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Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut?

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Kann man glücklichsein üben?   •    muß auch der alki sein umfeld unter kontrolle haben ?  
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Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 12:27    Titel: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zusammen,

angesichts der hier oft geschriebenen Hoffnung, daß alles wieder gut ist, wenn der abhängige Partner auf dem Weg in die Trockenheit ist, stelle ich nun mal die Frage:

Entzieht die angehende Trockenheit des Alkoholikers dem Partner die Basis der Co-Abhängigkeit?

Ist die Co-Abhängigkeit *geheilt*, wenn der Alk weggelassen wird?

Liegt die Grundlage wirklich nur im Trinken des Partners, daß ich als Co in das Helfersyndrom falle?


Freue mich auf einen regen Gedankenaustausch.


Lieben Gruß

S.Käferchen
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Susanne hat zum Thema: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben
Tihaso
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 12:38    Titel: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Käferchen.. sehr interessant!!
Ich denke NEIN!!! esist eine Kunst, gemeinsam trocken zu leben.. wenn der co-Abhängige nicht seine Anteile erkennen lernt und daran arbeitet und auch die Partner nicht an einer gemeinsamen Basis arbeiten BEIDE!! , dann seh ich da ein großes Risiko und eine große Gefahr fürbeide..
Mein Noch hat ja 2 LZT s gemacht... während der ersten haben wir gemeinsame Stunden mit einem Therapeuten bekommen und uns wurden wege gezeigt, wie wir uns als Paar neu definieren können.. die Verantwortung teilen könnten.. leider verlor mein Noch schnell die Ausdauer.. und ich kämpfte doch schon so lange allein anm den Fronten, dass ich nach und nach in alte Muster ging..ich übernahm wieder die alleinige Verantwortung.. was ihn auch in seine Muster drängte.. ich konnte nicht daneben stehen und sagen, " Die Große hat zwar gleich Ergo, aber wenn er nicht dran denkt, dann Pech!" Also, erinnerte ich wieder mal und dachte alles für ihn vor...Mit Sicherheit ein fehler meinerseits..aber es lag auch an ihm... seineVersprechungen (ich les e jeden Tag mit der Großen....und betreue einen teil der hausaufgaben!) waren für den hinteren Körper gedacht.. das fiel auch den Kindern auf..
Ich denke, dass es ein gemeinsames Ziel ist, zusammen trocken zu leben, welches auch beide verfolgen müssen und waran beide arbeiten müssen....Ich kenne auch einige, die es gescahft haben,allerdings hab ich da doch die erfahruing gemacht, dass es sich zu 95% um Paare handelt, die beide eine Sucht"karriere " gelebt haben..die wenigsten Paare bestehen aus der Konstelation, die mein Noch und ich hatten..
Zu der Frage nach dem Helfersyndrom,kann ich nur sagen,es leigt nicht nur am trinken des Partners.. ich hab festgestellt, dass es besondere Häufungen von Helfersyndrombefallenen in manchen Berufsgruppen gibt..z.B. ungewöhnlich viel unter Erziehern ,Krankenschwestern und sozialen anderen Berufen...

Naja, ich bin auch mal sehr gespannt auf die Gedanken der anderen hier..
LG Tihaso
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Tihaso hat zum Thema: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 12:44    Titel: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich kann es mir nicht vorstellen, liebes Käferchen. Ich kenne bei mir selber die Mechanismen, die das alltägliche Leben (rauchen) mit sich bringt.

Co-Abhängigkeit ist für mich ein gefährliches Thema, weil ja der suchtkranke Partner nicht mehr da ist und ich somit weniger in Mechanismen verstrickt werde, die aber immer noch latent vorhanden sein dürften.

Ich bin mir sicher, dass meine Co-Abhängigkeit deshalb richtig ans Tagelicht trat, weil sie mein Überleben innerhalb einer Suchtbeziehung ermöglichte. Ich war als Helferlein nicht besonders gut, log nicht, entschuldigte nicht am Arbeitsplatz oder benannte das Thema auch vor Bekannten. Aber .... dennoch war ein Helferlein da, welches nach bezahlten Rechnungen für das Haus oder dem Brot im Schrank sorgte.

Die wenigen alkoholkranken/gefährdeten, die ich kenne und die es geschafft haben, die haben es nur über Selbsthilfegruppe und MPU, dem Wissen ihr Leben geht gerade den Bach runter, geschafft.

Ähnlich wird es bei mir als Co sein: mit dem Wissen jetzt noch der Gewalt ausgesetzt zu sein ist mein Leben etwas in Gefahr. Diese Gefahr möchte ich nicht weiterhin erdulden. Also bin ich gezwungen alleine zu bleiben. Zumindest für die nächste Zeit bis ich für mich denke ein realistisches Gefühl für mich, meine Bedürfnisse und mein Umfeld zu haben.

Auch hier baue ich wieder auf meine Freunde, die auf mich ein wachsames Auge haben können und Veränderungen hinterfragen können. Ich selber würde ein schleichendes Verfallen in Co-Tendenzen eventuell nicht merken. Auch hier glaube ich in Sachen Psychotherapeutin einen wachen Blick auf mich gerichtet zu wissen.

Was ich für mich tun konnte war:
- mich mit meiner Co-Abhängigkeit auseinandersetzen
- psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen
- Freunden gegenüber meine Schwachstellen offenbaren
- Polizei/Öffentlichkeit aufzuklären und um Hilfe zu bitten
- jeglichen Kontakt zu meinem Suchtmittel meinerseits meiden.

... das ist mal mein Anfang ...

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben
Zukunftsmusik
neuer Teilnehmer


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Anmeldungsdatum: 05.10.2008
Beiträge: 44
Alter: 53
Wohnort: Schleswig-Holstein

BeitragVerfasst am: 03.11.2008, 08:33    Titel: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, Käferchen,

ich glaube, diese Frage ist für uns Co's geradezu existenziell.
Ich glaube, mit der Trockenheit des Partners ist zwar ein guter und großer Schritt getan. Er hat für sich einen guten und richtigen Weg eingeschlagen. Meine Erfahrung ist aber, dass ich mein Verhalten schon in eine Beziehung mitbringe. Und sie hält auch eben deswegen so lange. Der Selbstschutz ist bei uns wenig oder gar nicht vorhanden, wir denken und handeln scheinbar für andere, wenn auch unser Antrieb ein anderer ist. Ohne das ich angefängen hätte, mich mit Sucht im allgemeinen auseinanderzusetzen, hätte ich von Co nie etwas erfahren. Erst das Lesen von Erfahrungsberichten von trockenen Alkoholikern und Spielern hat mir den Hinweis gegeben, dass auch mit mir etwas nicht stimmt. Im Laufe der Zeit und der Suche nach einem Weg musste ich erkennen, wieviel bei mir im Argen liegt. Ohne uns selbst zu entdecken und unsere Sucht ( ich halte Coabhängigkeit für genau so eine Sucht wie jede andere ) zu bewältigen, ist eine ausgewogene Beziehung nicht möglich, weder mit einem trockenen Süchtigen noch mit jemandem, der nie in diesem Rahmen Probleme hatte. Wir als Cos genügen uns selbst nicht und werden in dieser Form in letzter Konsequenz darum anderen nicht genügen, weil wir ohne Arbeit an uns und ohne Selbsterkenntnis den anderen mehr oder weniger entmündigen und ihm die Luft zur Selbstbestimmung nehmen.
Tolle Erkenntnis, nicht? Jetzt muss ich sie nur noch umsetzen, ha ha Traurig
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Zukunftsmusik hat zum Thema: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben
Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 03.11.2008, 08:54    Titel: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

dieser Punkt ist für mich sehr wichtig:

Zitat:
Ohne uns selbst zu entdecken und unsere Sucht ( ich halte Coabhängigkeit für genau so eine Sucht wie jede andere ) zu bewältigen, ist eine ausgewogene Beziehung nicht möglich, weder mit einem trockenen Süchtigen noch mit jemandem, der nie in diesem Rahmen Probleme hatte. Wir als Cos genügen uns selbst nicht und werden in dieser Form in letzter Konsequenz darum anderen nicht genügen, weil wir ohne Arbeit an uns und ohne Selbsterkenntnis den anderen mehr oder weniger entmündigen und ihm die Luft zur Selbstbestimmung nehmen.


Dies bedeutet nämlich, daß die Arbeit an sich als Co hier in diesem Forum nicht darauf beschränkt sein sollte, nur Schritte dahin zu unternehmen, den Alki oder sich selbst in eine Trennung auf Zeit oder mit Bedingung der Therapie zu bewegen, in der Hoffnung, dann wird alles gut sein.

Wie es schon in den Grundbausteine steht, ist der abhängige Partner nur ein Auslöser, die Co-Anteile sind bereits schon da. Also bringt es sehr wenig, sich hier bei der Anmeldung ins Forum lange im Kreise zu drehen, wie und warum der der abhängige Partner...., wie ich als Co ihm helfen kann, daß alles besser wird, wenn der Partner in die Entgiftung geht etc..

Nein, es kann nur alles besser werden, mit Sicherheit nicht einfacher, wenn ich als Co etwas für mich tue!
Und dazu gehört für mich nämlich nur der Beweggrund, mich zu trennen, weil ich es will, weil es für meine Gesundheit, für meine Arbeit an meiner Sucht wichtig ist!
Ich sollte es nicht für meinen Partner tun, im Hinterkopf haben, wenn er entgiftet ist, wenn er in die Therapie geht, dann kann ich ja wieder loslegen....

Ich habe mich trotz der Therapie meines Ex-Partners entschieden, mich von ihm zu trennen, weil er mein Suchtmittel ist, daß mir und meiner Co-Abhängigkeit nicht gut tut. Auch, wenn er jetzt scheinbar auf dem Weg in die Trockenheit ist. Für mich gab es nur diese Entscheidung, denn mit ihm falle ich immer wieder in meine alten Verhaltensmuster. Es geht nicht darum, daß dies die einzigst richtige Entscheidung ist, aber für mich war sie es!
Für mich war seine angehende Trockenheit kein Entzug meiner Basis der Co-Abhängigkeit, denn die Basis liegt in mir und nicht in der Alkoholabhängigkeit meines Ex-Partners!


Lieben Dank für Eure Gedanken.

Lieben Gruß

S.Käferchen
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Susanne hat zum Thema: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben
dagmar007
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.05.2008
Beiträge: 2896

BeitragVerfasst am: 03.11.2008, 09:38    Titel: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebes Käferchen,
wir wissen ja nun leider, dass Süchte immer wieder kehren können. Sei es beim Alkoholiker oder bei uns selber.

Sprich es ist wohl unabdingbar mit uns selber klar zu kommen, zu Frieden und Glück - falls möglich - um alles was kommen mag zu bewältigen. Egal, ob mit oder ohne dem Partner.

In meinem Fall war es nun vielleicht Glück im Unglück dass mein Leben bedroht war in seiner Nähe und sodurch zwangsläufig meine Flucht anstand.

Ich lese hier nun seit vielen Monaten mit und schreibe, vielleicht habe ich es überlesen, aber ich wüsste von keinem Beitrag wo tatsächlich eine Spontanheilung eintrat und alles Friede, Freude, Eierkuchen war. Eher lese ich dass ehamlige Suchtbeziehungen schwer sind auf einem gesunden Level zu führen oder Rückfälle des noch nassen Partners auftreten.

Somit hat auf eine Partnerschaft überhaupt nur derjenige eine Chance, dem es ohne Partnerschaft gut geht!

Für mich ursprünglich komplett nicht verständlich, dass Sucht eine Krankheit ist, ich ihr jedoch komplett anders zu begegnen habe als anderen Krankheiten. Einem Kranken steht man/frau zur Seite einen Süchtigen muss man/frau fallen lassen um ihm die Selbsterkenntnis und Verantwortung zu ermöglichen.

Toll - das zu begreifen dauerte schon viel Zeit. Zu versuchen zu mir selbst zu kommen noch viel mehr und zu verarbeiten was geschieht, das wird noch lange dauern....

Lieben Gruß von Dagmar
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dagmar007 hat zum Thema: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben
Susanne
Gast






BeitragVerfasst am: 03.11.2008, 09:49    Titel: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Dagmar,

Zitat:
Somit hat auf eine Partnerschaft überhaupt nur derjenige eine Chance, dem es ohne Partnerschaft gut geht!


Das trifft den Nagel auf den Kopf! Und was sehr lange gedauert hat bei uns, abhängige Verhaltensmuster zu entwickeln, kann nicht in einer Spontanheilung von Statten gehn. Winken Aber das hat nur etwas mit MIR zu tun...nicht mit dem Partner, Ex..wie auch immer...
Also, ich muß den Fokus der Entwicklung nicht auf den Partner stellen, sondern nur auf mich.

Lieben Gruß

S.Käferchen
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Susanne hat zum Thema: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben
Lilly12
Gast






BeitragVerfasst am: 03.11.2008, 09:58    Titel: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Käferchen,

Nein, natürlich wird mit der Trockenheit des Alkoholikers die CO-Abhängigkeit nicht „wieder gut“, sie geht ja davon nicht weg.

Denn die CO-Abhängigkeit wird sehr viel eher angelegt, beinah immer in der Kindheit. Es gibt so viele Auslöser dafür, es ist nicht immer ein suchterkrankter oder anderweitig hilfsbedürftger Elternteil. Es ist nicht immer eine „schlimme Kindheit“, es kann sogar passieren, wenn Kinder zu überbehütet aufwachsen und so aus der eisernem Umklammerung der Eltern nicht herauskommen. Und später fühlen sie sich für die Eltern verantwortlich, auch das kann schon in der Kindheit passieren, im Teenager-Alter, im frühen „erwachsenem Leben“. Erwachsen ist hier allerdings niemand, weder die Eltern noch die Kinder, sie können sich gegenseitig nicht loslassen.

Und wie sollte man hier jemanden einen Vorwurf machen, auch die Eltern haben ihre Geschichte, die sie oft nicht anders handeln lassen konnte. Und das alles wird dann evtl. an die eigenen Kinder wieder weitergegeben. „Normalerweise“ gehört die GANZE Familie in Langzeit-Therapie. Und dazu müssten ALLE erstmal bereit sein, überhaupt zu sehen und erkennen, also Utopie und kaum durchführbar.

Man sagt, CO`s stammen aus dysfunktionalen Familien. Man denkt erst, ahh, da funktioniert also einiges nicht richtig, stimmt auch so. Religiöser Fanatismus, überzogene Moralvorstellungen, übertriebener Geiz mit Geld und Gefühlen ect.pp., das alles hemmt die normale Entwicklung eines Kindes, EBENSO wie Überbehütung. Auch Überbehütung ist krankmachend !!
Kinder können so Fähigkeiten nicht entwickeln und entfalten, werden möglichst von Gefahrensituationen ferngehalten, aus „Liebe“, dabei ist es aus Angst. Man tut Kindern damit aber nix gutes, sie lernen so nie, was sie wirklich können. Sie müssen AUCH lernen, Schmerz auszuhalten, Gefahren selbst zu erkennen, mal allein auf sich gestellt sein, schwierige Situationen zu bestehen.
Früher wurde sowas Kindern mehr ermöglicht, es gab sogenannte Reifeprüfungen, die gibt es heute noch in manchen Kulturen. Sie soll(t)en den Kindern ermöglichen, aus der Kindheit zu schlüpfen und ins Erwachsenenleben reingleiten zu können, es war gut gemeint, um zu vermeiden, das sie nur „Kinder in großgewordenen Körpern“ werden.

Und was passiert wohl mit Kindern, die nie „losgelassen“ wurden ?
Sie werden später auch nicht loslassen können, weil sie es gar nicht kennen. Sie werden furchtbare Angst davor haben, natürlich auch, wenn ein späterer Partner sich trennen will.
Ihr Unterbewußtsein dreht dann völlig durch und sperrt sich derart, das sogar Trennungen innerlich ignoriert werden. Weil sie nie gelernt haben, damit umzugehen, auch diesen Schmerz auszuhalten. Das geht hin bis zu massiven Existenzängsten ohne den Partner, obwohl die natürlich unsinnig sind. Um Gottes Willen nicht allein sein, das ist das schlimmste, für mich völlig verständlich, aber so kann man natürlich nie ein erwachsener, freier und unabhängiger Mensch werden, sondern bleibt immer unfrei, weil in sich selbst gefangen.

Ich will hier nur aufzeigen, das die CO-Abhängigkeit sooo viele Varianten und Facetten hat, derart komplex ist und nicht über einen Kamm zu scheren.
Wer da also denkt, och, ich kann das ja gar nich sein, ich hatte eine „schöne Kindheit“, niemand war ein Alkie, kann gewaltig irren.

Und auch ich trage CO-Anteile in mir, bei mir ausgelöst durch zu frühen Verlust meines Vaters und meines Opas, meine beiden wichtigsten Bezugspersonen in meiner Kindheit, die mich einfach so liebten, wie ich war/bin, von denen ich beinah alles lernte in meiner Kindheit.
Die meine Vorbilder waren und die ich furchtbar vermisse, immer noch. Auch ich habe Verlustängste, das wieder einfach jemand weg ist und tue mich dann auch sehr schwer damit.
Ich weiß das aber, mußte das aber auch alles erst erkennen, woher meine Verlustängste kommen. Aber allein das Wissen schützt mich nicht, da ist immer noch mein Unterbewußtsein, das mir ewig suggeriert, alle gehen ja eh wieder. So konnte ich mich auf einige Partnerschaften nicht wirklich einlassen, denn die Gefahr des Wieder-Verlassen-Werdens war viel zu groß.
Okay, ich bin keine CO geworden, aber gewisse Anteile stecken auch in mir, wie zum Beispiel Verlustangst.

Gegen sowas anzukämpfen, ebenso wie gegen ein Helfersyndrom, ist IMMER auch ein Kampf gegen sich selbst. Gegen das eigene Unterbewußtsein, was sich sperrt. Und darum ja auch so schwer. Aber doch nötig, um sich aus diesen krankmachenden Verhaltensweisen lösen zu können, können wir es nicht, werden wir immer weiter großen Schaden nehmen, bis hin zur Selbstaufgabe / Selbstaufopferung/ Selbstzerstörung.

LG
Lilly
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Lilly12 hat zum Thema: Re: Ist mit der Trockenheit des Alkis alles wieder gut? geschrieben

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