| probleme mit meiner mum • Mutter alkoholikerin...ich habe angst um kleinen bruder... |
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Kämpferherz neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.10.2008 Beiträge: 81 Wohnort: nicht mehr Mainz - leider. In der Pfalz jetzt
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Verfasst am: 25.01.2009, 20:18 Titel: Nicht durchsetzen können |
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Hallo, da bin ich mal wieder.
Ich weiß nicht, ob mein Problem mit meiner Vergangenheit zu tun hat, vermute es aber.
Ich kann mich überhaupt nicht durchsetzen, gebe immer dem Willen anderen nach, auch wenn das noch so unfair ist. Ich vermute, dass es damit zu tun hat, dass ich mich früher zu Hause nicht behaupten konnte, weil mein Vater in Diskussionen oft zugeschlagen hat - und ich war körperlich unterlegen.
Heute ist es so, dass ich mich auch überhaupt nicht behaupten kann, wenn mir einer Unrecht tut, weder in meinem privaten noch beruflichen Umfeld. Es ist so, dass ich mich sehr oft ausnutzen lassen, weil ich mich nicht traue, nein zu sagen.
Wenn mich jemand beleidigt oder anschreit, dann sage ich nichts, weil ich Angst habe, dass derjenige noch wütender wird.
Ein konkretes Problem habe ich derzeit auf der Arbeit: Seit Anf. Januar führe ich ein kleines Team, bestehend aus mir und zwei weiteren Personen. Eine der beiden hört überhaupt nicht auf mich, sondern kommt z. B. einfach zur Frühschicht, obwohl sie mit Spät dran gewesen wäre. Dann lügt sie auch noch dreist unserem Abteilungsleiter ins Gesicht und behauptet, es sei mit mir abgesprochen.
Ich habe dann zwar nachweisen können, dass meine Darstellung stimmt (betreffende Person hat mir am Abend vorher um ca. 23:00 Uhr per SMS mitgeteilt (nicht gefragt), dass sie am nächsten Morgen früh kommt und ich habe zurückgesimst, dass das nicht geht), aber ich habe mich nicht getraut, betreffender Person die Meinung zu geigen. Die tanzt mir auf der Nase rum und ich kann mich nicht wehren!!!!!!!!!!
Was soll ich da bloß machen? Ich will auf keinen Fall gleich mit der Teamführung scheitern und wieder abgesägt werden. Das ist in der Firma schon öfter passiert. Außerdem sagt der Abteilungsleiter immer, dass er darauf vertraut, dass ich das Problem in den Griff bekomme, er aber im Notfall eingreifen wird. Ich schließe aus dieser Aussage, dass er es lieber hätte, wenn ich lerne mich durchzusetzen.
Viele Grüße
Julia |
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Weitsicht Gast
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Verfasst am: 25.01.2009, 21:37 Titel: Re: Nicht durchsetzen können |
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Hallo Julia,
wie weit bist Du denn mit Deiner Kindheit aufarbeiten gekommen?
Hast Du eine Therapeutin gefunden mit der Du reden kannst?
Bist Du noch in der Firma, in der Du mit Deinem Chef ein gutes Auskommen hattest?
Viele Fragen von mir Julia. Eine klare Antwort kann ich Dir geben, sicherlich tragen Schläge von Deinem Vater zu einem schlechten Selbstwert bei, es sind Demütigungen die Du als Kind ertragen musstest. Liebe schliesst Schläge aus. Ist sicherlich auch schwer, im Erwachsenenalter sich durchsetzen zu können, wenn man zu Hause nicht lernen durfte, seine Gefühle und Gedanken, die man als Kind hatte, auszudrücken.
Das können wir heute lernen, indem wir neuen Zugang zu unseren Gefühlen finden.
Alles Liebe Weitsicht |
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| Weitsicht hat zum Thema: Re: Nicht durchsetzen können geschrieben
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Kämpferherz neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.10.2008 Beiträge: 81 Wohnort: nicht mehr Mainz - leider. In der Pfalz jetzt
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Verfasst am: 25.01.2009, 23:06 Titel: Re: Nicht durchsetzen können |
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Hallo Weitsicht,
danke für deine Antwort.
Meine Therapeutin ist bisher die einzige in meinem "realen" Umfeld, mit der ich wenigstens etwas detaillierter über meine Vergangenheit rede. Aber ich werde wohl noch ein bisschen Zeit brauchen, bis ich alles verarbeitet habe.
Ich war im Dez./Anf. Jan. länger krank, in der Zeit hat sich vieles geändert in der Firma. Ich wusste noch nicht mal, dass ich die Stelle jetzt habe, auf die ich mich davor beworben hatte (im Dez.)
Kam im Jan. wieder und hab gestaunt
Mein Chef ist aufgestiegen, mit dem hab ich nix mehr zu tun (beruflich), sitzt auch woanders in der Firma. Die Abteilungsleiterin ist ganz weg.
Naja, jetzt stehe ich vor der Herausforderung, eine kleine Abteilung zu führen, wie ich es mir immer gewünscht habe. Nur dass es Leute gibt, die einem so auf der Nase rumtanzen, nur weil ich kein Machtwort spreche (sprechen kann), damit hätte ich nicht gerechnet. Vor allem, bei so einer kleiner Abteilung nicht.
Hm, sehr deprimierent.
Julia |
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| Kämpferherz hat zum Thema: Re: Nicht durchsetzen können geschrieben
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Manfredsch neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.10.2008 Beiträge: 210 Alter: 44 Wohnort: Norddeutschland
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Verfasst am: 26.01.2009, 10:41 Titel: Re: Nicht durchsetzen können |
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Liebe Julia,
ich kenne das auch, was Du beschreibst.
Irgendwann habe ich mal begriffen, dass es im Grunde nicht stimmt, dass ich nicht Nein sagen könne. Zu mir habe ich nämlich andauernd Nein gesagt, immer dann wenn ich zu anderen Ja gesagt habe und das eingentlich nicht meinte. Das hat mich wütend gemacht und diese Wut hat mich experimentierfreudig gemacht, sodass ich es so langsam lerne, auf MEINE Bedürfnisse zu hören.
Es ist erstaunlich, wie schnell andere einen ausnutzen, wenn sie eine Schwäche entdecken, besonders im Beruf.
Wenn ich dann ein neues Verhalten einüben wollte, wusste ich nicht, wie ich es praktisch anwenden kann, d.h. was genau ich sagen sollte um mich durchzusetzen. Mir hat es sehr geholfen, andere zu beobachten, die das schon konnten, sei es in Beruf u. Freundeskreis oder auch im Fernsehen. Die Verhaltensweisen, die zu mir passten, habe ich mir abgeschaut und dann meinerseits ausprobiert.
Ich komme auch immer mal wieder in Situationen, wo das alles nicht klappt, aber ich glaube schon, dass ich Fortschritte mache.
Mit manchen Leuten muss man sehr, sehr deutlich sprechen, da sie kleine Hinweise oft gar nicht bemerken.
Alles Gute
Manfred |
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| Manfredsch hat zum Thema: Re: Nicht durchsetzen können geschrieben
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Kämpferherz neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.10.2008 Beiträge: 81 Wohnort: nicht mehr Mainz - leider. In der Pfalz jetzt
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Verfasst am: 30.01.2009, 17:08 Titel: Re: Nicht durchsetzen können |
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Hallo Manfred,
ich hab jetzt sehr lange über deinen Beitrag nachgedacht.
Mir ist folgendes klar geworden: Immer dann, wenn ich z. B. nach der Arbeit total müde und erschöpft war und es kam noch jemand mit irgendwelchen Problemen zu mir, dann hab ich tatsächlich nein gesagt - zu mir! Das ging teilweise soweit das ich KEINE ZEIT ZUM SCHLAFEN hatte, weil ich nächtelang irgendwelche Leute in meiner Wohnung oder am Telefon hatte, die mir ihre Probleme aufgehalst haben.
Ich frage mich mittlerweile auch, ob meine körperlichen Probleme damit zu tun haben. Mir geht es seit Mai, also seit ich mir eingestanden habe, dass mein Vater Alkoholiker ist, sehr schlecht, bin dauernd krank und es wird von Mal zu Mal schlimmer. Ich werd immer schwächer und müder, habe kaum Abwehrkräfte und mein Arzt findet nix körperliches. Mittlerweile komme ich auch im eine Mandel-OP nicht mehr drum herum, obwohl ich panische Angst davor habe.
Darüber hab ich mit meiner Therapeutin gesprochen, es ist mir was sehr interessantes klar geworden: Ich habe nicht Angst vor der OP an sich, sondern davor, dass ich die KONTROLLE VERLIERE durch die Vollnarkose. Ich bin den Ärzte hilflos ausgeliefert! Das gleiche Problem auch die Flugangst, ich habe kein Kontrolle, was der Pilot da vorne macht! Mein Leben liegt in seinen Händen.
Noch was anderes ist mir in diesem Zusammenhang sehr klar geworden: Ich habe mich in letzer Zeit immer darüber beschwert, dass mein Ex-Freund so wenig gemacht hat und ich sehr viele Arbeiten für ihn erledigt habe. Dabei hat er das nie von mir verlangt, ich kann mal ein Beispiel nennen, wie das bei uns immer war: Er hat seine Bewerbungen geschrieben, ich habe sie Korrektur gelesen, und dann gesagt: Das ist doch alles Sche***, du kannst gar nichts, blabla.... und dann hab ich angeboten, es für ihn zu übernehmen. So war ich immer!!!!!!!!!!! Natürlich hat er irgendwann nix mehr gemacht, denn mir war ja nichts recht zu machen.
Komischerweise wurde mein Verhalten seit Mai immer schlimmer, vor allem der Kontrollzwang und der Perfektionismus. Dabei müsste man eigentlich denken, dass es sich bessert, nachdem ich mir eingestanden habe, dass mein Vater Alkoholiker ist. Aber das Gegenteil war der Fall: Ich hab mich noch mehr um andere gekümmert, noch mehr gearbeitet, versucht alles noch besser zu machen und andere, vor allem Kollegen, kontrolliert bis zum geht nicht mehr.
Jetzt sitz ich hier, bin körperlich krank und total schwach. Und ich merke, dass die Welt sich weiter dreht, wenn ich nicht gebe, sondern mal nehme. Und wisst ihr, wer sich um mich kümmert? Mein Ex-Freund! Dem ich immer vorgeworfen habe, mich nur auszunutzen.
Meine Eltern, die rufen noch nicht mal an! Wenn mein Ex-Freund und meine zwei besten Freundinnen nicht wären, dann könnt ich hier wochenlang tot in meiner Wohnung liegen und es würde keinem auffallen. Normal ist doch Familie, dass man sich gegenseitig hilft? Bei uns ist es so, dass ich immer meiner Familie helfe, es kommt aber nix zurück.
Das musste mal raus.
Julia |
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| Kämpferherz hat zum Thema: Re: Nicht durchsetzen können geschrieben
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Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 465
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Verfasst am: 30.01.2009, 22:56 Titel: Re: Nicht durchsetzen können |
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Liebe Julia
größtenteils hast Du ja Deine Fragen schon selbst beantwortet.
Ich kenne solche Situationen nur zu gut, alles immer unter Kontrolle haben zu wollen. Das ist ganz klar eine Folgeerscheinung unserer Kindheit. Die war ja imemr von Unsicherheit geprägt udn wir konnten nie Vertrauen aufbauen , da wir ja nie wußten was der nächste Tag uns beschert. Selbst auf meine Mutter konnte ich mich ja nicht verlassen, denn sie war ja auch nciht fähig uns vor dem Leben mit unseren trinkenden Vater zu beschützen. Wir waren also total auf uns gestellt. Das ist schon eine große Heruasforderung, die sicher auch wieder postitves mit sich gebracht hat, aber eben auch diese großen Überforderung als Kind. Vieles haben wir nicht ausleben können.
Mittlerweile habe ich es gelernt auch vor anderen meine Menung zu vertreten. Aber das hat auch lange gedauert. Klar gibts auch ab und zu mal Rückschläge. Aber auch das gehört dazu.
Da ich in meinem Leben mich oft gedemütigt gefühlt habe möchte ich dies nciht an andere weitergeben. Daher ziehe ich es vor ganz diskret mit Mitarbeitern zu sprechen und sie nicht vor anderen Leuten zu diffamieren.
Ich würde es also folgendermaßen machen. ich würde die Mitarbeiterin ansprechen, dass du ein Gespräch mit ihr wünscht. Dann sagst du, dass es da einige Probleme gab, die sich nicht wiederholen dürfen, da sie sonst mit Konsequenzen rechnen müßte. Da reicht vielleicht erstmal an Androhungen ohne konkret was auszusprechen. Die soll sich ja erstmal Gedanken machen und soll auch sehen, dass mit dir nicht zu spaßen ist.
Dann kannst du ihr noch sagen, dass es nicht angehen kann, dass sie deinen Arbeitsplan übersieht oder verwirft und das das nicht in ihrem Kompetenzbereich liegt solche Änderungen vorzunehmen, sondern zu Deinen Aufgaben gehöre und sie das auch respektieren solle.
Also schön sachlich bleiben. Und dann vielleicht nochmal fragen, ob sie es verstanden hat.
Ich würde auch darauf hinweisen, dass du in Zukunft auch keine sms diesbezüglich haben möchtest. Denn es kann auch mal sein, dass die garnicht ankommen. Lass Deine Mitarbeiter Arbeitspläne mit Unterschrift gegenzeichnen, wenns nicht anders geht. Mache Besprechungsprotokolle, Kannst Du auch jeden zumailen, wenn ihr emailaccounts habt.
So hast Du immer was in der Hand, was Du Deinem Chef nachwiesen kannst.
Zu Deiner Krankheit würd eich mal sagen , das sind auch typische Anzeichen, wenn man sich zu sehr verausgabt. Sei es Burnout-Syndrom oder einfach nur eine Abgeschlagenheit. Das wichtigste ist es dass du dich jetzt selbst beschützt, Grenzen für dich setzt und du dir selber im Mittelpunkt stehst. Vielliecht machst du für dich selber auch mal einen Plan, eine Wohlfühlplan, den du dann auch einhälst.
Gönn dir einfach mal Ruhe, du mußt ja auch nicht immer für alle erreichbar sein. Lass dein Telefon mal zuhause und geh ne stunde raus.
Übrigens diese Situation mit deinem Freund und dem Perfektionismus deinerseits - das kenne ich auch nur zu gut. Es sit ja auch nicht falsch ab und zu mal zu helfen. aber denke eher an Hilfe zur Selbsthilfe statt ihm das ganze aus der hand zu nehmen. Das hilft ihm tatsächlich und ist für dich auch besser. Also Duden in die Hand drücken und so! |
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| Frozen Tears hat zum Thema: Re: Nicht durchsetzen können geschrieben
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Manfredsch neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.10.2008 Beiträge: 210 Alter: 44 Wohnort: Norddeutschland
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Verfasst am: 31.01.2009, 10:28 Titel: Re: Nicht durchsetzen können |
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Liebe Julia,
das mit dem alles unter Kontrolle haben zu wollen kenne ich auch sehr gut. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch eng mit dem zu viel um andere Kümmern zu tun hat. Wenn ich anderen immer helfe, also einen gewissen Einfluss auf sie ausübe, habe ich sie eher unter Kontrolle. Und wenn ich vielleicht das Gefühl habe, ihrer nicht würdig zu sein, kann ich mich durch die Hilfe "wertvoller" machen.
Ich kenne von mir manchmal den Impuls, wenn es jemandem sehr schlecht geht, dass ich mich für ihn bis zur totalen Ich-Aufgabe verausgaben möchte, weil er mir so leid tut. Dann ziehe ich innerlich immer die Notbremse und versuche ganz gezielt BEI MIR zu bleiben. Ein bisschen helfen und sich kümmern ist ja eigentlich etwas sehr Schönes, aber ich glaube, es darf nicht zur Auflösung der Grenze vom Ich zum Du kommen.
Ich denke, das ist es auch, was wir als Kinder einer kranken Familie als Wichtigstes lernen müssen: uns abzugrenzen und uns endlich liebevoll um uns selbst zu kümmern. Das wäre wahrscheinlich auch die Konsequenz, die Du aus der Erkenntnis, dass Dein Vater Alkoholiker ist, ziehen musst.
Vielleicht will Dir Deine Kränklichkeit beibringen, dass Du gut zu Dir bist.
Dass die Familie sich nicht kümmert, kenne ich auch nur zu gut; ist gerade auch ganz aktuell bei mir. Und dass wir ständig der Familie "helfen" müssen, d.h., dass sie uns für ihr Wohlbefinden und Gleichgewicht verantwortlich macht, ist ebenfalls eine typisches Symptom einer kranken Familie.
Weißt Du, ich habe gerade ganz frisch gelernt, dass es eine Grenze gibt zwischen mir und meinen Eltern. Auch wenn ich aus ihnen hervorgegangen bin, sind sie doch andere Menschen, außerhalb meiner selbst. Ich bin für mich verantwortlich und sie für sich. Das sind zwei getrennte Welten. Abgesehen davon würde ich mit solchen Menschen gar nichts zu tun haben, wenn ich nicht sozusagen zwangsweise mit ihnen verwandt wäre.
Alles Gute
Manfred |
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| Manfredsch hat zum Thema: Re: Nicht durchsetzen können geschrieben
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tini8 aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.12.2007 Beiträge: 627 Alter: 42 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 31.01.2009, 19:29 Titel: Re: Nicht durchsetzen können |
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Hallo Julia! Es gibt ja die Meinung, dass JEDES körperliche Symptom eine geistige Ursache hat. Man muss das nicht 100% glauben, aber ich denke schon, dass dein Körper deinem Geist signalisiert, dass er müde ist und nicht mehr kann. Das ist dann tatsächlich Burn-Out. Auf Neudeutsch.
Was du dagegen tun kannst? Erstmal würde ich sagen, ein wichitger Schritt ist doch schon passiert: Du denkst darüber nach. Versuch außerdem, den Perfektionismus kontrolliert runterzuschrauben.
Was dich aber schon sehr beslastet, ist die Arbeit, oder? Viellciht hilft dir DER Tipp: Nimm deine Kollegin auf die Seite. Erkläre ihr ganz ruhig, dass du möchtest, dass Vereinbarungen eingehalten werden. Schreib dir VORHER auf, was du zu ihr sagen möchtest. Und sende sog. Ich-Botschaften aus. Beginne jeden Satz mit "Ich möchte, dass....". Das kommt dann an. (Ist wie bei kleinen Kindern). Vielleicht hast du deiner Kollegin gegenüber zu unklare Anweisungen gegben? Im stil von "Du solltest/Du könntest..."?????? Das wäre dann eben keine echte Anweisung....
Dann würde ich abwarten. Wenn sie dir dann wieder querläuft, nimmst du sie wieder auf die Seite. Und dann gehst du damit zum Abteilungsleiter.
Und hab keine Angst!!!! Wenn du wegen ihr deine Führung verlierst, ärgerst du dich schwarz. Und das zieht dich dann noch weiter runter....
Kopf hoch! LG tini |
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| tini8 hat zum Thema: Re: Nicht durchsetzen können geschrieben
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