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Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen?

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jule1
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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BeitragVerfasst am: 10.11.2008, 22:54    Titel: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ihr Lieben,

ich war 14 Jahre mit einem Alkoholiker zusammen, wir haben 2 Töchter (12 und 10 Jahre alt). Seit 3 Jahren bin ich nun weg von ihm, er trinkt immer noch. Die Kinder gehen immer noch zu ihm, mal mehr, mal weniger, aber sie wollen... Ich habe drüben bei den Coabhängigen gepostet, habe nun aber das Gefühl, dass ich hier mit meiner Frage vielleicht besser aufgehoben bin. Jetzt kopiere ich einfach mal meinen letzten Beitrag zu Euch Erwachsenen Kindern von Alkoholikern. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir das Durcheinander und habt den einen oder anderen guten Gedanken für mich!


...ich hoffe, dass meine Kinder den Weg hinaus finden und den Mut, ihm irgendwann seine Schimpferei um die Ohren zu schlagen und ihn links liegen lassen.

Ich trage eine große Angst in mir, dass sie auch coabhängig sind und sich bei ihm sehr angepaßt verhalten, um nicht seinen Unmut zu wecken.

Das WE bei ihm war wohl wieder eines, wie es schon seit längerem nicht mehr vorkam. Aber kein Wunder, sie waren ja auch selten dort. Wir haben erst seit kürzerer Zeit wieder regelmäßigeren Umgang. Er hat jedes Mal beim Frühstück Schimpftirraden über mich losgelassen. Meine Große meinte, fies Mama, immer dann, wenn wir uns eine Semmel gerade geschmiert haben, legt er los.. Sie war dieses Mal mutig (war ja auch seit längerer Zeit wieder das erste Mal, dass er so richtig heftig losgelegt hat), hat ihn angeschrien, er soll aufhören, aber er war nicht zu stoppen. Die Kleine dagegen sagt, sie traute sich nicht, etwas zu sagen.

Dann spielen sie den ganzen Tag miteinander, verziehen sich nach oben, in der Hoffnung, dass er sie dann in Ruhe läßt. Und wollen aber wieder hin! Das macht mich so wahnsinnig, dass sie trotzdem wieder noch zu ihm wollen? Sie zahlen so einen hohen Preis für ein paar schöne Stunden mit ihm.

Die Große hat kein gutes Selbstbewußtsein, findet schwer Freunde, ist zurück gezogen, versteckt sich häufig in ihren Büchern. Fast meine ich, dass das jetzt, wo sie weniger und kürzer bei ihm war, besser wurde.

Ist das möglich, dass das sein Einfluß ist? Hier leben wir ein normales Leben ohne Spannungen. Aber dort ist es alles andere als normal. Er hat sich auch mit den Nachbarn zerstritten, schimpft los, sobald die Nachbarn etwas lauter sind.

Immer angepaßt sein, kein Aufsehen erregen, was seine Willkür anstacheln könnte. Und trotzdem passiert es immer wieder, dass er hoch geht!

Immerhin hat sie ihn dieses Mal bei der Verfahrenspflegerin verpfiffen, gleich als sie nach Hause kam, hat sie ihr eine email geschrieben.

Achja, er hat mir jetzt mitgeteilt, dass die ihm vom Gericht auferlegte Untersuchungen bei einer Ärztin, die "Alkohol zum Spezialthema" hat, abgeschlossen sind. Es sei herausgekommen, dass er kein Alkoholproblem, sondern eine Existenz- und Sorgerechtsproblem habe!!!
Das Jugendamt sei aufgrund einiger Vorkommnisse zur Zeit leider etwas zu vorsichtig!

Aber ich hatte schon bei Gericht gesagt, dass es nichts bringt, einen Alkoholiker zur Therapie zu zwingen. Wenn er nicht will, dann wird er nicht aufhören. Das haben die anderen nicht geglaubt.

Was kann ich denn für meine Töchter tun? Wieviel soll ich mit ihnen über die Krankheit ihres Vaters reden? Reicht vorleben? Eine SHG für Kinder in dem Alter gibt es hier leider nicht.

Ich wäre Euch wirklich für jeden Tipp sehr dankbar.

LG Jule
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jule1 hat zum Thema: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben
Roa
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beiträge: 614

BeitragVerfasst am: 11.11.2008, 00:35    Titel: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Jule,

erst einmal, schön dass du dich aus deiner Co-abhängigkeit gelöst hast, oder dabei bist!

Das sich Kinder eine Vaterfigur in ihrem Leben wünschen ist ja verständlich, da nimmt man so einiges in Kauf.

Ich denke wichtig ist immer offen über die Alkoholkrankheit zu sprechen, natürlich altersgerecht, aber auch 10 und 12jährige verstehen da ja schon so einiges. Denn gerade verleugnen, den Schein wahren, all das ist so ein großer Teil der Familienkrankheit.

Vielleicht gibt es eine Alateengruppe in eurer Nähe, aber ich vermute, dass deine Kinder das in dem Alter noch nicht wollen. Ich zumindest habe sowas immer abgelehnt als ich jünger war.

Lesen die beiden denn gerne? Es gibt sicher auch Bücher für Kinder in dem Alter, die können vielleicht auch schon so einiges vermitteln.

Am allerwichtigsten ist aber für deine kinder dass sie eine gesunde und glückliche mutter haben . Je mehr du für dich tust und ausgeglichen bist, je mehr Energie und Kraft du dann hast um mit deinen Kindern herumzutoben, um so besser. Ganz abgesehen, ob sie immer noch zu ihrem Vater wollen oder nicht. Sie werden sicher irgendwann für sich selbst die richtige Entscheidung treffen. Vielleicht könnt ihr eine Vereinbarung treffen, dass sie dich anrufen können wenn es Streit gibt oder ER was getrunken hat und du sie in dem Falle direkt abholst?

Liebe Grüße, Roa
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Roa hat zum Thema: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben
almacya
Gast






BeitragVerfasst am: 11.11.2008, 02:36    Titel: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

schön dass du dich jetzt auch hier hinwendest jule Sehr glücklich ich glaube die erwachsenen Kinder können dir hier auch toll helfen. Ich bin da leider nicht ein sooo geeigneter Kandidat für, weil meine Mutter erst seit dem letzten Jahr trinkt.
Trotzdem lese ich bei dir mit und bin gespannt was die Zukunft für dich bereithält (hoffentlich nur gutes!!!)
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almacya hat zum Thema: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben
jule1
neuer Teilnehmer


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Alter: 47

BeitragVerfasst am: 11.11.2008, 09:05    Titel: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Toa,

das mit den Büchern ist eine gute Idee, dass ich da nicht schon längst drauf gekommen bin... dabei liest doch vor allem die Große so gerne und hat auch schon in meinen Büchern über Alkohol und Begleiterscheinungen herum geschmökert. Ich werde gleich heute versuchen ,etwas altersgerechtes für beide zu finden! Danke für den Tip.

Über Alkoholismus reden ist sehr schwierig. Erst mal fassen sie alles immer gleich als Geschimpfe auf oder sagen schon gleich zu Anfang, dass sie da nicht drüber sprechen möchten. Mal die eine, dann die Andere. Sie schützen ihn und wollen, wenn sie hier sind, einfach nur ihre Ruhe haben, nicht dran denken.

Nach dem WE erzählte mir die Große, dass die Kleine am WE die Biere gezählt hat, die er getrunken hat. Das ist schrecklich, das habe ich doch auch immer gemacht.

Das ist genau mein Punkt, warum ich mich manchmal ertappe, dass ich es tot schweige, weil ich nicht möchte, dass sie anfangen, sein Trinkverhalten zu beobachten. Aber ob das gut ist?

Toa, du hast sicherlich recht, das wichtigste ist, dass ich glücklich bin. Das bin ich natürlich nicht immer, aber ich glaube, relativ oft Geschockt ! Ich habe einen neuen Partner seit eineinhalb Jahren, der gut zu mir ist und auch zu ihnen ein meist herzliches Verhältnis pflegt. Er wohnt nicht hier, aber er besucht uns oft und wir machen auch viel zusammen. Aber auch meine Mäuse und ich alleine unternehmen viel und wir haben immer wieder schöne innige Momente. Ich glaube, sie fühlen sich geliebt, geschützt und aufgehoben bei mir. Natürlich gibt es immer wieder schwierige Momente, weil ihr Vater noch mit aller Macht versucht, Einfluß auf unser Leben zu haben, aber die bekomme ich fast immer nach kurzer Zeit wieder in Griff.

LG Jule
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jule1 hat zum Thema: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben
jule1
neuer Teilnehmer


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BeitragVerfasst am: 11.11.2008, 09:06    Titel: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Roa, entschuldige, natürlich nicht Toa!!

Lieben Gruß, Jule
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jule1 hat zum Thema: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben
jule1
neuer Teilnehmer


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Beiträge: 83
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BeitragVerfasst am: 11.11.2008, 09:07    Titel: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Almacya,

danke Dir für's Mitlesen. Hast mich schon auf gute Gedanken gebracht!

LG Jule
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jule1 hat zum Thema: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben
Roa
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beiträge: 614

BeitragVerfasst am: 11.11.2008, 10:46    Titel: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Jule,

jule1 hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube, sie fühlen sich geliebt, geschützt und aufgehoben bei mir.


Das ist das allerwichtigste und beste was du für sie tun kannst

Zitat:
Natürlich gibt es immer wieder schwierige Momente, weil ihr Vater noch mit aller Macht versucht, Einfluß auf unser Leben zu haben, aber die bekomme ich fast immer nach kurzer Zeit wieder in Griff.


Wenn sie eine gesunde Familie haben zu der sie immer nach Hause kommen können, wenn sie ihren Vater nicht ertragen, dann ist das der beste Schutz den du ihnen geben kannst und ich bin mir sicher, dann kommen sie aus all dem ziemlich unbeschadet raus.

Freut mich dass ich dir mit dem Tipp was Bücher betrifft weiter helfen konnte.

Ich würde nicht aufgeben sie darauf anzusprechen, ab und an, irgendwann werden sie darauf eingehen, denke ich.
Versuch es vielleicht mal in dem du auf deine Wortwahl achtest "Die Krankheit eures Vaters" so dass du gleich signalisiertst, du willst dich nicht über ihn aufregen. Irgendwie sowas, nur ne Idee.
Ich fand es auch immer schwer mit meinem Vater betrefflich meiner alkholkranken Mutter zu reden, er hat sich da leider nie sehr angeschickt angestellt und ich wünschte manchmal er hätte es auf noch andere Weisen versucht, auch wenn ich weiß er hat getan was er konnte.

Einen schönen Tag wünsch ich dir! Roa
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Roa hat zum Thema: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben
almacya
Gast






BeitragVerfasst am: 11.11.2008, 10:50    Titel: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Jule,

Kindern fällt es meist schwer mit der Mutter über den Vater zu reden und umgekehrt. Solche Gespräche wären mit einer dritten, "parteilosen" Person sicherlich einfacher und besser für die Kinder. Eltern können mit sowas einfach nicht objektiv umgehen. Was ich völlig verstehen kann.

Das mit dem Bierflaschen zählen ist echt shocking Geschockt die arme kleine Maus. Traurig
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almacya hat zum Thema: Re: Wie kann ich als coabhängige Mutter meinen Kindern helfen? geschrieben

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