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Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert

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45 Wochen trocken   •    Es ist manchmal schwer die Wirklichkeit nüchtern zu ertragen  
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Tom40
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.12.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 19:35    Titel: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo an Alle,

ich bin männlich, 40 Jahre, verheiratet u. berufstätig. Seit ca. 12 Jahren ist mir bekannt das ich ein Alkoholproblem habe aber jetzt ist es mir eigentlich erst richtig bewusst geworden und ich möchte, mit Eurer Hilfe, dass es mir auch bewusst bleibt.
Vor 12 Jahren habe ich das erste Mal einen Entzug zu Hause gemacht, war dann ca. 3 Jahre trocken und habe dann wieder begonnen "kontrolliert" zu trinken bis zu meiner Entgifftung im Jahre 2000. Dann habe ich mich einer Selbsthilfegruppe angeschlossen und war bis 2003 trocken, anschliessend das gleiche Spiel von vorne. 2005 Trennung von meiner Frau mit anschliessenden Rückfall, Krankenhaus u. ambulante Therapie. 2005 habe ich dann mein Leben neu geordnet und eine neue Frau kennengelernt, ich war und bin glücklich und zufrieden und mein Alkoholproblem habe ich, wie so oft vorher, verdrängt und irgendwann wieder angfangen ab und an was zu trinken, ja und das ging bis vor 14 Tagen gut und dann kam der Hammer.
Zur Erklärung: Ich habe nie regelmässig getrunken, so aller 3-4 Monate mal für einen Abend und am nächsten Tag war alles ok, das funktioniert 3-4 Mal und dann gerät die Sache auser Kontrolle und der Rückfall zieht sich dann 1-2 Wochen mit totalem Kontrollverlust hin und zum Schluss war ich dankbar das ich im Krankenhaus lag.
Meine "neue" Frau war mit meinem Rückfall völlig überfordert, wir sind dann zusammen bei meinem Therapeuten von der ambulanten Therapie gewesen und ich denke, dass Gespräch hat auch meiner Frau viel gebracht die Sache zu versehen. Sie hat mich bei meinem letzten Entzug, zu Hause mit Hausarzt, sehr unterstützt und wir haben viel geredet. Vor allem die Gespräche haben mir viel gebracht, meine geschiedene Frau wollte sich nie mit der Materie beschäftigen. Ich glaube, erst jetzt ist mir meine Situation so richtig bewusst geworden und ich habe verstanden, dass ich bei dem Spiel mit dem Alkohol nur Verlierer sein kann.
Diese Erkenntnis hat jahrelang so stark an meinem Ego gekratzt das ich sie einfach immer wieder verdrängt habe. Ich bin ein sehr perfektionistisch veranlagter Mensch, habe einen verantwortungsvollen Beruf und bin es gewohnt, jede Situation in den Griff zu bekommen. Aus diesem Grunde, so denke ich, habe ich es nicht gelten lassen, dass der Alkohol mich im Griff hat. Manchmal dauert`s halt etwas länger. Auf jeden Fall bin ich jetzt guter Dinge und mit Unterstützung meiner Frau, meines Therapeuten und natürlich Eurer Unterstützung will ich die Sache jetzt schaffen, entgültig.
Ich möchte mich auch an dieser Stelle bei meiner Frau bedanken und ihr sagen, dass ich sie über alles liebe und das ich sie und mich nicht noch einmal enttäschen werde.

Gruss Tom
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Tom40 hat zum Thema: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 20:38    Titel: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tom,

erst mal herzlich Willkommen, schön das Du hergefunden hast. Winken

Dann hast Du ja schon längere Trinkpausen, Die habe ich auch hinter mir.

Bin nun wieder 10 Monate trocken ( mit dem Forum) und weis, das nur nicht trinken nicht reicht. Ich mache im Jan. 09 eine LZT um nicht irgenwann wieder auf der Stelle zu treten.

Was hast Du nun vor, machst Du was in Richtung Therapie oder reale SHG, gut finde ich das Deine Frau hinter Dir steht, das ist bei mir auch der Fall, mein Mann steht auch hinter mir.

Ich freue mich, auf einen regen Austausch mit Dir.

MLG Mandy
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben
Tom40
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.12.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 21:00    Titel: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mandy2,

danke für Deine Antwort. Eine Therapie habe ich schon mal gemacht, ambulant über 8 Monate aber das hat mich nicht wirklich weiter gebracht.
Jetzt habe ich Einzelgespräche bei meinem damaligen Therapeuten, gegebenfalls auch mit Partner. Ich glaube, ich befinde mich jetzt in einer anderen Situation da mir verschiedene Sachen deutlich und klar geworden sind welche ich bis dato noch nicht so gesehen habe und ich habe Unterstützung von meiner Frau. Selbsthilfegruppen habe ich schon einige besucht, war nie so richtig meine Wellenlänge, Einzelgespräche bringen mir mehr. So zuversichtlich wie heute, entgültig trocken zu bleiben, war ich noch nie.

Ich gebe Dir völlig Recht, nur nicht trinken reicht nicht, man sollte sich den Ursachen bewusst sein und die Ursachen ausschalten. Zu meinen Ursachen habe ich im letzten Beitrag geschrieben.

Seit wann geht Deine Geschicht, denn Deinen Worten entnehme ich, dass da auch schön einige Rückschläge waren?

Bitte verstehe mich nicht falsch wenn ich schreibe das mir die Therapie nicht viel gebracht hat, ich will Dich auf keinen Fall von Deinem Vorhaben abhalten. Es kann auf keinen Fall verkehrt sein, ich war wahrscheinlich nicht offen dafür.

Ich freue mich auf Deine Antwort.

Gruss Tom
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Tom40 hat zum Thema: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 21:22    Titel: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tom,

ja wie lange geht meine Geschichte, gute Frage Cool

Mit 14 die erste Alkoholvergiftung Verlegen eigendlich zieht sich der Alk, wie ein roter Faden durch mein Leben.

Meine Trinkpausen waren 3,5 Jahre 2,5 Jahre, dazwischen ein paar Monate oder mal ein paar Wochen, dann Zeiten wo schon Morgens die Pulle, meinen Tag mit bestimmte.

Habe auch immer funktioniert, mein Mann auf Montage,
2 Kids erzogen, kleine Nebenjobs, wie es die Kindererziehung zu lies.

Abends gekellnert, die Oma versorgt und zum Schluss gepflegt.

Der grosse wird nu 23 Jahre, hat ne gute Ausbildung und ist nun Zeitssoldat, meine Tochter 17 Jahre bastelt an Ihrem Abi.

Ich möchte nach der LZT endlich eine Ausbildung machen und abschliessen, ich habe wieder Träume Winken

Mein Haushalt war immer perfekt, immer war für Alles gesorgt, nur habe ich nebenbei immer gesoffen. Meist nach den Pausen, ging es ne zeitlang, gut kontroliert, dann die Abstürze, das ganze Prozedre.

Ich muss auch sagen das ich damals einfach nur nicht getrunken habe, so mit der Faust n der Tasche, ich wollte beweisen, das ich das schaffe.

Mittlerweile, brauche ich das Zeugs wirklich nicht mehr, ich bin zufrieden und mir geht es gut.

Ich verbiete mir nichts mehr, muss mich nicht mehr beweisen, habe wieder Ziele und möchte meine Träume leben, da ist kein Platz für den Alk.

Die LZT mache ich um mit alten Dingen abzuschliessen, die früher oder später wieder hochkommen werden, damit möchte ich in einen beschützten Rahmen abschliessen.

Mir ist bewusst, das es für Nichts ne Garatie geben wird, so naiv, bin ich nicht Winken aber es ist meine erste Therapie überhaupt, sonst habe ich das immer Alleine durchgezogen, nur eine statione Entziehung und meine letzte mit meinem Hausarzt.

Ich weis nun was ich möchte und was ich nicht mehr möchte, ausserdem ist mein Ziel, nicht die Ewigkeit, ich lebe nun immer die 24 Std und diese Etappen, sind für mich als Messlatte, immer gut zu errreichen.

Ich male mittlerweile, schreibe, als absulter Kulturbanause Gedichte, ich spüre mich wieder, das ist einfach nur schön, auch dieses Gefühl, kannte ich voher nie.

MLG Mandy

MLG Mandy
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben
Tom40
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.12.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 21:57    Titel: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mandy2,

klingt sehr bewegend Deine Geschichte und ich wünsche Dir von ganzem Herzen Erfolg.
Mein Leben war nie so Alkbezogen da ich der tüpische Quartalssäufer bin, die trockenen Zeiten waren für mich keine Überwindung.

Ich glaube, so wie Deine Einstellung ist, hast Du reale Chancen es zu schaffen denn Du hast ja offensichtlich auch die Ursachen entdeckt und bist dabei sie zu bereinigen und wenn Du Vergangenheitsbewältigung betreiben willst und möchtest ist eine Therapie bestimmt geeignet. Vor allem entnehme ich Deinen Zeilen, bist Du offen dafür, ist meiner Meinung u. Erfahrung nach unwahrscheinlich wichtig.

Bei mir sieht das etwas anders aus, ich war eigentlich immer glücklich u. zufrieden, hatte eine gute Kindheit, später nen guten Shop und so ist das auch heute noch. Mein Problem liegt, so sehe ich das zumindestens, darin mir einzugestehen, das ich eine eine Sache nicht beherrschen kann und das ist der Alk. Habs immer wieder probiert aber es funktioniert einfach nicht und das ist mir jetzt klarer wie eh und je.

Willst Du eine stationäre Therapie machen?

Bis später Tom
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Tom40 hat zum Thema: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 22:36    Titel: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tom,

ja ich werde mein Zuhause für 16 Wochen loslassen um einfach mal nur ich zu sein, es wird schon kein Weltuntergang sein, wenn ich mal nicht die Finger mit im Spiel habe.

Bin seit 26 Jahren mit meinem Mann zusammen und eigendlich noch nie Alleine weg, konnte nie loslassen, auch das habe ich gelernt.

Ist ja auch für Alles vorgesorgt Winken bin ja nicht aus dem Leben, will da einfach mal zu mir finden.

Bin da auch Alleine drauf gekommen, ohne Druck oder so, ich finde das auch sehr wichtig, sonst ist man nicht offen.

Bin mir auch bewusst das das kein Spaziergang werden wird, habe mich auch gut erkundigt, am 5 Jan. gehts los.

Auch wenn man in guten Verhältnissen gross wird, ist man vor Alk nicht gefeit, er schleicht sich einfach in Unserer Leben und fängt an Uns zu bestimmen. Es dauerte bei mir ebend sehr lange und es wird ja auch nie Heilung geben.

Wir stoppen Unsere Krankheit in dem wir kapitulieren und an Uns arbeiten, es ist ein langer Weg, den wir nun mit Hilfe gehen.

Es ist nicht immer der Alki auf der Parkbank, man fängt eigendlich da an, wo man merkt, hier ist mein persönlicher Tiefpunkt.

Für den Einen sind das mehrere Biere, ein zwei Flaschen Wein oder ne Pulle Hochprozentiges, auf jeden Fall ist der Gedanke an Alk, so stark, das er Uns vom wirklichem Leben, immer mehr abkapselt.

Das gilt es zu durchbrechen und neue Wege zu suchen Winken

Den Alk kann man nicht beherschen oder bekämpfen, hast Du ja selber erfahren.

Du hast hier eine gute Gelegenheit Dich auszutauschen und das 24 Std, das Forum ist immer offen, es gibt so viel zu entdecken.

Ich führe seit meinem ersten Tag, im Geschlossenen ein TB, dort spiegeln sich meine Gedanken und es kommen sogar Antworten.

Ich hoffe Du wirst Dich hier wohlfühlen, habe früher natürlich auch reale SHG besucht, mir reicht im Moment das Forum.

Sei froh das Du noch ein intaktes Leben hast und sei immer auf der Hut und tausche Dich aus, hier, in der Therapie, bei Deinen Einzelgeprächen oder mit Deiner Frau, Ehrlichkeit und reden, sind sehr wichtig.

Wie lange bist Du nun ohne Alk, habe das nicht so ganz erlesen können.

MLG Mandy
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben
Tom40
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 11.12.2008
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 23:15    Titel: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mandy,

also ich bin jetzt wieder 14 Tage ohne, mein letzter Rückfall ging nur eine Woche und nur mit Wein, war also für meine Verhältnisse nicht so krass. 2005 hab ich das vorletzte Mal flach gelegen, Entgiftung im Krankenhaus.

Ja, 16 Wochen ist eine lange Zeit aber ich glaube es wird Dir gut tun und die Unterstützung Deiner Familie hast Du ja offensichtlich auch, ich wünsch Dir viel Glück. Dadurch, das Du Dir je keine Sorgen um Deine Fam. und Dein zu Hause machen musst wird das sich ne ganz entspannte Sache und Du kannst dich voll drauf konzentrieren.

Bis später
Gruss Tom
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Tom40 hat zum Thema: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben
Mandy2
Gast






BeitragVerfasst am: 12.12.2008, 23:34    Titel: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tom,

nu stehe ich aber auf der Leitung, Du schreibst :

Zur Erklärung: Ich habe nie regelmässig getrunken, so aller 3-4 Monate mal für einen Abend und am nächsten Tag war alles ok, das funktioniert 3-4 Mal und dann gerät die Sache auser Kontrolle und der Rückfall zieht sich dann 1-2 Wochen mit totalem Kontrollverlust hin und zum Schluss war ich dankbar das ich im Krankenhaus lag.

dann war das 2005 nicht vor 14 Tagen Geschockt

Na ja, mich hat noch niemand ins Krankenhaus einliefern müssen und eine Woche nur mit Wein, das nur, sollte Dir ein wenig zu denken geben.

Damit verharmlost Du Deinen Rückfall, will Dich nicht ärgern, aber wenn man noch runterspielt, weis nicht Mit den Augen rollen

Nun Du bist ja auch hier um noch Einiges zu erfahren, ich habe auch meine Zeit dafür gebraucht Winken

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft und Mut, Deinen Weg in eine zufriedene Trockenheit zu finden und Sie zu bewahren, hast Du schon Unsere Bausteine gelesen und ist Dein Umfeld alkfrei.

Trinkt Deine Frau Alkohol und wie stehts mit dem Outen in Deinem Bekanntenkreis sowie in der Familie aus.

Was willst Du denn nun besser machen, als in Deinen Trockenpausen, ausser das Du ein gutes Gefühl hast.

Ich meine ein gutes Gefühl, kann mit Sicherheit nicht schaden, das ist sogar positiv Winken

Dir noch einen schönen Abend.

MLG Mandy
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Mandy2 hat zum Thema: Re: Ich glaube, ich habe mein Problem realisiert geschrieben

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