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Outing bei CO-Abhängigkeit ?

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Amy36
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.08.2008
Beiträge: 246
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BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 10:58    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zusammen,

ich habe mit Familie und Freunden drüber gesprochen, fällt jedoch der Familie und einigen Freunden schwer das zu verstehen. Mit dem Alkohol ja, aber Co Abhängig? Dafür brauchte es viele intensive Gespräche Winken

Ich fühle mich trotzdem gut darüber offen reden zu können, auch wenns schwierig wurde das zu erklären Smilie

Liebe Grüße, Amy
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Amy36 hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben
Charmenida
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.06.2008
Beiträge: 331
Alter: 50

BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 13:16    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Zitat:
die angst habe ich - für mich, in meiner situation - nicht.
im gegenteil: (noch) größere ehrlichkeit (gibts so was wie "ein bißchen ehrlichkeit"?) klärt manches, das vorher nicht rund lief

Da geb ich dir recht Grafitti und so habe ich auch lange gedacht, aber wenn das Vertrauen im Keller ist, wittert man einfach hinter alles Verrat!

Mit meinen engsten Freundinnen, meiner Familie und mit den aus der SHG rede ich natürlich über meine Abhängigkeit und Probleme. Meine Freundinnen haben mich auch erst mal angeschaut, als ob ich spinne, den ich bin ja nach aussen eigentlich eine sehr taffe Frau.
Ansonsten habe ich auch die Erfahrung gemacht, das Menschen, die mit dem Thema nicht wirklich Berührungspunkte habe, eigentlich auch nichts damit anfangen können bzw. es nicht verstehen, dass man solche Probleme hat.
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Charmenida hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben
kaltblut
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.06.2006
Beiträge: 4741
Alter: 53
Wohnort: beiM

BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 13:20    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ihr Lieben,

für mich war das Thema neu. Ich habe mit vielen darüber gesprochen, mit den Kindern, mit der Familie, mit engen Freunden, genauso als würde ich über eine andere Krankheit sprechen und nach Antworten und Hinweisen suchen.

Es hat mir immer gut getan über Dinge zu reden und sie nicht in mir zu vergraben.

Heute rede ich immer noch mit vielen darüber, aber nicht mehr mit Unverstehenden. Die vielen Leute treffe ich hier oder in der realen SHG.

Ansonsten ist Outing wie mit allem: am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, in der passenden Situation.
Für mich gibt es Fachleute, die inkompetent sind und Laien, die Vollprofis snd.

LG Kaltblut
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kaltblut hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben
Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 14:49    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lilly,

interessante Frage, doch wie stellst Du Dir das in der Praxis vor?

Co-Abhängigkeit ist nichts was sich ausschließlich auf einen an einer stofflichen Sucht erkrankten bezieht. Es bezieht sich auf ausnahmslos alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Es hat ja nicht seinen Ursprung in einer Beziehung mit einem Süchtigen. Man hat eine Beziehung mit einem Süchtigen, weil man ein Problem mit sich selbst hat, beziehungssüchtig, co-abhängig oder wie immer Du es nennen willst, ist. Co-abhängige Strukturen gibt es überall, die haben auch Menschen, die nichts mit Abhängigen zu tun haben.

Soll ich jedem dem ich begegne erzählen, dass ich da ein „kleines“ Problem habe oder soll ich meine Mitmenschen meiden bis ich das im Griff habe. Verglichen mit stofflicher Sucht wäre das nämlich dann genau das was ich tun müsste, meine Mitmenschen meiden. Wenn ich das jedoch täte, könnte ich nicht an meiner Erkrankung arbeiten. Den ohne zwischenmenschliche Beziehungen kann ich nicht an ihnen und an meinem Verhalten arbeiten.

Wer hätte denn noch etwas mit mir zu tun haben wollen, wenn ich von meinem „kleinen“ Kontrollzwang erzählt hätte, dass ich aufgrund meiner Erkrankung die unangenehme Neigung hatte mich um Dinge zu kümmern, die mich nichts angingen, dass ich als Selbstwertersatz und Mangel an eigenem Leben, mich des Lebens anderer angenommen habe, dass Selbstaufgabe meine Natur war.

Ich denke niemand, mich selbst eingeschlossen, und zwar nicht weil ich diese für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen hinderlichen Angewohnheiten hatte, sondern weil das einfach zu weit geht und Menschen abschreckt bzw. überfordert wenn man mit der Tür so ins Haus fällt. In meinem Fall hätte ich meiner Mutter dann gesagt, sorry, wenn ich Dich wie ein kleines Kind behandele, aber ich bin co-abhängig, mein Verhalten gehört zur Krankheit oder wenn ich meinen Kollegen ungefragt Lebenshilfe gegeben habe, sorry, dass ich Dir meine Meinung aufdränge, aber ich bin co-abhängig, das gehört zur Krankheit.

Menschen die mich besser und länger kennen, wissen ohnehin schon darum, denen brauch ich nichts zu sagen und dem Kind einen Namen zu geben ändert nichts an meinem Verhalten oder daran wie sie zu mir stehen. Das ich etwas daran geändert habe und noch ändere, zeigt dass ich eingesehen habe, dass es so nicht weiter gehen kann mit meinem Leben. Die Menschen denen ich etwas bedeute sehen das mit Wohlwollen, die anderen können mich mal gern haben.

Es ist eine Sache, über seine Probleme zu reden, eine andere, seinen Mitmenschen eine Diagnose aufzudrängen, die sie höchstwahrscheinlich in ihrem Umfang und ihrer Erscheinung gar nicht begreifen können. Da gibt es für mich dann doch einen Unterschied zwischen stofflicher und psychischer Abhängigkeit.

Vieles ist für mich inzwischen Vergangenheit und zwar weil ich die wieder die Verantwortung für mein Leben übernommen habe. Ohne mich zu erklären oder etwas zu erklären, sondern durch Gespräche mit meinen Mitmenschen, die problem- und nicht diagnosebezogen waren. Durch zuschauen, lernen und ausprobieren. Sich outen wie Du es nennst, birgt in meinen Augen die Gefahr, mal wieder, wie schon so oft, die Verantwortung für sich abzugeben. Sich selbst und sein Wohl von anderen und ihrem Verständnis abhängig zu machen.

Für mich hat outen in diesem Fall nichts mit Ehrlichkeit zu tun, sondern damit die Verantwortung für mein krankes Handeln abzugeben. Quasi eine Entschuldigung, tut mir leid, ich bin krank, ich kann nicht anders. Können tun wir alle, wir müssen nur anfangen und zwar mit handeln nicht mit reden und erklären.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben
Lilly12
Gast






BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 15:05    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für alle Antworten bisher... muß sie nachher nochmal in Ruhe lesen, hab grad Mittagspause...

@Skye
Zitat:

interessante Frage, doch wie stellst Du Dir das in der Praxis vor?


Ich hatte keine genaue Vorstellung, Skye, darum fragte ich Winken
Weil ich mir das nämlich auch ziemlich schwierig vorstelle, die Erklärung, Alkoholiker zu sein, ist irgendwie wohl einfacher, versteh ich schon, obwohl das nicht Mitbetroffene auch schlecht nachvollziehen können, aber trotzdem sagt ihnen das wohl mehr ?

Zitat:
Wer hätte denn noch etwas mit mir zu tun haben wollen, wenn ich von meinem „kleinen“ Kontrollzwang erzählt hätte, dass ich aufgrund meiner Erkrankung die unangenehme Neigung hatte mich um Dinge zu kümmern, die mich nichts angingen, dass ich als Selbstwertersatz und Mangel an eigenem Leben, mich des Lebens anderer angenommen habe, dass Selbstaufgabe meine Natur war.


Ja, genau wegen diesen Dingen stelle ich mir das unheimlich schwierig vor, Skye, darum wollte ich gern mal hören, wie Euer Freundeskreis damit umgeht, falls ihr darüber sprecht. Ich wüßte nämlich auch nicht so gut, wie ich das hinbekommen sollte... Geschockt

Liebe Grüße an Alle
Lilly
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Lilly12 hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben
Aura
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.11.2008
Beiträge: 99
Alter: 53
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 16:08    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lilli!

Habe ausser mit meiner Tochter und der besten Freundin mit niemanden darüber gesprochen. Diese zwei kennen mich ja auch am besten und sahen bzw. spürten, dass es mir nicht gut geht.
Nein, sonst möchte ich es niemanden erzählen und glaube auch, dass mein Outing als CO bei meinem sonstigen Mitmenschen auf Unverständisnis stossen würde. Könnte mir vorstellen, dass ich eher ein mitleidiges Lächeln als Hilfe von dieser Seite bekommen würde.
L.G.
Aura
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Aura hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben
Skye
Gast






BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 17:45    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Lilly,

Zitat:
Weil ich mir das nämlich auch ziemlich schwierig vorstelle, die Erklärung, Alkoholiker zu sein, ist irgendwie wohl einfacher, versteh ich schon, obwohl das nicht Mitbetroffene auch schlecht nachvollziehen können, aber trotzdem sagt ihnen das wohl mehr ?


Es ist einfacher, wenn man in diesem Zusammenhang von einfach sprechen kann. Im Großen und Ganzen denke ich, weiß jeder, was ein Alkoholiker ist bzw. was es bedeutet. Da hat jeder schon mal was gehört, kann die Info einsortieren und gut. Ob er das versteht, ist da erstmal zweitrangig, die Info an sich kann verarbeitet werden und das reicht den meisten Menschen.
Schwieriger wird es wenn jemand fragen würde, warum trinkst Du/hast getrunken, warum hast angefangen, warum kannst Du nicht aufhören/hast Du dann aufgehört. Hat ja keiner gemacht, weil es so lustig ist. Auch dem liegen doch vorwiegend psychische Probleme zu Grunde und hier wird die Erklärung schwierig, ebenso wie bei den Co's. Als Co kannst Du aber schlecht sagen, ich habe ein Problem mit mir, meinem Verhalten und meinen zwischenmenschlichen Beziehungen. Kannst Du schon, wird aber kaum einer verstehen, die Info kann nicht so unbedingt verarbeitet werden.

Zitat:
darum wollte ich gern mal hören, wie Euer Freundeskreis damit umgeht, falls ihr darüber sprecht. Ich wüßte nämlich auch nicht so gut, wie ich das hinbekommen sollte...


Meine Freunde wissen um meine Familiengeschichte, was sie daraus machen ist ihre Sache. Wie schon gesagt, warum soll ich über Diagnosen reden. Wenn ich ein Problem habe, rede ich über das. Warum soll ich einen Zusammenhang herstellen zwischen meinem Problem und einer Diagnose oder meiner Familiengeschichte? Wenn das jemand möchte, kann er das tun. Aber warum sollte ich ihm sagen ich bin Co, nach dem Motto berücksichtige das bitte. Ich möchte ein unvoreingenommenes Urteil bzw. Rat. Was die- oder derjenige meint ohne dies oder jenes zu berücksichtigen. Für alles andere gibt es Therapeuten. Meine Krankheit ins Spiel zu bringen, heißt für mich, mein Gegenüber zum Therapeuten zu machen, aber es ist ein Freund. Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe für mich.
Lange Rede kurzer Sinn, ich sehe für mich keinen Sinn und Nutzen darin, Freunden zu sagen ich bin Co. Ich bin ich, mit allen Stärken und Schwächen. Zu ändern was mir nicht gefällt oder Probleme bereitet, ist meine Sache. Dazu muss ich mir aus Rat oder Vorschlägen das raus suchen, von dem ich denke das es mir hilft. Ich muss durch diese Veränderungen alleine durch, da kann mir letzten Endes keiner helfen. Veränderungen kann mir keiner abnehmen.

Freundeskreis ist übrigens ein gutes Stichwort. Sind das wirklich Freunde, oder sind das Menschen, die Ihren Nutzen daraus ziehen, dass man nicht nein sagen kann und ein Helfersyndrom hat? Wer ein gesundes Verhältnis zu sich selbst hat, kann Co's nur bedingt und zeitlich begrenzt ertragen. Ich habe mich durch meine Veränderungen nicht überall beliebt gemacht, was meinen ohnehin nicht mehr großen Freundeskreis verkleinert bzw. verschoben hat. Können Menschen die einen Nutzen aus unserem Sprachfehler ziehen überhaupt verstehen, was ich meine, wollen sie es überhaupt verstehen? Können sie mir helfen? Ich denke nein, der Eigennutz steht bei Ihnen im Vordergrund, was ich auch als normal ansehe. Auch wenn ihnen das selten bewusst ist.

Ein Co der an sich arbeitet, wird sich verändern. Veränderungen werden selten willkommen geheißen.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben
mozarth
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 11.11.2008
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 19:45    Titel: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo....

ich geh damit seit ca. 2 Monaten sehr offensiv um! Ich halte nicht hinterm Berg damit, welches Problem ich bei meiner Partnerin (Ehefrau) vermute!

Weder bei Freunden, Bekannten noch Verwandten oder gar beim Arzt!! Oftmals stoße ich dabei auf Unverständnis (vorallem bei Personen (Schwester) die früher selbst schon den Verdacht geäußert hatten, bin ich plötzlich der "Spielverderber"!!!)

Ich habe keine Lust mehr, so zu tun, als wenn ich es wäre der nie Lust und Laune hat, mit Bekannten z. B. zum Essen zu gehen! Ich sage offen und ehrlich, dass ich aus diesem Grund nicht will!!!!

Und mir geht es besser!

Grüße mozarth
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mozarth hat zum Thema: Re: Outing bei CO-Abhängigkeit ? geschrieben

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