| Vorstellung euw1966 • Verbrannt und wieder auferstanden wie Phönix aus der Asche |
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Sandmann neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.07.2008 Beiträge: 43 Alter: 53 Wohnort: An der Lahn
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Verfasst am: 14.02.2009, 11:30 Titel: Betrachtung über Alkohol zu Hause |
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ich habe mir oft anhören müssen, dass es nicht ratsam sei, in seinem häuslichen Umfeld Alkohol zu haben. Der Sinn sollte sein, in kritischen Situationen nicht so schnell an den "Problemlöser Nr.1" zu gelangen. Dabei ist mir immer wieder die Argumentation aufgefallen: der Lebenspartner kann ja auf Alkohol verzichten, wenn er mich wirklich liebt. Schließlich geht es bei mir um Leben und Tod.
Was Leben und Tod angeht, so ist jeder Alkoholiker dafür selber verantwortlich. Diese Last muß er alleine tragen. Abstinent leben zu wollen bedeutet im Endeffekt, auch eine andere Einstellung zur Sucht - und damit zu sich selber - zu erlangen. Weil die Sucht ein Teil von mir ist, das ich nicht abschütteln kann. Die häusliche Umgebung suchtmittelfrei zu halten ist eine gute Hilfe für den, der seine Labilität einzuschätzen weis. Jedoch mit der Verknüpfung - "ich bin krank" - "das ist fast ein Gesetz" - "wenn du mich liebst..." - eine Anforderung (Einforderung), die einem nicht zusteht.
Der Alkoholiker weiß am besten wie schwer es ist, Bedürfnisse zu unterdrücken oder hinten anzustellen. Aber genau das wird vom Lebenspartner meistens erwartet. Oft mit der oben genannten Begründung: ich bin krank.
Objektiv gesehen ist der Wunsch nach einem suchtfreien Raum nur das Eingeständnis der (noch) eigenen Schwäche gepaart mit der Knebelung des Partners.
Gruß Manfred |
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| Sandmann hat zum Thema: Betrachtung über Alkohol zu Hause geschrieben
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 14.02.2009, 12:05 Titel: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause |
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Hallo Manfred,
wie Du auch sagtes jeder ist für sich selbst verantwortlich und muss selber zusehen wie er mit dem Thema umgeht. Sicherer ist es meiner Meinung nach auf alle Fälle keinen Alkohol im Haus zu haben, gerade in der Anfangszeit.
Wenn ich früher mal wieder ne Trinkpause eingelegt hatte und noch Alkohol im Haus war, kreisten meine Gedanken immer nur um diese Flasche und es war klar das ich die irgendwann trinken würde.
Ich finde das hat auch nix mit knebeln zu tun und klar bin ich schwach bzw. gefährdet, ich bin nunmal Alkoholiker und daran sterben Jahrlich 40.000 nur in Deutschland. Alkohol ist ne ganz fieße schmutzige Droge und die kommt mir nicht mehr ins Haus, wenn da einer oder eine ein Problem mit hat, ist das nicht mein Problem.
Ersätze das Wort Alkohol doch mal durch eine andere Droge. Ist das schwäche wenn ein Ex- Junkie sagt ich will kein Heroin im Haus haben? Oder ist das ein Eingeständniss der eigenen Krankheit gepaart mit Vernunft und konsequenz?
Außerhalb meiner vier Wände kann jeder tun und lassen was er will aber hier wird kein Alkohol getrunken, nicht geraucht, die Schuhe ausgezogen und im sitzen gepinkelt.
Wem das nicht passt, da hinten ist ein Loch in der Wand, da kann man durchgehen und dahinter kann man all die tollen Sachen machen.
Liebe Grüße
Erdling |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause geschrieben
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Hartmut Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 10675 Alter: 49
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Verfasst am: 14.02.2009, 12:09 Titel: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause |
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Hallo Manfred,
| Zitat: | | Was Leben und Tod angeht, so ist jeder Alkoholiker dafür selber verantwortlich. | und desewegen ist für mich auch ein alkohohlfreies Zuhause einer der wichtigsten Grundbausteine.
| Zitat: | | Die häusliche Umgebung suchtmittelfrei zu halten ist eine gute Hilfe für den, der seine Labilität einzuschätzen weis. Jedoch mit der Verknüpfung - "ich bin krank" - "das ist fast ein Gesetz" - "wenn du mich liebst..." - eine Anforderung (Einforderung), die einem nicht zusteht. | Es ist für mich keine "Hilfe"sondern eine Krankheitseinstellung und hat nichts mit Labilität oder gar Willen zu tun.
Eine "Einforderung/Aufforderung" kommt ,meiner Meinung nach nur zu stande, wenn ich die Krankheit noch nicht in ihren ganzen Ausmaße, mit dem Partner besprochen habe, oder er selbst dem Alkohol einen höheren Stellenwert einräumt.
| Zitat: | | Objektiv gesehen ist der Wunsch nach einem suchtfreien Raum nur das Eingeständnis der (noch) eigenen Schwäche gepaart mit der Knebelung des Partners. | mein Partner fühlt sich nicht geknebelt da ich ihn aktiv in meine Trockenheitsarbeit einbinde , das ja unseres, weitere Zusammenleben bestimmt.
Gruß Hartmut |
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| Hartmut hat zum Thema: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32801 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 14.02.2009, 12:21 Titel: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause |
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Hallo Manfred,
mir wäre es auch egal, wenn meine Freundin es als Verzicht, Knebelung oder Einschränkung ihrer Freiheit betrachtet.
Wenn sie Alkohol trinken will, ist sie die längste Zeit meine Freundin gewesen.
Erst kommt meine Nüchternehit, dann kommt ne ganze Weile nichts und dann kommen andere Menschen.
Jeder Kompromiss, ob nun aus Leichtfertigkeit, Uneinsichtigkeit oder auch Liebe, ist und bleibt ein Kompromiss zu meiner Nüchternheit und ich gehe keine Kompromisse ein.
Trennung tut weh und Liebe ist ein starkes Gefühl, aber ein Risiko ist mir niemand wert.
Ich habe geliebt und sie wollte trinken und ich bin gegangen.
Ganz klar vor die Wahl gestellt, trinken oder ich. Sie wollte trinken, ich bin mit einem Koffer gegangen.
Es bleiben nur sehr wenige Menschen dauerhaft trocken und ich möchte dazugehören.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause geschrieben
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Paolo sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.12.2006 Beiträge: 2849
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Verfasst am: 14.02.2009, 12:21 Titel: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause |
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Hallo Sandmann,
| Zitat: | | Objektiv gesehen ist der Wunsch nach einem suchtfreien Raum nur das Eingeständnis der (noch) eigenen Schwäche gepaart mit der Knebelung des Partners. |
.. woher nimmst Du Dein Wissen?
Für meine Frau war es ganz selbstverständlich das sie hier
Zuhause keinen Alkohol mehr trinkt. Zu sehr hat die ganze
Familie unter meiner Sucht gelitten. Da ich hier Zuhause
der einzige bin der Alkoholiker ist, sehe ich auch keinerlei
Problem darin wenn hier bei uns der Alkohol tabu ist.
Meine Familie fühlt sich jedenfalls weder geknebelt noch
bevormundet, weil sie die Problematik erkannt haben.
Und als Schwäche habe ich meine Krankheit auch noch nie gesehen.
Paolo |
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| Paolo hat zum Thema: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 14.02.2009, 12:24 Titel: Ausnahmen über Ausnahmen... |
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Servus Sandmann,
als ich noch nass war, habe ich ähnlich abstruse Gedankengänge verfolgt. Meine Trinkpausen endeten jedoch immer wieder - beim Alkohol. Wie ich dann endlich meinen Tiefpunkt erreicht hatte und nichts anderes wollte, als trocken leben zu dürfen, da habe ich mich an das gehalten, was mir von langjährig Trockenen vermittelt wurde.
Irgendjemand hier im Forum hat mal "nachäffen" dazu gesagt, und ich habe ihm recht gegeben. Ja, ich habe erst mal gedankenlos nachgeäfft.
Warum? Weil diese Menschen mir eines voraus hatten: 5, 10, 20 oder mehr Jahre zufriedener Abstinenz. Also konnte in meinen Augen das, was diese Menschen gemacht haben, der Weg, den sie gegangen waren, soooo verkehrt nicht sein.
Mein Weg hingegen hatte ja immer wieder nur zurück zum Alkohol geführt.
Im Laufe der eigenen Trockenheit wuchs in mir das Verständnis und der Wunsch, mich von meinem Suchtmittel nicht nur dahingehend abzugrenzen dass ich keinen Alkohol trinke, sondern auch, dass ich weder Alkohol bevorrate und auch keinen in meinen eigenen vier Wänden haben möchte.
Du magst das als Knebeln des Partners empfinden - ich sehe es als Freiheit für mich. Wenn meinem Partner oder meinen Gästen der Alkohol wichtig ist, dann akzeptiere ich das ohne jedes "wenn" und "aber". Sie sollen ihren Alkohol haben und trinken, ich gönne es jedem.
Nur: ich möchte damit nichts mehr zu tun haben. Also werde ich mich dann entsprechend distanzieren. Ich kneble damit niemand, ich setze damit niemand unter Druck und ich drohe damit niemand.
Ich treffe meine Entscheidung für mich, nicht für oder gegen jemand anders. Welche Entscheidung derjenige trifft, ist ihm überlassen. Ich bin für mich, für mein Handeln und für meine Aussagen verantwortlich.
Ich bin aber keineswegs verantwortlich für den Anderen, für dessen Handeln, oder wie meine Aussagen von ihm aufgefasst oder bewertet werden.
In diesem Sinne: ein schönes Wochenende und jedem von uns den Grad an zufriedener Abstinenz, die er/sie sich selbst zugesteht.
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Ausnahmen über Ausnahmen... geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32801 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 14.02.2009, 12:37 Titel: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause |
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Hallo Manfred,
was mir grad wieder in den Sinn kommt, wenn ich spedi´s Beitrag lese, ist der Versuch andere Wege zu gehen, die fast nur von Menschen kommen, die ein paar Monate oder ein, zwei Jahre ohne Alkohol leben.
Die Alkoholiker, die über viele Jahre nüchtern leben, gehen in der Regel alle den gleichen Weg ( Außnahmen wird es immer geben, sind aber für mich kein Maßstab ).
Ich habe auch einfach nur nachgemacht, was andere Alkoholiker, die Jahre trocken waren, gesagt und vorgelebt haben.
Sie sprachen ja nicht aus der Theorie, wie sie sich ihr nüchternes Leben wünschen, nein sie lebten es in der Praxis und waren dabei nüchtern geblieben.
Deine Wunschvorstellung, die nichts anderes als Kompromisse sind, werden Dir Kraft kosten, weil Du versuchst, jahrelange Erfangen anzuzweifeln.
Ich kann mir Deine Gedanken jetzt vorstellen. Ich habe in meinen sieben ahren der Versuche auch so gedacht. Laß die reden, ich mache es so wie ich denke. Ich werde es euch beweisen und alles son Zeug, dass mir die Kraft und Energie genommen hat.
Ich wollte Grenzen austesten, wie weit ich von der Kompromisslosigkeit abweichen kann. Irgendwann wurde aber immer die Grenze überschritten und ich habe wieder gesoffen.
Warum machst Du Dir es so schwer?
Jeder kann es schaffen, aber er oder sie muß auch bereit sein, aus den Erfahrungen anderer Menschen lernen zu wollen und nicht nach eigenen Wegen zu suchen.
Das ist für mich ein typischer Thread zum Thema "Aufstand", der beweisen soll, dass es anders geht.
Viele Erfolg.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause geschrieben
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Nicole Gast
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Verfasst am: 14.02.2009, 13:21 Titel: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause |
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Hallo Manfred, | Zitat: |
Der Alkoholiker weiß am besten wie schwer es ist, Bedürfnisse zu unterdrücken oder hinten anzustellen. Aber genau das wird vom Lebenspartner meistens erwartet. Oft mit der oben genannten Begründung: ich bin krank.
Objektiv gesehen ist der Wunsch nach einem suchtfreien Raum nur das Eingeständnis der (noch) eigenen Schwäche gepaart mit der Knebelung des Partners. |
ich schreibe dir als ehemalige Partnerin eines nassen Alkoholikers.
Ich empfand die Jahre der aktiven Sucht als Knebelung.....und ich habe heute sicher kein Bedürfnis mehr Alkohol in meiner Wohnung zu haben...ich habe mich von meinem Partner getrennt und auch vom Alkohol, habe ich doch schon viel zu viel mit diesem Zeug erlebt das es nun an der Zeit ist das Leben so zu sehen wo Alkohol keine Rolle spielt.
Wenn ein Partner seine Bedürfnisse nach Alkohol in der Wohnung über die Krankheit seines Partners stellt....dann ist für mich etwas falsch. Dann sollte der Partner mal schauen was ihm wichtiger ist der Alkohol oder sein kranker Partner.
Und der kranke Partner sollte vielleicht mal schauen welchen Stellenwert er bei seinem "gesunden" Partner hat. So wie es für mich aussieht....stehst du nicht an erster Stelle.....nicht bei ihr und nicht bei dir.
Liebe Grüsse
Elocin |
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| Nicole hat zum Thema: Re: Betrachtung über Alkohol zu Hause geschrieben
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