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3 Tage trocken, Schluss!!

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annchen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 5
Alter: 31
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15.01.2009, 22:07    Titel: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

hier ein kleines copy-paste aus meinem Vorstellungsbeitrag:

ich möchte mich hier vorstellen, bin 28 Jahre alt und habe gerade meinem Freund (Ex-freund, 32) 5 Wochen lang während dem Entzug in der Klinik beigestanden. Jetzt komme ich nicht mehr mit der neuen Situation klar.
Kaum war er 3 Tage aus der Klinik, schon hat er mit mir Schluss gemacht, weil sein Leben nicht mehr das Gleiche ist, seine Gefühle ständig schwanken und nun sind 3 Wochen ins Land gegangen, in denen wir kaum Kontakt hatten..mittlerweile haben gemeinsame Freunde mir berichtet, dass er mich hasst. So richtig mit allem drum & dran...
Was ist bloss passiert? Ich will doch nur verstehen & hoffe in diesem Forum Antworten oder Ansätze zu finden die mir das Ganze erträglicher machen. Vom geliebten Engel, der Lebensretterin mit der man sein Leben verbringen will zur Hassperson Nummer 1. Umschwung total.
Danke fürs Lesen & eure Beiträge.

annchen
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annchen hat zum Thema: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben
annchen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 5
Alter: 31
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15.01.2009, 22:50    Titel: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

d.h das wars jetzt?

Ich war immer für ihn da, habe alles für ihn getan- niemand wusste oder wollte etwas von seinem Problem wissen..nichtmal seine Eltern haben es geschafft ihn im KH zu besuchen. Ich stand jeden Tag da, und jetzt da er trocken ist- macht er einfach schluss. ist er das? ist das der wahre Tom?
Er verweigert wehement eine Therapie, "ich habe den Entzug geschafft, wenn ich trinken will dann trink ich wieder, aber ich sehe ja momentan den Nutzen nicht ein, also ist alles gut".
Er geht wieder aus, ohne Alk zu trinken...aber in ruhigen Momenten wirkt er zurückgezogen und kommt mit der Situation/Umwelt nicht zurecht.
Aber warum richtet sich sein ganzer Hass nun auf mich? Wie kann ich wieder an ihn rankommen? Ihm sagen, dass ich für ihn da bin & nicht der letzte Idiot bin?

tut mir leid, bin echt verzweifelt, weil ich das alles nicht so hab kommen sehen & diese Kontaktverweigerung seinerseits (die ich respektiere) macht mich krank!! Traurig
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annchen hat zum Thema: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben
malinca
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.10.2008
Beiträge: 132
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 15.01.2009, 23:09    Titel: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Annchen, Deine Verzweiflung kann ich verstehen. ABER -

"ich habe den Entzug geschafft, wenn ich trinken will dann trink ich wieder, aber ich sehe ja momentan den Nutzen nicht ein, also ist alles gut".

Somit ist gar nichts gut, denn er hat die Alkoholkrankheit noch nicht verstanden. Er darf nie wieder trinken, er kann nicht kontrolliert trinken. Das er mit Dir Schluß gemacht hat, hat wahrscheinlich nur den einen Grund, daß er seinen Rückfall vorbereitet, bzw. wahrscheinlich hatte er den schon. Und das möchte er natürlich nicht vor Dir rechtfertigen. Lies Dir hier mal ein paar Geschichten durch und vielleicht bist Du dann froh, daß er Schluss gemacht hat. Für Dich ist es das Beste. Versuche (ich weiß, daß es Dir sehr schwer fällt) nur bei Dir zu bleiben. Denke jetzt nur noch an Dich!!! Mit seiner Einstellung in punkto Therapie wäre eine gute Beziehung eh nicht mehr möglich gewesen. Nach einem Entzug sollte ein Alkoholiker für mindestens 1 Jahr alle Orte meiden, an denen Alkohol getrunken wird, bzw. die ihn an seine nasse Zeit erinnern. Und wenn er jetzt schon auf Partys geht ist sein Rückfall vorprogammiert. Kopf hoch Annchen, lieber allein als mit einem nassen Alkoholiker.Ich habe auch einen langen "Begreif-Weg" hinter mir und bin jetzt froh in naher Zukunft wieder von vorne anfangen zu dürfen. Ich habe auch nicht gedacht, daß ich mich darüber mal freuen würde. Alles Liebe, Malinca.
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malinca hat zum Thema: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben
Karotte
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.12.2007
Beiträge: 2830
Alter: 36

BeitragVerfasst am: 15.01.2009, 23:23    Titel: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Du, ich habe den Verdacht das er es nicht so richtig ernst nimmt und jemanden sucht auf den er alles schieben kann und da Du wohl am nächsten warst/bist nimmt er Dich dafür...wahrscheinlich is er voll in SEINEM Film...es ist eine Flucht eine Ausflucht...Nimm Dir das nicht zu Herzen ... das ist die Sucht...solange er noch so redet wie Du es beschreibst ist er nur in einer Trinkpause...

Viel Kraft wünsche ich Dir
Alles Gute Karotte
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Karotte hat zum Thema: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben
Neeonie
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 29.12.2008
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 16.01.2009, 10:33    Titel: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo annchen,


einfach macht er es sich wirklich nicht, wenn er sein Umfeld nicht wechselt mit dem er vor dem Entzug trinken war - da stimme ich malinca zu, was den Rückfall vorbereiten betrifft.
Andererseits kann es auch sein, daß Du eine Rolle spielst, weswegen er mit Dir rückblickend nicht mehr klarkommt. Ich sehe es an meinem Elternhaus, ein mann meiner Mutter hat komplett die Kurve nach der Trennung bekommen und der andere war zumindestens ab da wieder in der Lage sich um seine Bedürfnisse zu kümmern, zu Ämtern zu gehen, verbraucht nur noch die Hälfte an Alk um Fortbildungen zu machen usw. Damit meine ich, daß COs sich eher schädigend als lebensrettend aufführen und es kann sein, daß dies in der Klinik Thema war bei ihm. Immerhin hat er versucht mit dem Entzug sein leben zu retten und nicht Du, oder? Ist er ohne Streitereien mit dir einfach so in die Klinik gegangen? Hat er angst vorm Streß, weil er vielleicht Angst hat so schneller rückfällig zu werden ( falls er es noch nicht ist ).Habt ihr darüber mal kommuniziert?

Schwer, dazu etwas zu sagen, aber Deine Traurigkeit und Verzweiflung kann ich auch verstehen.

LG
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Neeonie hat zum Thema: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben
annchen
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 15.01.2009
Beiträge: 5
Alter: 31
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 18.01.2009, 03:49    Titel: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo & Danke für eure Posts

also er will gar keinen kontakt mehr mit mir haben. Ich sei unmöglich und er wolle nicht mehr mit mir reden. Dass ich ihm zu einer Therapie rate, fände er unmöglich und für wen ich mich denn halte, ihm so etwas anzuraten- er bräuchte ja schliesslich keinen Vormund.
Naja, das perverse an der Situation ist ja, dass er im Laufe der Therapie einen dringenden Kinderwunsch mit mir, als idealer Mutterfigur, geäussert hat und momentan kein gutes Haar an mir lässt. Ich kann nicht glauben, dass er das ist. Oder war er etwa nicht der, der er ist im Laufe des Entzugs, resp. vor dem ganzen Tumult.
Dazu müsste ich vielleicht erwähnen, dass Er sich nicht freiwillig in den Entzug begeben hat sondern, aus der Situation heraus, dass er nach einem epileptischen Anfall der wegen Entzugserscheinungen von edit Karsten - biite keine Medikamentennamen dank- edit &geringer Menge an Alkohol zustande kam, sofort in die Psychiatrie weiterverlegt wurde. Daraufhin beschloss er sich das Ganze erstmal anzusehen und dann zu entscheiden. Es gefiel ihm anfangs gar nicht, jedoch ist er dann recht schnell ins Delirium abgerutscht und hat darauf hin dann beschlossen das Gnaze durchzuziehen.
Während dieser ganzen Zeit war ich die Allerbeste, seine Frau...und nun bin ich ein Nichts, weniger als das sogar.
Wann war er denn nun er selbst? Was kann ich noch glauben? Darf ich mich daran festhalten, dass er irgendwann zusich zurückfindet und mich wieder als Mensch zu schätzen weiss und nicht mehr als Monster?!?
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annchen hat zum Thema: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben
malinca
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.10.2008
Beiträge: 132
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 18.01.2009, 04:23    Titel: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Annchen, wenn er nicht freiwillig zur Entgiftung gegangen ist und vor allen Dingen jetzt dies

"Ich sei unmöglich und er wolle nicht mehr mit mir reden. Dass ich ihm zu einer Therapie rate, fände er unmöglich und für wen ich mich denn halte, ihm so etwas anzuraten- er bräuchte ja schliesslich keinen Vormund."

äußert, dann hat er seine Situation noch nicht begriffen. Sprich er hat trotz dieser sehr akuten Situation im KH mit Delirium usw. seinen persönlichen Tiefpunkt noch nicht erreicht. Ich habe meinen Mann mit einer Einweisung "Schwere Depressionen mit Suizidgefahr" ins KH gebracht und er "durfte" dann gleich auf der Entzugsstation bleiben. Hat es also auch nicht ganz freiwillig gemacht. Entzug, dann anschließend Entwöhnung und dann Reha. Bis zur Mitte der Reha war ich auch die Beste und Liebste und ohne mich würde ja gar nichts gehen und dann hat er sich auf einmal total verändert und unsere 15 jährige Beziehung und 10 jährige Ehe in Frage gestellt. 2 Wochen später hat er wieder getrunken und ich bin ausgezogen, wieder eingezogen (er brauch mich doch und liebt mich doch plötzlich wieder bzw. immer noch über alles) und das ging ein paar mal hin und her. Sprüche wie "ich will mich nicht mehr kontrollieren lassen, ich bin ein freier Mensch, ich kann auch trinken wie jeder normale Mensch" habe ich zugenüge gehört. Mir ging es immer schlechter und im Dezember letzten Jahres habe ich dann den Schlußstrich gezogen. Jetzt hat er eine eigene Wohnung und sicherlich ist er mir nicht egal. Aber ich habe verstanden, ich muß ihn so leben lassen wie er will. Und da das nicht mit meinen Lebensvorstellungen übereinstimmt, müssen wir getrennte Wege gehen. Auch wenn das ein schwerer Weg ist. Bei mir ist die Hoffnung, daß er es jetzt vielleicht für sich schafft. Aber wenn nicht, daran mache ich mein Wohl nicht mehr fest. Und Du solltest Dir seine Worte nicht so zu Herzen nehmen. Das was er jetzt zu Dir sagt nennt man "nasses Gerede".

Versuche Abstand von ihm zu bekommen, vermeide Kontakte zu ihm und bitte Deine Freunde Dir nichts mehr zu erzählen, was er über Dich sagt. Das macht es Dir leichter. Und vielleicht kommt er ja noch selbst drauf, daß er ohne eine Therapie sein Leben nicht in den Griff kriegt. Du versuch so gut wie möglich bei Dir zu bleiben und kümmer Dich nicht um ihn. Das sagt sich zwar so einfach, aber alles andere wird Dich kaputtmachen. Liebe Grüße und ich hoffe Du kannst ein wenig schlafen, Malinca.
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malinca hat zum Thema: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 18.01.2009, 10:09    Titel: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Malinca,
liebes Annchen,
ich denke, die Beste, Liebste und Schönste sind wir dann, wenn wir das Deckmäntelchen beschützend über unsere (Ex-)Partner halten.

Beginnen wir aber uns selber einen schützenden Mantel umzugelen, so entziehen wir den Deckmantel der Sucht. Wir sind nicht mehr bequem - im Gegenteil - wir haben sie entblösst. Das, was seither eventuell unter Kontrolle gedacht war entgleitet ebenso wie der Alkohol.

Nur Alkohol wird gekauft - Geld gegen Alk. Partnerschaft kann nicht gekauft werden, ebenso wenig wie das Deckmäntelchen Winken

Als ich das Deckmäntelchen abzog und sagte so nicht wurde Ersatz für mich gesucht und schneller gefunden, als ich meine Worte ausgesprochen hatte. Logisch oder? Es ging nicht um Liebe oder Partnerschaft von seelischer Konsistenz sondern schlicht weg und ergreifend um ein "Agreement". Wir verständigen uns darüber ein Paar zu sein und miteinander unsere Schwachstellen auszubügeln. Wir wollen sie nicht beseitigen oder uns verändern, wir wollen nach außen eine feste Gemeinschaft sein und Menschen, die sich gegenseitig decken.

Ja Annchen: was soll man(n)/frau Dir sagen? Denn es hilft Dir nicht zu hören "sei froh dass er weg ist". Half mir auch nicht, denn der SChmerz war zu groß, die Frage hat er mich jemals gemocht?

Ich befürchte in meinem Fall ich war nur ein Mittel zum Zweck.

Wann war er er selbst? Vielleicht gar nicht - vielleicht wird er das nie wieder? Vielleicht trank er weil er nicht den Mut und die Kraft hatte "er selbst zu sein". Vielleicht ändert der Alkohol und verstärkt das, was eigentlich sein Grundtemperatment war und was wir Angehörige ungern sehen....

Ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen und Dich bitten für Dich zu Kräften zu kommen und mit der Trauer "klar zu kommen".

Viel Kraft wünscht Dir Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: 3 Tage trocken, Schluss!! geschrieben

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