| 100 Tage • Zufriedene Abstinenz |
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Ferenc neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.01.2010 Beiträge: 5 Alter: 41 Wohnort: Österreich
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Verfasst am: 20.01.2010, 13:59 Titel: Hallo Schattenspringerin |
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Ich bin erst gestern über dieses Forum gestolpert. Da ich grade im fiebrig im Bett liege habe ich meine Shg versäumt, und es hat mir etwas gefehlt.
Auch mich beschäftigt das Thema Suchtverlagerung. Vor Weihnachten war ich stationär auf Entzug (8 Wochen), und habe anfangs typisch auf Zigaretten verlagert. Meine zweite Droge war der Sport, und da sich diese beiden nicht so gut vertragen, hab ich die Zigaretten nach wenigen Tagen weggelassen. Die tiefen Temperaturen und der kleine schlecht belüftete Raucherraum haben mir die Entscheidung leichter gemacht.
Beim Sport ist die Gefahr, zumindest für mich, nicht so groß, extrem hineinzukippen. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Situationen, wo der Drang, etwas zu trinken, oder zumindest eine zu rauchen, sehr groß wird. Irgendwo braucht man eine Ersatzdroge.
Auch fehlt mir das gewisse Hochgefühl, das ich mit Alkohol zeitweise hatte. Dieses 'aus den Alltag treten' war warscheinlich ein wesentlicher Grund für meine Sucht. Von Hochgefühl war im weiteren Verlauf meiner 'Kariere' sehr selten etwas zu spüren, klar. Aber irgendwie plätschert das Leben für mich ein wenig ereignislos dahin. Liegt warscheinlich auch daran, das ich früher immer sehr viel aus war, und meine Freunde und Bekannten größtenteils dem Alk nicht abgeneigt sind. Ich brauch wohl noch etwas Zeit, einen Abend zu genießen, wo rundherum getrunken wird.
Momentan gehe ich gern einkaufen. Das ist neu bei mir, und, ja, Suchtverlagerung hat sicher nichts mit stoffgebunden oder nicht zu tun. Bewusstseinsverändernd wirkt jede Sucht, sonst wärs ja keine.
Ich würde mich freuen, mich mit euch hier austauschen zu können.
Mit herzlichem Gruß
Ferdinand |
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| Ferenc hat zum Thema: Hallo Schattenspringerin geschrieben
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espoir sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.11.2008 Beiträge: 1155 Alter: 44
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Verfasst am: 20.01.2010, 19:00 Titel: Re: Schatten und Licht |
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Liebe Schattenspringerin,
wow, was für interessante Diskussionsbeiträge!
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich beim ersten Lesen deiner Frage spontan gedacht habe: "Quatsch, ein Rückfall hat für mich ausschließlich mit dem zuletzt konsumierten Suchtmittel zu tun, also kann eine Suchtverlagerung nicht mit einem Rückfall gleichgesetzt werden, was hat schließlich Schokolade mit meinem damaligen Wein oder Prosecco zu tun?"
Aber jetzt, nachdem ich die Beiträge der anderen gelesen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher bzw. stellt sich mir die Frage, ob der Begriff "Rückfall" dann nicht falsch gewählt ist. Denn wie wir schon gesehen haben, hat das Ganze ja mit Verhaltensmustern zu tun. Wenn ich also von dem einen falschen Verhalten (zuviel Alkohol zu trinken) in das andere rutsche (zuviel Schokolade zu futtern), war ich ja nie wirklich weg von dem falschen Verhalten.
Ich frage mich also nicht "Suchtverlagerung=Rückfall?" sondern "Suchtverlagerung=nix gelernt?" Hmmm, wenig schmeichelhafter Gedanke, muss ich zugeben...
LG
espoir |
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| espoir hat zum Thema: Re: Schatten und Licht geschrieben
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Lütze sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.11.2007 Beiträge: 1296 Alter: 40
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Verfasst am: 30.01.2010, 08:55 Titel: Re: Schatten und Licht |
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Hallo Schattenspringerin
Wirklich ne interessante Frage,die du hier aufgeworfen hast.Ich denke nicht,das Suchtverlagerung gleich Rückfall ist.Glaube aber schon irgendwie,dass wir immer anfällig für Süchte gleichwelcher Art sind.
Bei mir ist es Kaffee und Schokolade.Da ich auf letztere richtige Heißhungerattacken habe,glaube ich definitiv;das hier etwas aus dem Lot geraten ist.Zudem macht Schoko ja auch ein Stück weit glücklich.Vlt sollte ich hier mal ansetzen.
Was gibts Neues bei dir?
Schönes WE!
Lütze |
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| Lütze hat zum Thema: Re: Schatten und Licht geschrieben
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isbeau neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.01.2010 Beiträge: 295 Alter: 48
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Verfasst am: 30.01.2010, 14:56 Titel: Re: Schatten und Licht |
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ich möchte mich der meinung von Murmeltier anschließen, dass man-in jeder beziehung- eine suchtpersöhnlichkeit bleibt.
ein befreundeter wissenschaftler u eine ärztin erläuterten mir unlängst, dass es mittlerweile technisch möglich ist, sucht-oder angst-areale im hirn sichtbar zu machen bzw. nachzuweisen.
es leuchtet mir durchaus ein. keine hand ist wie di andere. warum sollten gehirne u transmittersubstanzen gleich sein?
das heißt natürlich im umkehrschluss nicht, dass dies ein freifahrtsschein oder eine entschuldigung für sucht ist. ganz im gegenteil: menschen, bei denen diese "schwäche" organisch/genetisch vorgegeben ist, die müssen-in bezug auf JEDE sucht- besonders liebevoll u achtsam mit sich umgehen! |
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| isbeau hat zum Thema: Re: Schatten und Licht geschrieben
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Gotti sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.02.2008 Beiträge: 3355 Alter: 51 Wohnort: Bayern
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Verfasst am: 06.02.2010, 16:11 Titel: Re: Schatten und Licht |
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Hallo Schattenspringerin!
Auch dir wünsche ich ein schönes Wochendende!
Ist es nur Schreibfaulheit, oder was anderes?
Ist ringsum ganz schön leise geworden.
Hoffe doch, dass es dir gutgeht?
Liebe Grüße, Gotti. |
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| Gotti hat zum Thema: Re: Schatten und Licht geschrieben
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Samsara sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.07.2008 Beiträge: 12702 Alter: 50 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 08.02.2010, 12:24 Titel: Re: Schatten und Licht |
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Hallo Ihr lieben Mitstreiter,
Ich möchte mich nochmal ganz herzlich bei Murmeltier, Ferenc, Espoir, Isbeau und Gotti für Eure Überlegungen und Beiträge zu der von mir aufgeworfenen Frage, ob Suchtverlagerung ein Rückfall (in alte Gewohnheiten) ist, bedanken. Ganz besonders freue ich mich, dass sich an diesem Gedankenaustausch auch neue Forenteilnehmer beteiligt haben.
@murmeltier
| Zitat: | | ein Suchtmensch wird lebenslang in Gefahr laufen sich in diversen Süchten zu verlieren. |
Aus meiner Sicht hat der Therapeut hier ganz wichtige Punkte angesprochen.
Für mich verdrängt und übertüncht Suchtverhalten einen Mangelzustand und wird eingesetzt, weil wir in manchen Situationen lieber flüchten, anstatt uns mit der Wirklichkeit auseinandersetzen, weil diese rau und schmerzhaft ist. Wenn wir dann exzessiv und maßlos Zuflucht zum Essen, Sport, Kaufen etc. nehmen, sehe ich das bereits als Rückfall in alte Verhaltensmuster.
Flucht anstatt sich den realen Problemen zu stellen und -notfalls mit Hilfe- nach Lösungen zu suchen.... Für mich ist dabei wichtig, wozu wir das Mittel einsetzen und erst in zweiter Linie, zu was wir greifen.
@Ferenc
| Zitat: | | Suchtverlagerung hat sicher nichts mit stoffgebunden oder nicht zu tun. |
Ich sehe das auch so, dass der Mensch bestimmte Dinge durch exzessiven Gebrauch erst zum Suchtmittel macht.
| Zitat: | | Aber irgendwie plätschert das Leben für mich ein wenig ereignislos dahin. |
Deswegen ist es so wichtig, dass wir uns wieder selbst kleine Highlights schaffen. Das kann ein vernachlässigtes Hobby sein oder etwas, was wir schon immer mal machen wollten und uns aus welchen Gründen auch immer nicht getraut hatten. Ich bin mir sicher, dass Du für Dich etwas findest, um diese Lücke zu füllen!
@Espoir
| Zitat: | | stellt sich mir die Frage, ob der Begriff "Rückfall" dann nicht falsch gewählt ist. |
Als wir darüber im Kurs diskutiert haben, habe ich im Geiste *Rückfall in alte Verhaltensmuster* ergänzt. So dürfte leichter erkennbar sein, dass wir nach wie vor am falschen Verhalten kleben können, auch wenn wir zu anderen Mitteln greifen.
Lieber Lütze, liebe Gotti -schön, dass Ihr nachgefragt habt.. Es stimmt, dass ich mich ein wenig rar gemacht hatte in meinem Thread, was aber weniger mit Schreibfaulheit zu hat als vielmehr mit der Tatsache, dass ich mich mit einigen Dingen in meinem persönlichen Umfeld, die mich in letzter Zeit beschäftigt haben, ausführlicher im Tagebuchbereich auseinandergesetzt habe. Hinzu kam noch ein Kongress, den ich kürzlich besuchte mit Themen, die mich hinterher noch länger beschäftigt haben.
In unserer realen SHG sind wir zwar momentan nicht so Viele, dafür aber mit Themen, die es *in sich haben*. Als Ausgleich und Ruhepool zu all diesen Aktivitäten brauche ich immer mal wieder Momente der Stille, um wieder aufzutanken. Gestern war nach längerer Zeit mal wieder ein Saunabesuch mit ausgedehnten Ruhezeiten fällig – hat mir wirklich gutgetan. Heute werde ich meine letzte Yogastunde genießen, aber bald fängt ein neuer Kurs an.
Am Mittwoch werde ich Köln und dem organisierten Karnevalsgetümmel den Rücken kehren und einige Tage zu meinem Partner fahren. Ich freu mich auf gute Gespräche, gemeinsames Kochen, Wandern und, und.....
Ich wünsche Euch allen einen guten Wochenstart!
Liebe Grüße,
Schattenspringerin |
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| Samsara hat zum Thema: Re: Schatten und Licht geschrieben
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silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4064 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
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Verfasst am: 08.02.2010, 12:48 Titel: Re: Schatten und Licht |
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glück auf schattenspringerin
freut mich zu lesen wie gut es dir geht
hast n ausgefülltes leben (ich auch - fällt das trockenbleiben leicht)
viel spass - vor allem beim und, und....
matthias |
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| silberkralle hat zum Thema: Re: Schatten und Licht geschrieben
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Samsara sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 28.07.2008 Beiträge: 12702 Alter: 50 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 08.02.2010, 21:03 Titel: Re: Schatten und Licht |
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Hallo Silberkralle,
Danke für die Blumen!
Ein ausgefülltes Leben ist sehr wichtig für Zufriedenheit und ein positives Lebensgefühl - für mich ist es aber auch gut, ab und an mal auf die Bremse zu treten, damit es nicht in Überforderung ausartet (das ist für mich gar nicht gut)
| Zitat: | viel spass - vor allem beim und, und....
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......als da wären: bügeln, Fenster putzen, Blumen gießen
Liebe Grüße,
Schattzenspringerin |
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| Samsara hat zum Thema: Re: Schatten und Licht geschrieben
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