Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Ab wann ist man alkoholabhängig? - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Ab wann ist man alkoholabhängig?

 
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern -> Seite 39
Ein entscheidender Schritt   •    Bin heute total hiflos  
Autor Nachricht
Pat
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.12.2008
Beiträge: 3
Alter: 48
Wohnort: Unterfranken

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 14:48    Titel: Ab wann ist man alkoholabhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo an Alle, ich habe eine Frage: Ist mein Freund wirklich Alkoholiker? ich habe alles so verdrängt und beschönigt, ich bin so unsicher. Er trinkt täglich, soviel steht fest. Und zwar seit ich ihn kenne und davor auch schon. Alles unter dem Deckmantel der Party-Mache (wir sind jetzt schon 42, Party wie mit 16 ist lange rum!) Alkohol gibt's normalerweise erst abends, dann meist 2 -3 Weizenbier. Das ist die Normalität. Bei anderen Gelegenheiten sind es meistens 5-7 Weizen + Schnaps etc.. (Feiern, Wochenend-Ausgänge, Grillfeste). Wenn er nichts trinkt ist er melancholisch und weiß nichts mit sich anzufangen. Wenn er mehr getrunken hat, ist er aggressiv und gemein bis unter die Gürtellinie, beschimpft mich, bedroht mich, brüllt und tobt, erfindet Sachen und macht mir Angst. Zu unserer allgemeinen Situation: wir wohnen zusammen, haben aber getrennte Kasse, ich bin also schon unabhängig. Alles in allem geht es mir darum, dass ich nicht mehr weiß, ob es normal ist täglich sein Pensum zu trinken, um sich normal zu verhalten. Der Pegel von mindesten 1 - 1,5 Litern Bier scheint mir wichtig zu sein. Ich ertrage kaum noch den Geruch. Am schlimmsten sind die Aggressionen. Ich hab nach dem letzten Streit gesagt, dass ich sein primitives Verhalten nicht mehr akzeptiere und er soll sich entscheiden, ob er weiter trinkt und mich beschimpft oder ob ich meine Konsequenzen ziehe. (Ehrlich gesagt hab ich das schon mindestend 50 mal gesagt, nur diesmal erst als er nüchtern war und ich hab nicht dabei geheult). Er hat nach größerer (zweitägiger) Diskussion erstmal alkoholfreies Bier gekauft, hat seit 1 1/2 Wochen den Konsum reduziert und jetzt wieder etwas gesteigert. Ich hab es stillschweigend hingenommen, jetzt warte ich auf den nächsten Krach an Silvester? Jedenfalls ist er zudem extrem eifersüchtig, was sich im Rausch noch verstärkt. Mittlerweile macht es mir keinen Spaß mehr mit ihm weg zugehen, entweder er ist betrunken und ich sitz da und versuch nicht aufzufallen, aber er findet immer einen Streitpunkt, es eskaliert meistens derartig, dass ich nur noch heulend unter der Decke liege und zitter, wenn wir dann daheim sind und er mich niederbrüllt. Trinkt er nichts, lässt er mich spüren, dass er nicht so viel Spaß hat und ich fühl mich wieder unter Druck. Ich hab eigentlich keinen Spaß mehr mit ihm wegzugehen. Ich schäme mich auch öfter für sein Verhalten. Er ist sehr dominant und braucht ständig Bestätigung wie toll er ist. Er ist ein "Macher", der immer im Vordergrund agiert, außer daheim, da schläft er auf der Couch ein. Zu allem kommt noch, dass er einen übersteigerten Bewegungsdrang hat, geht 5 x wöchentlich trainieren wie wild, anschließend gibts Bier. Wenn er keine Bewegung hat, ist er auch aggressiv. An heilig Abend hat er erst nichts getrunken, um es mir zu beweisen. Er hat nur da gesessen und nichts geredet. Ich hab versucht ihn zu etwas zu motivieren (Spiele, Film schauen), hab mich wieder verantwortlich gefühlt. Später hat er dann ein Bier aufgemacht und die Laune wurde lockerer. Das schlimme daran war: ich hab mich dann nicht mehr so unter Zugzwang gefühlt und war froh, dass es harmonischer wurde. Ich geb mir selbst die Schuld, da ich ja dadurch den Alkohol wieder akzeptiert hab. Es ist so, ich denke manchmal ich bin sowieso Schuld an schlechter Stimmung. Laut ihm bin ich provokant und habs verdient, wenn er bösartig ist. Ich bringe ihn angeblich dazu mit meiner Art (Blicke allein genügen da schon öfter) bösartig zu werden und dann hab ich das auch so verdient. Ich gebe zu, langsam bin ich auch überempfindlich und reizbar und ertrage seinen Zynismus fast nicht mehr. Bin ich denn ungerecht? Ich habe überhaupt keine Ahnung mehr was richtig und was falsch ist.
Nach oben
Pat hat zum Thema: Ab wann ist man alkoholabhängig? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 40802
Alter: 52

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 14:58    Titel: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Pat,

ob jemand alkoholkrank ist oder nicht, kann nur der oder die Betroffene selbst wissen.
Es gibt zwar gewisse Anhaltspunkte, aber eine Einschätzung, ob jemand alkoholkrank ist, wäre anmaßend.
Ein Arzt kann an Hand von Untersuchungen den körperlichen Gesamtzustand beurteilen und körperliche Folgeerkrankungen feststellen, die auf den eventuell übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind.
Jeder Mensch, der alkohol trinkt, sollte sich fragen müssen, ob die Schwelle zum Alkoholismus irgendwann mal erreicht und dann für sich selbst entscheiden, was der Alkohol in seinem Leben bedeutet.
Es nützt auch niemanden etwas, wenn ein fremder Mensch, ob nun Arzt, Psychologe oder hier jemand aus dem Forum, einen anderen Menschen als alkoholkrank ansieht, denn solange der oder die Betroffene nicht selbst die Einsicht hat, alkoholkrank zu sein, wird er oder sie auch keine Hilfe annehmen.

Auf die Beurteilung von anderen Menschen, die aus der Ferne oder der Theorie beurteilen, brauch auch keiner was geben. Aus meiner Sicht und Erfahrung kann erst die eigene Einsicht in die Alkoholkrankheit den Wendepunkt bringen.

Gruß
Karsten
_____________________
Eifersucht
Kontaktabbruch
Nach oben
Karsten hat zum Thema: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 5103
Alter: 56
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 15:47    Titel: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Pat,

schön von Dir zu lesen. Was würde es Dir geben, wenn Du Brief und Siegel hättest, aus dem hervorgeht: er ist Alkoholiker?

Anders ausgedrückt:

Deckmantel der Party-Mache - magst Du nicht mehr
2 -3 Weizenbier. Das ist die Normalität. – willst Du nicht
Wenn er nichts trinkt ist er melancholisch und weiß nichts mit sich anzufangen – stört Dich
Wenn er mehr getrunken hat, ist er aggressiv und gemein bis unter die Gürtellinie, beschimpft mich, bedroht mich, brüllt und tobt, erfindet Sachen und macht mir Angst. – ist Dir das würdig?

um sich normal zu verhalten – was ist normal?
Ich ertrage kaum noch den Geruch - unerträglich
Am schlimmsten sind die Aggressionen - unerträglich

Ich hab nach dem letzten Streit gesagt, dass ich sein primitives Verhalten nicht mehr akzeptiere und er soll sich entscheiden, ob er weiter trinkt und mich beschimpft oder ob ich meine Konsequenzen ziehe. (Ehrlich gesagt hab ich das schon mindestend 50 mal gesagt, nur diesmal erst als er nüchtern war und ich hab nicht dabei geheult).

50 zu 1, eine Mannschaft die 50 zu 1 spielt, hat schlechte Karten auf den Meistertitel.

Ich hab es stillschweigend hingenommen... 50:0

...es eskaliert meistens derartig, dass ich nur noch heulend unter der Decke liege und zitter, wenn wir dann daheim sind und er mich niederbrüllt.... Stellst Du Dir so die kommenden Jahre vor?

Trinkt er nichts, lässt er mich spüren, dass er nicht so viel Spaß hat und ich fühl mich wieder unter Druck—willst Du das?

Ich hab eigentlich keinen Spaß mehr mit ihm wegzugehen... zwingt er Dich?

Ich schäme mich auch öfter für sein Verhalten.... Du für sein Verhalten???

Er ist sehr dominant und braucht ständig Bestätigung wie toll er ist. Er ist ein "Macher", der immer im Vordergrund agiert, außer daheim, da schläft er auf der Couch ein. Willst Du ihn so?

Zu allem kommt noch, dass er einen übersteigerten Bewegungsdrang hat, geht 5 x wöchentlich trainieren wie wild, anschließend gibts Bier. Wenn er keine Bewegung hat, ist er auch aggressiv. ?? Weil er kein Bier hat??

Ich geb mir selbst die Schuld, da ich ja dadurch den Alkohol wieder akzeptiert hab. Es ist so, ich denke manchmal ich bin sowieso Schuld an schlechter Stimmung. Damit schwimmst Du im guten Co-Abhängigen Wasser, weiter so.


Laut ihm bin ich provokant und habs verdient, wenn er bösartig ist. Stimmt, und wenn dann noch Gewalt ins Spiel kommt, Du, Du, Du, Du.

Ich bringe ihn angeblich dazu mit meiner Art (Blicke allein genügen da schon öfter) bösartig zu werden und dann hab ich das auch so verdient. Ich gebe zu, langsam bin ich auch überempfindlich und reizbar und ertrage seinen Zynismus fast nicht mehr. Bin ich denn ungerecht?

Pat was denkst Du, wann beginnst für Dich einzustehen, an Dich, Dein Wohlbefinden, Deine Gefühle und Wünsche zu denken? Du bist gegen Alkohol und seine Auswirkungen.

Ich habe überhaupt keine Ahnung mehr was richtig und was falsch ist.
Was fühlst Du denn, wenn Du Deine Sätze so unverschachtelt vor Dir siehst? Bist Du das noch?

LG Kaltblut
Nach oben
kaltblut hat zum Thema: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2899

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 16:27    Titel: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hilfe Pat,
Du schilderst mein Leben der letzten Jahre....

SOS - ich hatte damals für mich befunden, mich belastet sein Alk-Konsum, seine Unzuverlässigkeit, seine Lügen. Egal, ob er Alki ist oder nicht - sein Verhalten mir gegenüber war meines Erachtens nicht in Ordnung.

Probleme wurden nicht gelöst, er rannte weg - nun mit einem Grund sich die Kanne zu geben. Blamiert in der Öffentlichkeit mit einem wankenden Begleiter, der auf dem Weihnachtsmarkt den Leuten ihren Senf auf die Anoraks chauffierte....

Dieses mit sich nichts anfangen können des Ex-Partners. Dieses über nichts freuen können, diese Freude die ich bei vielen Dingen empfand langsam zerstören zu lassen, damit er die Chance hatte irgendwie mit Emotionen in Verbindung zu kommen. Alles das hatte mich belastet - unabhängig ob süchtig oder nicht.

Nun lebe ich alleine - aber ich bin nicht einsam! Ich komme zur Ruhe und zu mir . Egal, ob er Alki ist, war oder wird - mein Leben gehört wieder mir: meinen Freuden, meiner Trauer und meinen Stimmungen. Ich will mich nie mehr fragen, womit kann ich einen "leblosen" Menschen wieder belebene..... Denn das hatte ich alle die Jahre - erfolglos natürlich - versucht.

Dabei war ich auch auf dem Weg leblos zu werden. Ich fing auch schon langsam an meine Pflichten nicht mehr so zu erfüllen, wie ich es gewohnt war: sofort.

Ich bin ausgezogen - gegangen aus einem Alptraum, nunmehr erfüllen sich für mich Träume: ich lebe glücklich mit meinen Tieren besser als je zuvor. Ich war in der Zeit mit ihm arbeitslos geworden, Rationalisierung, jetzt habe ich einen neuen Job. Minibezahlung reicht nicht zum leben - aber es ermöglicht mir das überleben in meinem glücklichen zuhause, früher war es nur ein vegetieren mit ihm .... weil es eben so war wie bei Dir ... oder ähnlich ... einfach für mich nicht lebenswert...

Viel Kraft wünscht Dir
Dagmar
Nach oben
dagmar007 hat zum Thema: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? geschrieben
Erdling
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 25.03.2008
Beiträge: 392
Alter: 35
Wohnort: Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 16:54    Titel: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Pat,
wie Karsten auch schon sagte, weis wohl letzlich nur der Betroffene selbst ob er Alkoholiker ist oder nicht.
Was man aber sagen kann ist, das Alkohol eine Droge ist die, wenn man sie lange genug konsumiert, abhängig macht.
Und Deinen Beschreibungen zu Folge liegt der Verdacht schon nah, das zumindest ein massiven Alkoholproblem vorliegt. Welches auch nicht ohne Hilfe von außen und Einsicht des Betroffenen verschwinden wird.
Alkoholismus ist meinst auch nur ein Folgeproblem, da liegt oft vorher schon was mental im argen. Oft wird dann Alkohol als Selbstmedikation benutzt, was anfänglich auch gut funktioniert. Jedoch schläg das auf Dauer wieder um, da die ganzen negativen Folgen des regelmäßigen Konsums zum tragen kommen (z.B. die körperliche Abhängigkeit).
Viele Grüße
Erdling
Nach oben
Erdling hat zum Thema: Re: Ab wann ist man alkoholabhängig? geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Wann habt ihr realisiert, dass eure E... Erwachsene Kinder von Alkoholikern
Keine neuen Beiträge Wann hab ich die Kontrolle über den A... Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Behandlung
Behandlung
Alkoholfolgekrankheiten
Alkoholfolgekrankheiten
Angehörige-Betroffene
Angehörige-Betroffene
Für Angehörige
Für Angehörige
Wenn Eltern....
Wenn Eltern....


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de