| bin neu hier, mich mal vorstellen will • sich strafbar machen, wenn man nichts sagt? |
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fuego sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.07.2008 Beiträge: 1684 Alter: 36
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Verfasst am: 07.02.2009, 00:20 Titel: grenzüberschreitend ? ! |
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hi ihr alle da draussen in der lieben weiten welt !
thema:
GRENZÜBERSCHREITEND
wie seht ihr das / erlebt selbiges / habt dieses erlebt ?
wie weit "muss" / möchte man diese "dreckigen" / manipulierenden spiele eines nass lebenden menschen "dulden" ?
wo ist die eigene persönliche grenze überschritten dass eine kapitulation
- rational sowie emotional - statt findet :
- hinsichtlich einer bestehenden beziehung / partnerschaft / in familie ?
- hinsichtlich einer gescheiterten beziehung ??
- hinsichtlich einer freundschaft / freundschaftlichen beziehung ???
es heisst ja dass ein SUCHTKRANKER (!) mensch immer die grenzen antesten / ausreizen wird.... ein leben lang...
wo sind die grenzen für euch ?
wir alle wissen, dass der weg vom kopf ins herz bei dem einen oder anderen "länger" dauert...bis eine KAPITULATION von a bis z stattfindet.
beziehe ich mich nun auf einen co-menschen, könnte es sein dass u.a. neben der sucht dritten helfen zu wollen und all den erscheinungen der co-krankheit etc.. erschwerend hinzu kommen kann, dass man SELBST (!) seine eigenen grenzen - körperlich wie seelisch - antestet / ausreizen zu versucht bis zur äusseren schmerzgrenze ??
kann es daher sein, dass der ein oder andere "länger" braucht sich einzugestehen wie krankhaft eigentlich dieses verhalten zu sich selbst ist ?
sprich ab welcher grenze wird es unerträglich für einen co neben einem alkoholkranken nassen menschen "auszuharren" ?
löst sich DIESER knoten nicht im laufe der zeit, wenn ich folgendes bin:
gefestigt, (wieder) mit beiden beinen im leben stehe /
selbstbewusster /
mehr selbstwert habe /
mit mir zufrieden und meinem lebensverlauf /
mich so annehmen möchte wie ich bin /
wenn ich dinge die ich nicht ändern kann als gelassen hinnehme und den mut aufbringe, dinge die sich ändern lassen aus eigener kraft / macht verändern zu WOLLEN..
wisst ihr, wie ich meine...
ihr leute, das LEBEN ist schön, ihr braucht dies nicht alles länger zu ertragen wenn ihr nicht wollt...hmmm...niemand (!)
das verantwortungsgefühl und die umsetzung liegt bei jedem allein...
mal ein paar gedanken, die mich seit geraumer zeit "beschäftigen"...
lg
fuego |
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| fuego hat zum Thema: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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Ette sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2007 Beiträge: 1660 Alter: 55
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Verfasst am: 07.02.2009, 08:45 Titel: Re: grenzüberschreitend ? ! |
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Hallo fuego,
ich finde deine Frage interessant. Allerdings den Einstieg nicht so glücklich. Die Frage sollte nicht lauten, wieviel der "dreckigen" Manipulationen (Alkoholiker sind krank und ihre Verhaltensweisen Teil ihrer Krankheit), ein Co-Abhängiger "erdulden" muss. Die Kernfrage ist, vielmehr warum Co-Abhängige nicht in der Lage sind, ihre Grenzen frühzeitig aufzuzeigen.
LG
Ette |
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| Ette hat zum Thema: Re: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 07.02.2009, 09:32 Titel: Re: grenzüberschreitend ? ! |
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Ich habe Probleme diese Frage zu beantworten weil ich derzeit kaum solchen grenzüberschreitenden Situationen ausgesetzt bin. Es gibt derzeit Fälle, wo Menschen mich überrennen bzw. mir "zur Haustüre" rein fallen. In solchen Fällen lasse ich die Türe zu und reagiere auf Anrufe nicht. Ich habe das Recht meine Ruhe zu haben und muss mich dafür nicht rechtfertigen.
Früher war das anders - ich denke einfach mal ininerhalb der Suchtbeziehung wurden anfänglich meine Grenzen verletzt, dann habe auch ich verletzt und am Schluss gab es keine Achtung mehr.
Manipulation und Lügen müssen erst einmal entdeckt werden. Ich habe nie kontrolliert und kam in der "normalen Trinkerzeit" auf keine Lüge, erst nach der Trennung wurde es extrem und Lügengerüste brachen ein. Habe ich manipuliert? Sicher würde ich vermuten. Es war keine gesunde Beziehung also gehe ich davon aus, dass jeder an allen Registern gezogen hat.
Ob ich Grenzen austeste kann ich nicht sagen. Ich bin mir gegenüber fairer geworden und setze mich nicht mehr unter Druck. Früher forderte ich diese oder jene Leistung von mir, egal ob ich todmüde war. Heute sage ich mir ich bin müde und das andere mache ich morgen. Schluss!!! Es gibt aber auch den Moment dass ich sage, o.k. mach es noch, auch wenn Du fertig bist. Ich bin nicht mehr zwangsläufig fordernd, sondern beginne mich nach mir zu richten was ich noch kann und was nicht mehr. Ich beginne zu spüren, wann meine eigenen Kraftgrenzen überschritten sind und wann (noch) nicht.
Allerdings: erst seit ich mir mein wohliges Heim geschaffen habe, an dem ich mich in mich zurückziehen kann und alleine zur Ruhe kommen kann gibt es von außen kaum mehr Grenzüberschreitungen.
zuvor war ich am Arbeitsplatz und in der Beziehung ständig jemand, dessen Grenzen verletzt wurden - was ich erlaubt habt vor Angst den Arbeitsplatz zu verlieren und vor Angst den "geliebten" Partner zu verlieren.
Den Arbeitsplatz verlor ich trotzdem - den Partner erst recht Gewonnen habe ich wieder meine Grenzen, hoffentlich auch anderen gegenüber....
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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graffiti aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.08.2007 Beiträge: 772 Alter: 48
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Verfasst am: 07.02.2009, 09:47 Titel: Re: grenzüberschreitend ? ! |
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guten morgen,
ette, danke für die umformulierung der frage.
fuego, ich habe mir darüber ebenfalls viele gedanken gemacht & zwischenzeitlich wäre ich beinahe dran verzweifelt, weil es so schwer ist, etwas zu schützen, was man gar nicht richtig spüren kann.
UND nicht nur suchtkranke gehen gegen grenzen an.
jemand, der sich schlecht schützen kann, kann sich ganz allgemein schlecht schützen.
in meiner ausbildung sagte mir mal ein ausbilder, ich solle nicht alles so nah an mich rankommen lassen.
meine damalige antwort: wenn es zu nah an mich rankommt, dann reagiere ich ja.
er meinte, dann sei es zu spät. ich müsse mir eine pufferzone schaffen.
damals konnte ich überhaupt nichts damit anfangen, sah in ihm ein weichei.
heute gebe ich ihm recht. voll & ganz.
das dumme ist nur: es fällt mir zwar inzwischen leichter, meine grenzen zu spüren, aber ich kann es immer noch nicht zuverlässig.
woher das bei mir kommt, ist relativ einfach zu sagen:
meine grenzen wurden im kinderalter regelmäßig & selbstverständlich mißachtet.
wie hätte ich da lernen sollen, wo sie eigentlich liegen würden?
interessant ist, daß ich auf manchen gebieten durchaus ein gefühl für meine grenzen habe - z.b. wenn es um meine privaten papiere & meinen privaten besitz geht.
diese grenzen wurden von meinen eltern respektiert.
dort merke ich sofort, wenn sie in gefahr sind, überschritten zu werden.
kann auch - je nach anlaß & umständen - einigermaßen flexibel reagieren.
auf anderen gebieten hatte ich einfach kein gefühl dafür, konnte erst unter großem druck reagieren.
das fiel mir dann auch auf & ich löste es dadurch, daß ich mauern baute - ist natürlich besser als die grenzen gar nicht zu schützen, aber alles andere als ideal.
weil es mechanisch ist, weil es keine flexibilität zuläßt.
seit ich viel aufmerksamkeit auf kleine dinge, kleine gefühlsregungen verwende, beginne ich, mich zu spüren & dadurch auch, wo meine grenzen liegen.
die mauern beginnen, zu fallen - dafür muß ich viel aufmerksamkeit & arbeit investieren, um den grenzverlauf immer wieder neu festzustellen - & dann auch angemessen zu schützen.
nicht zu schwächlich, aber auch nicht mit zu viel vehemenz.
es ist nicht einfach, es geht noch lange nicht immer - aber es fühlt sich gut an, wenn es funktioniert.
nachtrag:
jemand, der unzureichende grenzen hat, ist gleichzeitig auch immer in gefahr, die grenzen eines anderen zu überschreiten - das passiert wohl z.b. bei kontrollsucht & bei versuchen, einen anderen "zu seinem glück zu zwingen".
beides verhaltensweisen, die bei co-abhängigen häufig vorkommen.
es ist immer ein zweiseitiges spiel.
mit einem herzlichen gruß,
graffiti |
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| graffiti hat zum Thema: Re: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 07.02.2009, 10:28 Titel: Re: grenzüberschreitend ? ! |
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So ähnlich lief es bei mir am Arbeitsplatz, liebe graffiti.
Komischerweise gab es Zeiten intakter Grenzen und Zeiten, in denen ich maßlos meine Grenzen überschreiten ließ. Natürlich hängt das auch maßgeblich mit der Wirtschaftssituation in Deutschland zusammen
Denn überleben muss man eben nunmal, somit auch verdienen, angestellt sein und eventuell unmögliches von sich einfordern lassen. Zumal ich zur Teenager-Spätlese gehöre.
Dennoch war bei mir persönlich auffällig, dass zusammen mit meiner Entlassung aus Rationalisierungsgründen ich erleichtert war diesen Arbeitsplatz zu verlieren (obwohl ich nicht wusste wie ich finanziell überleben soll). Es schien so, dass genau mit dem Wegfall der beruflichen Belastung meine Geduld in Sachen Alkohol beendet war. Ich musste entscheiden was ich nunmehr im Beruf wollte oder nicht wollte - und habe das gleichzeitig aufs Privatleben übertragen.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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graffiti aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.08.2007 Beiträge: 772 Alter: 48
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Verfasst am: 07.02.2009, 10:44 Titel: Re: grenzüberschreitend ? ! |
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hallo dagmar,
frappierend.
ich habe (im nachhinein absichtlich) eine anstrengende arbeit verloren ... & mußte dann recht kurz darauf im privatleben gewaltig an der grenzziehung arbeiten - etwas, das vorher überhaupt kein thema war (weil ich es nicht gesehen habe).
interessant.
mit herzlichem gruß,
graffiti |
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| graffiti hat zum Thema: Re: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 07.02.2009, 11:06 Titel: Re: grenzüberschreitend ? ! |
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Hallo, liebe Graffiti,
wir könnten es natürlich auch philosophisch betrachten und sagen, wir wollten es nicht ändern, also hat das Leben zugeschlagen. Wer nicht hören will muss fühlen
Ich habe auch mit meiner Psychotherapeutin gesprochen, liebe Grafitti (zusätzlich bekomme ich noch sehr gering dosierte Antidepressiva) und nach dem Zusammenhang befragt, denn sich zu 101 % bestätigen konnte.
Ich für mich denke, es war mir schon lange alles zuviel, ich habe nur noch funktioniert und gemacht, was man/frau mir auftrug. Der Versuch einer Abmahnung, um es für den Arbeitgeber so billig wie möglich zu machen und da gingen bei mir die Weihnachtskerzen an: im Oktober 2008: sofort zum Arbeitsamt, Rechtsanwalt, Hausarzt und nie wieder zurück.
Alle haben gegen meinen Arbeitgeber und für mich das Beste gegeben, die Situation konnte ich auch belegen, nach 8 Jahren Tätigkeit hatte ich schon die Papiere zusammen um Nachweise erbringen zu können. So, diese Menschen zeigten mir dass es Hilfe gibt und niemand tatenlos zusehen muss was geschieht.
Ich denke, dass - u nd die Ruhe - gab mir nun neue Kraft und die Frage wie geht das Leben weiter.
Ich habe es für mich beantwortet. Und wie es aussieht Du auch für Dich. Mein Leben hat sehr viel an Qualität gewonnen - und einen neuen Job in meinem Alter der Teenagerspätlese. Wie es sich entwickeln wird? Ich weiß es noch nicht....
Wie ist es bei Dir gelaufen? Würde mich doch auch interessieren?
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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Pandora aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.08.2008 Beiträge: 927 Alter: 42
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Verfasst am: 07.02.2009, 11:10 Titel: Re: grenzüberschreitend ? ! |
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hallo,
spontan will ich dazu sagen welchen satz ich gestern aus dem meeting mitgenommen habe.
"eine kleine hornhaut auf der seele wachsen lassen"
darüber muss ich selber erst mal nachdenken.
glg kathrin |
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| Pandora hat zum Thema: Re: grenzüberschreitend ? ! geschrieben
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