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Wie den Kindern erklären?

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Roa
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Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beiträge: 614

BeitragVerfasst am: 07.12.2008, 17:58    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Beegle,

ich bin erwachsenes Kind einer Alkholikerin und meine Erfahrung sagt: alles bloß nicht schweigen!

Letztenendes musst du natürlich selbst entscheiden. Aber es gibt Möglichkeiten, z.B. auch Bücher, in denen die Krankheit kindgerecht erklärt wird. Je früher je besser, dann lernen die Kinder sich nicht die Schuld zu geben und das sie nicht wertlos sind, weil ihr vater ihnen die flasche vorzieht. Das kann viele 'Spätschäden' verhindern. wenn du mal bei uns im Bereich liest, wirst du sehen wie wir alle zu kämpfen haben.

Ich für mich bin ziemlich sicher, dass eine offene, ehrliche Haltung mir so einiges erspart hätte.

Wenn du es geheim hälst, dann 'gewährst du dem Alkholismus deines Mannes Schutz'.

Trennung oder nicht, das ist etwas, wo es weniger leicht ist prinzipiell etwas darüber zu sagen. Ich habe mir zwar immer gewünscht, meine Eltern würden sich trennen, aber letztenendes hätte das mir wahrscheinlich den letzten Schutz des Systems Familienkrankheit geraubt. Ich muss aber dazusagen, ich hatte auch sehr lange ein sehr schlechtes Verhältnis zu meinem Vater.

Ich hoffe durch lesen und schreiben hier gelingt es dir deinen Weg auszumachen und zu gehen.

Roa
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Roa hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben
seinweib
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.10.2008
Beiträge: 392
Alter: 34
Wohnort: sh

BeitragVerfasst am: 07.12.2008, 18:02    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Bleegle,
ich hab dir vorhin bei mir geantwortet. Ich hoffe jetzt nicht durcheinander zukommen. Du fragtst was Du gewinnen würdest?!
1- DEIN LEBEN ZURÜCK
2- DEIN SELBSTWERTGEFÜHL
3- DEINEN STOLZ
4- DEINE SELBSTACHTUNG
5- ...und vieles mehr...
Ich versuche es auch ohne Trennung zu bewältigen, aber es ist soooo schwer.
Die Aussage das ein Leben ohne Trinken doch kein Leben ist, hat sich bei mir eingebrannt. Diesen Satz hab ich öfter gehört...
Ich sehe es auch so, das ER seinen Kindern alles hätte erklären müssen. Mein Mann tat es nicht. Ich habe diese Aufgabe übernommen, aber nicht weil ich es ihm abnehmen wollte. Er fand keinen Mut dazu und die Kinder sollten nicht länger im Unklaren sein. Ich habe ihnen zuliebe das Schweigen gebrochen.
Jetzt haben sie nicht mehr die Angst, sie wären SCHULD am trinken ihres Vaters. Beide wissen jetzt, das es sich um eine Krankheit handelt.
Ich mag nicht alles noch mal tippen, lies den Rest einfach bei mir nach. Liebe Grüsse seinweib
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seinweib hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben
Roa
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beiträge: 614

BeitragVerfasst am: 07.12.2008, 18:14    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

seinweib hat Folgendes geschrieben:

Ich sehe es auch so, das ER seinen Kindern alles hätte erklären müssen.


da wollt ich ja auch noch was zu schreiben. Im Prinzip ist das natürlich die bessere Vision, weil die Kinder dann auch wirklich von ihrem Vater hören, dass er sie trotzdem liebt.

Aber wenn er noch sagt, dass sein Leben ohne Alkohol nichts wert ist, dann denke ich nicht, dass er in einem Stadium ist, in dem er seinen Kindern verständlich machen kann, was die Krankheit bei ihm bewirkt, weil er es ganz einfach selbst noch nicht vollends verstanden hat.

Wenn er sich, weil er es für sich will noch einmal in therapie begibt, dann sollte er nach einiger 'Trockenzeit' selbst mit den Kindern reden. Ich denke sogar, dass es den meisten trockenen Alkoholikern dann selbst auch ein großes Anliegen ist.

Meine Mutter hat nach ihrem Klinikaufenthalt nicht mit uns geredet und auch von unserem Vater kam nichts. Es hat sich nichts verändert. Das System ist aufrecht gehalten wurden. Sie ist rückfällig geworden. Das war vor Jahren. Sie trinkt noch immer. Und wird es vermutlich bis sie sich daran zu Tode gesoffen hat.

Das war jetzt sehr ausschweifend: wenn er es nicht sagen kann oder nicht richtig rüberbringe würde, dann ist es selbst zu tun, alles was in deiner macht steht.
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Roa hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben
seinweib
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 11.10.2008
Beiträge: 392
Alter: 34
Wohnort: sh

BeitragVerfasst am: 07.12.2008, 18:55    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Roa,
du bist völlig im Recht. Er kann es natürlich nur dann selber erklären, wenn er selber sein Problem als solches erkannt hat und es in Angriff nimmt. Bei meinem Mann ist diese Einsicht nicht vollständig gegeben.
...die paar Bier... ich kann ja auch wochenlang ohne.... bla bla bla..ich kanns kontrollieren! Ja sicher ( bis zum nächsten Brand)!
Ich habe begriffen das ein Trinker erst dann aufhören kann, wenn er sein Problem als solches erkannt hat und es ändern will- um jeden Preis!!!
gruss seinweib
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seinweib hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben
Bleegle
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2007
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 07.12.2008, 20:39    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Thelma,

danke für deine Worte... es tut echt super gut, zu wissen da draußen geht es anderen genauso wie mir.

Er hat sich vorhin gerade gemeldet... ist jetzt stationär aufgenommen worden, 3 Tage erst mal kein Kontakt.

Als er selbst mit dem Auto gefahren ist, meinte ich noch er solle es nicht tun. Dann meinte er, ach, hab max. 0,3 Promille. Er mußte leider in eine weitere Einrichtung durchstarten, da die erste voll war... und hat natürlich unterwegs noch kräfig gebechert. Tja, Resultat 1,9 Promille bei Aufnahme!

Er macht es natürlich weil er merkt das es so nicht weiter geht. Er weiß auch das es nicht richtig ist, er merkt wie hier alles aus den Fugen gleitet wenn er wieder trinkt... diesmal war die Ausrede Geldsorgen.

Wie sieht es nach 1 Woche aus, wenn er wieder zu Hause ist?

Wenn er dann nichts trinkt ist doch alles prima... wie oft macht man das noch mit? Er hat jetzt 3mal den Anfang gemacht.... er weiß ja das es nicht ok ist, aber trotzdem.. sobald irgendwo Probleme sind, fällt er wieder zurück.

;-(

Schönen Abend noch und liebe Grüße,
Bleegle
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Bleegle hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben
Bleegle
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2007
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 07.12.2008, 20:46    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

wenn ich das ganze mal noch mehr selbst betrachte... irgendwie bin ich wohl auch ein erwachsenes Kind eines Alkoholikers und habe vor 12 Jahren einen geheiratet....

Irgendwie macht mir das noch mehr Angst! Dabei habe ich mir immer geschworen, ich heirate mal nur einen Mann der nicht raucht und nichts trinkt.
Das mit dem Rauchen kann ich ja noch akzeptieren, aber das mit dem Trinken...

Wie kann ein Mensch allein sooooo doof sein!
Jetzt ist er erstmal eine Woche weg und irgendwie weiß ich spätestens morgen wird er mir mächtig fehlen!

Lg
Bleegle
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Bleegle hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben
Thelma
Gast






BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 10:17    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen, liebe Beegle,
Gut geschlafen?
Es tut so weh, zu wissen, wie der Partner eigentlich ist, wenn er nicht trinkt und wie ihn der Alk verändert, was diese Droge aus ihm macht. dass man ihn an die Droge verliert.
Jetzt, wo mein Mann nüchtern ist(nach 12 Jahren Ehe im Suffzustand), sehe ich wieder den Mann, in den ich mich damals verliebt habe.
Fatalerweise legte er damals, als ich ihn kennengelernt habe, gerade ein halbes Jahr Trinkpause ein, ich hab also nicht gemerkt, dass er Alko ist...
Erst, als ich dieses Jahr an meinem absoluten tiefpunkt war, paarmal zusammengebrochen bin und definitiv nicht mehr bereit war, mit ihm so zusammenzuzleben, weil ich auch schon gesundheitliche Probleme bekam,
hat es bei ihm Klick gemacht. Er will jetzt nicht wegen mir aufhören, aber er hat das Ausmass der Zerstörung durch diese Droge erkannt.
Noch'n Tipp: Ich bin einfach zu einer Eheberaterin gegangen, das war mein erster Schritt nach aussen, raus aus der Passivität. In einer nüchternen, guten Stunde hab ich ihn gefragt, ob er bereit wäre, auch zu ihr zu gehen. Er ist dann erstmal allein bei ihr gewesen, danach hatten wir noch drei gemeinsame termine.
Das hat uns sehr weiter geholfen, uns beiden den Kick gegeben, an uns-jeder für sich- zu arbeiten, um aus dem Abhängigkeits-teufelskreis rauszukommen.
Meinem Mann ist dort klar geworden, dass eine gemeinsame Zukunft nur ohne Alk möglich ist.
Und mir ist klar geworden, dass ich meine Co-Strukturen aufbrechen muss, ich bin nun in therapie.Tut auch saugut, offen und ehrlich, ungefiltert über alles zu reden, mich anzuschauen, nicht mehr nur meinen betrunkenen Mann.
Allerdings war das während seiner Trinkzeit schier unmöglich, weil ich in ständiger Angst und Alarmbereitschaft lebte.
Wem erzähl ich das?
Liebe Beegle, ich kann dir nur eins sagen: solange ich nicht in die Offensive gegangen bin, hat mein Mann seinen Ausstieg bequem vor sich hergeschoben.
Er hat jetzt die Wahl: Familie oder Alkohol
Wer siegt, wird sich zeigen... Geschockt
Ich wünsche dir von Herzen, dass ihr es gemeinsam schafft.
Alles Liebe,
Thelma
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Thelma hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben
Bleegle
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2007
Beiträge: 58

BeitragVerfasst am: 08.12.2008, 22:16    Titel: Re: Wie den Kindern erklären? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Schönen guten Abend,
hab heut mit ihm kurz telefoniert. Es geht ihm ganz gut, Medis braucht er keine. Die Ärzte meinten nicht wirklich notwendig. Bis Mittwoch ist er nun noch drin und darf dann etwas raus auf den Hof. Dann wird auch noch weitere Vorgehensweise besprochen, er ist ziemlich sicher, das er es wirklich verstanden hat...

Thelma; Auch bei uns war das Leben ein Traum, solange er nichts getrunken hat. Es war einfach super, wir hatten wieder Spaß und waren ne echt Klasse Familie, wie im Bilderbuch!

Die Gefühle spielen einfach Achterbahn, denn eigentlich hat er es ja "noch" rechtzeitig wieder in den Griff bekommen. Er trank jetzt wieder knapp 6 Wochen... er meinte Geldsorgen wäre der Auslöser gewesen!

Jetzt schaun ma einfach mal.... ich kann irgendwie nicht anders!

Lg
Bleegle
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Bleegle hat zum Thema: Re: Wie den Kindern erklären? geschrieben

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