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Was soll ich tun   •    Und noch eine liebende Frau  
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mirli
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.10.2008
Beiträge: 12
Alter: 45
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 28.10.2008, 10:09    Titel: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo miteinander,
nun bin ich also freigeschaltet und möchte gerne so kurz wie möglich (wenn´s gelingt) erzählen, warum ich hier bin und euch bitten, mir den einen oder anderen Ratschlag zu geben, wie ich in meiner Situation am besten handeln soll.
Ich bin seit etwa zwei Monaten mit einem Mann zusammen, den ich sehr schätze und in den ich sehr verliebt bin. Ich bin 42, er ist ein paar Jahre jünger als ich, und wir verstehen uns ausgezeichnet und genießen unsere gemeinsame Zeit sehr.
Allerdings ist mir natürlich nicht lange verborgen geblieben, dass er von Zeit zu Zeit recht gerne trinkt (Bier), und zwar, wie es scheint, hauptsächlich mit "Freunden". Bei den zwei Bier, die er sich vornimmt, bleibt es dann nicht, es werden, naja, acht? Der Zustand, in dem er dann ist, ist eher erbärmlich, er ist zwar keineswegs aggressiv, aber sehr kindlich, anhänglich, schuldbewusst, hat natürlich Gleichgewichtsstörungen, eigenartig paranoide Ideen, kurzum, er verhält sich ziemlich "von der Rolle". Meiner Einschätzung nach kommt das so ca. ein bis zwei mal die Woche vor, aber es ist immer noch schwer, das richtig einzuschätzen, auch eingedenk der Tatsache dass er sich wohl am Beginn einer Beziehung mehr bemüht bzw. eventuell mehr zu verdecken versucht.
Letzte Woche hatte ich einen kurzen Krankenhausaufenthalt und es war ausgemacht, dass er mich besuchen kommt. Allerdings war er plötzlich für mehrere Stunden "verschwunden" (also unerreichbar) und als er sich abends wieder bei mir meldete: betrunken. Mit der Ausrede, einen Autounfall gehabt zu haben, wollte er die Situation erklären, aber das hab ich sowieso keinen Moment geglaubt.
Jedenfalls war das für mich der Punkt, an dem ich ganz klar wusste: na gut, das war´s dann wohl Weinen ! Das ist nicht mehr nur ein "Kavaliersdelikt" gewesen! Also trafen wir uns am nächsten Tag, und ich war fest entschlossen, die Beziehung zu beenden Traurig . Was er auch einsah, denn natürlich war ihm die Sache selbst total unangenehm. Unser Gespräch im Kaffeehaus verlief dann sehr, sehr ehrlich, zum ersten Mal hat er seine Problematik nicht heruntergespielt (z.B. "Männer sind eben so"), sondern zugegeben, dass er den Vorsatz, "nur zwei Bier zu trinken", eben oft nicht einhalten kann. Er war sehr berührt (ich auch) und hat sich zum ersten Mal wirklich geöffnet mir gegenüber, und schließlich gemeint, ja, er möchte etwas dagegen tun.
So sind wir nun auch verblieben, er wird nächste Woche in eine entsprechende Ambulanz gehen, zu einem Erstgespräch, wobei ihm selbst, glaube ich, bisher immer noch nicht ganz klar ist, dass er möglicherweise mehr tun wird müssen als bloß zu lernen, bei ein, zwei Bier zu bleiben.
Am Samsatg, bei unserem Gespräch, habe ich erkannt, dass ich in der ganzen Sache schon weit tiefer drin bin, als ich dachte. Einfach zu gehen, nach mir die Sintflut, das kann ich nicht mehr. Ich empfinde sehr viel für ihn, er ist in nüchternem Zustand ein wunderbarer Mensch, den ich nicht verlieren möchte.
Frage Meine Fragen nun:
Wie soll ich mich konkret in dieser Situation verhalten? Welche Rolle habe ich / soll ich haben in dieser Situation? Kann ich den "frischen Wind" einer neuen Beziehung positiv nützen, um ihm Motivation zu geben? Oder hab ich allein schon mit dieser Frage zu viel Verantwortung übernommen Mit den Augen rollen ?

Danke schon mal im Vorhinein für eure Unterstützung und lieben Gruß

Mirli
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mirli hat zum Thema: Was tun? geschrieben
vergissmeinnicht
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2007
Beiträge: 306

BeitragVerfasst am: 28.10.2008, 10:30    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo mirli

Herzlich willkommen erst mal.

Das sind immer ganz besondere Menschen. Wahrscheinlich scheitern sie deshalb so oft am Leben.
Natürlich hat er Motivation durch eure neue Beziehung. Aber das kann nicht der Grund für ihn zum "aufhören" sein. Er muss es tun, weil er es nicht mehr will.
Und eines muss ihm und dir klar sein: wenn er das möchte, dann heißt das für immer darauf zu verzichten ohne wenn und aber.

Klar spürst du Verantwortung, weil du ihn magst aber die musst du abgeben an ihn!!
Lass ihn einfach machen. Dräng ihn nicht. Bleib sachlich was den ALK betrifft.
Eine Zukunft mit ALK gibt es nicht.............

LG

vergissmeinnicht
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vergissmeinnicht hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
Jenny2
Gast






BeitragVerfasst am: 28.10.2008, 12:06    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mirli,

erstmal herzlich willkommen.

Bevor Du diese Frage stellst solltest Du Dich erstmal mit Alkoholismus auseinandersetzen.

Generell gibt es kein kontrolliertest Trinken, wenn es jetzt nicht geht, warum sollte es dann in Zukunft gehen. Wenn er selbst zugegeben hat, dass es nie bei den zwei Bier bleibt und er das nicht schafft, dann heisst es eigentlich ganz oder gar nicht.

Die Frage hier stellt sich auch, in wie weit er eigentlich sieht, dass er krank ist oder ob er glaubt, dass man kontrolliertes Trinken erlernen kann, kann er nicht auf Alkohol verzichten und will das nicht, ist die Krankheitseinsicht und der Wille auf Alkoholverzicht nicht da.

Unterstuetzen kannst Du nur jemanden, der auch gesundwerden will. Erkennt er nicht oder will weiter Alkohol konsumieren, kannst DU nichts weiter als machen lassen.

Schau Dir erstmal mit sicherem Abstand an, wie sein "etwas dagegen tun wollen" aussieht. Sollte er nichts tun und weitertrinken, solltest Du fuer Dich ueberlegen, ob Du so eine Beziehung ueberhaupt willst, bevor naemlich Du von der Sintflut mitgerissen wirst.

Alles Liebe,

Jenny
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Jenny2 hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben
Zukunftsmusik
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.10.2008
Beiträge: 44
Alter: 53
Wohnort: Schleswig-Holstein

BeitragVerfasst am: 02.11.2008, 12:14    Titel: Re: Was tun? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo, mirli,
schön, dass Du hierher gefunden hast.
Ich möchte Dir erzählen, wie ich so eine Situation erlebt habe.
Ich hatte auch mal einen Mann kennenlernt und nach gut einem Monat den starken Verdacht gewonnen, dass er ein Alkoholproblem hat. Ich hatte ihn auch darauf angesprochen und er wollte es auch kontrollieren oder ganz lassen. Ich habe mich nicht getrennt, wußte allerdings auch noch nichts von Co usw.
Jedenfalls habe ich dann knapp 9 Jahre mit ihm verbracht, es änderte sich nichts und war oft die Hölle. Immer wieder wollte ich da raus und konnte es nicht und konnte mir nicht erklären, warum ich keinen Selbstschutzmechanismus habe.

Du fragst:
Zitat:
Wie soll ich mich konkret in dieser Situation verhalten? Welche Rolle habe ich / soll ich haben in dieser Situation? Kann ich den "frischen Wind" einer neuen Beziehung positiv nützen, um ihm Motivation zu geben? Oder hab ich allein schon mit dieser Frage zu viel Verantwortung übernommen

Ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass Du Dich selbst überprüfst, Dich selbst fragst, kannst Du damit leben? Ich selbst habe damals gesagt, mit dieser Trinkerei kann ich nicht leben und bin trotzdem da geblieben, es war der größte Fehler meines Lebens.
Jedenfalls, wenn er keine eigene Motivation hat, um etwas zu tun, ist es ein Trugschluß, dass Deine Motivation hilft. Und ja, ich glaube, dass allein diese Frage schon zu viel übernommene Verantwortung bedeutet, denn sie läßt Dich in eine Beziehung schlittern, in der es einen ganz wesentlichen Punkt gibt, die gegen sie spricht. Alk ist kein Charakterzug, der einem halt nicht so liegt, sondern er wird das ganze Leben bestimmen.
Ich jedenfalls habe 9 Jahre vergeudet, weil ich geglaubt habe, das wird schon, und mich mit den Versprechungen immer wieder in neuer Sicherheit wog.
Ich wünsche Dir viel Kraft und vor allem Ehrlichkeit zu Dir selbst. Ich habe mir viel zu lange etwas vorgemacht. Und bin danach in eine zweite Beziehung (8 Jahre) mit Sucht geraten (Spieler) und konnte auch nicht gehen.
Jetzt sitze ich vor den Trümmern, weil er schließlich eine Therapie machte, als er ganz im Keller war und sich direkt danach getrennt hat.
Alles Liebe
Zukunftsmusik
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Zukunftsmusik hat zum Thema: Re: Was tun? geschrieben

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