| ich glaube ich bin auch coabhängig und möchte da raus • Hass und liebe warum macht er das?! |
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Holzpantoffel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.11.2008 Beiträge: 9
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Verfasst am: 23.11.2008, 13:01 Titel: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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Hallo, ich bin neu und auch noch recht frisch in der Thematik...
Ich bin auf der Suche nach Rat in der Position als Partnerin eines (trockenen) Alkoholikers. Hab schon einiges hier gelesen, das mir weiterhilft, vielleicht könnt Ihr auch etwas zu meiner Situation sagen...
Ich war etwa 1 Jahr locker mit einem trockenen Alkoholiker liiert, der mich als feier- und trinkfreudige Frau kennen- und lieben gelernt hat. Ich hab das Thema Alkohol - bewusst oder unbewusst - ausgeblendet und war wie vom Blitz getroffen, als der Mann, in den ich mich mittlerweile mit Haut und Haaren verliebt hatte, mir gestand, rückfällig zu sein.
Es folgte eine kurze Phase des Mitfühlens, der versuchten Unterstützung, dann harte Worte und die Trennung meinerseits. Ich hab selbst (Ess-)Sucht- und Therapieerfahrung, daher weiß ich, wie wichtig es für mich ist, für mich die Notbremse zu ziehen, wenn mich "fremde" Sorgen auffressen.
Der Mann ist daraufhin zur Entgiftung gegangen, Ich hatte ihm da (er hat aus der Klinik heraus immer wieder Kontakt gesucht) schon die "Pistole auf die Brust gesetzt": Nie wieder Alkohol oder andere Ersatzmittel und selbstverständlich würde ich nie wieder in seiner Gegenwart trinken. Seine erste - verärgerte - Reaktion war, ich würde übertreiben...
Nach der Entgiftung hat er sich trotz anfänglicher Abwehrhaltung doch in eine Therapie begeben und geht das Ganze auch sehr ernsthaft an, soweit ich das aus der Ferne (uns trennen mehrere 100 km) beurteilen kann.
Wie er mir sagte, hatte er schon seit 1 Jahr kleinere (?), verheimlichte Rückfällen, die wohl damit begannen, als ihn im familiären Umfeld ein schlimmer Schlag getroffen hat.
Ich habe mich emotional wieder auf ihn eingelassen, nachdem ich schon für mich den Schlussstrich gezogen hatte. Wir verbrachten wunderschöne (alkoholfreie) Wochenenden und es fühlte sich so nah und hoffnungsvoll an...
Dann zog er sich nach Stimmungsschwankungen völlig zurück. Nicht erreichbar, für niemanden. Im Endeffekt genauso unzuverlässig wie zu nassen Zeiten ("klar erledige ich das für dich", aber nichts passiert, "ich melde mich.." - nö, ...)
Ich habe das früher schon bei ihm erlebt, dass er bei mieser Laune die Drähte kappt, aber dass er sich tagelang nicht meldet, war und ist neu für mich. So etwas würde ich schon in einer Beziehung nicht haben wollen, in der Alkohol kein Problem ist. Ich brauch einfach Nähe und möchte gerne wissen, was der andere denkt und fühlt. Und wenn es nur die Mitteilung ist: Mir geht es schlecht, ich kann jetzt nicht. Freud und eben auch Leid teilen, gute und schlechte Zeiten... Ich äußere das auch ziemlich deutlich, was den anderen natürlich unter Druck setzen kann.
Dazu kommt, dass ich selbst ein äußerst turbulentes und unerfreuliches Jahr hinter mir habe und selbst eigentlich auch mal eine starke Schulter bräuchte.
Ich war bei einem gemeinsamen Treffen von AA/Alanon - ein glücklicher Zufall, dass ich direkt etwas von Betroffenen hören konnte.
Was sich eigentlich bei allen herauskristallisiert hat, ist dieses "Einzelkämpfer"-Ding.
Natürlich kann ich als Angehörige nicht den Kampf gegen die Sucht aufnehmen oder meinem Partner die Waffen reichen. Aber ist es denn tatsächlich so, dass ich nicht mal emotionale Unterstützung geben kann, wenn es dem Betroffenen wirklich schlecht geht?
Ich kann einfach so schlecht (um nicht zu sagen gar nicht...) nachvollziehen, warum ein trockener Alkoholiker - zumindest/besonders in der Anfangsphase - sich so abschottet. Abschotten muss, um sein Leben wieder in die Hand nehmen zu können. Vielleicht denke ich zu egoistisch oder in die falsche Richtung, aber mir tut es z.B. gut, wenn in ganz grenzwertigen Situationen zumindest eine Vertrauensperson für mich da ist, in deren Arme ich mich fallen lassen kann.
Ich stelle mir schon die Frage, ob ich nicht ohnehin zu anspruchsvoll, also zu fordernd bin für eine Beziehung mit einem (trockenen) Alkoholiker...bei meinem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Anteilnahme, Teilen...?! ich will ihn ja nicht noch mehr belasten.
Fest steht aber auch: Ich kann nicht dauernd eine Mauer um mein Herz bauen, um mich vor Enttäuschung und Schmerz zu schützen, und die dann bei Bedarf beliebig (nämlich dann, wenn der Partner mal Nähe zulassen kann) wieder einzureißen. Ich merke auch schon, wie mich diese ganze Sache in meinem Alltag beeinträchtigt - unkonzentriert im Job, Gedanken kreisen beständig, eigene Freizeitqualität leidet, Kraft für eigene Problembewältigung fehlt...
Loslassen...das höre und lese ich immer wieder.
Aber wenn ich ihn jetzt loslasse, also für mich loslasse, dann weiß ich nicht, ob ich jemals wieder Liebe empfinden kann für ihn, ob ich mich dann nicht selbst zu weit abgeschottet hab. Ich halte so große Stücke auf ihn, hätte mein Leben mit ihm teilen wollen...
Ich bin echt ratlos. |
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| Holzpantoffel hat zum Thema: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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skybird sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.01.2008 Beiträge: 4106
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Verfasst am: 23.11.2008, 14:23 Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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Hi Holzpantoffel
Herzlich willkommen hier im Forum.
Wie müsste Dein Leben denn aussehen, dass Du zufrieden oder sogar glücklich bist?
LG Skybird |
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| skybird hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 23.11.2008, 14:40 Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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Hallo Holzpantoffel
| Zitat: | | Ich kann einfach so schlecht (um nicht zu sagen gar nicht...) nachvollziehen, warum ein trockener Alkoholiker - zumindest/besonders in der Anfangsphase - sich so abschottet. Abschotten muss, um sein Leben wieder in die Hand nehmen zu können. Vielleicht denke ich zu egoistisch oder in die falsche Richtung, aber mir tut es z.B. gut, wenn in ganz grenzwertigen Situationen zumindest eine Vertrauensperson für mich da ist, in deren Arme ich mich fallen lassen kann | .
Ich kann Dir darauf nur als trockene Alkie antworten. Ich tat das auch, ich schottete mich monatelang innerlich ab. Hätte ich schon damals eine SHG gehabt, wäre das evtl. anders gelaufen.
Mein damailiger Partner konnte mir beim Trockenwerden direkt nicht helfen. Denn er hat nicht meine Krankheit. Die Mitglieder einer SHG aber schon. Sie wissen genau, was in einem gerade trocken Werdenden gerade abläuft, weil sie alles selbst so erlebten. Meist reichen dort wenige Worte, und man wird sofort verstanden.
Ein Angehöriger kann diesen Part nicht übernehmen und das soll und „muss“ er auch gar nicht.
Und ist er CO, muß er sich eh um sich selbst kümmern, damit die Beziehung evtl. fortbestehen kann.
Denn ein trockener Alkie wird wieder eigenständig, ein anderer Mensch, als den, den man kannte.
Partner, besonders CO`s empfinden das als beinah bösartige Distanzierung, war ja früher alles anders… dabei ist da nicht böse gemeint. Und es gibt sich auch wieder… dauert aber seine Zeit.
Und man lässt sich auch gern in die Arme der Gruppe fallen… wenn sie gut is, is einfach so, weil man sich dort auch sicher und geborgen fühlt.
Ein Partner kann aber sehr wohl gut unterstützen, von weiteren Hilfsangeboten und aufdringlicher Anteilnahme sollte er aber besser Abstand nehmen, der trockene Alkie wird das ablehnen, so zumindest meine Erfahrung.
Die Beziehung wird anders werden, vielleicht sehr viel besser, vielleicht scheitert sie aber auch, weiß man nie vorher…
| Zitat: |
Ich stelle mir schon die Frage, ob ich nicht ohnehin zu anspruchsvoll, also zu fordernd bin für eine Beziehung mit einem (trockenen) Alkoholiker...bei meinem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Anteilnahme, Teilen...?! ich will ihn ja nicht noch mehr belasten. |
Das kommt darauf an, wie Dein Partner so persönlich ist, gelle ?
Du weißt es noch nicht genau, und er selbst evtl. auch nicht, wenn die Saufzeit sehr lange war, man verliert nämlich sich selbst dabei zu einem großenm Teil. Dazu muß er erstmal Monate/Jahre trocken sein, denn die genannten Veränderungen kommen nicht alle Schlag auf Schlag, sondern viele erst mit der Zeit.
Dann wird Dein Partner sehen, wieviel Nähe er möchte oder ob er lieber nicht so viel möchte.
Wie Du damit dann umgehst, mußt Du dann für Dich allein entscheiden.
Du solltest Deine Bedüfnisse nicht so von Deinem Partner abhängig machen, Du solltest sie Dir auch selbst erfüllen können…
Wie nahe bist Du Dir denn selbst ??
Sicherlich braucht auch jeder Mensch Nähe, aber wieviel und wann, ist halt unterschiedlich.
Ich weiß nicht, ob das unbedingt mit einer Beziehung zu einem trocken Alkie zu tun hat ?
Menschen sind unterschiedlich, manchmal passen sie halt auch nicht zueinander… manchmal aber auch doch…
| Zitat: | | Ich brauch einfach Nähe und möchte gerne wissen, was der andere denkt und fühlt. Und wenn es nur die Mitteilung ist: Mir geht es schlecht, ich kann jetzt nicht. Freud und eben auch Leid teilen, gute und schlechte Zeiten... Ich äußere das auch ziemlich deutlich, was den anderen natürlich unter Druck setzen kann. |
Mhhh, also ich will nicht alles wissen, was mein Partner so denkt. Seine Gedanken gehören ihm schließlich ganz allein, so wie mir meine . Will er sie mit mir teilen, gern, wenn nicht, dann nicht.
Und möchte ich meine mit ihm teilen, werde ich das auch so tun.
Ich lasse mich da aber keinesfalls unter Druck setzen, ich lass mich da nicht bedrängen, ich rede, wenn ich will und nicht dann, wenn es der andere gerade gern so möchte. Dann muß er halt warten...
Miteinander reden ist andererseits sehr wichtig, was man so denkt und fühlt, aber das sollte wohl besser auf freiwilliger Basis geschehen, oder ? Aber ich möchte nicht JEDEN Gedanken teilen, einige gehören mir ganz allein und bleiben in mir. Wer damit nicht klar kommt, für den bin ich die falsche Partnerin.
Und Holzpantoffel, am Anfang meiner Trockenheit hatte ich so viele Gedanken, die ich noch gar nicht teilen KONNTE, alles war noch verworren und ungewiss, Angst vor einem Rückfall kam dazu, ich brauchte Monate, um überhaupt reden zu KÖNNEN, was da alles in mir los ist.
So wars zumindest bei mir, denn mein ganzes Leben veränderte sich komplett und das mußte ich zum Großen Teil erstmal mit mir selbst ausmachen. Danach begann ich zu reden, mit meinen Angehörigen, mit meinen Freunden. Als ICH soweit war.
LG
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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Holzpantoffel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.11.2008 Beiträge: 9
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Verfasst am: 23.11.2008, 15:31 Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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Danke für Eure Antworten!
@skybird: | skybird hat Folgendes geschrieben: |
Wie müsste Dein Leben denn aussehen, dass Du zufrieden oder sogar glücklich bist? |
Hmm, gute Frage.
In Bezug auf Partnerschaft hätte ich mir gut vorstellen können, dass mein Freund in meine Stadt zieht (wie er' s vor hatte), sich hier einlebt und später zu mir zieht. Mit ihm habe ich zum ersten Mal erlebt, wie toll es sein kann, wenn man sich für dieselben Dinge interessiert, sich an denselben Sachen und Erlebnissen erfreuen kann. Trotzdem möchte ich - genau wie bisher - auch mal was alleine unternehmen können mit der Gewissheit, dass mein Partner auch ohne mich ein erfülltes Leben hat.
Partnerschaft ist halt schon sehr wichtig für mein Leben und meine Zufriedenheit. Die ist aber auch am schwierigsten, da eben zwei dran beteiligt sind. Den Rest (Job, Geld, "Selbstverwirklichung", Krisenmanagement...) bekomme ich alleine sehr gut hin.
@Lilly12:
| Lilly12 hat Folgendes geschrieben: | | Ich kann Dir darauf nur als trockene Alkie antworten. |
Das ist auch sehr wichtig für mich, möchte ich doch mit einem Alkie eine Beziehung haben.
Der Mann, um den es geht, ist in einer SHG, hat aber nie etwas wirklich Gutes über die Gruppe gesagt. Wir sind mal fast in Streit geraten, weil ich damals, als ich sie brauchte, Hilfe in einer A-Gruppe gefunden habe, er die A-Gruppen aber wegen der "Rituale" ablehnt. Sein jetziger Gruppenleiter ist wohl eine Bezugsperson, allerdings hat er den auch recht unschön in seinen letzten Rückfall mitreingezogen (Therapieplatz besorgen lassen, weggelaufen, Versprechungen...). Ich weiß, dass meine Gruppe damals lebenserhaltend für mich war, deshalb verstehe ich eigentlich nicht so recht, warum mein Partner(?) da so zurückhaltend ist.
Und ja, dass das mit dem "nu red schon freiwillig!" nicht klappt, hab ich begriffen.
Es ist einfach so verletztend für mich, ich fühl mich zurückgewiesen...wohl auch sehr egoistisch.
Ich weiß halt nicht, ob ich auf unbestimmte Zeit warten kann...warten auf Zuneigung, auf Offenheit, auf Gemeinsamkeit.
Das Warten zehrt so.
Immerhin bestätigt sich die Tatsache, dass ich' s nicht persönlich nehmen muss.
Einfacher wird' s dadurch aber nur bedingt...
Ich bin so hin- und hergerissen zwischen meinen Gefühlen und Bedürfnissen und dem Wunsch nach Verständnis und Unterstützung für den anderen. |
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| Holzpantoffel hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 23.11.2008, 15:56 Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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Hallo Holzpantoffel,
wenn Dein Partner in eine Gruppe geht / gehen möchte, ist das schonmal toll. Es gibt ja auch noch andere Gruppen, nicht nur die AA. Ich war bei denen auch mal, kam aber auch mit ihren Ritualen nicht zurecht, nix für mich, desweiteren fehlte mir dort der Austausch untereinander. Ich übergebe meine Krankheit auch nicht einer höheren Macht, ich will da schon selbst mit klarkommen, für mich ein Teil meiner Eigen-Verantwortlichkeit, damit gut umzugehen.
Ich fand hier ins Forum und lernte sehr viel über meine Krankheit, Durch Lesen und durch ausreichend Austausch mit anderen Menschen hier. Ich brauche das so für mich, mir auch Feedback zu holen, ob das negativ ist oder positiv, ist dabei zweitrangig, denn ich will ja für mich persönlich weiterkommen. Dazu gehört für mich auch, mir Kritik anzuhören und mit Tipps zu holen, was ich noch besser machen könnte.
Später fand ich eine reale Gruppe, wo ich auch die Mimik und Gestik der anderen erleben durfte, das gibt mir sehr viel, auch der persönliche Kontakt und gemeinsame Aktivitäten gibt es auch ausreichend. Auch dort wurde ich herzlich aufgenommen, genau so wie hier damals.
Diese Gruppe gehört keiner Organisation an, ist eigenständig seit 28 Jahren und ziemlich erfolgreich, würde ich mal sagen. Und sie vertritt die gleichen Grundbausteine, an die wir uns hier halten, was auch wichtig für mich war.
Das nur mal zu Gruppen … passt es in einer nicht, sollte man nicht gleich hinschmeissen, sondern erst einige Male hingehen, und passt es dann wirklich nicht, sich nach einer anderen umsehen.
| Zitat: | Es ist einfach so verletztend für mich, ich fühl mich zurückgewiesen...wohl auch sehr egoistisch.
Ich weiß halt nicht, ob ich auf unbestimmte Zeit warten kann...warten auf Zuneigung, auf Offenheit, auf Gemeinsamkeit.
Das Warten zehrt so.
Immerhin bestätigt sich die Tatsache, dass ich' s nicht persönlich nehmen muss.
Einfacher wird' s dadurch aber nur bedingt...
Ich bin so hin- und hergerissen zwischen meinen Gefühlen und Bedürfnissen und dem Wunsch nach Verständnis und Unterstützung für den anderen. |
Holzpantoffel, dieser Bereich ist ja für CO-Abhängige und Angehörige, das sind Partner, Eltern oder erwachsene Kinder von Alkoholkranken Menschen. Sie suchen sich hier Hilfe.
Weißt Du ungefähr, was CO-Abhängigkeit bedeutet ?
Es ist eine Krankheit, eine Sucht, die bestimmten Regeln folgt, ein sehr umfangreiches und komplexes Gebiet. Es gibt hier diese CO-Grundbausteine, brauchst nur mal eben raufklicken
http://www.forum-alkoholiker.de/grundbausteine-coabhaenigkeit.php schau mal, ob Du Dich dain wiedererkennst ? Besonders in den Verhaltenssymtomen ?
Es geht hier nicht darum, wie Du Deinen alkoholkranken Partner zum Reden bekommst oder ihm helfen kannst, sondern wie Du dafür sorgen kannst, das es DIR gut geht bei dem allem.
Und Nein, Du mußt nichts persönlich nehmen, wenn er noch nicht reden kann. Er wird schon noch reden. Da mußt Du schon etwas Geduld mitbringen, denke ich…
CO`s machen im übrigen oft den Partner zum Lebensmittelpunkt, weil sie oft ihr gesamtes Selbstwertgefühl daraus beziehen, oder / und sie frönen einem Helfersyndrom, ein Symtom ihrer CO-Abhängigkeit, was sich weit über den Partner hinaus erstrecken kann.
Neigst Du zu sowas ?
Warten auf Zuneigung ??
Wieviel Zuneigung hast Du zu Dir selbst ? Hast Du Dich selbst ganz lieb ? Oder erwartest Du von einem Partner, das er Deine Bedürfnisse in dieser Richtung erfüllt ?
LG
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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Holzpantoffel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.11.2008 Beiträge: 9
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Verfasst am: 23.11.2008, 17:19 Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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@Lilly12:
Ja, ich habe mich mit dem Thema Co-Abhängigkeit befasst und bin mir der Gefahr, durch die Krankheit des lieben Menschen in eine eigene zu verfallen, bewusst. Deshalb habe ich mich ja auch losgelöst in der akuten Suffphase und ihm sehr eindringlich meine Meinung zu seiner Situation gesagt (wofür er sich nach der Entgiftung bedankt hat). Ich habe mich dann auch weiterhin sehr bedeckt und distanziert verhalten, als wir wieder Kontakt hatten, nüchtern. Er meinte, es wäre sehr schwer, mich so zu erleben, da seine Gefühle für mich immer noch dieselben seien wie vor dem Rückfall. Ich hab mich dann bemüht, wieder offener zu sein. Das ging dann so weit, dass ich mich wieder wie in einer Beziehung gefühlt habe und eben auch Ansprüche gestellt hab. Ich fürchte, ich hab ihn arg bedrängt mit meinen Unterstützungsangeboten und meiner Anteilnahme...
Man liest so viel, wie man sich als Angehöriger verhalten soll, bevor der Alkoholiker soweit ist, etwas ändern zu wollen. Aber was danach? Wo ist die Grenze zwischen "normaler" Fürsorglichkeit eines liebenden Partners und Co-Abhängigkeit? Muss ich ihn gehen lassen, bis er zu mir kommt? Lasse ich ihn im Stich? ... Diese und ähnliche Fragen kreisen durch mein Hirn und machen mich ganz durcheinander. |
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| Holzpantoffel hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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Jenny2 Gast
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Verfasst am: 24.11.2008, 17:52 Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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Liebe Holzpantoffel,
Du kannst natuerlich mitteilen, dass Du ihn gerne auf dem Weg seiner Trockenheit unterstuetzt, aber wenn er da nicht auf Dich zukommt, muss Du machenlassen, Du kannst ihn ja nicht zwingen.
Was mich eigentlich viel mehr nachdenklich macht, waren diese Worte: | Zitat: | | Ich war etwa 1 Jahr locker mit einem trockenen Alkoholiker liiert, der mich als feier- und trinkfreudige Frau kennen- und lieben gelernt hat |
Du bist also feier- und trinkfreudig, genau das was ein trockener oder auch nasser Alkoholiker nicht braucht. Generell ist es so, dass ein Alkoholiker, der wirklich ein trockenes Leben leben will sein Umfeld von trinkfreudigen Leuten "reinigt", einfach weil die Rueckfallgefahr viel zu hoch ist. Ich mein jetzt nicht damit, dass Du Schuld an seinem Rueckfall bist, aber ein Alkoholiker und ein trinkfreudiger Partner werden nicht zusammenpassen, dass geht irgendann mal ins Auge. Also solltest Du fuer Dich auch schauen, ob Du tatsaechlich auch mit einem trockenen Alkoholiker zusammensein kannst. Denn einen alkoholtrinkenden Partner, selbst wenn er nicht vor ihm trinkt, ist das letzte was ein trockener Alkoholiker braucht.
Alles Liebe,
Jenny |
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| Jenny2 hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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Holzpantoffel neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.11.2008 Beiträge: 9
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Verfasst am: 24.11.2008, 22:22 Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. |
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| Jenny2 hat Folgendes geschrieben: | | ...aber ein Alkoholiker und ein trinkfreudiger Partner werden nicht zusammenpassen, dass geht irgendann mal ins Auge. |
Hallo Jenny,
das hab ich mir ja auch gedacht...später...zu spät. Schlimmer - ich hab mich schon gefragt, ob er mich nur "ausgesucht" hat, WEIL ich regelmäßig und viel getrunken habe... Er verneinte das jedoch und sagte, er habe eh nie getrunken, wenn wir zusammen waren.
Bei unseren wenigen Treffen nach der Entgiftung habe ich jedenfalls alles Alkoholische aus der Wohnung verbannt, nichts getrunken und ihm auch vorher zu verstehen gegeben, dass ich - wenn wir tatsächlich zusammen ziehen würden, irgendwann - auf Alkohol im Haus verzichten würde.
Das Thema wurde auch in einem anderen Thread behandelt, jedenfalls hat er sich wohl schlecht gefühlt, weil er mich dann quasi "gleich mit trocken legen würde". Ich denke aber, es ginge nicht anders, wenn eine Beziehung klappen soll. Mehr Sicherheit...für beide Seiten.
Ich würde aber schon noch ab und zu trinken wollen, wenn ich alleine unterwegs bin oder mit meinen Mädels zum Beispiel. Ist das zu halbherzig...? |
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| Holzpantoffel hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
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