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Alkoholiker

Ein entscheidender Schritt

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Autor Nachricht
Vivien
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 25.07.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 07.11.2008, 23:20    Titel: Re: Ein entscheidender Schritt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich danke euch allen für den Zuspruch. Das tut gut und gibt mir Kraft.

Die Nacht verlief "relativ friedlich". Hab aber dennoch kaum ein Auge zubekommen. Ich habe mir heute schon Wohnungen angesehen und beim Amt einen Termin zwecks Umzugszustimmung besorgt. Hoffentlich wird mir die Wohnung genehmigt, die ich mir ausgesucht habe. Sie liegt gerade so im Limit. Mit den Augen rollen Wow, was da jetzt auf mich zukommt - Schränke ausmisten, trennen, trennen und nochmals mich von Dingen trennen, die man all die Jahre angesammelt hat. Schließlich steht mir nun nur eine ganz kleine Wohnung zu. Naja, wird schon. Zur Not muss ich eben Nachtschichten machen.

Mit meiner Tochter konnte ich mich heute auch noch persönlich unterhalten. Wir haben sehr viel geredet, geklärt und uns ausgesprochen. Sie hat alles noch einmal überdacht und versteht mich nun auch. Ja ich bemerke in ihr auch den Co. Mit meinem Mann haben wir auch versucht zu reden. Nur macht er absolut dicht. Lebt in seiner eigenen Welt und hat seine eigene Denkweise. Mir wäre sehr daran gelegen, so gut es geht alles mit Vernunft, Fairness und Anstand über die Bühne zu bringen. Nur er schaltet auf stur.
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Vivien hat zum Thema: Re: Ein entscheidender Schritt geschrieben
jule1
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.10.2008
Beiträge: 83
Alter: 47

BeitragVerfasst am: 08.11.2008, 10:09    Titel: Re: Ein entscheidender Schritt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vivien hat Folgendes geschrieben:
Mit meinem Mann haben wir auch versucht zu reden. Nur macht er absolut dicht. Lebt in seiner eigenen Welt und hat seine eigene Denkweise. Mir wäre sehr daran gelegen, so gut es geht alles mit Vernunft, Fairness und Anstand über die Bühne zu bringen. Nur er schaltet auf stur.


Liebe Vivien,

als auch-Co kann ich gut verstehen, dass Du im Guten auseinander gehen möchtest. Du willst ja geliebt werden! Aber das ist wirklich zuviel verlangt! Für diesen Schritt kann er Dich jetzt nicht umarmen, Vivien!

Vergiß jetzt erst mal den Frieden, den bekommst Du jetzt nicht! Bleibe Du einfach fair und zieh Dein Ding jetzt durch. Schütze Dich, damit es nicht zu Eskalationen kommt.

Mehr geht leider in dieser Situation nicht!

LG JUle
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jule1 hat zum Thema: Re: Ein entscheidender Schritt geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 08.11.2008, 11:00    Titel: Re: Ein entscheidender Schritt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Vivien,
ich bezeichne mich als harmoniesüchtig und für mich war es ein zusammenbrechen meiner Welt im Krieg zu gehen und meinem Ex die Polizei auf den Hals zu jagen.

Ich habe lernen müssen, dass ich nur Wut und Agression ernten kann und das der Zustand meines Expartners ihm nur noch Wut erlaubt. Nun gut, dadurch vergiftet er sich selber - nur ich will mir dieses Gift (wenn ich es schaffe) nicht mehr geben lassen.

Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dir
Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ein entscheidender Schritt geschrieben
Vivien
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 25.07.2007
Beiträge: 17

BeitragVerfasst am: 28.12.2008, 11:50    Titel: Re: Ein entscheidender Schritt Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich möchte mich heute wieder einmal hier im Forum ausdrücken. Eigentlich weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Es ist so vieles in den letzten Wochen geschehen und mir haben die Zeit und manchmal die Kraft gefehlt hier zu schreiben.

Den Umzug habe ich nun so gut wie hinter mir. Ich habe eine kleine 1-Raumwohnung mit Balkon. Eigentlich müsste ich damit ganz zufrieden sein. Mir haben beim Umzug einige Freunde gerne geholfen. Nur mir fehlen noch sehr meine große Wohnung und die alte Umgebung, denn ich bin nun in einen ganz anderen Stadtteil gelandet und mir ist die Wohnung irgenwie viel zu eng. Ich fühle mich hier ziemlich fremd, was ich mir einfacher vorgestellt habe. Den Umzug selbst hat mir mein Mann sehr schwierig gestaltet. Er wollte mir keine Möbel herausgeben, obwohl ich alles fair mit ihm teilen wollte. Wahrscheinlich dachte er, er könne somit verhindern, dass ich ausziehe.Mit den Augen rollen Nun ja, nach langem Kampf habe ich nun die Möbel und letzten Endes viel mehr als ich haben wollte. Denn es sieht nun so aus, dass er in eine Einrichtung für betreutes Wohnen für Alkoholabhängige gegangen ist. Dorthin konnte er nichts als seine persönlichen Sachen mitnehmen. Die endgültige Auflösung unserer gemeinsamen Wohnung steht nun noch bevor. Ich weiß noch nicht, wie alles ablaufen wird. Auch dies belastet mich sehr. Ich habe mich zwar zum 1.12. aus dem Mietvertrag beim Vermieter streichen lassen, aber keine Ahnung, ob ich doch noch mit für die Auflösung der Wohnung aufkommen muss. Wir haben dafür eine vierteljährige Kündigungsfrist. Ich habe die Wohnung im Namen meines Mannes zum 28.2. gekündigt, damit nicht so lange noch Miete für die Wohnung anfällt, da ich nicht weiß, wie die überhaupt bezahlt werden soll. Mir wurde gesagt, dass meinem Mann für das betreute Wohnen die Rente einbehalten wird. Es wäre also für Januar und Februar die Miete offen, denn ich kann sie auch nicht bezahlen, da ich nur Hartz IV bekomme und die Miete nur für meine neue kleine Wohnung vom Amt übernommen wird. Auch die endgültige Beräumung und Herrichtung zur Übergabe der Wohnung steht finanziell noch offen. Dies belastet mich furchtbar.

Ich will noch erzählen, wie es dazu kam, dass mein Mann sich nun für diese Einrichtung entschieden hat. Als ich auszog, hat er sich unmöglich benommen und sogar die Polizei gerufen. Diese hat aber nicht in seinem Sinne geholfen. Sie meinten, es ist privat, wer welche Möbel bei einer Trennung mitnimmt und wenn man sich nicht friedlich einigen kann, muss dies dann eben per Gericht entschieden werden. Also versuchte er mir den Auszug schwer zu machen. Er verweigerte mir die Herausgabe vieler Dinge und terrorisierte mich mit unzähligen Anrufen. Als ich darauf bald nicht mehr reagierte, betrank er sich und rief seine Psychologin an. Diese brachte ihn wegen Suizidgefahr ins Krankenhaus. Sie machte ihm dann durch seine Hilflosigkeit den Vorschlag für dieses betreute Wohnen. Er nahm es an. Außerdem sollte für ihn ein Betreuer ernannt werden. Da dies aber gerichtlich festgelegt wird, zieht sich dies. Mir war die Aussicht auf einen Betreuer auch eine Erleichterung. Nur habe in der Zwischenzeit schon viele Dinge wieder selbst erledigt, die eigentlich Aufgabe des Betreuers gewesen wären. Freunde haben mich dafür auch sehr getadelt, da ich in ihren Augen vieles für ihn hätte nicht mehr tun sollen. Aber mir ging es auch darum, viele Kosten zu sparen, die entstehen würden, wenn ich manches nicht gekündigt usw. erledigt hätte. Auch habe ich während seines Krankenhausaufenthaltes seine Wäsche noch gemacht. Wäre nach Meinung der anderen auch nicht notwendig gewesen. Nur ich wollte ihn nicht so hängen lassen. Seit 20.12. ist er nun im betreuten Wohnen und rief mich zu Weihnachten mal kurz an. Er versucht sich nun mit der Situation zu arrangieren. Ich wünsche ihm dafür viel Glück und hoffe, dass er es nun schafft.

Wo wir beim nächsten Punkt wären. Ich war auf Anraten mehrer Leute einmal beim Psychologen. Dieser hat mir erzählt, dass ich mich mit diesem betreuten Wohnen nicht so in Sicherheit wiegen solle. Wenn er wieder trinken will, dann kann er dies auch dort und wird daraufhin eines Tages aus der Einrichtung geworfen und obdachlos. Welch ein Gedanke für mich!!! Ich weiß, jeder ist für das was er tut selbst verantwortlich, aber der Gedanke daran ist für mich irgendwie unerträglich, wenn es so weit kommt.
Beim Psychologen habe ich am Montag wieder einen Termin und dann Ende Januar noch weiter. Die Termine werde erstmal in größeren Abständen nur sein können, da nichts mehr frei ist. Andererseits, weiß ich auch nicht, ob mir das wirklich was bringt. Er kann doch an meiner verzweifelten Situation auch nichts ändern. Im Moment fühle ich mich wie in einem großen schwarzen Loch. Das hat noch mehr Gründe. Nicht nur, dass ich das Ganze mit meinem Mann verarbeiten muss, nein ich hab dazu auch noch Liebeskummer. Verlegen Ohje ich weiß, ich habe damit wieder einen Fehler gemacht. Aber es kam und ich konnte es nicht aufhalten. Während der Zeit der Trennung habe ich einen anderen Mann kennen gelernt. Er hat mir beim Umzug sehr geholfen und so kam es, dass sich für mich daraus mehr entwickelte, als nur ein guter Freund. Ich habe ihm dies nun gestanden und er hat mir gesagt, dass für ihn nicht mehr als eine Freundschaft in Betracht kommt. Für mich ist damit der Antrieb und das Licht am Ende des Tunnels weg. Ich weiß, ich sollte mich nicht an solch einen Strohhalm klammern, doch ich konnte nichts dagegen tun. Ich habe mich selbst zu sehr hineingesteigert. Nun fehlt mir seit Tagen die Kraft und der Antrieb für alles! Ich bin nur noch traurig, kraftlos und finde alles sinnlos. Ich kann einfach nichts daran finden, nur für mich selbst da zu sein. Ich habe zwar auch eine Tochter, zu der ich ein sehr inniges Verhältnis habe, aber auch die vielen Freunde, die ich habe, geben mir nicht DAS! Ich bin furchtbar verzweifelt und ohne Mut und ohne Ziele. Manche Freunde fragen mich, ob ich nun nicht sehr erleichtert bin und doch eigentlich froh in die Zukunft blicken könnte. Mir fehlt aber dieses gewisse Licht am Ende des Tunnels und die Nähe und Geborgenheit eines geliebten Menschen. Ich weiß mit mir allein nichts anzufangen, kann mich an nichts erfreuen und finde keinen Spaß an irgendetwas zu unternehmen. Ich habe nicht einmal den Antrieb, morgen zu dem Psychologen zu gehen. Mir fehlt auch der Elan, hier weiter in der Wohnung etwas zu machen. Es stehen noch Kartons unausgepackt da. Mich hält auch davon ab, sie auszupacken, weil ich mich doch noch von einigen Dingen trennen müsste, da mir jetzt der Platz dafür fehlt. Ich habe auch keinen Antrieb raus zu gehen. Mir fehlt einfach für alles die Kraft. Auch hier wieder zu schreiben, kostest mich unendlich Überwindung.
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Vivien hat zum Thema: Re: Ein entscheidender Schritt geschrieben

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