| Was tun, wenn er betrunken Auto fährt? • Beziehungsthemen |
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norA50 Gast
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Verfasst am: 10.01.2009, 09:46 Titel: Re: Ich mach mir Vorwürfe |
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| Zitat: | Gestern war die Beerdigung, ich weiß nicht wie ich den Tag beschreiben soll.
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Letztens hab ich noch gesagt ich schau nach vorn und jetzt bin ich in einem Loch voller Selbstvorwürfe.
In der einen Minute bin ich fröhlich und in der anderen tiefbestürzt und weine wieder und denke versagt zu haben. Im moment weiß ich garnix mehr , ob es jetzt gut ist wie es ist oder ob ich doch nicht alles versucht habe.
In meiner Familie laß ich mir das nicht anmerken aber wenn ich alleine bin weine ich und rede sehr viel mit mir selbst. |
Liebe Alex,
dass Du weinst ist völlig normal und wahrscheinlich sogar gut, gehört das doch zum Trauern... Aber Du sollst Dir keine Vorwürfe machen, niemand hätte Deine Stiefmutter retten können. Und es war recht und gut, dass Du, um Dich und Dein Kind zu schützen, den Kontakt zu ihr abgebrochen hast. Niemand kann hellsehen und das Wichtigste war und ist, für Dich und Dein Kind zu sorgen. Stell Dir vor, auch Du würdest absinken, in Alkohol und Drogen, hättest Dich voll dem ganzen selbstgemachten Schlamassel Deiner Stiefmutter hingegeben..? Was wäre dann mit Deinem Kind? Zeig ihm, wie man lebt, wie man ein glücklicher Mensch wird, wir man die in jedem Leben auftretenden Probleme meistern kann, ohne in Drogen und Alkohol abzusinken! Du bist der Weg, der aus der ganzen Misäre herausführt!
Aber lass Dir Zeit, alles zu analysieren, schau auf Dich, auf Deine Gefühle, schau Dir Deine Gedanken genau an, wenn sie kommen und lass sie auch wieder gehen... Irgendwann wirst Du merken, dass das Leben weiter geht. All die Menschen um uns, die uns seit unserer Geburt begleitet haben und ihr Leben nicht im Griff hatten sind uns Lehrmeister dafür, wie man NICHT leben soll. Es liegt an uns zu wählen, ob wir in der Dunkelheit oder im Licht leben!
Schau Dich um, es gibt so viel Schönes! Schau Dein Kind an: Es ist nun hier auf der Welt und vor ihm liegt das ganze Leben. Du bist nicht allein, zeig Deinem Kind wie man ein gutes Leben lebt und es wird immer an Deiner Seite sein. Dein Kind ist der Wegweiser in Deine Zukunft, die Stimme die Dir sagt: "Mama, es geht weiter...! Mama, alles wird gut!"
Ich schicke Dir Kraft und Zuversicht!
Alles Liebe..
Nora |
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| norA50 hat zum Thema: Re: Ich mach mir Vorwürfe geschrieben
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Bopunty neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.11.2008 Beiträge: 266 Alter: 40
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Verfasst am: 10.01.2009, 12:12 Titel: Re: Ich mach mir Vorwürfe |
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Hallo Alex,
ja das ist wirklich mies. Erst müssen wir uns unter Schmerzen von den Eltern befreien, um sie dann unter Schmerzen gehen zu lassen. Da fühlt man sich vom Schicksal 2 mal gebeutelt, gell?
Von mir lebt nur noch eine Schwester, der Rest ist bereits gestorben. Meine Mutter erst im September 08, wir haben sie bis zum Schluss gepflegt (Absprung also NICHT geschafft!). Die erste Zeit konnte ich meine Gefühle gar nicht beschreiben, das war so wirr. Und dann kam diese tiefe Traurigkeit, aus der ich keinen Ausweg fand. Bis .... tja, bis mir jemand gehörig den Kopf gewaschen hat! Also verbal! Ich hatte mich gefragt,ob es Abmivalenz ist, so traurig, aber auch so wütend. Würde ja einen Sinn ergeben, denn es gab ja auch gute Momente in der kindheit. So habe ich versucht beide Gefühle in Einklang zu bringen. Aber das war falsch, denn die Trauer war keine wirklich "gesunde" Trauer. ich war traurig, dass sie so schwer erkrankte, so sehr leiden musste, so lange leiden musste und so schwer gehen konnte. Aber das waren alles selbst gemachte Leiden. Si ehat selbst dafür gesorgt, dass sie so krank wurde. Und als sie so krank wurde war sie noch immer nicht bereit mit dem saufen aufzuhören - es war einfach wichtiger, als das Leben selbst. Pervers, aber sie wollte es so! Und wir haben dabei mitgemacht, sie unterstützt - und mit diesem gefühl lies sie uns zurück, nebst aller ungeklärten Dinge!
Alex, das sind Süchtige. Wir können diese Menschen gar nicht erreichen. Wir appellieren an die Vernunft, sie an die Sucht. Das passt nicht, das geht so nicht auf.
Ich hatte bis zu letzt auf eine Einsicht oder sogar versöhnung gehofft - einfach igendwas. Aber da kam nichts, warum auch? nWarum soll ein Süchtiger sich in selínen letzten Tagen mit seinen Fehlern belasten? Er hat es doch schon so schwer *Ironie*
Das war eine kindliche Sehnsucht in mir. Das kleine Kind, das einfach nur in den Arm genommen werden will, ganz ohne Grund. Aber das bekommen wir von keinem Süchtigen, und es tut immer wieder weh das zu erkennen. Da toben dann ganz viele Seelen in einem drin. Und jetzt gibt es auch keine Hoffnung mehr auf DEREN Einsicht, Versöhnung o.ä. Also mussen WIR uns von der Vorstellung befreien, oder zumindest der Sehnsucht einen anderen Ort bieten.
Der Schmerz lässt nach und wird gehen. Aber er wird immer mal wieder durch kommen, auch als kindliche Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Und dann kommt das schlechte Gewissen dazu: Habe ich wirklich alles getan? Hätte ich nicht noch ...dies ..oder jenes...? Es ist müßig darüber nachzudeneken. Wir können sie nicht "retten", weil sie es NICHT WOLLEN! Aber unser schlechtes Gewissen springt sofort an, weil sie uns darauf trainiert haben! Und sie zögern nicht, davon gebrauch zu machen.
Du wirst dich damit anfreunden müssen, dass du hier chancenlos warst....
Alles Gute für Dich |
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| Bopunty hat zum Thema: Re: Ich mach mir Vorwürfe geschrieben
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