auch sein, aber das glaub ich nicht. Bis jetzt hatte ich immer ein recht gutes Gefühl für sowas.
Seine Freunde kiffen nicht alle, aber ob irgendwer Zugang zu ihm hat, glaub ich weniger. Ich weiß nur, dass er wohl schonmal angesprochen hat, dass er ein Problem mit dem Kiffen hat, bzw. meinte er zu mir, dass seine Freunde das wüssten. Er hat auch gesagt, dass er das Zeug meistens besorgt oder auch alleine kifft. Weil früher hab ich immer seine Freunde als Übeltäter gesehen, die bösen, die meinem armen Freund zum kiffen zwingen. Viele sind nur "Bekannte", es sind 2 dabei, mit denen er wirklich mehr zu tun hat. Und sein anderer bester Freund wohnt weiter weg. Zum Beispiel ist er mit seinen Freunden mal weggefahren und hat dort nicht gekifft und seine Freunde haben zu ihm gesagt, dass sie das gut fänden. Aber hat auch nicht viel gebracht. Die haben wahrscheinlich auch nicht die Zeit und Lust sich damit auseinander zusetzen, weil es sie ja nicht näher betrifft, jeder ist ja erstmal sich selbst am nächsten. Wenn ich ne Freundin hätte, die ein Problem hätte, würde ich auch mit ihr sprechen und wenn sie das nicht einsieht und mich stört es zu sehr, würde ich wohl den Kontakt abbrechen, aber bei der würde ich wahrscheinlich nicht anfangen sie jeden Tag zu kontrollieren.Seine Freunde denken wahrscheinlich auch, na ja, mal kifft er mal nicht, machen viele, hab ich kein Problem mit, er sagt auch es geht ihm gut, also super.
Aber ich weiß eben auch, dass er mir am meisten erzählt hat von sich, was die nicht wissen. Schauspielerische Künste hat er auch sehr gute und gut lügen konnte er auch schon immer. Außer bei mir, ich hab´s sofort gesehen wenn er lügt.
Kleiner Exkurs:
Studieren ist glaub ich die schlimmste Zeit im Leben, oder es liegt am Alter, weil man zum ersten Mal in die Situation kommt, wirklich über sein Leben nachzudenken und man hat auch noch soviel Freizeit. Ich kenne viele die so ne Phase durch gemacht haben, wo sie nicht weiter wussten, mach ich das richtige oder nicht? Ich kenn auch viele, die erst angefangen haben zu kiffen, als sie mit studieren angefangen haben und das waren auch all die Leute, die das ne Zeit lang gemacht haben und dann wieder aufgehört haben. Das schlimme ist ja, egal wo man hin kommt, es wird ja schon fast überall gekifft. Es wird auch überall getrunken. Studieren = Party machen. Ist ja auch normal irgendwie und die Leute machen das ne Zeit lang und dann ist Schluß und man wird ruhiger. Aber für Leute die anfällig dafür sind, bergen sich da viele Gefahren. Und das wird glaub ich viel zu wenig thematisiert, es gibt tausend Organisationen an der Uni, auch ne Psychologische Beratung, aber denen sind Suchtprobleme auch ne Nummer zu groß.
Die Leute haben wahrscheinlich auch Angst mit ihren Problemen in die Öffentlichkeit zu gehen, weil sie Angst haben Verurteilt zu werden. Obwohl das eigentlich blöd ist, weil ich würde den Menschen bewundern dafür, dass er es geschafft hat und seine Probleme in den Griff bekommen hat und die meisten anderen auch. Weiß ich alles nicht, denke ich mir so.
Ach ja, dass mit der Kifferselbsthilfegruppe finde ich eine super Idee. So weit kann der Weg doch nicht sein?! Ich wünsch dir auf jeden Fall, dass das klappt, wäre eine gute Sache.

Ein schönes Wochenende wünsch ich dir noch. Smilie
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Lyla hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
Robert
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.03.2005
Beiträge: 557
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 10.12.2005, 18:07    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ronja,

es gibt da ein Stichwort, auf das ich sofort "angesprungen" bin, das "Klammern", in seiner Situation, ist genau das, dass "falsche"! Durch seine Sucht, entzieht er sich ja, sich selbst und auch dir, soll heissen, je mehr du klammert, umsomehr wird er sich dir entziehen, ergo erreichst du durch das klammern genau das Gegenteil, auch das kenne ich von meiner Ex und langsam finde ich diese Gleichheiten unheimlich...
Auch meine schauspielerischen Fähigkeiten sind, oder waren hervorragend, nur dadurch konnte ich im "normalen" Alltag und Arbeitsleben weiter funktionieren mit meiner Sucht!
Du wirst es nicht gerne hören, aber je mehr wir hier kommunizieren, umso mehr bin ich mir sicher, dass eure Beziehung nur eine Zukunft haben kann, wenn er sich besinnt und DICH und nicht sein kiffen über alles stellt, ich wünsche dir nachwievor, dass er zu der Einsicht gelangt!

Du hast richtig erkannt, dass auf Partys, Feten, wie auch immer, ein Umgang mit Alkohol und Drogen mehr und mehr zur normalität wird, schliesslich haben ja nicht alle Menschen, die mal trinken und kiffen, nicht gleich ein Suchtproblem! Es liegt an einem selbst, zu erkennen, wo hört "normaler" Umgang auf und wo fängt gefährlicher an.
Das ist genau das, was ich bei meiner Suchtpräventativen thematisiere, ein "verteufeln" bringt gar nichts, wohl aber Aufklärung! Wer aber eine Persönlichkeitsstörung, oder massibe persönliche Probleme hat, neigt zu übermässigem Konsum und damit auch zur Anhängigkeit. Ich kenne soviele Leute, die einen "normalen" Umgang mit Alkohol und Drogen "pflegen" ohne dabei eine Abhängigkeit auszuprägen und die meisten hören gerade beim kiffen, meist von alleine wieder auf, sobald ein Berufs oder Familienleben ansteht.
Wer von uns kennt nicht wen, der/die sich auf einer Feier mal die "Kante" gibt und dann wochenlang nicht einen Tropfen mehr zu sich nimmt, einfach, weil nicht darüber nachgedacht wird, weil es eben kein Problem für den/diejenige darstellt. Für jemanden, der aber zu Suchtverhalten neigt, ist so ein "normaler" Umgang aber undenkbar, deswegen gilt ja auch der Leitsatz "Einmal Abhängig, immer Abhängig" und nur die totale Abstinenz, kann helfen, sein Suchtproblem zu verarbeiten und dann auch damit abzuschliessen!

Mein Weg, so eine "Drogengruppe" aufzubauen, ist deshalb noch lang, da erst die ausbildung zum Suchthelfer ansteht und die 5 Seminare innerhalb des Kreuzbundes über 1 Jahr verteilt sind! Ich fange erst 2006 damit an, also wird es noch etwas dauern.

LG Robert und ein schönes WE für dich Winken
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Robert hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
Lyla
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 12.12.2005, 22:19    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Robert,

abwarten, nicht klammern, dass ist so gemein. Aber da kann man wohl nichts machen. Ich kann mich auch nicht entscheiden, auf der einen Seite, will ich so sehr, dass er sich bei mir meldet, auf der anderen Seite bin ich so unwahrscheinlich wütend. Vielleicht brauche ich ja auch mal Unterstützung von ihm. Also warte ich weiter, obwohl ich am liebsten hinfahren würde.
Ich stelle mir das so schwierig vor, wenn man vor dem ganzen Umfeld seine Sucht verheimlicht, ist das nicht unheimlich belastend? Ist es dann so erlösend seiner Sucht nachzugehen, macht einen das dann so glücklich, dass man alles andere vergisst? Vorallem warum fällt es diesen Menschen so schwer sich zu öffnen? Vorallem kriegen viele Leute trotz Sucht ja ihr Leben noch auf die Reihe, ist es dann nur schwieriger?
Es ist auch wirklich schwierig abzugrenzen, wann eine Sucht beginnt, der Freund von meiner Freundin zum Beispiel trinkt nur wenn er weg geht, also nicht zu Hause. Er geht dann aber auch so 2, 3, oder 4 mal die Woche weg und dann trinkt er aber nicht ein Bierchen und das war´s, sondern er trinkt bis er irgendwann lallend nach Hause geht. Da ist es eben auch schwer, ist das eben so eine Gewohnheit, wenn ich weg gehe dann trinke ich auch nicht nur ein Bier oder ist das auch schon eine Sucht? Ganz normal ist es auf jeden Fall nicht denke ich.
Arbeitest du so eigentlich nicht? Oder wann machst du das mit der Ausbildung zum Suchthelfer? Ich finde es auf jeden Fall super toll von dir! Das nächste Jahr fängt ja bald an, dauert ja nicht mehr lange! Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen für dein Vorhaben und hoffe, dass das alles klappt! Sehr glücklich

Einen schönen Abend dir noch,
Ronja
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Lyla hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
Robert
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.03.2005
Beiträge: 557
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 13.12.2005, 13:03    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ^^

So sollte das in einer funktionierenden Beziehung sein, ein geben und nehmen, also beide brauchen mal ein Schulter an die man sich anlehnen kann, soweit zur Theorie, für einen Suchtkranken sieht das oftmals anders aus, wenn es ihm schlecht geht, zieht er sich oftmals zurück, er weiss ja warum es ihm schlecht geht, mag das aber kaum zugeben, würde also auch nicht um Zuwendung "betteln" sondern verfällt umsomehr in sein Suchtverhalten, ein Teufelskreis schliesst sich!
Eine Sucht in seiner Umwelt zu verheimlichen, braucht viel Kraft, es gibt aber unterschiede! Einem Alkoholkranken sieht man es oftmals an, mal als Beispiel, gerötete Haut, Augenringe etc., dass zu kaschieren, wird irgendwann unmöglich, variiert aber je nach Konsumdauer und Menge.
Bei Cannabis ist das nicht so, zumindest bei mir war es so, ich hatte nie oder selten äusserliche Anzeichen, höchstens mal zu wenig Schlaf, aber das kennt ja jeder und lässt sich simpel entschuldigen und wird nicht weiter hinterfragt, es war also nie ein Problem für mich. Seelisch sieht das schon anders aus, aber wie weiter oben geschrieben, lässt sich das mit schauspielerischem Talent auch überspielen!
Die Frage wann eine Sucht beginnt, kann der Süchtige sich am besten selbt beantworten, ich denke zu jedem spricht irgendwann die innere Stimme, die einem sagt, wann ein kontrollierter unbedenklicher Konsum in eine Sucht kippt. Wenn also der Freund deiner Freundinn, deshalb oft ausgeht um zu trinken, weil er es zuhause unterdrückt, sich die "Ausgehfrequenz" steigert, also anfangs 2 mal die Woche, dann 3, dann 4 mal, ist er auf dem besten Wege Alkoholkrank zu werden!
Wie es bei dir ist, kann ich aufgrund fehlender Mengenangaben nicht sagen. Wie oft gehst du aus? Wieviel Bier trinkst du dann? 3 Bier, oder 10?
Ich denke aber, auch deine innere Stimme sagt dir, inwieweit du gefährdet bist.
Versuch einfach, beim nächsten mal, nur nichtalkoholische Getränke zu trinken, hast du dann genauso viel Spass wie mit, sollte das passen, wenn nicht, denke einmal darüber nach!

Aufgrund meines Unfalls, kann ich meine beiden erlernten Berufe nicht mehr aussüben, lt. Gutachten des Arbeitsamtes, bin ich nicht vermittelbar, was ich zwar für blödsinn halte, aber seitens des Amtes habe ich wohl nicht viel zu erwarten, diverse Verfahren mit Versicherungen und Rententräger sind aber noch anhänglich und so warte ich erstmal ab. Eine "sitzende" Tätigkeit könnte ich aber zu 100% erfüllen und hoffe, dass mir mal eine Umschulung angeboten wird, was mit zunehmenden Alter natürlich nicht einfacher wird, aber ich fühle mich halt nicht so, als solle es das gewesen sein!
Aus dem Grund suche ich mir halt Beschäftigung und im Moment sind das ehrenamtliche Tätigkeiten.
Ausserdem mache ich Musik, male und lerne eine Menge über und mit dem Computer, langeweile kenne ich nicht!
Ich danke dir für deine netten wünsche und bis bald...

...LG Robert
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Robert hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
Lyla
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 14.12.2005, 17:59    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi ^^

Ja, da kann ich dir mal wieder nur zustimmen.
Beziehungen sind ja so kompliziert und trotzdem will man nicht auf sie verzichten Smilie vorallem wenn man den Menschen so sehr liebt.
Das mit den äußeren Anzeichen ist schwer, aber ich finde man sieht es schon, wenn ich mal Fotos vergleiche. Aber wenn ich den Menschen nicht kennen würde, würde ich es wahrscheinlich auch nicht wahrnehmen. Die Ausrede mit dem zuwenig Schlaf zieht ja immer. Man kann ja auch mal einfach so schlecht aussehen. Aber ja, bei Alkoholkranken ist das schon auffälliger, vorallem zeichnen sich die Jahre bei denjenigen auch viel schneller im Gesicht ab. Alkohol und Zigaretten mag die Haut eben nicht.

Oh, da hab ich mich wohl falsch ausgedrückt und einen "Ich-Satz" geschrieben der gar nicht auf mich bezogen ist, sondern darstellen sollte was der andere sagt Verlegen Meine Logik ist manchmal etwas verdreht, deswegen wunder ich mich jedesmal wieder wenn mich die anderen nicht verstehen, weil für mich ist das alles super logisch.
Meine Frustsaufphase hab ich hinter mir, da hab ich auf jeder Party soviel getrunken, dass man mich nach Hause tragen musste, weil ich einfach kein Ende gefunden habe und ich es mir nicht vorstellen konnte ein Wasser zwischen durch zu trinken. Ausserdem war das so eine Angewohnheit, vorsaufen, zur Party gehen, weiter saufen. Man denkt, man hat kein Spaß ohne Alkohol.
Alles eine Sache der inneren Einstellung, aber grad die zu ändern ist ja schwer.
Jetzt trink ich normal, zu Hause eigentlich gar nicht, mal zum Abendessen ein Glas Wein oder wenn ich mit einer Freundin was trinken gehe und auf Partys geh ich nicht mehr so oft. Na ja, auf mancher Party trinkt ich dann doch mal zuviel, aber solange das alle 3 Monate mal vorkommt, mach ich mir da keine Gedanken. Ich bin ja auch noch jung. Aber das ist wohl keine Entschuldigung, sagen die Leute aber immer wieder gern.

Grad wenn ich emotional nicht gut drauf bin, bekommt mir der Alkohol gar nicht und deswegen trink ich dann nicht mehr soviel, weil ich weiß, dass ich dann peinliche Sachen mache, die ich sonst nicht gemacht hätte. Das gleiche mit dem Kiffen, da bin ich wohl auch zu emotional, ich fand das nie entspannend, mit fremden Menschen konnte ich gar nicht sein, da hab ich Panik bekommen und dachte die sehen mich alle komisch an und bei Menschen die mir vertraut waren, musste ich immer alles hinterfragen und ich dachte mein Gegenüber verheimlicht mir was oder ich dachte ich blute oder so´n Scheiß. Also lass ich da besser auch die Finger von.
Das passt auch zu der Aufklärungsarbeit, was du mal geschrieben hast. Also bei mir wirkt das, je mehr ich über etwas erfahre, wie negativ die Sachen sich auswirken können, desto mehr Angst hab ich davor und lass lieber ganz die Finger davon, obwohl ich vielleicht neugierig bin, die Angst ist größer. Aber ich denke mir, grad bei Jugendlichen ist das schwierig. Da weiß man noch gar nichts über sich und man lebt einfach ohne sich Gedanken zu machen.
Seit wann kann das Arbeitsamt solche Gutachten ausstellen, muss das nicht ein Arzt machen? Auf jeden Fall schade. Aber ich find es gut, dass du diesen ehrenamtlichen Tätigkeiten nachgehst. Könntest du dich nicht in eine andere Richtung umschulen lassen, als Sozialarbeiter oder so oder muss man dafür studieren? Auf jeden Fall ist dieses Seminar zum Suchhelfer ja schon mal was Gutes. Smilie
Und wenn du dich nicht langweilst ist das umso besser, dass freut mich. Smilie

Lieben Gruß,
Ronja
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Lyla hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
mika
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 15.12.2005
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 18.12.2005, 22:24    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lyla!
Robert hat mich gerade auf deinen Thread hingewiesen, weil ich eigentlich genau das gleiche Problem habe wie du. Nur mit dem Unterschied, dass ich nicht sehr lange mit demjenigen zusammen war, für dich ist es noch härter und ich kann das alles sehr gut nachvollziehen!
Ich habe mich vor ca. eineinhalb Jahren sehr in jemanden verliebt. Das war so eine Liebe, wo ich meine Hand für ins Feuer gelegt hätte, dass das der richtige Mensch für mich ist. Es war einfach alles schön mit ihm, leidenschaftlich, zärtlich und das größte Verliebtheitsgefühl, dass ich seit langem erlebt habe.
Aber irgendwas hat an ihm nicht gestimmt. Man konnte sich nicht darauf verlassen, dass er vorbeikommt (obwohl er doch genauso verliebt war, wie ich, das hat man gemerkt) und wenn, dann nur Abends. Wenn er da war, haben wir immer was getrunken und er hat sich einen geraucht. Er konnte nicht ohne einschlafen, hatte ich das Gefühl. Überhaupt war es ihm meistens immer zu früh, "schon" um zwölf schlafen zu gehen.
Dann fing er an, bei jeder Kleinigkeit in die Luft zu gehen und alles auf mich zu schieben. Im Nachhinein waren es wahrscheinlich viele Faktoren: ich kiffe nicht und er hat bemerkt, dass sein Leben für die Drogen aufgebaut war. Er hat davon und dafür gelebt...
Der andere ist immer ein Spiegel, der einem vorgehalten wird und man merkt dann erst so richtig seine Schwächen und Ängste. In seinem Fall sein Selbstbetrug und seine Selbstzweifel.
Es war für mich so schlimm, dass mir dieser Mensch, in den ich doch verliebt war, immer sagte, dass ich Schuld an unseren Problemen war. Es war nie von ihm zu erwarten, dass er mal von sich redet und seinen Schwierigkeiten. ICH war immer die Böse.
Nach einem Streit hat er einfach "zu" gemacht und war teilweise für eine Woche nicht mehr zu erreichen, obwohl er wußte, dass es mir so schlecht dabei ging. Es war ihm egal!
Ich habe so etwas noch nie erlebt!
Irgendwann war es dann ganz vorbei und ich habe-obwohl wir nur sehr kurz zusammen waren- bestimmt zwei Monate heulend im Bett verbracht.
So einen Liebeskummer hatte ich noch nie und ich habe die Welt nicht verstanden.
Das ist jetzt wie gesagt eineinhalb Jahre her. Er hat sich aber Anfang des Jahres mir wieder angenähert. Es wurde zu einem freundschaftlichen/distanzierten Verhältnis. Wir konnten über alles reden, nur halt wenn es um ihn ging, ging gar nichts (er fühlte sich immer gleich kritisiert).
Dann hat er es sich plötzlich in den Kopf gesetzt, mich wieder zurück zu bekommen, nachdem ich ihm erzählte, dass ich einen "Neuen" habe.
Ich habe mich dann sogar ein Stück wieder auf ihn eingelassen. Das Spielchen ging von Vorne los, er ging sofort an die Decke, als er sich kritisiert gefühlt hat. Das waren Momente, wo ich so dachte: "hä?Was hab ich denn gesagt, dass er so verletzt ist?"
Er hat das extreme Bedürfnis nach Harmonie. Das haben wir alle, klar. Aber um Harmonie zu bekommen, muss man erstmal Harmonie in sich verspüren. Ich denke, dass er die Kifferharmonie meint, ohne sich selber ansehen zu müssen. Klingt hart, aber das ist jetzt Resultat von dem, was ich erlebt habe.
Vor ein paar Tagen habe ich zu ihm etwas gesagt, wo ich mir der Konsequenz, dass er nie wieder mit mir sprechen wird/mich hasst bewußt war: "ich glaube, du bist abhängig!"
Er hat mich gehasst, den Telefonhörer aufgelegt und ist seitdem nicht mehr zu erreichen.

Das Schlimme ist, dass ich trotz dem Ganzen in ihn verliebt bin! Ich würde ihm gerne helfen, weiß aber, dass das nicht geht.
Er sieht es ja noch nicht einmal so, dass er abhängig ist, wie kann er sich dann helfen (lassen)?
Robert hat recht: sich selber schützen und schnell zusehen, für sich was Gutes zu tun.

Lyla, wenn du aufhörst, ihn zu kontrollieren, ist er ganz auf sich geworfen. Es gibt zumindest nicht mehr die eine Entschuldigung für ihn, nämlich, dass es so viel Stress in eurer Beziehung gibt und er deshalb kifft.
Aber das ist leichter gesagt, als getan, wenn man jemanden liebt.
Loslassen ist das schwierigste im Leben, aber das müssen wir leider immer wieder.
Ich wünsche dir sehr, dass du das schaffst und glücklich wirst!
Zieh dir den Schuh nicht an, dass du Schuld an der Misere bist. Damit machst du dich kaputt!

Und Robert: Respekt für das, was du geschafft hast und dafür, dass du jetzt deine Erfahrungen weiterträgst. Das ist wirklich eine Bereicherung!
Wenn mein "Freund" es doch irgendwann einmal einsieht, schlag ich ihm deine Gruppe vor Smilie (aber das ist wohl eher sehr optimistisch)
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mika hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
Lyla
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.12.2005
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 19.12.2005, 13:29    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi Mika,

du sprichst mir aus der Seele.

Bei uns war es am Anfang genauso und auch jetzt immer noch wenn wir uns nicht gerade gestritten haben. Wenn wir ausgegangen sind hat jeder zu uns gesagt, ihr passt so gut zusammen und geht so liebevoll miteinander um, sowas haben wir ja noch nie gesehen.
Es war auch so, nur folgte auf einen guten Tag meistens dann wieder ein Streit Tag. Mittlerweile hat es sich so eingependelt, ich weiß schon gar nicht mehr worüber wir streiten, immer dasselbe eigentlich und immer wieder werden alte Sachen hervor gekramt und es dreht sich alles im Kreis. Ich kann eigentlich gar nichts mehr differenzieren, was ist noch normal und was nicht.

Mit dem früh schlafen gehen, war es bei uns genau dasselbe, ich geh eigentlich relativ früh schlafen, weil ich grundsätzlich immer müde bin, er wollte meistens erst später gehen.
Alles was du schreibst, war bei uns früher genauso, irgendwann hab ich gemerkt, dass er nicht normal kifft, so ab und zu sondern öfter. Also fing ich an ihn anzuschreien, zu kontrollieren, alles mögliche. Er war extrem eifersüchtig, obwohl er gar keinen Grund hatte, meinte ich seh irgendeinen Typen an, oder der mich, obwohl das gar nicht so war. Wenn wir uns mal wieder richtig gestritten haben, hat er sich auch ein paar Tage nicht gemeldet und ich dachte mir das gleiche, wie du, warum meldet der sich nicht, wenn er mich doch liebt u.s.w.

Was ist bei all dem rausgekommen, eigentlich gar nichts, außer ein paar klare Momente, wo er es selbst zugegeben hat, dass er ein Problem hat und das er seinen Konsum eingeschränkt hat. Was schonmal gut ist, aber noch nicht die Lösung.

Die Schuldfrage, tja es fing so an, da hat er sich die Schuld für alles gegeben, was ihn natürlich noch fertiger gemacht hat. Dann im Laufe der Beziehung hat es sich umgekehrt, weil er war dann derjenige der sich geändert hat, weniger kifft und ich war immer noch die die aufeinmal noch unzufriedener war und noch mehr gemeckert hat als vorher und diejenige, die sich auf allem ausruht, dass er und das kiffen ja an allem Schuld ist und das wäre ja gar nicht so, sondern ich wäre auch kompliziert und hätte meine Fehler. Wollte ich natürlich nie einsehen, also wurd der Streit noch größer.
Irgendwann hab ich mir auch mal eingestanden, dass auch ich Fehler mache, ich weiß zwar nicht in wieweit sie durch sein Kiffen resultiert sind und in wieweit sie schon vorher vorhanden waren, sehr bestizergreifend war ich auf jeden Fall schon immer.

Das schwierige ist, ich denke die ganze Zeit daran, ich denke darüber nach, was passiert ist und ich fühle mich leer und dieses unruhige Gefühl bohrt sich durch meinen Magen und ich hasse dieses Gefühl.
Die Sache ist, ich weiß, dass ich nicht Schuld bin an seiner Misere, dass ist es nicht, vielleicht bin ich in einzelnen Beziehungstechnischensachen schuld, klar, da gehören immer zwei zu.

Es macht mich einfach traurig Weinen
Was mich so traurig macht, ist die Tatsache, dass der Mensch der behauptet, er liebt mich mehr als ich ihn, mir so weh tut und obwohl er sagt, er muss darüber nachdenken, ob er mich noch liebt, kann ich ihm das nicht glauben. Ich brauch ihn nur angucken und ich weiß Bescheid.
Ich kann nicht verstehen, dass eine Sucht so stark sein kann.

Im Moment, weiß ich selbst nicht was ich denken soll und was nicht, ich hasse warten, es macht mich wahnsinnig, aber wenn ich das nicht tue, stell ich blöde Sachen an, die mich noch trauriger machen, als ich ohnehin schon bin.

Warum hast du dich eigentlich wieder auf ihn eingelassen, wenn du schon einen anderen Freund hattest?

Ich würde dir sagen, lass dich nie mit einem Kiffer ein, dass kann nicht klappen, nur wenn er aufhört oder du anfängst. Das hat mir früher schon ein Freund von ihm gesagt, aber das wollte ich damals schon nicht hören.
Liebe steht über allem hab ich damals gedacht und da glaub ich auch heute noch dran, auch wenn es wahrscheinlich nicht so ist.

Aber wer nicht hören will muss fühlen. Jeder der mich kennt hat mir gesagt, der tut dir nicht gut, aber das will ich einfach nicht hören.
Ich liebe ihn so sehr und ich will ihn nicht verlieren.

Er wird dich wahrscheinlich wieder anrufen und dann kann ich dir nur empfehlen, den Hörer nicht abzunehmen.

Aber ich bin wahrscheinlich die falsche Person, um gute Tips zu geben, wenn ich mich an meine eigenen Tips nicht halte. Mit den Augen rollen

Lieben Gruß
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Lyla hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben
Robert
aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 07.03.2005
Beiträge: 557
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 19.12.2005, 15:09    Titel: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr ^^

Ich werde, wenn ihr einverstanden seid, Karsten mal bitten, diesen thread in "mein" Forum zu verschieben, ich warte aber ab, bis ihr euch dazu geäussert habt. Ich möchte ja nicht, dass ihr "euer" Thema nicht mehr wiederfindet Winken
Er wäre dann hier...
http://www.forum-alkoholiker.de/selbsthilfe-forum-18.html
...zu finden, ist das ok?

LG Robert
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Robert hat zum Thema: Re: Probleme, weil der Freund kifft, dadurch co-abhängig? geschrieben

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