| wohin mit den flaschen??? • Ich habe mich seit meiner Anmeldung |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32801 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 19.11.2008, 11:21 Titel: Eheprobleme |
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Hallo,
das Alkohol, also der Alkoholkonsum sehr oft zu Eheprobleme führt, ist ja unumstritten.
Die Frage, die sich hier aufwirft, was sehr oft im Angehörigenbereich zu lesen ist, sind diese Eheprobleme oder Partnerschaft immer mit einer Alkoholsucht und Coabhängigkeit verbunden?
Wenn es zwischen Partner, also in der Beziehung oder Ehe zu Problemen kommt, weil ein Partner viel Alkohol trinkt, liegt dann immer eine Coabhängigkeit vor, wenn sich der nichttrinkende Partner aus dieser Situation nicht befreien kann oder will?
Ich frage dies etwas provokativ, weil ja oft gleich von coabhängiges Verhalten gesprochen wird, wenn auch nur der Anschein vorliegt, jemand unterstützt das Trinkverhalten des alkoholkonsumierenden Partners.
Wie seht ihr das? Ist alles, was mit Eheproblemen auf Bezug zum Alkoholkonsum zu tun hat, gleich eine Coabhängigkeit und haben alle Eheperobleme, die durch einen trinkenden Partner zu tun haben, etwas mit Alkoholabhängigkeit zu tun?
Hier im Forum wird manchmal aus meiner Sicht zu schnell von Coabhängigkeit und Alkoholismus geschrieben.
Täuscht da mein Eindruck?
Hat das auch etwas mit Vertrauen zu tun?
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Eheprobleme geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 19.11.2008, 12:23 Titel: Re: Eheprobleme |
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Servus Karsten,
| Zitat: | | Hier im Forum wird manchmal aus meiner Sicht zu schnell von Coabhängigkeit und Alkoholismus geschrieben. |
das unterschreibe ich sofort.
Nicht jede(r) Angehörige ist automatisch coabhängig, und nicht jedes Hinnehmen/Erdulden von Alkoholeskapaden des Partners ist Coabhängigkeit. Genau so wenig wie jeder Alkoholmissbrauch mit Sucht gleichzusetzen ist.
Nur: die Menschen, die sich -vorwiegend im Angehörigenbereich- zum Schreiben eintragen, haben ein Problem. Sei es mangelndes Selbstbeusstsein, sei es überzogenes Helfersyndrom, sei es sonst was. Und sie haben noch etwas gemeinsam: sie möchten sich austauschen.
Das war dann aber auch schon sehr oft der gesamte "Bezug" zum Thema "Alkoholismus".
In einer r/l-SHG trennst Du jetzt sehr schnell die Spreu vom Weizen, sprich: wer nicht wirklich Co-Abhängig ist, wird sehr schnell die Notwendigkeit zum Handeln erkennen und sein Leben zielgerichtet daraufhin ändern. Wer in der Coabhängigkeit gefangen ist, wird sich meistens eine zusätzliche Hilfe holen, wie auch immer die für ihn/sie aussehen mag. Und wer sich halt nur produzieren will, merkt sehr schnell, dass er/sie "fehl am Platze" ist - und stellt dann auch sehr schnell die Besuche ein, meistens mit entsprechend (boshaften) "Abschiedskommentaren".
Hier fehlt m.E. dieses "Regulativ", welches eine r/l-Gruppe nunmal hat. Also werden wir wohl damit leben müssen, es sei denn ein Mitglied "treibt es zu bunt". Dann greifen doch ein paar Mitglieder zur Tastatur und gebieten irgendwann Einhalt... meist recht spät.
Kurz und gut: Wenn der Alkohol zum Problem wird, ist der Alkohol das Problem - auch in der Beziehung. Daraus eine Coabhängigkeit abzuleiten halte ich für verfehlt.
Ich will aber selbst auch nicht immer wieder derjenige sein, der manchen Mitgliedern sagt dass wir hier kein Liebeskummer-Forum, Kaffekränzchen oder Küchenpsychologie-Forum sind...
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Eheprobleme geschrieben
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SilviaZ neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.03.2008 Beiträge: 28
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Verfasst am: 19.11.2008, 12:42 Titel: Re: Eheprobleme |
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Hallo Karsten,
meine Meinung als Angehörige:
Co- Abhängigkeit liegt dann vor wenn man sich nicht trennen kann. Das geht ganz einfach nicht, man ist unfähig sich zu trennen, man leidet still weiter bis rein gar nichts mehr geht.
Mich hat an meinem Partner nicht die Fahne gestört, wenn er getrunken hatte oder alleine schon das er getrunken hatte, nein, das war es nicht. Es war die Wesensveränderung, die Wirkung des Alkohols auf meinen Partner.
Alkoholiker ist jemand für mich, der trotz wiederholtem Ärger (weil er getrunken hat/hatte), in der Beziehung, weiter trinkt. Jemand der nicht Abhängig ist, dem ist seine Beziehung wichtiger als weiter zu trinken.
Gruß von Silvi |
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| SilviaZ hat zum Thema: Re: Eheprobleme geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32801 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 19.11.2008, 12:45 Titel: Re: Eheprobleme |
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Hallo Spedi,
dieses "Regulativ" haben wir hier ja auch, wenn auch etwas anders.
Diese Gespräche, wie Du sie im letzten Absatz nennst, finden ja eher im offenen Bereich statt.
Die Hürde sich für den geschützten Bereich anzumelden, setzt ja irgendwo die Einsicht voraus, sich wirklich verändern zu wollen und sich hier aktiv austauschen zu wollen.
Das Ausbleiben der Besuche in einer realen SHG, weil man doch wohl nicht dazugehört, kann man ja auch mit der hohen Flutation hier im offenen Bereich gleichsetzen.
Viele bleiben ja halt weg, weil sie eher ihre eigene Sichtweise bestätigt haben wollen, Veränderungen nicht wirklich gewollt sind und das "schnell mal registrieren hier" doch um einiges lockerer gesehen wird, als zu einer realen SHG zu gehen.
Die Hemmschwelle, hier also mal schnell irgendwelche Diskussionen anzustoßen ist viel geringer, als sich in realen SHG oder Beratungsstellen dem Problem zu stellen.
Gruß
Karsten
__________________
Partnerschaft
Abschied
und
Helfersyndrom |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Eheprobleme geschrieben
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Lillith67 Gast
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Verfasst am: 19.11.2008, 13:22 Titel: Re: Eheprobleme |
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Hallo Karsten,
gleich vorweg, ich bin Coabhängig, da gibt es keine zwei Meinungen.
Nichts desto trotz sitze ich manchmal da und überlege ist das jetzt Co oder ist das "normal"?
Ich habe so langsam das Gefühl ich kann das nicht mehr unterscheiden, setze mich zur Zeit auch zu viel mit der ganzen "Materie" auseinander.
Meiner Meinung nach sollte das jeder individuell für sich entscheiden. Unsere Grundbausteine finde ich ganz gut, um das heraus zu bekommen und evt. auch für sich annehmen zu können.
Allerdings lese ich auch hier manchmal Sachen, wo jemand meint, das findet er/sie absolut Co und dann denke ich mir, lehne Dich mal zurück, atme tief durch und sag Kürbis gedeihe. Aber vielleicht kann diese Person das auch nicht mehr so ganz unterscheiden, genauso wie ich.
Wir sind hier alle nur "Laien", Menschen mit mehr oder auch weniger Erfahrungen die wir untereinander austauschen.
Und Karsten, wie Du schon letzt selbst erwähnt hast, ich würde selbst einem Psychologen nicht 100% vertrauen, denn auch ich habe schon so meine Erfahrungen mit Psycholgen gemacht.
So denke ich, ich ziehe mir einfach das beste hier raus. Wenns denn mal a bissel "hart" zugeht, schlafe ich eine Nacht drüber bevor ich Rumpelstilzchen spiele.
Ratschläge sollten hier nicht ausgetauscht werden, einfach nur Erfahrungswerte....
LG
Lillith |
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| Lillith67 hat zum Thema: Re: Eheprobleme geschrieben
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verflixt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.02.2008 Beiträge: 182 Alter: 32
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Verfasst am: 19.11.2008, 13:22 Titel: Re: Eheprobleme |
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Meine Meinung...., hatte ich schon mal in einem anderen Treat dazu geschrieben.
Nicht alles ist auf den Alkohol zu schieben. Aber man ist so auf den Alkohol/Sucht konzentriert, das man alles andere nicht wahrnimmt oder wahrnemen kann, weil es das offensichtlichste Problem ist, warum die Partnerschaft so schlecht ist. Wenn das erst mal weg ist.... dann wirds schon besser gehen......das hält man dann wieder durch...
Aber die Wahrheit ist, Beziehungsunfähige oder emotionskalte Menschen, werden auch glaub ich nie die warmen, fröhlichen, aufgeschlossenen Männer werden, die wir uns wünschen. Chaotische Schlamper, werden nie ein DinA 4 gefaltetes Ablagesystem für Ihre Hemden für wichig erachten geschweige denn, mal einfach so...den Staubsauger in die Hand nehmen.
Etc. gibts sicherlich noch mehr bsp.
Wenn die Sucht besiegt wurde, was bleibt dann noch?
Wesensveränderung nach langjährigem Suchtmittelgebrauch trifft zu, aber die Veranlagungen im Charakter waren bestimmt auch vorher schon da und wurden durch das Suchtmittel nur verstärkt bzw. kompromissloser ausgelebt, da die Hemmschwelle schwindet und die "mir egal" Einstellung in den Vordergrund tritt.
Was ist Wesensveränderung und was ist "echt" und gehört zum Charakter? Wie soll man das wissen, wenn man jemanden nur "nass" oder in sonstigen Süchten kennt ? |
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| verflixt hat zum Thema: Re: Eheprobleme geschrieben
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Lilly12 Gast
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Verfasst am: 20.11.2008, 00:45 Titel: Re: Eheprobleme |
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Tja, Co oder Nicht-CO, das ist manchmal die Frage…
Nein, ich denke, nicht jeder, der mit einem Alkoholabhängigem zusammenlebt, ist auch automatisch CO.
Meine eigenen Erfahrungen: Ich würde meinen damaligen langjährigen Partner als Nicht-CO bezeichnen, aber am Ende handelte er doch „CO“, weil er sich keinen Rat mehr wußte. Er handelten dann aber später „un-CO“.
Als wir uns kennenlernten, würde ich meine Trinkerei noch unter Alkoholmissbrauch einstufen, aber die Grenze war so schleichend, ich kann sie nicht zeitlich genau benennen.
Anfangs dachte ich, ich bekomme auch mit dieser neuen Beziehung meine Trinkerei in den Griff. Und anfangs trank ich auch wirklich weniger, aber hörte nie ganz auf. Mein Partner trank auch mal ab und zu gern, aber er konnte aufhören. Ich irgendwann nicht mehr.
Dann begann irgendwann die heimliche Sauferei bei mir, ein wohl eindeutiges Zeichen, das ich alkoholabhängig geworden war !!
Mein Partner kontrollierte mich aber nicht, wozu ??... er sah und merkte doch eh, das ich wieder gesoffen hatte. Er bat mich oft, weniger zu trinken, er wußte nicht, das ich bereits abhängig war und zu wenig über die Krankheit Alkoholismus. War ich wieder besoffen, distanzierte er sich völlig von mir. Er entschuldigte mich nie auf der Arbeit oder so, überließ mich dann einfach mir selbst. Denn das er nichts daran ändern konnte, merkte er wohl.
Natürlich gab es immer wieder Eheprobleme deswegen, aber die Ursachen für meinen Alkoholismus lagen woanders, viel früher, als wir uns noch gar nicht kannten. Ich wurde laut, verbal aggressiv, vernachlässigte vieles, die ganze Nummer halt.
So, dann wurde es ganz arg, 2 Jahre, bevor ich trocken werden konnte, ich soff mittlerweile Schnaps. Ich versuchte, meine Entzugssymtome zu übertünchen, aber ich denke, er bekam einiges mit. Und er wußte nicht mehr weiter, begann mich bei Freunden zu entschuldigen, weil er sich für mich schämte. Zu mir blieb er distanziert, wenn ich trank. Am Ende hatte ich ihn soweit, das er sogar Schnaps für mich kaufte, er wollte einfach nur noch seine Ruhe vor mir haben. Dann kam der Tag X, er sah, das ich ganz unten war und rief den Rettungswagen.
Seit meinem damaligen KH-Aufenthalt konnte ich trocken bleiben.
Mh… warum hat er mich nie rausgeschmissen ? Ich weiß es nicht wirklich… wir hatten ja auch schöne Zeiten, uns gemeinsam etwas aufgebaut, uns verbanden Freunde, die Familie und an dem allen hing er auch.
Als ich trocken wurde, kontrollierte er mich auch nie, lies mich da mein Ding machen, unterstützte mich aber. Es gab kein Rumschnuppern an mir, kein Gegängel, keine Steuerungsversuche.
Tja, war er nun CO oder nicht ? Am Ende handelte er jedenfalls CO, aber allgemein nicht.
LG
Lilly |
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| Lilly12 hat zum Thema: Re: Eheprobleme geschrieben
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Paolo sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 31.12.2006 Beiträge: 2849
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Verfasst am: 20.11.2008, 01:16 Titel: Re: Eheprobleme |
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Ich könnte mir vorstellen das die (immerwährende) Hoffnung
auf "bessere" Zeiten und der Gedanke an vergangene "gute" Zeiten
aus einem Partner einen Co-Alkoholiker macht.
Erst wenn der Partner das wahre Aussmass erkennt das hinter
dem Alkoholismus verbirgt, hat er die Möglichkeit sich aus dieser
Rolle zu lösen, die eigene Situation zu beurteilen und zu handeln.
Das tückische ist wohl -wie Lily schon schrieb- das schleichende,
übergangslose Hinübergleiten in die Abhängigkeit.
Für beide Partner.
Dazu kommt das viele Co-Alkohliker ja schon vorab, aus ihrem
Umfeld ,von Co.-Abhängigkeit geprägt sind. Für solche Menschen
wird es sicherlich noch schwerer sein, den Mechanismus dahinter
zu vestehen.
Gibt es einen Grad der Co. Abhängigkeit? Oder, ist es wie beim
Alkoholiker? Entweder man ist es, oder man ist nicht.
Paolo |
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| Paolo hat zum Thema: Re: Eheprobleme geschrieben
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