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Co-Alkoholismus trifft auf mich zu

 
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Ich will, und auch wieder nicht...   •    Ich mach mir Vorwürfe  
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Raintrops
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.12.2008
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 07:45    Titel: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo ich bin neu hier und hoffe auf eure unterstützung und ratschläge.
ich bin knapp 28 jahre alt und glaube festzustellen dass ich wohl eine co-alkoholikerin bin ... dass ich in diesen sumpf gefallen bin und dass es mich vollkommen auffrisst.

ich lebe seit knapp 5 jahren mit meinem lebensgefährten zusammen, hab damals viel für ihn aufgegeben um mit ihm eine zukunft aufzubauen. ich habe nach und nach uns ein schönes zu hause eingerichtet. er hat eigentlich immer schon getrunken. so paar bierchen am abend. ich hab das eigentlich immer nicht so wahr genommen. er hat eine gescheiterte ehe hinter sich, aus der auch ein kind besteht, hat viele finanzielle schwierigkeiten durch diese zeit und durch seine vergangenheit. wobei ich das auch nie als problem gesehen habe. der alkoholkonsum aber wurde bei ihm immer mehr ... er versteckte die bierflaschen, fand ausreden warum und wieso ..., schob anderen alles in die schuhe und fing an im suff ausfallend zu werden. er beleidigte mich zutiefst erst wenn wir allein waren und später machte er auch vor anderen keinen halt. am nächsten morgen, war dann alles wie vorher... er hat getan als wäre nix passiert und ich habe geschluckt und immer gedacht - er meint es nicht so - es war im suff. allerdings habe ich bis da auch nicht begriffen dass die paar bierchen manchmal zuviel schon eine abhängigkeit waren. dann hatte er phasen da war das besser. wir sind umgezogen, viele neue dinge kamen auf uns zu. ich dachte es ist besser gewesen, denn er beherrscht es mittlerweile so gut ... nach außen hin den gesunden gestandenen mann zu spielen und innerlich brodelt es.
wir waren knapp verheiratet als er mir sagte er geht zum entzug ... da brach in mir eine welt zusammen? ich hab gar nix mehr verstanden und erst ab den tag hab ich all die schon so offensichtlichen probleme gesehen. ich war wie blind. ich hab es selber mit vertuscht. er ging also zum entzug und dieser hat ihm gut getan. allerdings hat er sich nie als alkoholabhängig benannt. er trank nur aus langeweile war seine begründung. ich fand all die flaschen überall im haus versteckt. immer mehr. es ist ein kreislauf. er hat mir geld genommen um sich bier zu kaufen, war keines da rief er mich an ich sollte abends an der tankstelle noch welches mitbringen und wurde bös wenn ich gesagt hab, komm wirst es ein tag schon mal aushalten dein abendliches bier nicht zu genießen - tja sag das nem alkoholiker!! er ging nicht mehr in die arbeit, es kamen und kommen immer mehr finanzielle probleme auf uns zu. briefe werden nicht geöffnet. man guckt von den problemen weg. ein jahr lang war er trocken - zumindest glaube ich das ... dann bekam er wie er sagt panikattacken und angststörungen, konnte nicht arbeiten, nicht aufstehen ... bis ich gefleht habe gehe zum arzt lass dir helfen. er versank in seinem selbstmitleid, in seinen schuldgefühlen, in seinem wie er es nennt *schlechtem leben* ... also bekam er antidepressivum verschrieben und musste zur psychotherapie also gesprächanalyse. mit den tabletten ging es ihm anfangs eigentlich gut. so was ich nicht wusste er hat hinten rum schon wieder getrunken. mit tabletten - auch die ärzte wissen dies nicht. es fing alles von vorne an, er will nur mal ein bierchen am wochenende trinken meinte er - aus einem wurden zwei, drei, vier ... und immer mehr die abstände zum nächsten suffexzess wurden kürzer und er sieht sich nicht als abhängig, er hat alles im griff. verabredungen musste ich absagen, ihn entschuldigen, ausreden finden ... immer das selbe spiel... wieder und wieder... es ging wieder los dass er aggressiv wurde, mich beschimpfte aufs böseste und so tat als wäre nix... ich habe versucht immer wieder vernünftig mit ihm zu reden, aber ich komme nicht an ihn ran. dann war eine freundin die selbst krank ist (krebs) zu besuch selbst depressiv und es haben sich glaub zwei betroffene die hand gereicht ... danach ist es noch viel schlimmer geworden. er versteht es nicht er meint er shclägt mich nicht ich sollte ins frauenhaus gehen um zu sehen wie es anderen damen ergeht. es würde sich mit alkohol und auch ohne alkohol nix an seinem leben ändern. er will nicht alles für mich aufgeben. wir hatten soviel ärger über weihnachten, ich hab soviel geweint und habe keine kraft mehr ... und rede mirein ich bin shculd an allem. er steht da und lügt unterm lügen bewusst. ich glaube er war nie ehrlich zu mir und ich verstehe nicht warum ich nie was bemerkt habe, warum ich so lange immer ihn gedeckt habe ... alle anderen sind schuld, nur er nicht ...ich wäre zu perfekt meinte er, ich müsste abnehmen (hab aber normale 68kg) ich habe nie gefordert, ich gehe arbeiten, mach zu haus koch wasch bügel, ich wollte nie teure urlaube, schmuck oder ähnliches im gegenteil was ich hatte hab ich in ihn und uns gesteckt um ihm zu helfen ... ich bin einfach am ende ich hab es gestern nicht mehr ausgehalten ich kam von der arbeit und er lag im bett alles dunkel hat geschlafen und alles hat nach suff gerochen, ich hab meine sachen gepack tund bin zu meiner familie gefahren, ich war noch einkaufen vorher ... hab ihm geschrieben ich brauch abstand ich kann nicht mehr, ich schlafe seit tagen nicht, ich esse nicht, ich weine nur noch, ich hab keine kraft mehr, keine lust, keine ausdauer ... ich bin am ende ...
seine reaktion .... keine .... gar nix ... kein es tut mir leid, kein bleib bei mir, kein können wir reden ... nix... nach all den jahren die ich zu ihm gehalten hab, ihn unterstützt habe - dass ist wie ein messerstich ins herz es tut verdammt weh und ja ich weiß selbst wenn er sich gemeldet hätte, würde es an der wunde die in mir drin ist nix ändern .... der abgrund zwischen uns ist die letzten woche so stark gewachsen. ich vertraue ihm nicht mehr ... ich habe ständig kontrolliert ob er trinkt, in der hoffnung er tut es nicht, war um so mehr zerstört es wieder festzustellen. es ist ein teufelskreislauf .... und es ist die hölle ich wünsche das niemanden, und es war immer das was ich nie wollte, weil ich genau die selbe sache bereits in meiner kindheit durchlebt habe.

danke für euer offenes ohr, es tut gut sich alles von der seele zu reden auch wenn man es so nicht so wiedergeben kann
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Raintrops hat zum Thema: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu geschrieben
Erdling
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 25.03.2008
Beiträge: 392
Alter: 32
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 10:35    Titel: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Raintrops,
ich bin Alkoholiker und daher weis ich nicht 100% wie man sich als Co fühlt. Aber dennoch kann ich Deine Gefühle ganz gut nachvollziehen.
Die Verhaltensweisen die den Lebensgefährte an den Tag legt, sind für einen Alkoholiker recht typisch. Ich hab änhliche Verhaltensweisen an den Tag gelegt Lügen, Streit suchen, gelogen um andere Lügen nicht auffliegen zu lassen, heimlich getrunken usw... .
Das ist suchtbedingtes Verhalten und solange der Süchtige weiter trinkt wird das auch immer krasser werden.
Du als Mitmensch oder Lebensgefährte hast da i.d.R. auch 0 Changen aktiv irgendwas dagegen zu unternehmen. Einem Alkoholiker kann man die Alkoholsucht nicht ausreden, wäre schön wenn das das ginge aber der Suchtkranke muss selber erkennen das er auf dem Holzweg ist. Nach der Erkenntis muss dann auch noch die Bereitschaft vorhanden sein etwas ändern zu wollen. Solange es noch irgendwie geht, trinkt man nämlich weiter, weil das einfacher ist als sich ein nüchternenes Leben aufzubauen.
Du hast damit das Du Dich erstmal räumlich getrennt hast, genau das richtige gemacht. Du bist aus der Co-Rolle ausgebrochen, unterstützt ihn nicht mehr und hast Dich selber erstmal in Sicherheit gebracht.
Man sagt ja immer niemand ist frei von Schuld aber an dieser Situation bist Du nicht schuld. Dafür die der Alkohol verantwortlich. Ich glaube Dir das du "nicht mehr kannst", das ist wirklich nachvollziebar auch für einen nicht Co.
Du solltest Dich jetzt erstmal in den Mittelpunkt stellen, Dir ggf. auch Hilfe suchen um das erlebte zu verarbeiten und richtig einzuordnen. Du bist doch genauso wichtig wie er und Du hast alles getan was Du konntest, jetzt ist er dran etwas zu verändern.
Ich wünsche ihm das er es packt aber drauf warten würde ich nicht.
Liebe Grüße
Erdling
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Erdling hat zum Thema: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu geschrieben
Julchen148
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 23.12.2008
Beiträge: 2962

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 11:18    Titel: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo raindrops

alles was du erzählst mach ich auch so oder so ähnlich gerade mit. Mein Mann ist am 1. Feiertag gegangen. Er ist im August aus der LZT gekommen und ich hab gedacht wir können neu anfangen. Leider hats nicht geklappt. Ich hab ihm gesagt, daß ich jetzt mit meinen Kindern allein leben will und es für uns keine Chance mehr gibt.Es ist sehr schwer und oft denk ich ich pack das nicht. Aber ich will stark bleiben und das werd ich auch.

Ich wünsch dir viel Kraft daß du auch das Richtige machst und mir hat geholfen, hier viel zu lesen und zu schreiben.Man bekommt viel Unterstützung von ganz lieben Leuten.

Liebe Grüße

julchen
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Julchen148 hat zum Thema: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu geschrieben
Raintrops
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.12.2008
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 29.12.2008, 12:01    Titel: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

danke, dass ihr so lieb antwortet...

ich war echt erstaunt von so vielen betroffenen zu lesen - es ist schon fast erschreckend. ich weiß ich muss stark sein, aber ich weiß auch das kein leichter weg vor mir liegt, ich mein ich bin die jenige die von vorn anfangen muss, neue wohnung, neue möbel alles drum herum .... ich habe meine familie nicht in unmittelbarer nähe.

gestern abend schickte er eine sms, ob ich heut noch nach haus komme.
naja ich hab zurück geschrieben warum er das wissen möchte und er meinte weil er mit mir reden möchte, darauf hab ich angerufen ... er ging nicht ran. dann schrieb er er will nicht telefonieren, er will nur wissen ob ich komme. sonst würde er heut weggehen?? nun ja ich hab dann geschrieben tue was dir gut tut du musst mir deshalb keine rechenschaft schuldig sein und ich bin nicht mehr willkommen, du hast es mir oft genug gesagt, dass du mich nicht mehr willst... naja dann rief er plötzlich an.

hin und her ... er war er aggressiv hat mir gewünscht dass ich einen mann kennenlerne der mich verbrügelt damit ich wüsste wie es ist, wenns anderen frauen richtig schlecht geht ... weil er denkt und sich einredet ich stelle ihn überall als den versager und bösen hin. dabei tue ich das nicht. ja es sind dinge die nun mal von ihm kommen die alles schwerer gemacht haben und ich streite nicht ab dass ich nicht auch fehler gemacht habe. ich habe ihn überall in schutz genommen und sage sogar überall er hat mich nie angefasst. naja jedenfalls sieht er seine beleidigungen und worte mir gegenüber, die unehrlichkeit, seine psychischen depressiven phasen ... er hat angst zu sterben, will sich aber dann umbringen .... er sieht all das nicht als schwierig für uns und unsere ehe an. nachdem er dann etwas ruhiger war meinte ich es wäre besser er holt sich hilfe in einer klinik wo er betroffene findet gerad auch mit seinen panikattacken und so. das hat er total falsch verstanden.naja dann kam aufeinmal die liebe nette art durch ... und ihm würd es gut gehn und so ... naja ich werd da net schlau draus einmal hühh einmal hott
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Raintrops hat zum Thema: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu geschrieben
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 02.01.2009, 16:10    Titel: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo raindrops,

dann ist es ja gut, dass du hierher gefunden hast. Sicherlich findest du hier beim Lesen viele hilfreiche Infos. Die Entscheidung zu gehen, ist nie leicht. Und noch viel schwerer ist es, diesen Schritt dann auch durchzuhalten. Aber glaub mir, es wird mit jedem Tag besser (na gut, kleine Rückfälle eingeschlossen).

Ich habe damals eine zeitlang jeglichen Kontakt vermieden bzw. verweigert. Das hat mir sehr gut getan, denn ansonsten war ich doch immer mit dem Kopf bei ihm. Inzwischen habe ich mich gut in meinem Single-Leben eingerichtet. Fast zu gut, wie ich manchmal finde...

LG
Ette
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Ette hat zum Thema: Re: Co-Alkoholismus trifft auf mich zu geschrieben

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