| Ich weiss noch gar nicht so recht wohin • Was tuen bei sauf druck ? |
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chaosimleben neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.10.2007 Beiträge: 223 Alter: 50
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Verfasst am: 03.01.2009, 18:47 Titel: Re: Frage an die "Trockenen" |
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Hallo Malone,
du musst eine schwere Entscheidung treffen. Ich selbst bin Alkoholikerin und Co-Abhängig. Meine Sucht habe ich bekämpft. Mein Ex-Freund jedoch hat keinerlei Anstalten gemacht etwas gegen seine Sucht zu unternehmen, obwohl im klar ist wie es um ihn steht da er schon 2 Therapien hinter sich hat. Ich hab ihm zugesichert das ich für ihn da bin. Habe mit ihm auch Arzttermine wahr genommen und immer wieder versucht ihn in eine SHG zu bringen oder wenigstens eine ambulante Therapie zu machen. Als ich ihn dann entgültig fallen liess versprach er mir das er in Therapie geht. Für mich. Ich müsse ihm nur versprechen für ihn da zu sein, ihn zu besuchen, und und und.
Er hat nicht begriffen, das er es nicht für mich tut , genauso wenig wie ich meine Therapie für ihn gemacht habe. Er wurde agressiv, depressiv, hat Drohungen ausgestoßen und ist mir gegenüber auch Handgreiflich geworden um mir dann zu sagen das er mich nur so malträtiert weil er ohne mich nicht sein kann und seine Therapie nicht ohne mich durchsteht.
Es kann nicht sein das ein Alki sich an einen Menschen klebt und von ihm verlangt das er ihm sein Problem abnimmt. Und ich denke das tut dein Partner.
Es ist nicht falsch Hilfe anzubieten, aber es ist falsch zu denken das du vielleicht verantwortlich bist wenn er es alleine nicht schafft. Und sich unter Druck setzen lassen indem er dir ein Versprechen des Wartens auf ihn abringt das ist auf jeden Fall der falsche Weg.
Das ist meine Meinung, aber auch meine Erfahrung. Leider oder zum Glück, wie mans nimmt.
Liebe Grüße
Cora |
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| chaosimleben hat zum Thema: Re: Frage an die "Trockenen" geschrieben
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Nachwuchsoptimist neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.04.2008 Beiträge: 119 Alter: 33
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Verfasst am: 03.01.2009, 20:35 Titel: Re: Frage an die "Trockenen" |
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Hi Malone,
ein schwierige Entscheidung. Es ist ganz normal, dass Du nicht weißt was richtig und was falsch ist. Denn es gibt kein richtig und falsch.
Du sagst Dein Freund will für sich selber trocken werden. Das ist gut. Sein Wunsch, Dich als Begleiterin zu behalten, scheint dabei erstmal ganz verständlich und legitim. Die Gefahr besteht allerdings, dass er seine Abstinenz dann mit Eurer Beziehung in Verbindung bringen könnte, oder sogar unbewusst dem Irrtum erliegen könnte, dass seine Abstinenz davon abhängt. Damit würde er Verantwortung auf Dich abwälzen. Das kann ganz schleichend und unauffällig passieren. Ich schreibe das im Konjunktiv, weil es nicht passieren muss, aber es passiert doch sehr leicht.
Falls er seinen Wunsch als Forderung formuliert, ist das ein Zeichen dafür, dass er noch nicht 100% begriffen hat.
Wenn Du ihm die Chance gibst, sein Leben ganz allein neu zu entdecken, ist das für ihn vielleicht am Anfang der unbequemere Weg, aber sicherlich auch der übersichtlichere. Und auf eine gewisse Weise auch ein einfacherer Weg, weil er sich um Dich keine Gedanken machen musst. Denn der Prozess, durch den er jetzt geht, wenn er es ernst meint, ist lang und kostet Kraft.
Bei mir ist es so, dass ich Mitte April aufgehört habe zu trinken. Nach dem was Du schreibst habe ich vorher ein ähnliches Trinkverhalten gehabt. Party hier, Party da.. drei Tage wach. Vielleicht nicht ganz so fortgeschritten wie bei Deinem Freund, aber das spielt auch keine Rolle. Jendenfalls hat sich meine Freundin noch nicht beschwert, sondern nur mein eigenes Schamgefühl. Und bei mir fingen die Beziehungsprobleme erst an, als ich aufgehört habe. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass meine Bedürfnisse sich sehr verändert haben. Mein Lebenswandel auch ziemlich. Und ich hatte so viel mit mir selber auszumachen, dass meine Freundin - die meine Entscheidung nicht wirklich begreift - oft sehr verletzt war, weil ich sehr geizig geworden bin mit Gefühlsäußerungen. Weil mein Gefühlshaushalt völlig derrangiert ist, und ich eine Explikation niemandem zumuten will. (Vor allem nicht mir selbst, aber das ist ein anderes Thema.)
Ich musste meine ganze Identität in Frage stellen. Das erste Mal ein Leben ohne Rausch. Ich bin ein Alien, und das auf meinem Heimatplaneten. Diese Indentitäskrise ist bei mir noch lange nicht abgeschlossen. Das bedeutet auch, dass ich die Beziehung zu meiner Freundin immer kritischer gesehen habe. Und diese Zweifel waren am Ende so stark, dass ich mir von ihr vor kurzem eine Auszeit erbeten habe. Obwohl ich sie sehr mag, kann ich gerade keine klare Stellung zu ihr beziehen. Ich muss erst wieder eine zufriedene Beziehung mit mir selber haben, bevor ich mit ihr oder irgendjemand in einer gesunden Paarbeziehung leben kann.
Das war jetzt ganz schön viel über mich. Schreiben hilft, sagen viele hier. Was ich damit sagen wollte: Falls Du den Kontakt halten willst, richte Dich darauf ein, dass Du einen fremden Freund haben wirst. Nicht über Nacht, aber stetig. Und er wird sehr egoistisch sein müssen, wenn er geradlinig eine zufriedene Trockenheit zu gehen will. Insofern ist Spedis Voschlag mit den 1-2 Jahren Pause nicht abwegig. Danach müsste er für sich einiges geklärt haben. Und man kann wieder neutral reden. Wenn Euch wirklich viel aneinander gelegen ist, könnte der gute alte Brief vielleicht was für Euch sein. Keine SMS, keine Email, keine Telefonate, keine Treffen. Nur reflektierte, klare Kommunikation mit Distanz. Das praktiziere ich jetzt mit meiner Freundin. Von Plant zu Planet, von Alienhezr zu Alienherz. Ob das richtig ist, weiß ich aber auch noch nicht. Wichtig ist mir: keine Erwartungen. Ich nicht. Sie nicht.
Und dann werden wir ja sehen. Oder eben nicht.
Gute Reise! |
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Blizzard aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.01.2007 Beiträge: 649 Alter: 32 Wohnort: München
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Verfasst am: 03.01.2009, 23:00 Titel: Re: Frage an die "Trockenen" |
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Hallo Malone,
da ich ja auch ungefähr im Alter deines Freundes zu sein scheine, möchte ich dir mal meine Gedanken dazu mitteilen.
Erstmal ist es sehr schwer, aus der Ferne beurteilen zu können, wie ernst es deinem Freund mit seinem Wunsch ist, trocken zu werden, - oder ob er diesen Wunsch nur vorschieben will, um dich zu halten. Letztgenannte Gefahr besteht ja tatsächlich und du wärst nicht die erste, die auf diese Art und Weise in eine jahrelang währende Co-Abhängigkeit rutschen würde.
Deshalb rate ich dir erstmal zu einer gesunden Distanz - und die scheinst du ja auch einzuhalten.
Darüber hinaus spricht aber nichts dagegen, dass du einen vernünftigen Kontakt zu ihm aufrechterhältst, solange du
a) dabei nicht das Gefühl hast, dass er wieder in alte Verhaltensweisen kippt,
b) du selber sicher bist, dass er 100 % krankheitseinsichtig ist,
c) merkst, dass dein Freund bereit ist, sein Leben grundlegend zu ändern, denn - so hat es die Therapeutin in meiner ambulanten Therapie mal ausgedrückt "Trocken werden ist keine Veränderung - sondern Revolution".
d) den Kontakt selber willst.
Alles steht und fällt mit der Ernsthaftigkeit und der Krankheitseinsicht deines Freundes.
Soweit von meiner Seite.
Viele Grüße,
Blizzard |
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| Blizzard hat zum Thema: Re: Frage an die "Trockenen" geschrieben
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Nachwuchsoptimist neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.04.2008 Beiträge: 119 Alter: 33
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Verfasst am: 03.01.2009, 23:43 Titel: Re: Frage an die "Trockenen" |
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| Viva la Revolución! |
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Susanne Gast
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Verfasst am: 04.01.2009, 10:47 Titel: Re: Frage an die "Trockenen" |
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Hallo Malone,
bei allen Fragen, wie wahrhaftig und aufrichtig der Wunsch Deines Freundes ist, bedenke bei dieser Aussage von Dir folgendes:
| Zitat: | | Aber ich möchte schon, dass er sich auf sich selbs konzentriert. |
Das Gleiche solltest Du nämlich auch Dir zusprechen, nämlich in dieser Zeit nicht auf Deinen Partner schaun sondern auf Dich selbst..
Daher meine konkrete Frage, warum Du Dich hier nur mit Ihm beschäftigst? Ich kann Dir nur den Rat geben, Dich wieder im Co-Abhängigen-Bereich mit der Frage zu beschäftigen, was Du in Deinem Leben erwartest, was Dir wichtig ist, wie Du Dir helfen kannst, die Grundbausteine der Co´s für Dich umzusetzen, und Deinen Freund seine Therapie machen läßt.
Dazu lies doch mal diesen Thread und vor Allem diesen hier .
Ich stand nämlich auch mal vor dieser Frage, und dabei hatte ich mich weiterhin aus dem Auge verloren.
Ich wünsche Dir viel Kraft für Dich!
Lieben Gruß
S.Käferchen |
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| Susanne hat zum Thema: Re: Frage an die "Trockenen" geschrieben
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