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Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part

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Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 16:29    Titel: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo ihr Lieben,

seit einiger Zeit schon beschäftigt mich eine Frage: Sollte mein zukünftiger Partner auch ein trockener Alkoholiker sein oder ein Mann ohne Suchtkrankheit?

Ich bin da wirklich hin- und hergerissen. Manchmal denke ich nur ein Mann, der auch eine Suchtkrankheit hat, kann wirklich verstehen was in mir vorgeht. Auf der anderen Seite denke ich mir dann, was ist wenn sein Abstinenzwille eines Tages nicht mehr so stark ausgeprägt ist wie bei mir und er wieder regelmäßig zu trinken beginnt (meine keinen Ausrutscher, oder Rückfall).

Auf der anderen Seite wäre es auch schön, jemanden als Partner zu haben, der nicht Gefahr läuft suchtkrank zu werden. Der also immer einen klaren Kopf hat und da ist, wenn ich in Gefahr bin.

Ich hab keine Ahnung was besser ist. Wahrscheinlich ist es sowieso egal, wenn man erst mal verliebt ist.

Wer hat von Euch schon Erfahrungen gemacht und kann mir ein paar Tipps geben?

Vielen Dank und einen schönen trockenen Tag noch.
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Teufelchen hat zum Thema: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
hiippi
Gast






BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 17:00    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Teufelchen,

Das Zauberwort, heißt Partnerschaft, wenn Dich Partner, um deiner Selbstwillen liebt, sollte das eine Selbstverständlichkeit sein, das er von sich aus bereit ist, zu verzichten.
Das Geringste Risiko, ist dann zwangsläufig auch Trockener A.
Ansonsten ist die Gefahr, das es mit einen Rückfall endet, groß.
Da kann die Liebe noch groß sein, ich würde auf der A. freien Wohnung bestehen.
Keinen Kompromiß in diesem Punkt eingehen. Das ist für uns Lebenswichtig!
Das kann man wirklich fordern.
Ich denke, das immer noch genügend Möglichkeiten verbleiben, für ein verantwortliches und selbstbestimmtes Leben.

Das braucht sicher seine Zeit, den die Wege des „Herrn “ sind manchmal „finster“ und „unergründlich“, aber das muß andere „Rest“ der Menschheit auch eingehen, das Risiko des Lebens.

Liebe Grüße
Sebastian
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hiippi hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
Helga
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 19.07.2005
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 03.12.2005, 17:06    Titel: einen trockenen alkoholiker als partner oder Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich heiße Helga und lebe Gott-Sei-Dank im Heute

Als ich mich von meinem Partner trennte, bzw. ehrlicherweise bin ich gegangen, bevor er ging....... habe ich noch getrunken. Als ich trocken werden durfte und mittlerweile auch nüchtern Smilie stellte sich mir die gleiche Frage. Bzw. als ich zu Beginn meine Trockenheit in die SHG ging, konnte ich mir gar nicht vorstellen, überhaupt mit "normalen" Menschen, was immer ich darunter verstand, überhaupt wieder in Kontakt treten zu können. Ich habe mich in der SHG sehr wohl gefühlt und die Leute "draußen" waren die Menschzen, die mich sowieso nicht verstanden.

Im Laufe der Jahre hat sich einiges geändert, aufgrund von Erfahrung im trocken gelebten Leben, leben pur, ohne jegliche Mittelchen.

Eine Erfahrung ist, aus zwei kranken wird noch lange kein Gesunder und ich muss es selbst ausprobieren, wenn die Zeit reif ist für gesunde Partnerschaft. Und dazu gehört immer wieder, erhlich zu mir zu sein.

In amerikanischen Meetings habe ich folgendes gehört: Im ersten Jahr der Trockenheit sich eine Pflanze zu kaufen und zu hegen und zu pflegen.
Wenn sie nach einem Jahr nicht kaputt gegangen ist, soll man sich ein Haustier anschaffen und wenn das das Jahr überlebt, kann man über Partnerschaft nachdenken. Lachen

Euch allen einen schönen 2. Advent, ob mit oder ohne Partnerschaft

herzlichst Helga
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Helga hat zum Thema: einen trockenen alkoholiker als partner oder geschrieben
soul42
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 05.05.2005
Beiträge: 425
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 04.12.2005, 11:05    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

guten morgen,

ersteinmal wünsche ich einen schönen 2ten advent.

zum thema partnerschaft. ICH kläre von anfang an auf, ich sage beim kennenlernen schon, dass ich trockene alkoholikerin bin, und dann kommen schon die fragen: macht es was wenn ich mal...
ich bin, wie ich hier schon des öfteren in einigen beiträgen geschrieben hatte, in diesem punkt egoist. ich mag es nicht, wenn meine partnerin nach alkohol riecht. sie könnte gern ein glas bier oder wein trinken, nur dann ist am abend mit keinem kuss mehr zu rechnen Winken, aber ich denke mal, wenn man liebt, kann der oder die partner/in damit leben, denn MEIN leben steht auf dem spiel, ICH möchte gesund bleiben, denn auch nur DANN funktioniert UNSERE beziehung. und wenn meine partnerin mich liebt, kann sie auch damit umgehen, dass ich krank bin.
lg soul
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soul42 hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
Gerd
Gast






BeitragVerfasst am: 04.12.2005, 12:30    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Irgendwo hab ich mal gelesen, daß zwei Kranke nicht automatisch einen Gesunden ergeben. Die Frage, ob zwei Abhängige eine Beziehung eingehen sollten, ist nicht immer einfach zu beantworten, gerade im ersten Jahr(um einen willkürlichen Zeitraum zu nennen) der Trockenheit kann das sehr gefährlich sein.

Wenn sich die Dinge ein bißchen stabilisiert haben(sprich: das erste Jahr vorbei ist oder so), dann gilt wie überall "wo die Liebe hinfällt" und die Schmetterlinge/Flugzeuge schwirren durch meinen Bauch bevor ich gemerkt hab, was los ist Smilie

Ich stehe dem Thema (zwei Alkis in einer Beziehung) kritisch gegenüber, da die Erfahrungen in meinem Umfeld nicht gut waren, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.


Uns allen gute 24h

Gerd, Alkoholiker, heute trocken
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Gerd hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
schorni67
Gast






BeitragVerfasst am: 04.12.2005, 12:57    Titel: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

alki oder nicht-alki, ich weiss nicht ob die gefühle sich immer so steuern lassen. was machst du, wenn ein mensch dir begegnet, der völlig normal mit alk umgeht?
zu hause nie trinkt, in deiner gegenwart nicht trinkt, aber vielleicht nach dem sport mal ein bier. also alles in allem die ideale beziehung, würdest du sagen, tut mir leid du bist kein alki?
umgekehrt ist es genau so, gefahr besteht bei zwei alkoholikern nur dann wenn sie sich voneiander abhängig machen.
ich denke, für jemanden der dir gefährlich werden kann, entwickelst du auch keine gefühle.
ich würde erst einmal einige zeit warten, richtig trocken werden. stabil werden.

ein patentrezept gibt es leider, zum glück nicht.

schorni67
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schorni67 hat zum Thema: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
OldShatterhand
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 61
Wohnort: Mannheim

BeitragVerfasst am: 04.12.2005, 14:47    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nun ja,

ich habe meine Ex-Frau damals während meiner Therapie kennen gelernt. Sie hatte gerade kurz vorher ihre Therapie beendet. Von allen Therapeuten wurde mir abgeraten, eine Beziehung mit ihr einzugehen. Ich war natürlich von mir und meinen neuen Fähigkeiten vollkommen überzeugt. Wir blieben zusammen, heirateten, bekamen Kinder...ein paar Jahre ging das ganz gut. Dann begann sie heimlich zu trinken. Das Leben veränderte sich und...ich wurde ein Jahr später selbst rückfällig. Ich trennte mich...und ging erstmal keine Beziehungen mehr ein bis ich alles aufgearbeitet hatte...lebe heute wieder zufrieden abstinent. Die Ex-Frau ist immer noch klatschnass, die Kinder (die bei ihr lebten) sind groß, beide alkohol- und drogenabhängig. Der Große (19 J.) sitzt im Knast, den Jüngeren (17 J.) habe ich gerade bei mir aufgenommen. Er geht im Januar wieder auf Therapie (war schon, hatte dort Lehrvertrag unterschrieben und dann abgebrochen).
Ich selbst lebe hier zwar alleine, bin aber seit mehr als drei Jahren in einer wunderbaren Beziehung mit einer Frau, die KEIN Alkoholproblem hat. Auch die vorherigen Beziehungen waren nur mit Frauen ohne Suchtproblem. Die kamen ganz einfach in mein Leben, die anderen nicht. Das ist richtig erfrischend, die Normalität des Lebens zu spüren und mit jemanden zusammen zu sein, dessen Gedanken und dessen Leben nicht den ganzen Tag mit Alk-Fragen zu tun haben.
Ich war ja innerlich so zerissen: einerseits trockener Alki und andererseits Angehöriger.
Was heisst das? Das heisst, dass ICH keine guten Erfahrungen damit gemacht habe und bisher auch nichts positives von anderen gehört habe. Es scheint ein ganzes Stück schwere Arbeit zu sein, wenn zwei Kranke gemeinsam gesunden wollen. Klar am Anfang sehnt man sich nach Geborgenheit, nach Beziehung. Darin liegt aber auch die Gefahr, dass man sich auf den anderen konzentriert und von sich und seinen Problemen ablenkt. Und darin liegt die Gefahr der Abhängigkeit vom Verhalten des Partners: mir geht es gut, wenn der ander so und so handelt (z.B.) Verantwortung wird verschoben, weil man die Eigenverantwortlichkeit noch nicht ganz ausgebildet hat. Viele kontrollieren sich auch gegenseitig, sind mißtrauisch und so weiter.
Aber wie gesagt, dass ist MEINE Erfahrung.
Ich habe in all den Jahren der Abstinenz gelernt, von mir zu reden, von Dingen und Gefühlen, die mich beschäftigen. Und siehe da, sogar die 'normalen' verstehen das; und wir Suchtkranke leben in dieser Welt, im ganz normalen Alltag. Wir sind keine außergewöhnlichen Menschen (oder doch?), die sich nur untereinander verstehen können. Und natürlich gibt es auch Selbsthilfegruppen und es gibt Paargruppen (wo auch Nichtalkoholiker willkommen sind) und vieles mehr.
Heute würde ich auch sagen, erst Stabilität und dann kommt auch der richtige Partenr, unabhängig davon, ob der jetzt auch alkoholkrank ist oder nicht. HEUTE würde ich das sagen. Wäre ich nochmals 20 Jahre jünger, würde ich wahrscheinlich wieder den selben Fehler machen. Aber war es ein Fehler ? - Nein, es war eigentlich das Ergebnis meines Denkens und Handelns mit all den Konsequenzen danach.
Ok, jetzt werde ich philosophisch:-)

Bis dann
Rolf
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OldShatterhand hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
Delphine
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.11.2005
Beiträge: 236
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 04.12.2005, 14:52    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

OldShatterhand hat Folgendes geschrieben:

Heute würde ich auch sagen, erst Stabilität und dann kommt auch der richtige Partenr, unabhängig davon, ob der jetzt auch alkoholkrank ist oder nicht. HEUTE würde ich das sagen. Wäre ich nochmals 20 Jahre jünger, würde ich wahrscheinlich wieder den selben Fehler machen. Aber war es ein Fehler ? - Nein, es war eigentlich das Ergebnis meines Denkens und Handelns mit all den Konsequenzen danach.
Ok, jetzt werde ich philosophisch:-)

Hallo Rolf,

gefällt mir ausgesprochen gut, was Du oben schreibst - damit kann ich auch etwas anfangen, da ich ja noch auf einen (neuen) Partner warte. Für mich ist die Zeit dazu aber noch nicht da; zunächst brauche ich die von Dir erwähnte Stabilität und wieder Achtung meiner selbst.

Letztlich ist es ein REIFER Partner, den ich mir wünsche, ob trockener Alki oder nicht, spielt dabei wohl eine untergeordnete Rolle. Allerdings würde ich wohl einen ganz frisch trockenen erst einmal mit größter Vorsicht betrachten - weil ich denke, der hätte doch erst einmal noch eine Menge an sich zu arbeiten.

Mir hat mal ein kluger Mensch gesagt: "Fehler? - Haben Sie noch nie gemacht, denn alles was Ihnen begegnet ist in Ihrem Leben, war notwenig für Sie; Sie haben aus allem lernen können - und wenn es nur war, wie man es besser nicht machen sollte..."
Ein kluger Satz, wie ich finde - der mir oft geholfen hat.

Gruß - Delphine
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Delphine hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben

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