| Therapie...aber wie? • Es geht weiter.. |
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Salome13 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2008 Beiträge: 60 Alter: 53
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Verfasst am: 09.01.2009, 18:11 Titel: Meine ungewollte Karriere |
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Hallo, liebe Mitkämpfer/Innen
Den Grundstein habe ich mit Mitte 20 gelegt als ich anfing, meine Ängste zu ertränken. Ich war ein lebensfroher Mensch, jemand, den man gerne kennt und das wollte ich bleiben. Mein Versuch darüber zu reden endete immer mit: du spinnst ja total, nun reiß dich mal zusammen. So nahm das Desaster seinen Lauf. Irgendwann wurde die "Medizin" das Problem, aber das habe wollte ich nicht hören, wahrhaben schon gar nicht. Die typische Suchtkarriere nahm ihren rasanten Lauf. Mit der nächsten Lebenskrise ging es immer flotter voran, die Ausreden kennt Ihr sicher alle. War kein Problem da, hab ich eins kreiert, es findet sich immer was. Letztes Jahr hat sich die Trunksucht dann total verselbständigt. Ohne Promille konnte ich das Leben nicht ertragen, inzwischen bin ich Alkoholikerin. Im letzten Jahr kam dann der totale Zusammenbruch, es konnten viele sehen, die es wollten, und selbst wenn es nur ein paar waren verbreitete sich das rasant. Vielleicht kursieren sogar Bilder oder Videos, womöglich im Internet, keine Ahnung. Ich will hier nicht schildern, was ich mir erlaubt habe. Wer weiß, wer alles mitliest. Die anderen haben keine Schuld, ich habe mir das eingebrockt, ganz allein. Dummerweise haben uns hier die meisten auf dem Kieker, weil wir eben eine eigene Meinung haben und ich mir nicht vorschreiben lasse, was ich im Garten mache. Ich halte mich an die Vorschriften, aber das ist halt zu wenig. Ich soll es so machen, wie der Rest es sich vorstellt. Irgendwann war es dem selbsternannten Hausmeister zu blöde, er fing an, alle gegen uns aufzuhetzen. Haben mir damals, vor ca. 5 Jahren, noch Nachbarn gesagt. Meine Trunksucht ist natürlich Wasser auf die Mühlen. Es verbreitete sich hier in der Stadt, in den Vororten, in Nachbargemeinden. Ich muß leider raus, ich habe einen Hund. Früher waren die anderen Hundler meine Sozialkontakte, die kennen mich nun nicht mehr (klar, ist denen peinlich), mein Gruß wird von den Nachbarn nicht erwidert. Wenn uns einer versehentlich entgegenkommt, dreht er/sie um, laufe ich dahinter, rennen manche sogar vor mir weg. Selbst Leute, die ich seit vielen Jahren kenne, verhalten sich so. Lernt mich ein Neuzugang "versehentlich" kennen, wird er bald aufgeklärt und meidet mich auch. Wie gesagt, ich habs mir selber eingebrockt. Aber diese Abscheu und Ablehnung, die mir da entgegengebracht wird, kann ich gar nicht aushalten. Sie bot neue Nahrung, mich bis zum Umfallen zu besaufen. Ich habe letztes Jahr, nach meinem Ausraster beschlossen, den Kampf gegen die Sucht aufzunehmen. Aber wenn ich das schaffen will, brauche ich Menschen, die mich nicht wie eine Aussätzige behandeln, sondern es als Krankheit akzeptieren. Die SHG startet erst am Mittwoch wieder. Bis dahin ist dieses Forum der einzige Platz wo ich offen reden und zur Sucht stehen kann. Leider sind viele Menschen aus meinem Umfeld weggezogen, manche sogar gestorben. Die fehlen mir jetzt natürlich ganz besonders. So beschränkte sich der Kontakt ein Jahr lang fast gänzlich auf meinen Mann, unseren Hund, und die Flasche. Die Flasche will ich nicht mehr und mein Mann ist beruflich oft unterwegs. So seid Ihr momentan wirklich mein Notanker. Manchmal ist der Druck so stark daß ich am liebsten wieder.....Wenn "die" wüßten wie schlecht es mir geht würden "Die" sich freuen. Aber die jahrzehntelangen Denkmuster sitzen zu tief, es wird genauso hart werden, sie zu ersetzen.
Ich habe richtig Schiß vor der Reaktion der Leute in der SHG.
Liebe Grüße
Salome |
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| Salome13 hat zum Thema: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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sunmoon neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 234 Alter: 38
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Verfasst am: 09.01.2009, 18:59 Titel: Re: Meine ungewollte Karriere |
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Hallo Salome,
erst einmal ein herzliches Willkommen hier.
Du kannst sicher sein,dass hier niemand vor dir wegrennt.Und Zuhörer bzw Leser wirst du immer haben.
Schreib dir also alles von der Seele,wenn es dir gut tut.
LG sunmoon |
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| sunmoon hat zum Thema: Re: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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sunmoon neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 234 Alter: 38
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Verfasst am: 09.01.2009, 19:01 Titel: Re: Meine ungewollte Karriere |
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Sorry,aber ich muss noch mal nachfragen,wieso du Angst hast vor der Reaktion der SHG?
sunmoon |
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| sunmoon hat zum Thema: Re: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 09.01.2009, 19:16 Titel: Re: Meine ungewollte Karriere |
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Hallo, liebe Salome,
wenn ich Dich richtig verstanden habe, so ist Dein Leben ähnlich verlaufen wie das meines alkoholkranken Freundes (von dem ich mich getrennt habe). Er wurde mit der Zeit wütend, ausfallen und hat sich mit dem gesamten Kleindorf zertritten. Es ist ein Ort für sich, und auch Einwohner für sich, aber er als Norddeutscher und Menschen aus einem 320-Seelen-Kaff in Baden-Württemberg, das ging gleich gar nicht gut.
Lange Rede kurzer Sinn: er hat es überall (!) geschafft ganz arg negativ im Gedächtnis zu bleiben (ihm legte man sogar nahe den Ort zu verlassen).
Ich denke, liebe Salome, es ist dann schon sehr schwer wieder auf die Beine zu kommen und zu beweisen "Hallo Leute, ich bin wer und ich bin es wert". Auf der anderen Seite aber wird es auch in solchen aufgehetzten Gemeinden den einen oder anderen geben, der wieder auf Dich eingehen würde, könnte, wenn Du Dich vielleicht ihm/ihr nähern könntest.
Du sagst "selber verschuldet" bzw. eingebrockt. Gut, Menschen machen Fehler! Aber Menschen können auch daran etwas ändern - den Weg scheinst Du gerade gehen zu wollen! Und Menschen können verzeihen.... Sicher dauert das seine Zeit und sicherlich wirst Du anfänglich mit Argusaugen beobachtet. Aber warum nicht zeigen dass Du etwas ändern willst, dass Dir bewußt ist, dass etwas falsch lief?
Die SHG dürfte von Menschen besucht sein, die Deine Ängste aus eigener Erfahrung kennen - vermute ich mal. Sie werden Deinen Willen, wenn er wirklich fest ist, ganz sicher verstehen und Dir eine gute Hilfe sein können, denke ich.
Halt Dich wacker,
lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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Salome13 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2008 Beiträge: 60 Alter: 53
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Verfasst am: 09.01.2009, 19:27 Titel: Re: Meine ungewollte Karriere |
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An sunmoon- es liegt an meinen negativen Denkmustern. Da kommen immer wieder völlig unbegründete Ängste hoch.
Nein Dagmar, ich war nie ausfallend und ich habe mich auch nicht gestritten. Ich habe sachlich meine Meinung vertreten, aber andere haben halt gekuscht. Wenn ich besoffen war, habe ich fremde Leute gemieden. Ich hatte auch an dem Aussetzertag keinen Kontakt, soviel weiß ich noch.
Wir wollen schon lange wegziehen, weils einfach nicht mehr schön ist. Aber so einfach ist es nicht mit einer ETW. Hier wird halt gemobbt was das Zeug hält.
Ich muß jetzt ins Bett. Bronchitis und 39 Fieber. Ich bin froh, hier zu sein. Das tut mir gut.Danke, daß Ihr mir helft.
Liebe Grüße und
Gute Nacht |
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| Salome13 hat zum Thema: Re: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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sunmoon neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.08.2008 Beiträge: 234 Alter: 38
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Verfasst am: 09.01.2009, 19:32 Titel: Re: Meine ungewollte Karriere |
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Liebe Salome,
negative Denkmuster kenne ich.Aber die Erkenntniss,dass es so ist,hat mir geholfen,dagegen anzusteuern.
jetzt wünsch ich dir erstmal gute Besserung.
LG sunmoon |
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| sunmoon hat zum Thema: Re: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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Spanijoggel Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 8589 Alter: 70 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 09.01.2009, 19:47 Titel: Re: Meine ungewollte Karriere |
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Liebe Salome!
Herzlich willkommen im Forum!
Das ist schon mal ein guter Schritt,den Du getan hast!
Jetzt werd bald wieder gesund! Gute Besserung!
Herzliche Grüsse
Yvonne |
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| Spanijoggel hat zum Thema: Re: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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Salome13 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2008 Beiträge: 60 Alter: 53
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Verfasst am: 10.01.2009, 10:50 Titel: Re: Meine ungewollte Karriere |
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Hallo,
heute Nacht habe ich hoffentlich einen Teil der Bazillen ausgeschwitzt.
Ja, ich bin fest entschlossen mich aus dieser Abhängigkeit zu befreien und den Rest meines Lebens auf der Sonnenseite zu verbringen. Die SHG ist ein Anfang, außerdem habe ich mich für ein Seminar "wir sind was wir denken" angemeldet. Ich hoffe, daß mir das hilft, die negativen Denkmuster durch positive zu ersetzen. Wird auch ein langer Weg werden, denn das hat sich über Jahrzehnte festgesetzt.
Dann gibts bei uns in der Volkshochschule noch einen Vortrag über "mobbing", auch das will ich mitnehmen. Kann nicht schaden. Dann will ich mal sehen, daß ich schnell einen Termin bei einem Sozialpädagogen oder Psychologen kriegen kann um mir Rat zu holen im Umgang mit dem Rest der Welt.
Da liegt viel Arbeit vor mir. Leicht wird das nicht werden.
Liebe Grüße
Salome |
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| Salome13 hat zum Thema: Re: Meine ungewollte Karriere geschrieben
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