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Er ist trocken...und so unendlich fern.

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ich glaube ich bin auch coabhängig und möchte da raus   •    Hass und liebe warum macht er das?!  
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Laurina5
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 08.06.2005
Beiträge: 303
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 24.11.2008, 23:08    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Holzpantoffel,

ich finde es nicht halbherzig. Es liegt an der eigenen Entscheidung und diese ist völlig frei und offen. Wenn ich mich bewusst dafür entscheide mit einem trockenen Alkoholiker zusammen leben zu wollen, würde ich nichts trinken, was eine weitere Einschränkung bedeutet. Es würde dann auch nicht mehr passen. Meine Entscheidung geht in eine andere Richtung. Ich will in Zunkunft weder mit einem nassen noch mit einem trockenen Alkoholiker leben, sondern mit einem "normalen Mann", der wie ich mal ein Gläschen abends beim Essen trinken mag oder auch mal einen Schnaps nach einem deftigen Essen, ohne davon abhängig zu sein. Es darf sein, muss aber nicht. Wenn Jemand aufhört zu rauchen, wird mit Sicherheit eine nicht rauchende Person vorgezogen, um nicht wieder in Versuchung zu geraten. Halbherzig sind meiner Meinung nach nur faule Kompromisse, hinter denen man nicht wirklich steht.


Lieben Gruß Laurina Winken
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Laurina5 hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
Lilly12
Gast






BeitragVerfasst am: 24.11.2008, 23:11    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Holzpantoffel,

hierzu hatten wir erst jüngst eine evtl. für Dich interessante Diskussion, vielleicht magst Du mal reinlesen ?

http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic14583-0-asc-0.html

Dort steht eigentlich ganz gut drin, warum Beziehungen mit trockenen Alkie scheitern können, wenn der Partner weiterhin Alkohol trinken will.

LG
Lilly
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Lilly12 hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
Holzpantoffel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.11.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 24.11.2008, 23:55    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für Eure Antworten.

@Lilly: Himmel...ein hilfreicher, wenn auch beunruhigender und aufwühlender Link bzw. Thread, auch dafür danke! ... was da im Endeffekt für ein Rattenschwanz dran hängt "Leben mit einem (trockenen) Alkoholiker" war/ist mir wohl immer noch nicht richtig bewusst ... Ich habe nicht jahrelang mit einem Alkoholiker gelebt, mich hat die Thematik erst vor einigen Wochen eingeholt, und ich merke, ich muss da wirklich noch mal ganz tief in mich gehen. ... Horchen, was ich will, was ein Verzichtenmüssen bedeuten würde, wie weit Liebe trägt...
Ein weiteres scheint sich zu bestätigen: Sein Rückfall kam irgendwie zur richtigen Zeit (ich hoffe, das klingt nicht sarkastisch...ist jedenfalls nicht böse gemeint, sondern fühlt sich einfach so an)...bevor er sein Leben komplett (für mich?) umkrempelt, sich räumlich verändert ohne echte Perspektive, mit ganz viel Unerledigtem im Bauch. Und ich ihn mit offenen Armen empfange - und eigentlich gar nicht weiß, worauf ich mich einlasse.

Und ich dachte, mein Hirn brummt schon...puuuh.

Kann schon jetzt sagen, dass dieser Austausch hier sehr, sehr wichtig für mich ist. Vielen vielen Dank euch!
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Holzpantoffel hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
Holzpantoffel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.11.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 00:19    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich weiß jetzt, warum der Mann, an dem mir so viel liegt, so fern war... nicht wegen seinem einsamen Kampf zurück ins trockene Leben...nein, er hat nach der Entgiftung wieder gesoffen und will morgen zum 3.Mal in 2 Monaten in die Klinik, dieses Mal mit stationärer Therapie.
Ich hatte zwar den Kontakt fast vollständig abgebrochen (habe heute mal spontan angerufen und ihn gleich bombenvoll am Apparat gehabt), aber beschäftigt hat mich das ganze sehr. Immerhin ist (war?) das der Mann, mit dem ich eine Zukunft haben wollte.
Und ich wollte ihn ja gerade nicht kontrollieren, ihm Vertrauen entgegen bringen...hab nur leider nicht gemerkt, dass er noch gar nicht so weit ist, abstinent zu leben.
Nach all den Lügen...wie kann man da wieder vertrauensvoll miteinander umgehen?
Für mich ist klar: Ich muss mich auf mein Leben konzentrieren...aber dieser verflixte Funke Hoffnung macht es so schwer. Traurig
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Holzpantoffel hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
Nancy
sehr aktiver Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 24.11.2008
Beiträge: 1339

BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 12:16    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Halllo Holzpantoffel,
ich lese hier schon einige Zeit und bin hier super lieb aufgenommen worden. Ich bin Co-Abhänigig und lese deine Geschichte von beginnan. Beim lesen am Anfang hatte ich schon das Gefühl dein Freund ist noch nicht wirklich trocken. Es liest sich so wie bei mir, nur weiß ich sicher das bei meinem die Einsicht einfach fehlt. Ich finde es toll wie du das klar für dich erkennst,da? Du dich auf dein Leben kozentrieren mußt. Ich bin gerade dabei das mühsam zu lernen, kann aber so gut nachfühlen wie das mit der Hoffnung ist. Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin viel Kraft
Lieben Gruß
Nancy
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Nancy hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 15.12.2008, 12:32    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Lieber Holzpantoffel,
ich für mich musste feststellen, dass ich in meiner ersten Trennungs-/Trauerzeit nur den anderen nicht loslassen konnte und meinte der Schmerz "bringt mich um".

Durch NULL-Kontakt bzw. Agressionshandlungen seinerseits bekam ich immer mehr Abstand. Immer mehr Dinge bekamen plötzlich einen Zusammenhang, den ich in meiner Trauerzeit nicht sehen konnte.

So vieles gesagte war ein Lügengerüst, welches mit der Zeit, meinem Abstand und der Wiederkehr des Realitätssinnes zusammenbrach. Vertrauen? Ich wüsste nicht, ob ich das könnte - für mich stellt sich die Frage jedoch nicht, dass es bereits schon lange eine Nachfolgerin für mich gibt und keinerlei Krankheitseinsicht vorhanden ist.

Die Frage ist wohl jene: wenn ein co-abhängiger Partner zu sich selber beginnt zu finden, ob er/sie noch in der Lage wäre in eine früher kranke Beziehung zurückzukehren?

Würde sich ein gesundender Co-Abhängiger überhaupt belasten wollen mit dem Trockenwerdungsprozess des Alkoholikers? Ich für meinen Teil habe noch so viel mit mir und meiner Entwicklung zu tun, mich würde das zurückwerfen....

Davon einmal abgesehen benötigt vielleicht auch der Alkoholabhängige Abstand um sich selber "hallo" zu sagen. Mechanismen, Wohnorte und Lokalitäten aus der alten "Suchtzeit" könn(t)en schnell allen Erfolg zu nichte machen....

Die Hoffnung, lieber Holzpantoffel, muss ja auch nicht sterben. Man/Frau sollte wohl nie die Hoffnung aufgeben dass ein Mensch gesundet. Es ist nur die Frage, in wie weit das mit unserem persönlichen Glück zusammenhängt.

Ich darf für den anderen die Gesundung wünschen. Das aber, sollte keine Verbindung zu meinem Leben haben - zu meinem persönlichen Glück.

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
Holzpantoffel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.11.2008
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 16.12.2008, 00:02    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Euch beiden. Smilie

Im Nachhinein komme ich mir so blöd vor, da ich nach seiner Entgiftung aufgrund verschiedener Umstände und Äußerungen auch skeptisch war und auch meine eigenen Sucht-/Therapieerfahrung hätte mich eines Besseren belehren sollen. Aber ich wollte ihm einfach glauben. Und da er sich schon ziemlich zu Beginn als trockener Alkoholiker "geoutet" hat, dachte ich, das mit der Krankheitseinsicht sei gegeben. Nee, noch nicht wirklich.
Ich hab ja sogar heute nochmal bei ihm angerufen, weil ich hören wollte, wie er nicht rangeht - da er gestern gesagt hatte, heute wolle er wieder in die Klinik. Er hat abgehoben. Ach, was ärgere ich mich über mich selbst! Ich war bis gestern für mich doch auf einem guten Weg... Aber nun gut, auf ein Neues... Mit den Augen rollen

Muss die Hoffnung wieder einmotten, die behindert mich grad sehr und bringt nur Herzschmerz.

Was zwar nett gemeint, aber manchmal sogar unangenehm ist, sind die "Mitleidsbekundungen" aus dem gemeinsamen Freundeskreis. Es ist total schwer damit umzugehen, wenn Freunde ihr Unverständnis über sein Verhalten ausdrücken...oft Menschen, die null Zugang zum Thema Sucht haben, manche, die mich motivieren wollen, ihm eine Perspektive zu geben, manche, die über ihn herziehen (was mir auch weh tut), Erklärungen suchen...ich muss dann ganz oft gegen den Impuls kämpfen, ihn in Schutz zu nehmen. Aber deshalb bin ich ja wohl hier...
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Holzpantoffel hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben
Pandora
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.08.2008
Beiträge: 927
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 16.12.2008, 00:18    Titel: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo holzpantoffel,

ich habe meinem freundeskreis klipp und klar gesagt das mein ex absolut kein gesprächsthema ist. egal ob sie was gehört haben oder ihn gesehen haben. es tut mir noch zu weh. sie sind mit dem krankheitsbild nicht vertraut, daher können sie vieles nicht nachvollziehen. müssen sie auch nicht. das wird jedenfalls akzeptiert und das ist gut so. lg pandora
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Pandora hat zum Thema: Re: Er ist trocken...und so unendlich fern. geschrieben

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