Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau - Hilfe: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau

Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern -> Seite 33
Manipulierst DU über Zärtlichkeit   •    wünsche allen hier ein schönes Weihnachtsfest  
Autor Nachricht
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 20.12.2008, 14:10    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ups, da hat doch mein Unterbewusstsein bei der Anrede gewirkt..... Hallo jope soll es natürlich heißen.

LG
Ette
Nach oben
Ette hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben
jope_64
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 17.12.2008
Beiträge: 8

BeitragVerfasst am: 21.12.2008, 01:03    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

rq- Das mit der Abgrenzung ist so eine Sache... wär schön wenns funktionieren würde. In den wenigen nüchtenen Stunden ist sie ok.
Aber natürlich... du hast vollkommen recht. Wieder etwas was ich fasch mache.

Ursprünglich stand mein Thema unter einem Thread
"Wo sind hier die Männer". Ich habe das einmal als Anlass genommen meine Situation hier zu posten.Es ist das erste Mal das ich überhaupt darüber rede. Ich bin in der "Entwicklung" lange nicht so weit wie ihr... und das obwohl ich über eine professionelle Ausbildung verfüge.
Ich bin selber Ergotherapeut, arbeite als Sozialarbeiter, u.a. manchmal auch mit Alkoholikern. Aber es ist etwas anderes wenn es dir selbst wiederfährt.

Ich mache da seit langem eine Art Schauspiel, kann aber andererseits auch nur zu gut verstehen was für Probleme daraus entstehen.
Die theoretischen Sachverhalte sind mir klar. Das ist wohl auch ein Grund weshalb ich bisher so lange gezögert habe. Ich schäme mich.
Weniger für meine Frau als für mich selbst, der es nicht schafft sie davon abzu bringen. Also total Koabhängig.

Ich wohne auf dem platten Land. Da gibt es keine Selbsthilfegruppe o.ä..
Die nächste ist 40 km weit weg. Wenn ich dahin fahren würde gäbs Ärger.
Alkoholkrankheit ist hier ein Makel... und eben nichts anderes.
Dieser Makel knockt dich und sämtliche dir selbst nachfolgenden Generationen aus, mit SO welchen will keiner was zu tun haben.

Aber ich finde es sehr nett von euch das ihr euch des Thmas angenommen habt. Manchmal brauch mann einfach mal jemanden der einem etwas Mut macht.

Für mich ist die Situation besonders verfahren dadurch, dass ich immer Angst habe bei einer Scheidung meine Kinder nicht mehr zu sehen.
( Wird mir schließlich öfters angedroht )
Evtl. hätte ich diesen Weg schon vor Jahren eingeschlagen.
Es hängt so viel daran. Ich müsste von Grund auf neu anfangen und es bstände immer die Gefahr bei Sorgerechtsstreitigkiten zu unterliegen.
Dann säße ich nicht mehr mit einer alkoholkranken und drei Kindern im eigenen Haus sondern alleine in einer 2 Zimmer Wohnung zur Miete. Dann könnte ich mir mal wieder Gedanken darüber machen was ich falsch gemacht habe.

Sarkastisch ausgedrückt: Dann würd ich mich vieleicht fragen warum ich nicht die Leberzirrose abgewartet habe.

Als Vater hat meine Frau wohl immer ein Druckmittel in der Hand.
Ich glaube das dieses ein Unterschied zur Betroffenheit einer Frau mit einem Alkoholkranken Mann ist.

Ihr schreibt immer: Lass dir helfen,... such dir Hilfe.
Wie denn? Ich wäre für ein paar konkrete Tipps recht dankbar.
Alles in allem glaube ich aber, dass ich hiermit tatsächlich den ersten Schritt gemacht habe. Eure Antworten haben mir Mut gemacht. Im Moment geht es mir etwas besser als Vorgestern

Gruß, Jope
Nach oben
jope_64 hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben
Pandora
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.08.2008
Beiträge: 927
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 21.12.2008, 03:01    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo jope,

wenn ich das hier alles lese ist mein erster gedanke schnapp die kinder und weg.
du schreibst deine frau hat auch während der schwangerschaften getrunken,demnach muss doch bekannt sein das deine frau alkoholkrank ist, zumal die kinder schaden davon getragen haben.
ich weiss nicht ob dein arbeitsplatz auch so abgelegen ist,kannst du dich nicht beraten lassen bei suchtberatung oder sogar anwalt welche möglichkeiten du hast mit den kindern da raus zu kommen? ich kann mir nicht vorstellen das speziell in eurem fall deine frau das sorgerecht zugesprochen bekommt.
kannst du nicht wenigstens eine räumliche trennung ,du mit den kindern, vornehmen?du leidest unter den umständen, kannst du dir vorstellen wie deine kinder leiden?sie haben nicht die möglichkeit etwas zu ändern,sie sind auf eltern angewiesen.du erlebst die hölle und deine kinder auch.
du sagst ihr habt ein haus,das ist sicher keine einfache situation.aber das sollte für dich jetzt nicht an erster stelle stehen.wenn du nicht handelst wird das ewig so weiter gehen und ihr werdet noch mehr schaden erleiden, tue das dir und deinen kindern nicht an.
du kannst deine frau tatsächlich nicht vom trinken abbringen,das kann niemand, nur sie ganz allein und nur wenn sie es für sich selbst als notwendig ansieht.schuldige fürs trinken werden immer gesucht,das gehört zur krankheit dazu.
hol dich und deine kinder da raus. das ist sicher keine leichte entscheidung,doch euch kann es nur besser gehen.versuch mal darüber nachzudenken.
lass dich beraten hol dir hilfe.die zeit dafür muss einfach sein. das sind meine gedanken hierzu.

ich wünsch dir ganz viel kraft und den mut für eine entscheidung.

glg pandora
Nach oben
Pandora hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben
Ette
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2007
Beiträge: 1660
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 21.12.2008, 10:48    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo jope,

ich kann verstehen, dass du dich schämst, denke aber, dass du keinen Grund dazu hast. Es liegt nicht in deiner Hand, deine Frau vom Trinken abzubringen. Also kannst du nicht versagen. Warum meinst du, dass du dies schaffen solltest?

Mir wurde auch immer gesagt, Frau Ette, tun sie etwas für sich. Und genau wie du, stand ich dieser Aussage recht hilflos gegenüber. Zumal ich felsenfest davon überzeugt war, der Einzige, der Hilfe braucht, ist mein trinkender Partner. Irgendwann hielt ich die Situation aber überhaupt nicht mehr aus und machte mich auf den Weg zu einer psychosozialen Lebensberatung. Dort lernte ich erst einmal, meine eigenen Wünsche und Vorstellungen von Leben und Zusammenleben wahrzunehmen und zu formulieren. Und zu akzeptieren, dass ich diese meine Wünsche und Vorstellungen mit einem alkoholkranken Mann nicht leben kann. Es war eine sehr schwere Erkenntnis. Es war auch ein sehr schweres Angehen, meine Wünsche und Vorstellungen in den Mittelpunkt zu stellen. Du hast sogar noch einen Grund mehr, dies zu tun. Deine Kinder! Sie können sich nicht wehren und du als ihr Vater, bist in der Verantwortung, sich für sie zu wehren und sie vor einem weiteren Zusammenleben mit einer alkoholkranken Mutter zu bewahren. Sie haben sicherlich schon eine ganze Menge mitbekommen und werden dies weiter tun, wenn sie in dem alkoholisierten Umfeld bleiben. Lies hier im Bereich „erwachsene Kinder“ und du wirst verstehen, was ich meine.

Das Umfeld, ein ländliches noch dazu, ja, dem spielen wir Co´s ganz lange die heile Welt vor. Und auch das zehrt an unseren Kräften. Warum meinst du, dass du „ausgestoßen“ würdest? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein offenes Umgehen mit der Krankheit meines Ex mir Unterstützung und Verständnis brachte. Jeder hat irgendwo seinen „Alki“ in der Familie und redet nur darüber, wenn du selbst in der Lage bist, über dein Problem zu sprechen. Solange du dazu beiträgst, den Schein aufrecht zu erhalten, hältst du auch das System aufrecht, das es deiner Frau ermöglicht, zu trinken, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen.

Du fragst, wie konkrete Hilfe für dich aussehen könnte. Wie Pandora schon schreibt: geh nach außen, Hausarzt, Suchtberatung oder eine SHG. Du schreibst, wenn du in eine SHG gingest, gäbe es Ärger. Von wem und warum? Es ist DEIN Leben! Und ich denke, dass es nicht der richtige Weg ist, dieses Leben von verärgerten Partnern, tuschelnden Nachbarn oder einem nicht mehr haltbaren Haus abhängig zu machen. Ich weiß, dass wir Co´s uns sehr schwer entscheiden, etwas zu unternehmen. Wir hoffen wieder und wieder und malen uns in den schwärzesten Farben aus, was mit unserem Partner passiert, wenn wir für uns selbst etwas tun. Jope, was passieren soll, wird auch passieren, wenn du weiter aushältst und nichts für dich selbst, und natürlich deine Kinder, unternimmst. Du bist nicht schuld daran, dass sie trinkt. Solange du nichts unternimmst, verlängerst du aber euer beider Abhängigkeit. Du hältst den Rahmen aufrecht, in dem sie ungestört trinken kann und du selbst gehst dabei vor die Hunde. Von deinen Kindern ganz zu schweigen.

Ich bin sicher, du bist stark genug, etwas zu tun. Glaub mir, in uns stecken unwahrscheinliche Kräfte. Ansonsten würden wir das Zusammenleben mit einem alkoholkranken Partner nicht so lange aushalten. Wichtig ist dann, dass wir diese Kraft auch endlich einmal für uns selbst einsetzen. Ich habe gelernt, dass ich eine Menge alleine schaffen kann. Alleinsein ertragen habe ich zuerst gelernt und kann es inzwischen genießen. Es waren viele kleine Schritte dafür nötig. Jope, den ersten hast du getan. Du hast dich hier angemeldet und fängst an, dich mit der Situation auseinander zu setzen. Tritt für dich und deine Kinder ein. Das kann nur richtig sein, denn ich habe gelernt, wer nicht handelt, wird BE-handelt.

LG
Ette
Nach oben
Ette hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben
Thelma
Gast






BeitragVerfasst am: 21.12.2008, 13:25    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Jope,
hast du evtl Angst, die Leute könnten dich für einen Versager halten, für einen Schwächling, wenn du dir Hilfe holst? Noch dazu DU als Therapeut, als Sozialarbeiter...
Jope, mach dich frei davon. Von dem Moment an, als ich nichts mehr verheimlichte, taten sich Türen auf, Hilfe wurde mir angeboten, echt Freunde haben sich herauskristallisiert. Plötzlich hörte ich von vielen Leuten.: Ja, auch mein Vater, Bruder, Onkel, Tante......haben ein Problem mit Alkohol.
Wirklich jede Familie hat Probleme irgendwelcher Art.
Aussen hängen die Geranienkästen und innen stinkts.
Ich kann mich nur wiederholen: Arzt und Suchtberatung waren meine ersten Anlaufstellen.
Deine Frau droht dir, dass du deine Kinder nicht mehr sehen wirst. Vergiss es. Du hast Rechte.
Aus der Drohung spricht die nackte Angst vorm Verlassenwerden. Kenn ich zu gut.
Frauen drohen vielleicht damit, Männer mit finanziellem Fallenlassen.
So geht es mir.
Aber auch ich werde auf meine Rechte pochen, im Fall der Fälle werde ich kämpfen.
Auch ich stehe ganz am Anfang. Bin noch mit meinem Mann zusammen. Der setzt sich zumindest schon mit seiner Krankheit auseinander.
Aber erst, seit ich in die Offensive, raus aus der Verheimlichung gegangen bin, mir für MICH HIlfe geholt habe.
Keiner wird dich für einen Waschlappen halten, im Gegenteil.
Wenn du aktiv wirst, bist du stark.
Wenn du deine momentane Hilflosigkeit offenbarst, werden dich die richtigen Leute unterstützen, auf die anderen ist eh gesch....
LG Thelma
(Die auch auf dem Land wohnt, mit vielen Geranienkästen vor den Balkonen-ausser vor meinem)
Nach oben
Thelma hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben
Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 21.12.2008, 16:19    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jope,

es ist sicherlich sehr verfahren, wenn man in seiner eigenen *schlimmen* Situation sitzt, keinen Weg sieht, um sich erstens Hilfe zu suchen, und keine Klarheit hat, wo man eigentlich zuerst beginnen soll.

Ich kann Dir nur aus eigener Erfahrung sagen, daß Du nur für Dich entscheiden kannst, ob Du Dir und Deinen Kindern dies weiter zumuten möchtest.
Die vielen Ratschläge hier, daß Deine Kinder und du darunter weiterleiden werdet, Dir Hilfe in einer Beratungsstelle oder Selbsthilfegruppe suchen könntest, sind Erfahrungen von uns, die diesen Entwicklungsschritt schon hinter sich haben.

Als Angehöriger braucht auch jeder seinen persönlichen Tiefpunkt,nicht mehr in dieser Situation zu verharren, sich aus Scham vor den Nachbarn, einer ganzen Ortschaft, Familie, etc..weiterhin dem eigenen Leid auszusetzen.
Auch ich habe mich in einer kleinen Stadt, in der wir sehr bekannt waren, Unverständnis aussetzen müssen.

Solange Du nicht bereit bist, Schritte in ein anderes Leben zu gehen, was natürlich auch Sorgerechtsangelegenheiten mit sich bringt,auch viel Kummer, viel Kraft benötigt, solltest Du Dir aber zumindest hier ganz viel Kraft holen, Dir die Zeit nehmen, an Dir zu arbeiten. Die Hilfe hier ist ja nicht öffentlich.
Schritte mit Kindern im Anhang bedarf vieler fundierter Vorbereitung und vor Allem natürlich auch der Einsicht, etwas für sich tun zu müssen, ohne Rücksicht auf die Nachbarn etc...
Ich wünsche Dir, daß Du die Kraft finden kannst, Dein und das Leben Deiner Kinder in geregelte, und vor Allem gute gesunde Bahnen zu lenken. Nimm Dir hier die Ratschläge mit, die für Dich richtig sind. Die Worte von Ette kann ich so unterschreiben, da steckt ganz viel drin.

Versuche in dieser Zeit Dir die Grundbausteine zu verinnerlichen, sie Schritt für Schritt umzusetzen. Wir sind dir gern dabei behilflich.

Liebe Grüße und dennoch ein schönes Weihnachtsfest

S.Käferchen
Nach oben
Susanne hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben
Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 21.12.2008, 18:02    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo jope,

herzlich willkommen im Forum. Es ist nicht schön, was Du und Deine Kinder da zur Zeit Leben nennt. Es gibt eine ganz „einfache“ Lösung, nimm Deine Kinder und geh.

Ich fasse mal zusammen. Deine Frau kann nicht mehr alleine einkaufen gehen, weil sie zu betrunken ist, Du gehst alleine nicht weil Dir ihre Reaktion unangenehm ist, sie lässt ihren Frust an Euren Kindern aus, kann sie nicht mehr versorgen während Du arbeiten gehst, sie schlägt Dich und die Kinder, verletzt sich selbst und schiebt es Dir in die Schuhe, Du lässt Dich schön am Gängelband halten und mir Dir machen was sie will.

Nachdem was Du schreibst ist es durchaus möglich das Deine Kinder eine Alkoholembryopathie haben. Das ist die Folge von Alkohol in der Schwangerschaft und kann Behinderungen unterschiedlicher schwere nach sich ziehen. Das kommt auch nicht von ab und an einem Glas Wein, dass hat schon Missbrauch oder eben auch Sucht zur Ursache. Obwohl Du den Verdacht hast, das Deine Kinder Schäden durch Alkohol davon getragen haben, war/ist Deine Frau erneut schwanger? Es gibt Verhütungsmittel!! für Frauen und Männer. Unter diesen Umständen noch ein Kind in die Welt zu setzen halte ich für verantwortungslos dem armen Zwerg gegenüber.

Das alles für die paar Stunden die sie nüchtern und ganz o. k. Ist? Das alles weil ihr auf dem Dorf wohnt und die Leute reden könnten? 4 (5) ruinierte Leben, weil die Leute reden könnten? Wessen Leben ist das, Eures oder das der Leute? Bist Du Dir nicht mehr wert? Sind Dir Deine Kinder nicht mehr wert?

Zitat:
Ich bin selber Ergotherapeut, arbeite als Sozialarbeiter, u.a. manchmal auch mit Alkoholikern.


Du weißt also das es Hilfe gibt und wo es sie gibt. Du weißt das es das Jugendamt, Rechtsanwälte, Suchtberatung, die Polizei usw. gibt.

Zitat:
Aber es ist etwas anderes wenn es dir selbst wiederfährt.


Da widerspreche ich Dir nicht, aber das ist kein Grund, nichts zu tun. Es macht die Sache schwieriger, aber nicht unmöglich.


Zitat:
Weniger für meine Frau als für mich selbst, der es nicht schafft sie davon abzu bringen.


Zitat:
Ich wohne auf dem platten Land. Da gibt es keine Selbsthilfegruppe o.ä..
Die nächste ist 40 km weit weg. Wenn ich dahin fahren würde gäbs Ärger.
Alkoholkrankheit ist hier ein Makel... und eben nichts anderes.


Zitat:
Für mich ist die Situation besonders verfahren dadurch, dass ich immer Angst habe bei einer Scheidung meine Kinder nicht mehr zu sehen.
( Wird mir schließlich öfters angedroht )
Evtl. hätte ich diesen Weg schon vor Jahren eingeschlagen.
Es hängt so viel daran. Ich müsste von Grund auf neu anfangen und es bstände immer die Gefahr bei Sorgerechtsstreitigkiten zu unterliegen.
Dann säße ich nicht mehr mit einer alkoholkranken und drei Kindern im eigenen Haus sondern alleine in einer 2 Zimmer Wohnung zur Miete. Dann könnte ich mir mal wieder Gedanken darüber machen was ich falsch gemacht habe.


Jope, solche Argumente kenne ich sehr gut. Ähnliches habe ich mir selbst jahrelang eingeredet in Bezug auf meine Mutter. Gerade weil ich sie kenne, weiß ich was sie sind, Ausreden! Ausreden nichts tun zu müssen, aus Angst vor Veränderung, Angst vor dem Unbekannten, Angst vor dem was kommen könnte. Auf das alte ist man eingestellt und irgendwie ist es ja noch immer gut gegangen. Wenn Du jedoch nichts änderst wird sich nie etwas ändern. Entweder stellst Du Dich dieser Angst und tust etwas oder Eurer Leben wird immer trostloser. Du hast jede Möglichkeit etwas zu unternehmen. Du musst es nur tun.

Zitat:
Sarkastisch ausgedrückt: Dann würd ich mich vieleicht fragen warum ich nicht die Leberzirrose abgewartet habe.


Das wäre sicherlich die bequemste Lösung für Dich, dann musst Du nichts tun. Was passiert in der Zwischenzeit mit Deinen Kindern?

Zitat:
Dieser Makel knockt dich und sämtliche dir selbst nachfolgenden Generationen aus, mit SO welchen will keiner was zu tun haben.


Auch eine Ausrede. Ich bin ein Alkoholikerkind, ich wohne auf dem Land. Niemand hat mich ausgegrenzt, weil meine Eltern Alkoholiker waren bzw. sind. Ich wurde ausgegrenzt, weil ich Probleme hatte mit meinen Mitmenschen umzugehen. Diese Probleme hatte ich, weil ich Alkoholiker als Eltern hatte. Das ist etwas ganz anderes.

Ich bin das Kind alkoholabhängiger Eltern, glaub mir das macht keine schöne Kindheit und fördert auch nicht die soziale Kompetenz von Kindern. Ganz einfach aus dem Grund weil sie keine Gelegenheit haben es zu lernen. Sie müssen als Kind schon erwachsen sein. Sie haben keine Kindheit.

Du möchtest Rat. Geh zum Anwalt, lass Dich über Deine Rechte und Pflichten bei einer Trennung aufklären. Geh zur Suchtberatung, trage dort Deine Situation vor und lass Dir helfen, auch und vorallem in Bezug auf Deine Kinder, die brauchen dringendst Hilfe. Geh zum Jugendamt erzähle ihnen was bei Euch abgeht und frage nach Deinen Möglichkeiten.

Zitat:
Dann säße ich nicht mehr mit einer alkoholkranken und drei Kindern im eigenen Haus sondern alleine in einer 2 Zimmer Wohnung zur Miete.


Du überlegst doch wohl nicht ernsthaft, im Fall einer Trennung Deine Kinder bei ihrer Mutter zu lassen? Zumindest so lange sie noch trinkt!!!!! Besser ein glückliches, sicheres, ruhiges und behütetes Leben in einer 2 Zimmerwohnung, als ein unglückliches, unsicheres, unruhiges und einsames Leben mit einer alkoholkranken Mutter, die ausgeglichen ist wie ein Jojo, mich anbrüllt und schlägt, in einem Haus.


Zitat:
Für mich ist die Situation besonders verfahren dadurch, dass ich immer Angst habe bei einer Scheidung meine Kinder nicht mehr zu sehen.


Wenn Deine Kinder bei Dir sind, kannst Du sie jeden Tag sehen. Wenn Deine Kinder Schäden davon getragen haben, kann das ein Arzt feststellen. Das wäre etwas, zugegeben sehr trauriges, das Du auf Deiner Habenseite hast. Wenn Du das Jugendamt zuerst informierst, ist auch das ein Pluspunkt für Dich. Frag einen Anwalt, die kennen sich mit sowas bestens aus. Es gibt genug um da vorzusorgen, Du musst es nur tun.

Das alles mag Dir wie ein unüberwindlicher Berg erscheinen, aber es ist zu erklimmen und zu bewältigen, Schritt für Schritt. Wie gesagt, entweder Du tust etwas oder es tut sich nichts. Du musst Dein Leben und das Deiner Kinder schon selbst in die Hand nehmen. Das Forum kann Dich begleiten, Dich unterstützen, tun musst Du etwas.

Ich wünsche Deinen Kindern viel Glück und Dir den Mut für die notwendigen Schritte.

Gruß
Skye
Nach oben
Skye hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben
Nancy
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 24.11.2008
Beiträge: 1339

BeitragVerfasst am: 22.12.2008, 11:50    Titel: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo jope,
ich lese mich gerade durch dein Thread. Ich kann mich natürlich nur den anderen anschließen. Bin selber erst am Anfang mit der (hoffentlichen Gesundung!) Krankheit Co-Abhänigigkeit. Da ich gerade letzte Woche beim Anwalt war, kann ich dir sagen, du wirst ganz sicher das Sorgerecht nicht verlieren, auch wenn du gehst und die Kinder mitnimmst. Die Richter sind beim Sorgerecht sehr auf der Seite der Kinder. Hab also keine Angst, selbst bei diesem Stadium der Erkrankung von deiner Frau, wird auch Ihr nicht das Sorgerecht entzogen. Hab also keine Angst, das sind leere Drohungen seitens deiner Frau. Wie auch du trage ich eine Maske. Auch ich habe eine Praxis und mit Patienten zu tun. Vom Kopf her ist mir manches bei mir klar, nur das verdammte Gefühl und mein anerzogenes Co-Verhalten stehen mir im Weg. Bei meinen Patienten bin ich rational und behalte immer den Überblick und kann mich natürlich auch ganz besonders gut empathisch einfühlen. Keiner ahnt was bei mir abgeht. Du mußt jedenfalls was für deine Kinder als "Erstmaßnahme in medizinischer Hinsicht tun", aber das weißt du. Ich glaube schwieriger ist es zu erlernen etwas für sich zu tun. Schön das du hier bist, als Mann.
Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute und vorallem auch in deiner Situation ein schönes Weihnachten und ein gutes Jahr! Freu mich von dir zu lesen.
Lieben Gruß
Nancy
Nach oben
Nancy hat zum Thema: Re: Seit 12 Jahren (Leben?) mit Alkoholkranker Ehefrau geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 2 von 4


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Mein Leben in die Sucht Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum
Keine neuen Beiträge Mein Leben und Ich Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Alkoholismus
Alkoholismus
Umgang mit Abhängigen
Umgang mit Abhängigen
Mit 14 betrunken
Mit 14 betrunken
Essstörungen
Essstörungen
Lieber schlau als blau
Lieber schlau als blau


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de