| Ist es wirklich nur die Entscheidung unserer Eltern???? • solange ich mich traue... |
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mali80 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.12.2008 Beiträge: 33 Alter: 31
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Verfasst am: 21.12.2008, 12:05 Titel: Auf der Suche nach mir selbst... |
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Hallo ihr Kinder von Alkoholikern!
Nachdem ich mich die letzten Tage als Gast durch viele Threads von euch gelesen habe- mich zum Teil auch wiedergefunden habe, hab ich jetzt den Entschluß gefasst, mich hier zu registrieren und nach langer Zeit MIR selbst zu helfen.
Ich bin 28 Jahre alt und das Kind eines alkoholabhängigen Vater. Seit meiner Jugend trinkt er- er ist ein Pegeltrinker. Seit 2 Jahren ufert seine Trinkerei aus, er trinkt dann immer wieder exzessiv über ein paar Wochen. Bis es einen Knall macht- zum 2. Mal dieses Jahr ist sein Führerschein weg.
Es ist ein Teufelskreis. Zuerst die Vieltrinkerphase, dann der Knall- Beteuerungen unter Tränen und Selbstmitleid, dass er ab jetzt sein ganzes Leben lang keinen Tropfen mehr trinken würde. Dann wieder Verhaltensänderung (ich merke jeden Tropfen den er trinkt...), und langsam nimmt die Spirale wieder ihren Lauf.
So, bisher war es so, dass ich mein Leben nach ihm gerichtet habe: Wenn er getrunken hat hab ich gehofft, dass er aufhört und auch alles dafür unternommen: Gespräche im Guten, Schuldzuweisungen, Tränen, Wutausbrüche,... Dann war er wieder mehr oder weniger lang nüchtern- aber mir gings nicht besser, denn ich hatte nur Angst davor, dass er wieder anfängt.
Ich will da raus. Ich will mein Leben nicht von ihm abhängig machen. Es kann nicht sein, dass er meine Gefühle bestimmt!
Ich wohne seit 2 Jahren nicht mehr bei meinen Eltern.
Meine Mutter ist (wie ich glaube) coabhängig, das Problem ist aber, dass sie pflegebedürftig ist, somit nicht von zu Hause weg kann. Sie wird von Pflegerinnen betreut, aber auch ich bin in die Pflege eingebunden. Und wenn ich sie besuche ist zwangsläufig auch mein Vater dort. Ich befinde mich in einer Zwickmühle und weiß nicht genau, wie ich da rauskommen soll.
Als großes Glück empfinde ich, dass ich mit meinen Freunden offen über dieses Problem sprechen kann, der Alkoholismus wird nicht totgeschwiegen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass sie das alles nicht so ganz nachvollziehen können.
Ich habe ein paar gute Freunde und einen großen Bekanntenkreis. Ich gelte als offener und lustiger Mensch. Ich glaube ich kann meine Probleme gut überspielen- oder ist das alles nur Ablenkung?
Entschuldigt das etwas verwirrende Posting, ich hab mir einfach von der Seele geschrieben- und das alleine hat schon gut getan.
Liebe Grüße, mali |
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| mali80 hat zum Thema: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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caro1969 sehr aktiver Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.09.2007 Beiträge: 5934
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Verfasst am: 21.12.2008, 13:13 Titel: Re: Auf der Suche nach mir selbst... |
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hallo mali!
herzlich willkommen hier bei uns kindern,lächel...
DEIN entschluss endlich DIR ZU HELFEN,gefällt mir..
emotionale distanz ist DAS zauberwort,welches dir ermöglichen wird wirklich zu DIR zu finden...
der austausch hier kann dir sehr viel dabei helfen besser zu verstehen und besser "damit"umzugehen..
nimm dir zeit und mach dich vertraut mit unserer familienkrankheit...wir können dich verstehen,denn wir alle KENNEN diese hölle...
ich wünsch dir einen regen,hilfreichen austausch..
liebe grüsse caro |
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| caro1969 hat zum Thema: Re: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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Maruschka neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.09.2008 Beiträge: 250 Alter: 47
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Verfasst am: 21.12.2008, 13:21 Titel: Re: Auf der Suche nach mir selbst... |
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Hallo Mali,
auch von mir ein herzliches Willkommen.
Ich habe mich auch erst vor ein paar Monaten hier angemeldet, um mir selbst zu helfen. Und merke, dass es mir gut tut, mich auszutauschen und meine Gedanken hier aufzuschreiben. Es erleichtert ganz ungemein auf Menschen zu treffen, die verstehen was einen bewegt.
Schreib einfach drauf los. Es wird dir helfen.
Liebe Grüße
Renate |
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| Maruschka hat zum Thema: Re: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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Roa aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.09.2008 Beiträge: 614
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Verfasst am: 21.12.2008, 13:28 Titel: Re: Auf der Suche nach mir selbst... |
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Hallo Mali,
auch von mir ein Herzlich Willkommen.
Ich habe das Gefühl um das zu erreichen, was du hier aufschreibst, war der Schritt hierher schon mal einer, der dich noch sehr viel weiter tragen kann.
Das Leben, die Gefühle nicht mehr von den Eltern abhängig machen, das steht ziemlich weit oben auf der Liste, der Dinge an denn man arbeiten will, bei den meisten hier.
Das mit den Freunden kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich hab wundervolle Freunde um die ich sehr froh bin, aber eine kleine Lücke bleibt doch immer, es kann ihnen ja einfach nicht möglich sein zu 100% zu verstehen.
Mir hat es auch geholfen einfach drauf loszuschreiben, was von mir zu erzählen. Von Problemen die ich jetzt hab (selbstbewusstsein, beziehungen, stimmungsschwankungen etc.) und wie das in beziehung zu meinen eltern stehen könnte.
Also schließ ich mich Caro mal an
und liebe Grüße, Roa |
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| Roa hat zum Thema: Re: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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mali80 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.12.2008 Beiträge: 33 Alter: 31
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Verfasst am: 21.12.2008, 13:41 Titel: Re: Auf der Suche nach mir selbst... |
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Vielen Dank für eure Antworten- sie geben mir das Gefühl, nicht alleine zu sein.
Es ist schon komisch, dass ich in meinem Leben soviel Wert darauf lege, selbständig zu sein, nicht abhängig zu werden von anderen Menschen, auch wenn es meine Freunde sind. Ich hab Probleme damit, andere um einen Gefallen zu bitten. Und dann gelingt es mir nicht, mich von meinen Eltern emotional abzukapseln. Ich hab mein Leben im Griff, aber es kostet mich zuviel Kraft, auch noch die Verantwortung für 2 erwachsene Menschen zu übernehmen. Ich lebe in einem ständigen Kreislauf von helfen wollen, enttäuscht zu werden, mir selbst Schuldgefühle zu machen und mir zu wünschen, dass sich irgendwie- wie durch ein Wunder- alles zum Besseren wendet.
Mir kommt vor, momentan freuen sich alle auf Weihnachten- ein besinnliches Fest für die Famiele. Aber ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann Weihnachten das letzte Mal schön gewesen ist. Im Grunde bin ich einfach froh, wenns endlich vorbei ist.
Dieses Jahr hab ich mich so daraus gerettet, dass ich über Weihnachten Nachtdienst habe. Da bin ich abgelenkt...
Liebe Grüße, mali |
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| mali80 hat zum Thema: Re: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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Roa aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.09.2008 Beiträge: 614
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Verfasst am: 21.12.2008, 13:50 Titel: Re: Auf der Suche nach mir selbst... |
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Liebe Mali,
du bist ja auch nicht allein. Alkoholkranke Eltern sind gar nicht so selten
| Mali80 hat Folgendes geschrieben: | | Ich lebe in einem ständigen Kreislauf von helfen wollen, enttäuscht zu werden, mir selbst Schuldgefühle zu machen und mir zu wünschen, dass sich irgendwie- wie durch ein Wunder- alles zum Besseren wendet. |
Ich kenne diesen Kreislauf auch, aber man kann ausbrechen, glaub mir
| Zitat: | | Mir kommt vor, momentan freuen sich alle auf Weihnachten- ein besinnliches Fest für die Famiele. Aber ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann Weihnachten das letzte Mal schön gewesen ist. Im Grunde bin ich einfach froh, wenns endlich vorbei ist. |
jaja, Weihnachten...ganz im Ernst, wie viele Familien gibt es schon, wo es wirklich harmonisch läuft. Es wird einfach von allen Seiten von allen Beteiligten zu viel erwartet, das kann ja nur schief gehen.
Und bei uns ist dann ja noch die Variable Alkohol im Spiel.
Ich bin auch schon gespannt auf dieses Jahr. Trinkt sie, trinkt sie nicht? Rastet mein Vater aus, wird er unglücklich, spielt er happy family? Kommt sie mit zu den Verwandten, oder weigert sie sich? Die Fragen bleiben, aber es ist nicht mehr entscheident für meine Gefühle. Ich werd es mir so schön wie möglich machen und einfach keine Wunder erwarten.
Liebe Grüße, Roa |
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| Roa hat zum Thema: Re: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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Weitsicht Gast
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Verfasst am: 21.12.2008, 14:01 Titel: Re: Auf der Suche nach mir selbst... |
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Zitat Mali
Ich lebe in einem ständigen Kreislauf von helfen wollen, enttäuscht zu werden, mir selbst Schuldgefühle zu machen und mir zu wünschen, dass sich irgendwie- wie durch ein Wunder- alles zum Besseren wendet.
Liebe Mali,
herzliches Willkommen auch von mir. Diesen Kreislauf kenne ich auch, ist schon eine Zeitlang her, in der ich mich vergessen hatte, um für andere in erster Linie dazusein.
ZUm Besseren wendet sich es erst, wenn wir anfangen uns selbst lieben zu lernen, das ist dann wie ein Wunder, das Leben bietet auch uns Alki-Kindern schöne Seiten, wir sollten sie nur sehen wollen und uns diesen zuwenden. (ich habe mir therapeutische Unterstützung dabei geholt)
Wünsche Dir einen besinnlichen 4. Advent und
alles Liebe, Weitsicht |
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| Weitsicht hat zum Thema: Re: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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mali80 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.12.2008 Beiträge: 33 Alter: 31
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Verfasst am: 21.12.2008, 14:27 Titel: Re: Auf der Suche nach mir selbst... |
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Ihr seid so viel weiter als ich.
Bis vor 2 Wochen war ich mir MEINES Problems gar nicht bewußt, mein Hauptaugenmerk hab ich darauf gelegt, meinen Papa "trockenzulegen". Mittlerweile begreif ich, wie abwegig der Gedanke eigentlich.
Ich hab beruflich ab und zu mit Alkoholikern zu tun, ich WEISS, wie die Alkoholsucht abläuft, dennoch hab ich mir eingebildet, dass es bei meinem Papa anders geht. Dass ihn meine Liebe und Fürsorge retten kann.
Bei jeder trockenen Phase hab ich gehofft, dass er es schafft, dass ich ihm die Beteuerungen glauben kann. Aber jedesmal wurde ich aufs neue enttäuscht.
Und dieses Mal (er war nur wenige Tage trocken) hab ich mir geschworen, dass es jetzt anders wird.
Ich hab noch ein einziges Gespräch mit ihm geführt, da hab ich ihm gesagt, dass das einzige, was ihm helfen würde, eine stationäre Therapie ist. Er hat mir dann mangelndes Vertrauen vorgeworfen. Ich bin dann gegangen...
Meine Mama hofft weiterhin, dass er "zur Besinnung kommt.
Sie will nicht von zu Hause weg, sie sagt, sie kenne das.
Wenn die Betreuung von ihr zu Hause nicht mehr gegeben ist, dann muß sie ins Pflegeheim, weil ich das nicht alleine schaffe- und sie das auch nicht will. Gespräche darüber sind immer sehr emotional, ich weiß da auch nicht weiter. Auf der einen Seite will ich sie nicht ins Pflegeheim "stecken", auf der anderen Seite sehe ich das als einzige Chance für meinen Papa.
Könnt ihr meinen verworrenen Gedanken verstehen? Ich tus manchmal selbst nicht... |
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| mali80 hat zum Thema: Re: Auf der Suche nach mir selbst... geschrieben
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