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Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part

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Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 04.12.2005, 20:00    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke schön, für Eure Berichte. Das hat mich sehr gefreut und mitunter sehr beeindruckt, wie ehrlich und ausführlich über Erfahrungen zu diesem Thema geschrieben wurde.

Natürlich ist Stabilität wichtig. Doch was ist mit den Bedürfnissen nach Liebe, Wärme, Geborgenheit, Zärtlichkeit und seien wir ehrlich mit S**?

Das sind doch alles wichtige Dinge, die für die Lebensqualität von großer Bedeutung sind. Sicher kann man auch ohne Partner ein schönes, zufriedenes Leben führen, vielleicht auch glücklich sein. Ich habe keine Angst davor allein zu leben, doch sehne mich schon nach den oben genannten Dingen.

Wie lange soll man warten, bis man eine Partnerschaft eingeht? Wann ist man stabil? 5 Monate, 1 Jahr, 5 Jahre? Fängt man nach einem Rückfall wieder erneut an zu zählen? Ist man dann schneller wieder stabil?

Einen schönen trockenen 2. Advent an alle.
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Teufelchen hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
soul42
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 05.05.2005
Beiträge: 425
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 11.12.2005, 10:45    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo,

die frage ist interessant : ab wann ist man stabil um eine neue partnerschaft einzugehen... man muss selbst als kranker stark genug sein, und ich denke mal, ICH muss es einschätzen können, ob ich eine freundin schon haben kann oder nicht. liebe geht nicht nach zeit, wenn man ihr begegnet, ist sie da, oder soll ich dann sagen, ich bin noch nicht stabil genug, warte mal....??
lg soul
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soul42 hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
OldShatterhand
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 28.10.2005
Beiträge: 61
Wohnort: Mannheim

BeitragVerfasst am: 11.12.2005, 13:06    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Warum eigentlich nciht, soul?
Ich habe meiner heutigen Lebensgefährtin gesagt: "Ich weiß noch nciht, ob ich eine neue, feste Beziehung eingehen will." Und sie hat gewartet bis ich mir darüber klar war und mich dann eindeutig entschieden habe. Heute haben wir eine sehr gute Beziehung. Ich denke, es kommt eben sehr auf den Kontext und die Umstände an und vor allem auf ehrliche, offene Kommunikation: alles ansprechen was wichtig ist.
Rolf
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OldShatterhand hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
jraaduss
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 17.11.2005
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 12.12.2005, 15:50    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo

in dem Thema Beziehung hänge ich jetzt seit Monaten.

Ich wollte keine und hab eigentlich auch keine, obwohl ich liebe und auch geliebt werde.
Die Liebe kam, ohne, daß ich sie gerufen habe. Sie war einfach da und meinem Freund, so kann ich ihn durchaus nennen, dem gehts genauso.

Nun was machen, beide Alkis, einer lange Zeit trocken, gefestigt, wie ihr es so genannt habt. Der andere, den Wunsch trocken leben zu können, es aber immer wieder nur zeitweilig schafft, und auch sonst sich in seinem Leben nicht mehr so richtig zurechtfindend. Und ich wissend, welche Gefahren eine solche Verbindung in sich trägt, daher vorher auch noch nicht gelebt.

Als er das erste mal wieder getrunken hat, nach unserem Kennenlernen, bin ich einfach zu ihm hingefahren, obwohl ich wußte, daß er es nicht wollte. Egal, ich mußte für mich hinsehen können, was der Alk mit ihm macht, wie er sich verhält, ob und wie ich damit umgehen kann. So habe ichs ihm auch gesagt, als ich ankam, bin hier aus purem Egoismus.
Irgendwann, so denke ich heute, wollte er mich loswerden, indem er mich bat, für ihn alkoholischen Nachschub zu holen. In seiner Bitte war damals der Anfang, darf ich Dich um etwas bitten, vielleicht haust Du mir ja auch eine rein, würdest Du?..... usw.
Ich habe für ihn Alk gekauft, mit meinem Wissen, wenn ein Mensch trinken will, dann tut ers sowieso. (mich konnte auch keiner davon abhalten, wehe wenn)
Es wurde eine lange Nacht, mit sich öffnen seinerseits, was ich für ihn als gut empfunden habe. Für mich konnte ich das Fazit ziehen, ich bin stark genug, mit dieser Situation umzugehen.
Danach hat er sich sehr zurückgezogen, haben uns nach langem Schweigen wieder angefangen zu mailen, von ihm kam dann auch der Wunsch, daß wir uns wieder sehen. Ich verhalte mich diesbzgl. möglichst passiv dem gegenüber, laß ihn machen. Ich habe gelernt, in Liebe loszulassen, in vielen schweren Situationen meines Lebens.

Nein, es hat immer noch keine Ende gefunden. Wenns ihm zu nah (für sich selbst) wird, versucht er mich zu verletzen, da ich dies aber erkenne, weiß warum er es tut, bin ich nicht verletzt, das funktioniert so nicht bei mir.

Wir erleben auch schöne, humorvolle Stunden miteinander, je nach Tagesform eben, auch produktiv und ernsthaft. Halt eine bunte Mischung, das Salz in der Suppe, ja, kochen kann er auch sehr gut und macht es mit Freude und ich genieße zum ersten mal in meinem Leben, bekocht zu werden!

Ich sage zu meinem Sohn und meiner Tochter, die mich immer wieder nach dieser "Beziehung" fragen, wie es mir dabei geht, ohne ihnen Details genannt zu haben (seelenverwandte erahnen ja) ....drehtürmäßig....
Gibt es noch mehr dieser Situationen, nicht unbedingt rückfallmäßig, des Schweigens, sich zurückziehens, es wiederholt sich halt.

Meine Liebe zu ihm kann ich fühlen, sie ist in mir, stark und für mich gut. Und zwischendurch kommt immer wieder ein Signal von meinem Freund, daß auch in ihm seine Liebe zu mir da ist, er sie wohl nicht endgültig abstellen kann/will, oder hierfür keinen Schalter findet?

Für mich ist es wichtig, mein Leben leben zu können, so, wie es mir gefällt, ob nun miteinander oder alleine.
Die schönste Erfahrung, die ich für mich machen kann ist, mir geht es gut, ich bin zufrieden + glücklich, bin nicht mehr abhängig von einem Partner, damit es mir gut geht.
Das war nicht immer so! Cool

Ich schreibe dieses hier so, da ich es beim Lesen Eurer Beiträge so stark in mir gespürt habe, das Bedürfnis, mich mitzuteilen.
Und ist nicht zur Nachahmung empfohlen!!!!!!!!

Liebe Grüße
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jraaduss hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
ella
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 16.12.2005
Beiträge: 22
Wohnort: Saarland

BeitragVerfasst am: 01.01.2006, 21:46    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Über diese Frage habe ich mir viele Jahre lang Gedanken gemacht. Heute denke ich, dass es nicht darauf ankommt, dass ein Partner das Problem Sucht aus eigener Erfahrung kennt. Alkoholismus ist eine schwere Krankheit wie viele andere auch. Ich selbst halte mich auch grundsätzlich als Partnerin für einen Menschen, der einen Krebs besiegt hat, geeignet, ohne dass ich selbst Krebs gehabt haben muss.
Entscheidend ist, dass man zur Genesung von einer schweren Krankheit sein Leben ändert, denn das ist die Herausforderung von schweren Krankheiten.

Gleiche Werte halte ich für wichtig, wichtiger als gleiche Erfahrungen, und natürlich sind Toleranz und Einfühlungsvermögen wichtig.
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ella hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
Teufelchen
Gast






BeitragVerfasst am: 02.01.2006, 17:22    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe ella,

inzwischen sehe ich es genauso.

Wichtig ist mir ein Partner, der mich ernst nimmt. In meiner Vergangenheit stand für mich im Vodergrund, dass er sich mit mir wohl fühlt, heute ist mir wichtig, dass ich mich mit ihm wohl fühle.

Es ist wirklich egal, ob der Mensch, den man liebt, Alkoholiker ist oder nicht. Voraussetzung mit einem Alkoholiker eine Beziehung einzugehen, wäre allerdings für mich u.a., dass er sich genauso intensiv mit seiner Erkrankung auseinandersetzt, sich ehrlich zu ihr bekennt und fest entschlossen ist, diese Krankheit in den Griff zu bekommen, genauso wie ich.
Dann könnte ich auch mit eventuellen Rückfällen umgehen, ohne Angst haben zu müssen.

Simone, Alkoholikerin
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Teufelchen hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben
danny
Gast






BeitragVerfasst am: 03.01.2006, 08:29    Titel: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hi,

ich galube auch, dass es letztlich ziemlich egal ist, ob ein Partner nun jene Störung hat oder nicht, vielleicht ne ganz andere oder gar total normal und psychisch gesund ist...was einzig und alleine zählt ist doch tatsächlich, ob ich mich mit diesem Menschen und dieser Mensch sich mit mir wohlfühlt...ob wir gemeinsame Interessen haben, ob wir gemeinsame Ziele und Wünsche und vorstellungen haben, ob wir uns mögen, ob wir miteinander ehrlich reden können...ich mein, egal, ob mein Partner nun selbst Alki und Borderliner und Essgestört ist oder nicht...ich liebe einen Menschen doch nicht, weil er mein Problem teilt oder nicht...ich verliebe mich doch auch nicht in einen Alki schneller als in einen Nicht-Alki....es gehört nun viel viel mehr dazu sein Leben mit einem Menschen teilen zu wollen....

ob ich nun krank bin oder nicht, meine Bedürfnisse sind doch ganz normal...ich will wen den ich liebe und der mich liebt und wenn ich ihn lieben kann ist es mir total egal, ob er Gustav oder Hans heißt...

und wann ist die Zeit da für eine Partnerschaft???? Na, keine Ahnung, ich denke das spürt man doch...jedenfalls mache ich doch nicht meine Trockenheit dafür verantwortlich, ob ich nun schon bereit bin für eine Beziehung oder nicht... und wenn ich Angst habe um meine Trockenheit durch eine Beziehung, dann ist meine Schwierigkeit gewiss nicht die Trockenheit, sondern etwas ganz anderes steckt dahinter...dann scheine ich innerlich noch nicht stabil genug zu sein um alle Gefühle, die in der Nähe zu einem Menschen auftreten können, aushalten zu können und bin noch nicht offen für die Liebe... in dem Gefühl der Verliebtheit verlieren wir nämlich alle Kontrolle und wir Alkis hassen es die Kontrolle nicht behalten zu können....Beziehungen aber kann man nie kontrollieren, weil nicht alles bvon einem abhängt, sondern zwei Leute zusammen bestimmen wie etwas anfängt, wie es dazwischen aussieht und wie etwas endet...es macht aber ne scheiß Angst nicht alles im Voraus bestimmen zu können, wenn man ein extremes Sicherheitsbedürfnis hat...nichts anderes als das Verlangen nach Sicherheit treibt uns ja an, kontrollieren zu wollen...ich jedenfalls habe oft gesoffen um jede Situation kontrollieren zu können, auch wenn das sich paradox anhört...aber unter alk kann ich mich doch selbst ignorieren und versuchen so zu sein wie all die anderen mich ,,lieb" finden...damit glaube ich dann, dass solange ich mich ,,richtig" verhalte kann mir nix passieren. Ich habe die Kontrolle!!! Ist aber wuatsch...man kann gar nix im Leben kontrollieren...nur planen und hoffen...aber kontrollieren geht nicht...

oh...jetzt bin ich aber abgescheift...

danny
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danny hat zum Thema: Re: Einen trocknen Alki oder einen "Gesunden" als Part geschrieben

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