Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

So lange auf der Suche nach Hilfe! - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

So lange auf der Suche nach Hilfe!

Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern -> Seite 19
Sie ist tod   •    das ewige Auf und Ab...  
Autor Nachricht
Schnuddel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.11.2008
Beiträge: 36
Alter: 32
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 10:36    Titel: So lange auf der Suche nach Hilfe! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo!

Weiß nicht genau wie ich anfangen soll...sprech zum ersten Mal mit "Fremden" über meine Kindheit und bin auch sonst nie ein offenes Buch gewesen, was die Alkoholsucht meines Papas betrifft. Ich bin 28 und vor ca. zwei Jahren ist er gestorben, nachdem er sich Jahrzehnte lang nur betrunken hat und ich verstehe heute, als erwachsene Frau noch nicht, warum er nicht aufhören konnte.

Wir hatten nie Geldsorgen, er einen angesehen Beruf und es gab sonst auch keine Probleme in unserer Familie. Meine Geschwister und ich sind anständige Menschen, die nie über die Stränge geschlagen haben, meine Mama ist die wundervollste Frau der Welt und trotzdem hat er es nach drei kompletten Entzügen in der Klinik und mehreren Entgiftungen und Selbsthilfegruppen nie geschaft von dem Zeug wirklich los zu kommen.

Kann nicht verstehen, daß ich ihn für immer verloren hab, und er trotz all der Schmerzen, die er uns zugefügt hat, ein so großes Loch in meinem Leben hinterlassen hab, ich ihn immernoch schmerzlich vermisse. Er hat mich und meine Geschwister gedemütigt, obwohl wir ihm nur helfen wollten, uns in aller Öffentlichkeit zum Spott des ganzen Ortes gemacht, mich beschimpft aus dem Haus geworfen, mir tausend Versprechen gegeben und doch alle wieder gebrochen, mit Tränen in den Augen um Verzeihung gebeten, und dann doch wieder zur Flasche gegriffen. Also warum um Himmels Willen vermisse ich ihn und mach mir heute noch Vorwürfe, daß meine letzten Worte an ihn nur von Wut und Trauigkeit erfüllt waren, warum fehlt mir gerade der Mensch, der mir von allen am meisten weh getan hat, der Mensch, den ich so sehr geliebt und gehasst zugleich habe, der Mensch, der meine Seele mit Füßen getreten und mir trotzdem das Radfahren beigebracht hat.

Versuch immer nur an die wenigen wundervollen Momente mit ihm zu denken, wie er mir Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen, und "Sternchensuppe" alla Papa gekocht hat, ich meinen ersten richtigen Werkzeugkasten von ihm geschenkt bekam und ich auf seinen Schultern saß, wärend er mich als Sturm tobend hin und herschaukelte und schließlich in mein Bett plumsen ließ.

Doch dann kommen dunkle und erschreckende Bilder dazu, Bilder, die ich nicht mehr sehen, nicht mehr fühlen möchte. Blutüberströmt nach einen Treppensturz im Rausch, wütende Augen, als ich ihm den Schnaps vor die Füße schüttete, teilnahmslose und leere Augen, die nicht verstehen wollten und konnten, daß ich ihn doch nur beschützen und retten wollte.

Hab schlecht geträumt letzte Nacht...hängt vielleicht auch damit zusammen, daß ich mich zum ersten Mal getraut hab, über all meinen Schmerz zu sprechen. Bin aufgewacht und wusste im ersten Moment nicht, ob ich 28 oder acht Jahre alt bin, und mit Tränen in den Augen gehofft hab, daß er heute nicht so betrunken nach Hause kommt...so wie gestern und vorgestern und...

Hab hier kurz nochmal das Gleiche geschrieben wie im Vorstellungsforum und hoffe ich bekomme auch hier so nette Antworten.

Vielleicht weiß jemand von euch einen Rat, wie ich mich an die Leere, die er hinterlassen hat "gewöhnen" kann.
Dank euch schon jetzt dafür!

Gruß Schnuddel
Nach oben
Schnuddel hat zum Thema: So lange auf der Suche nach Hilfe! geschrieben
Tanja83
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 296
Alter: 29
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 11:04    Titel: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Schnuddel,

puhh, da kam aber ganz schön was hoch bei dir..., super das du es geschafft hast!
Du wirst sicher jetzt wo du anfängst darüber zu reden noch öfters schlechte Träume haben, mir geht es genauso... man errinnert sich an etwas und plötzlich kommt immer mehr... und umso häufiger kommt auch die Frage nach dem Warum...
Es wird sicher nicht leicht werden, aber bleib dran... unsere Kindheit war nicht normal und da ist es völlig normal das wir jetzt als Erwachsene das fragen anfangen.
Das du deinen Vater verloren hast ist sicherlich doppelt schwer...aber du könntest auch von ihm keine Antworten erwarten... ich glaube nämlich nicht das unsere Alkoholikereltern die Frage nach dem Warum beantworten könnten, denn wir können nichts dafür...
Der Süchtige sieht nicht das er eine Superfamilie hat, die nach all den Wunden die sie einem zugefügt haben immer noch hinter einem steht...
Gewöhnen wirst du dich wohl nie an die leere die deine Vater hinterlassen hat... aber du kannst versuchen damit zu leben...
Bleib dran und denk vorallen an dich!!!
Es grüßt dich
Tanja
Nach oben
Tanja83 hat zum Thema: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! geschrieben
Schnuddel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.11.2008
Beiträge: 36
Alter: 32
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 11:36    Titel: Probleme an mich zu denken Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tanja!

Erstmal danke für deine nette Antwort, ihr wisst garnicht, wie erleichtert und froh ich mich fühl, wohl zum Ersten Mal Menschen gefunden zu haben, die verstehen...selbst schon diese schmerzhaften Träume erlebt haben, die einen wütend, verzweifelt und traurig machen. Er war kein schlechter Mensch, im Gegenteil, wenn er mal nüchtern war (oder den gewissen Pegel hatte) dann konnte er der tollste Papa der Welt sein, mich auf den Schultern durch den Sonnenschein tragen, mit mir Pilze suchen und den besten Pfeil und Bogen der Welt basteln.

Mein Bruder ist leider neun Jahre jünger als ich und es tut mir so sehr weh, daß er ihn fast nur noch von seiner schlechten Seite kannte, schon als so kleiner Junge mit all dem fertig werden mußte und nie jemanden hatte, bei dem er sich festhalten konnte. Meine Schwester und ich hatten uns, auch wenn wir nie über die Sucht meines Vaters reden konnten und das heute noch nicht können, haben wir uns wenigestens beim Weinen gegenseitig festgehalten. Sie ist dann mit 17 von zu Hause ausgezogen, weil sie es nicht mehr aushalten konnte und auch die Möglichkeit dazu hatte und selbst heute...denk ich immer noch, daß sie mich mit ihm...uns alle im Stich gelassen hat. Weiß, daß ich nicht so fühlen sollte, denn sie hat nur sich selber gerettet und wenn ich die Chance gehabt hätte, wär ich vielleicht auch gegangen, aber sie war mein Rettungsboot und mit ihrem Auszug ist es gesunken. Sie ist mittlerweile verheiratet und hat die zwei wundervollsten Kinder der Welt, den passenden Mann dazu, ist eben genau die glückliche Familie, die wir nie waren.

Seit meinem Auszug vor drei Jahren, den ich nach jahrelangem Überlegen überstürzt vorgenommen habe (ich dachte, wenn er sieht, daß jetzt auch noch die zweite Tochter wegen ihm das Haus verlässt, dann...naja, ihr kennt den Gedankengang wohl alle) hat sich auch das Verhältnis zu meiner Mama verändert. Ich liebe sie, aber sie hat keine Ahnung von meinem Leben, wußte nie und weiß auch heute nicht, was in mir vorgeht...sie kennt mich nicht.

So, ich denke das reicht erstmal und danke
Gruß Karo
Nach oben
Schnuddel hat zum Thema: Probleme an mich zu denken geschrieben
Roa
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beiträge: 614

BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 13:12    Titel: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Schnuddel,

tut mir Leid, dass dein Vater verstorben ist und so eine große Leere hinterlassen hat.

Was du beschreibst mit den Erinnerungen an die guten und die schlechten Tage, das kann ich sehr gut nachvollziehen, auch wenn es mir schwer fällt mich an die wirklich guten zu erinnern, da war ich noch so klein.

Ich denke es gehört einfach dazu, zur Verarbeitung seines Todes.

Du musst dich nicht nur damit auseinandersetzen, dass du einen geliebten Menschen verloren hast, du musst viel mehr noch mit all der Wut und all dem Hass dem du ihm gegenüber auch empfunden hast klar kommen.

Sei geduldig mit dir selbst dabei, das ist sicher nicht leicht.

Was deine Mutter betrifft, meinst du ihr könntet euer Verhältnis verbessern, wenn ihr einmal offen und ehrlich über die Scuht deines Vaters und die Gefühle die bei seinem Tod bei dir aufgekommen sprecht? Zu schweige, etwas vorzuspielen, unehrlichkeit...das ist alles sehr häufig in Familien in denen ein Teil ein Alkholproblem hat, ich denke häufig kann ein wenig Ehrlichkeit unheimlich viel verändern, aber ich kenne deine Situation nicht so genau und du selbst musst das sicherlich am besten wissen.

Ich habe auch eine Schwester und wir sind glücklicherweise zur etwa selben Zeit ausgezogen. Und eins weiß ich genau (egal wie viele noch so wunderbare freundschaften ich habe) sie ist die wichtigste person in meinem leben. ich kenn deine schwester und euer verhältnis natürlich nicht, aber meinst du nicht sie hat sich vielleicht auch immer ein wenig schuldig gefühlt euch zurückzulassen. Auch hier könnte vielleicht ein offenens gespräch unheimlich viel verändern. Ich glaube ihr zu verzeihen, dass könnte auch dir gut tun und dich weiterbringen.

Aber wie gesagt, du musst für dich wissen und entscheiden, ob du das willst. Das soll nur ein gedankenanstoß sein, jeder von uns mag eine ähnliche geschichte haben, aber es gibt trotz allem enorm viele unterschiede, das eine mag für den einen ein guter und wichtiger schritt sein, der andere wird glücklicher, wenn er in die entgegengesetzte richtung geht.

oje, das ist ja alles ganz schön philosophisch geworden, das wolle ich gar nicht.

einen schönen Sonntag! Roa
Nach oben
Roa hat zum Thema: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! geschrieben
Schnuddel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.11.2008
Beiträge: 36
Alter: 32
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 19:34    Titel: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Roa!

Danke für deine lieben Zeilen, werd versuchen einige von den Ratschlägen zu beherzigen, aber es ist nicht leicht, meine Familienmitglieder auf dieses Thema anzusprechen. Alle haben sehr viel gelitten, egal ob sie noch zu Hause gewohnt haben oder nicht...wir haben alle drei unseren Papa verloren und meine Mama den einzigen Mann, den sie jemals geliebt hat...will keine langsam verheilenden Wunden wieder aufreißen, alles hat sich (hört sich jetzt vielleicht herzlos an) seit seinem Tod wieder etwas beruhigt. Familienfeiern finden ohne einen betrunkenen, streitsüchtigen Menschen am Tisch statt, gerade lernen wir so langsam wieder gemeinsam zu lachen, zu leben, was früher einfach undenkbar gewesen ist. Möcht sie nicht mit meinen Sorgen belasten, an Zeiten erinnern, in denen wir alle so viele Tränen der Traurigkeit und auch Wut vergossen haben.

Meine Mama hat immer versucht, anständige Menschen aus uns drei Kindern zu machen, sich um meine pflegebedürftigen Großeltern, die bei uns mit im Haus wohnten gekümmert, und ja schließlich auch noch meinem Papa unter die Arme greifen müssen, daß größte "Kind" von uns allen. Er hat sie beinahe in die Depression getrieben, und dafür hasse ich ihn heute noch, alles war immer wichtig nur wir nicht, seine Familie, die Menschen denen noch am meisten an ihm lag. Sie hat soviel Leid ertragen müssen, will ihr die Schmerzen nicht wieder ins Gedächtnis rufen, sie nicht an Dinge erinnern, die auch mir nachts den Schlaf rauben und meine Seele weinen lassen. Sie ist eine starke Frau, und ich sollte einfach mehr Verständnis dafür haben, daß eben in unserer Situation nicht mehr Zeit übrig war, Zeit für mich. Sie fehlt mir, schon seit meiner Kindheit und manchmal denk ich ist einfach zuviel verloren gegangen, zuviel nicht ausgesprochen worden, daß es jetzt einfach zu spät dafür ist.

Wir alle haben unser Päckchen zu tragen und deshalb werd ich mich wohl in Zukunft auch mit Anschuldigungen wie, sie hat mich im Stich gelassen, oder sie hat zu wenig Zeit für mich gehabt, zurück halten.

Gruß Karo
Nach oben
Schnuddel hat zum Thema: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! geschrieben
Tanja83
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.08.2008
Beiträge: 296
Alter: 29
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 03.11.2008, 19:46    Titel: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Karo,

es scheint wirklich sehr sehr viel in die zu Schlummern... irgendwie kann ich verstehen das du "alte" Wunden nicht wieder aufreißen willst... aber deine Mutter hatte nicht nur Verantwortung eurem Vater gegenüber sondern vorallem euch Kindern... natürlich ist es schlimm das sie soviel durchmachen musste, aber sie hat sich irgendwann für diesen Weg entschieden, euch Kindern blieb nichts anderes übrig.
Sei nicht böse auf deine Schwester, jeder muss seinen eigenen Weg finden und ihrer war es mit 17 auszuziehen...naja und irgendwann hast du ja dann auch das Weite gesucht.
Die Bezugstherapeutin meiner Mutter hat mir vor 2 Wochen folgendes gesagt: "Jeder ist für sich selbst verantwortlich" und ich muss sagen, das ich mir das jetzt öfters mal Vorsage...wenn ich merke das meine Gedanken nur noch um "DAS" Thema schweifen...
Ich wünsch dir noch einen schönen Abend
Tanja
Nach oben
Tanja83 hat zum Thema: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! geschrieben
Schnuddel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 01.11.2008
Beiträge: 36
Alter: 32
Wohnort: Franken

BeitragVerfasst am: 03.11.2008, 20:42    Titel: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Tanja!

Ja...das mit dem "um sich selbst kümmern" ist so eine Sache bei mir...eigentlich hab mich mich immer mehr um die Sorgen und Nöte von anderen bemüht, Menschen die mir nahe stehen und die ich gern hab. Ich hab ein offenes Ohr für die Problemchen meiner Lieben und es macht mir auch nichts aus, so manche Träne zu trocknen oder die Schulter zum Anlehen zu sein, im Gegenteil, tu das sehr gerne, es gibt mir das Gefühl gebraucht zu werden.

Naja und genau das ist wohl auch der Punkt, wenn man über die Sorgen anderer nachdenkt, muß man es über die eigenen nicht tun. Mein ganzes Leben lang bin ich so relativ unbeschadet über die Runden gekommen, nur so langsam merk ich (deshalb schreib ich wohl auch hier) daß einige Dinge in mir schlummern und langsam wach werden und irgendwie hab ich momentan noch Angst davor, was passiert, wenn sie aus ihrem jahrelangem "Schlummerzustand" aufwachen.

Ich weiß, daß ich so bin, wie ich bin, weil meine Kindheit eben anders war, als die von den Meisten, und ich hab mittlerweile auch erkannt, daß es einige Ecken und Kannten an mir gibt, die mir nicht gefallen und die ich versuche abzurunden, aber das gelingt mir nur sehr langsam und braucht viel Mühe.

Bin ständig auf der Suche nach Bestätigung und Anerkennung, geb sehr schnell mein letztes Hemd für Menschen her (auch einige, die es nicht verdient haben) und hab dadurch manchmal einfach eine zu hohe Erwartungshaltung an Andere. Fühl mich "anders", ich weiß nicht, ob ihr das auch kennt? Bin ein Mensch aus Fleisch und Blut, normal intelligent, normal im Aussehen, hab einen normalen Job, normale Freunde und auch sonst ist in meinem Leben alles normal, aber ich bin "anders" und das möchte ich nicht, wollt eigentlich immer nur normal sein! Und das ist wohl mein größtes Ziel, Normalität, ein einfaches Leben, einfache Dinge, die mich glücklich machen.

Danke für deine liebe Antwort, bin froh, daß ich naja...nicht mehr so alleine bin und komm hier der Normalität vielleicht ein Stückchen näher.

LG Karo
Nach oben
Schnuddel hat zum Thema: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! geschrieben
Roa
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.09.2008
Beiträge: 614

BeitragVerfasst am: 04.11.2008, 00:26    Titel: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Karo,

was du da beschreibst

Schnuddel hat Folgendes geschrieben:
Ja...das mit dem "um sich selbst kümmern" ist so eine Sache bei mir...eigentlich hab mich mich immer mehr um die Sorgen und Nöte von anderen bemüht, Menschen die mir nahe stehen und die ich gern hab. Ich hab ein offenes Ohr für die Problemchen meiner Lieben und es macht mir auch nichts aus, so manche Träne zu trocknen oder die Schulter zum Anlehen zu sein, im Gegenteil, tu das sehr gerne, es gibt mir das Gefühl gebraucht zu werden.


das ist sehr typisch für uns Kinder von Alkoholikern. Wir haben gelernt uns wohl zu fühlen in der Rolle des Helfenden und beschützenden, denn das haben wir ja schließlich häufig für unsere Eltern getan. Darum geht es uns auch gut, wenn wir diesen Zustand unserer Kindheit immer wieder inszenieren, das ist das gewohnte, altbekannte, damit können wir umgehen, das haben wir ja früh gelernt

was wir lernen müssen ist uns um uns selbst zu kümmern

Zitat:
Naja und genau das ist wohl auch der Punkt, wenn man über die Sorgen anderer nachdenkt, muß man es über die eigenen nicht tun.


das hast du ja auch schon selber erkannt. klar macht es angst, es ist kein leichter weg, aber der bei dem du am meisten über dich selbst lernen kannst und am ende die ausgeglichenste und glücklichste version deiner selbst sein kann, naja, das glaube ich zumindest, dass man vergangenes aufarbeiten muss und damit abschließen (insbesondere die kindheit) um zu vermeiden, dass es einen irgendwann von inneren heraus kaputt macht. ich könnte mir vorstellen, dass das das ist was du in dir schlummern spürst.

Zitat:
Bin ständig auf der Suche nach Bestätigung und Anerkennung, geb sehr schnell mein letztes Hemd für Menschen her (auch einige, die es nicht verdient haben)


Hier bist du nicht anders, hier sind wir uns alle irgendwie ein wenig ähnlich, denn auch das ein typisches EKA merkmal Winken

und was heißt schon "normal". bei all dem leid, das mir meine eltern mit auf den weg gegeben haben, manchmal finde ich die vorstellung befriedend, dass ich dadurch auch eigenschaften und stärken entwickelt habe auf die ich stolz bin.

liebe grüße und einen angenehmen rest"abend"

Roa
Nach oben
Roa hat zum Thema: Re: So lange auf der Suche nach Hilfe! geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2, 3  Weiter
Seite 1 von 3


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Wie lange dauert der Weg zu mir? Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum
Keine neuen Beiträge Suche Erfahrung mit Heimen für Alkoho... Erwachsene Kinder von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Für Angehörige
Für Angehörige
Kurzzeittherapie
Kurzzeittherapie
Alkoholkrankheit
Alkoholkrankheit
Alkoholmissbrauch
Alkoholmissbrauch
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de