| Verkehrte Welt? • Psychisch Kranke Alkoholiker |
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Hartmut Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2007 Beiträge: 10674 Alter: 49
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Verfasst am: 27.10.2008, 00:29 Titel: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Hallo @all
ich habe gestern eine PN bekommen, die mich nachdenklich stimmte und ich diesen Thread mal zum Anlass nehme, eure Meinung zu lesen.
Wir bieten ja hier alle ,unsere Erfahrungen und Gedanken mit unseren Posten gegeseitig an.
Wo fangt die Hilfe an und wo hört sie auf?
Wie weit ist es noch Hilfestellung und ab wann wird dem Hilfesuchende ,die Selbsthilfe abgenommen?
ich hoffe es ist verständlich rübergekommen. Wenn nicht ,einfach nachfragen
Gruß Hartmut |
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| Hartmut hat zum Thema: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 27.10.2008, 08:56 Titel: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Salue Hartmut,
eine sehr gute Frage, über die ich mir als Betroffene Co schon mehr als einen Gedanken gemacht habe.
Hilfestellung ist wohl auch eine Frage der Chemie zwischen zwei Schreibenden. Ich habe definitiv keine Probleme mit Kritik und kann sie mir auch hier anhören, selbst wenn sie mir nicht gefällt und ich eventuell im ersten Moment "bockig" werden könnte.
In nur einem Fall jedoch habe ich den Eindruck, mir soll von einer Person deren Denkweise mit Gewalt vermittelt werden. Freie Interpretationen, die aber jenseits von gut und böse sind geben mir dann das Feeling "ach lass es doch, es lohnt nicht die Mühe einer Antwort - welche dann noch als Rechtfertigung interpretiert werden könnte.
Ich sage Dir ganz ehrlich, in dem Fall (von welchem ich spreche) war auffällig dass Postings fast nur auf meine Threads kamen ansonsten viel "Stille im See" der Antwortenden. Mag Zufall sein - mag persönliche Animosität sein. Aber in diesem einen Fall entsteht bei mir genau das Gefühl, welches in meiner abhängigen Beziehung bei mir entstand: "es will Dir jemand seinen Willen aufzwängen und Du fühlst Dich dadurch sehr unwohl." Bei diesen Postings spüre ich genau selbiges, wie wenn ein ehmaliger Partner meinte zu wissen, "dass ich körperliche Gewalt erhalten wolle". Es wurde über mich entschieden und eine Einordnung vorgenommen.
Selbiger Inhalt durch andere Personen in einem anderen Ton und Stil vermittelt würden ankommen und von mir als Hilfestellung benutzt werden.
Ich denke einfach Hilfestellung ist immer gut in Form von Fragestellung. Dadurch ermöglicht man/frau der anderen Seite selber auf die Mankos zu kommen. Lilly und Spedi machen das beispielsweise überdeutlich und klar, aber immer so, dass ich für mich Bilanz ziehen kann ob der andere "vielleicht den richtigen Nerv getroffen hat". In solchen Fällen hilft mir Kritik als Hilfestellung.
Mir hat die Beteiligung hier sehr geholfen in Sachen Selbsthilfe, jedoch war auch ein Aspekt dabei "nie so werden zu wollen zu viel - und dadurch auch viel falsches - in andere interpretieren zu wollen und sich selber für alleswissend zu halten."
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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Susanne Gast
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Verfasst am: 27.10.2008, 09:26 Titel: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Hallo Hartmut,
also ich denke da mal an die Zeit, in der ich noch mehr Hilfestellung benötigte.
Es gab viele, die mir durch Ihre Erfahrungen gezeigt haben, wie es gehen kann, aber nicht muß. Es gab nur wenige, die mir ganz konkret gesagt haben, wie ich etwas machen sollte.
Natürlich hat jeder so sein Tempo, gewisse Dinge bezüglich unserer Krankheiten zu verstehen und zu verinnerlichen, aber mich nahm niemand an die Hand! Ratschläge für eine gewisse Zeit und Situation, war hilfreich, klare Worte, Erklärungen, wenn ich Denkfehler hatte, die halfen. Aber in meinem Tempo.
Ich denke nicht, daß man so pauschal beurteilen kann, wer nun mehr Zeit und Ratschläge/Erfahrungen benötigt, um den richtigen / wichtigen Schritt erkennen muß. Der Eine braucht vielleicht zwei Monate, der Andere nur einige Tage, um zu begreifen.
Ich kann nur von mir ausgehen. Als ich hier herkam, konnte ich die Strukturen des Verhaltens eines Alkoholikers nicht erkennen und durchschaun. Und schon gar nicht wußte ich, wie ich damit für mich umgehen mußte. Dies alles benötigte Zeit.
Manchmal benötigte ich direkten Rat, in die Klinik zu gehen oder einen Arzt aufzusuchen, Therapeuten etc...Manchmal waren es auch einfach nur Worte der Ermunterung, Dinge auszuhalten. Das hatte für mich nichts mit Abnahme der Hilfestellung zu tun.
Na klar, jemand, der hier Hilfe sucht, muß die ersten nötigen Schritte selbst gehen! Arztbesuch, öffentliche Stellen etc.. Aber den eigentlichen Prozess der Entwöhnung, der Verhaltens- und Denkmusterveränderung kann doch nicht von heut auf morgen geschehen. Dazu gehe ich ja in eine SHG, um über Monate, Jahre mich mit anderen auszutauschen, Erfahrungen zu hören/lesen und mich zu reflektieren.
Ich befinde mich ja auch hier, um mich durch meine Eintragungen hier von anderen auch reflektieren zu lassen, Dinge, die ich vielleicht noch nicht erkennen kann, übersehen habe oder nicht annehmen will/kann.
Hätten die Reflektionen nach einiger Zeit aufgehört oder würden sie jetzt aufhören, nachdem ich schon ein Jahr hier bin, wäre ich bei weitem nicht da, wo ich jetzt stehe.
Selbstverständlich gehört nach jeder Reflektion von Außen auch die Selbsterkenntnis und die nötigen Handlungen, die für jeden einzelnen wichtig sind. Derjenige, der für sich annehmen kann, daß er noch an sich arbeiten muß...selbst nach Jahren zufriedener Trockenheit oder Co-Unabhängigkeit...wird dann selbst Schritte gehen. Derjenige, der glaubt, keine Hilfe hier annehmen zu müssen und keine Schritte gehen muß, um an sich zu arbeiten, der verschwindet hier über kurz oder lang.
Dies sind da so meine Gedanken dazu.
Lieben Gruß
S.Käferchen |
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|
| Susanne hat zum Thema: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 27.10.2008, 09:54 Titel: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Servus Hartmut,
heisses Eisen, dieses Thema. Umso schöner, dass es auch mal in der Öffentlichkeit angesprochen und diskutiert wird.
Ich persönliche gewinne sehr häufig den Eindruck, dass manchen "ihre Trockenheit nachgetragen" wird, bzw bei den Coabhängigen im Rahmen der "Küchenpsychologie" über viele Monate hinweg das Leiden eher kultiviert wird, als mal klar gesagt: stopp, jetzt ist Schluss!
Ich möchte das an einem Beispiel erläutern.
In der r/l-SHG hatten wir eine Co-Abhängige Person, die zwar mit den Fachausdrücken nur so um sich warf und "theoretisch" genau wusste, woran es "krankt", aber halt nichts (gar nichts) zu ihrer eigenen Veränderung beitrug ("das ist halt so, ich kann meine Gefühle auch nicht ändern").
Die Gruppe hat dies über einen Zeitraum von einem halben Jahr mit einer Engelsgeduld mitgetragen, hat immer neue Denkansätze zur Überlegung gestellt. So nach einem halben Jahr hat dann mal ein Mitglied, selbst eine Co-Abhängige, ganz klar gesagt:
"ich fühle mich nicht mehr wohl dabei, Dein coabhängiges Verhalten weiter zu födern. Ich verlange Verhaltensänderungen von Dir. Entweder, Du änderst jetzt was, oder Du suchst Dir eine andere Gesprächsgruppe. Wir sind hier in der Gruppe mit den festen Willen, etwas in unserem Leben selbst zu verändern - und nicht, um nur darüber zu reden aber im alten Muster zu verharren!" Das sass! Da erst wurde uns bewusst, dass wir immer offen für neue Ideen waren, anstatt einfach mal auf den Grundlagen zu bestehen: zeige mir durch Taten, dass Du wirklich etwas verändern willst.
Und das hat m.E. nichts mehr mit dem individuellen Tempo des Einzelnen zu tun, sondern mit der generellen Bereitschaft, an sich selbst etwas zu verändern. Im Bereich der Co-Abhängigen genau so wie im Bereich der Alkoholiker: Auch dort gehört es dazu, Veränderungen zu fordern - oder einfach die "Hilfe" einzustellen, will ich mich nicht in den Kreislauf des "Helfens um des Helfens Willen" einreihen.
Hart, aber ehrlich.
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32798 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 27.10.2008, 10:24 Titel: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Hallo,
ich denke, das Thema ist genau das, was offen diskutiert werden sollte.
Im Vorstellungsbereich schreiben wir ja auch ganz deutlich, dass niemand freigeschaltet wird, der einen kalten Entzug macht, also nicht beim Arzt war und sich dort mal wenigstens untersuchen läßt, ob ein plötzlichen Absetzen des Alkohols, für ihn lebensgefährlich sein kann.
Wir erwarten in dieser Frage also schon direkte und konkrete Handlungen, denn sich hier mal schnell anmelden und sich etwas unterhalten wollen, ist für mich kein Zeichen, sein Leben wirklich verändern zu wollen.
Anders gesagt, wer nicht soweit motiviert ist, dass er oder sie auch zum Arzt geht und dort konkret zu seinem Alkoholproblem steht und um Hilfe bittet, wird hier vieleicht auch nur mal eine kurze Gastrolle spielen, wie es ja in den offenen Bereichen die Realtität ist.
Wie in allen Bereichen des täglichen Lebens, wo ich mit meinem Leben nicht klar komme und fremde Hilfe benötige, sollte die Devise lauten, fördern und aber auch fordern, denn nur durch reden ist noch keiner nüchtern geworden oder konnte sich ein neues Leben erarbeiten.
NEU bedeutet eben, das alte Leben zu beenden und durch Veränderungen, eben konkrte Handlungen, ein neues Leben zu beginnen.
Viele schreiben oder beschreiben hier hier ihre momentane Situation, beklagen sich, warum es so ist, aber wenn konkrete Schritte beschrieben werden, fängt die Diskussion an, warum dieses oder jenes nicht geht und dann bleiben sie weg.
Wir möchten hier ja keine Unterhaltungsplattform werden, also geht es um Antworten auf Fragen, die man selbst nicht hat.
Wer aber keine Antworten möchte oder glaubt sie selbst zu wissen, brauch doch eigentlich keine Fragen stellen.
Wer sich hier also anmeldet und austauschen möchte, sollte auch gewillt sein, sich zu verändern und über die Antworten nachzudenken.
Wer von vornerein seine Antwortenschon im Kopf hat, wird nie für neue Wege offen sein, weil die anderen Antworten von vornerein in Frage gestellt werden.
Wenn ich merke, jemand möchte meine Erfahrungen nicht annehmen, lasse ich es auch sein, denn ich möchte niemanden meine Erfahrungen aufzwingen und wer glaubt, es besser zu wissen ( ich war ja früher nicht anders ), muß eben seine eigenen Erfahrungen machen.
Zu bedenken möchte ich aber noch geben, wer seine eigenen Erfahrungen machen will ( vorrangig jetzt bei den Alkoholikern ), muß damit rechnen, sich weiter im Kreis zu drehen oder auch daran zu sterben.
Wir haben hier viele Menschen, die durch das Forum ein nüchternes Leben führen oder sich auch aus der Coabhängigkeit befreien konnten, aber alle waren bereit, Hilfe anzunehmen und wollten auch Antworten auf ihre Fragen.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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Karotte sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.12.2007 Beiträge: 2830 Alter: 36
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Verfasst am: 27.10.2008, 10:55 Titel: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Hallo, das ist ja ein Thema was auch eng mit der Art des Wie und Was verbunden ist. Dagmar hat es ja auch schon angesprochen. Am Ende zieht sich halt jeder das raus was er/sie braucht oder will. Da es sich "nur" um Worte handelt ist doch die Hilfe zur Selbsthilfe sowieso begrenzt. Ich persönlich empfinde hier aber einen Unterscheid zwischen Co´s und Alkis. Die Grundbausteine für die Alkis sind klar und deutlich und auch die Schritte die daraus folgern... bei den Co´s is das alles difizieller. Zumindest sehe ich das so. Und damit möchte ich auch nochmal betonen das ich es unheimlich wichtig finde bei sich zu bleiben und auch wahrzunehmen, "das is jetzt mein Ding" und das is der andere und "sein Ding". Hab es schon oft erlebt das eine Art der Überheblichkeit und des Überstülpens zu spüren war. Und das finde ich mehr als Schade. Und es sollte auch nicht persönlich genommen werden wenn der andere etwas nicht annehmen kann oder es anders sieht. Es ist doch letztendlich jedem seine eigene ENtscheidung und sein Leben!
Mit Sachen wie: "Jetzt muß ich aber mal härter/ernster/lauter werden" - "Du machst nicht was ich sage, obwohl ich genau weiß das es das richtige für Dich ist" kann und will ich nichts anfangen.
Damit möchte ich aber nicht Spedis beschriebene Gegebenheit kritisieren.. in diesem Fall fand ich das gut... bei mir war die halbe SHG so, und ich habe das nach dem 3 Treffen schon nicht mehr ausgehlaten und die Gruppe verlassen. Denn Jammern sollte nicht die Stunde füllen... 3 Min. und dann bin ich dafür uns dem Jetzt und der Zukunft zuzuwenden, Mut und Hoffnung zu schöpfen und nach vorne zu blicken...ganz eigenständig... das kann sowieso nur aus einem selbst heraus passieren...
Die Klicks die da manchmal so im Kopf passieren wo einem wieder was klar wird, sind so oft so unvorhersehbar und sowieso nicht steuerbar... das passiert... Sachen muß man manchmal mehrmals lesen, durchwälzen und denken und setzen lassen, geduld haben... manchmal is auch der richtige Ort und die richtige Zeit im richtigen Zusammenhang und es macht ein Klick und alles is klar...so ne halbe Erleuchtung halt... aber das kann man sich nicht aussuchen. Grade seelisch geht es doch so oft 10 Schritte vorwärts und 8 zurück... aber man darf auch nicht vergessen... das man nicht jedesmal wieder von ganz vorne anfängt, sondern mit der Erfahrung die man bis dahin gemacht hat... Respekt finde ich wichtig. Und nicht soviel Urteilen... das finde ich anmaßend...
LG Karot (und da hatte ich die Kralle der Katze im Oberschenkel...war das ein Zeichen?*g*)te |
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| Karotte hat zum Thema: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 48
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Verfasst am: 27.10.2008, 12:13 Titel: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Hallo,
Ich schreibe jetzt hier meine Gedanken auf so gut wie ich es kann.
Warum habe ich mich in einem Forum angemeldet??? Weil ich nicht wusste wohin, weil mein Gehirn versoffen wie er war nicht mehr funktionierte.
Ich habe mich in einem Anonymen Forum angemeldet um Hilfe zu bitten aber auch Mut zu schöpfen, ich war aber gleichzeitig nicht bereit, sofort die Hilfe anzunehmen, die hier geboten wurde wie: gehe zum Arzt, mach Therapie, gehe in die reale SHG, warum nicht, weil mich panische Ängste plagten vor dem Arzt, vor der Stationären Entgiftung vor den Konsequenzen wie zum Beispiel Jugendamt wenn ich nicht weiß wohin mit meinem Kind ( über die Ängste habe ich wo anders geschrieben wurde leider gelöscht). Für mich Hilfe war in ersten Linie erstmal mich überhaupt mitteilen zu können, dürfen und mich auszutauschen, ich kann mich noch ziemlich gut erinnern wie mir fast in jedem Beitrag geschrieben wurde mach Therapie, gehe zum Psychologen, das hat mir überhaupt nicht geholfen, im Gegenteil das hat mich traurig und auch wütend gemacht, ich wollte im Forum bleiben und gleichzeitig zog ich mich zurück weil ich Angst hatte mich mitzuteilen.
Und logisch ist zumindest für mich, wenn ich das alles sofort umgesetzten hätte können, dann bräuchte ich dieses Forum ja vielleicht gar nicht weil Informationen was man ja tun soll, wo man sich wenden soll gibt es ja in ganzem Internet.
Das Forum ist für mich mit der Zeit zu meiner SHG geworden, diese Zeit mich zu entwickeln, anfangen zu denken, an mir zu arbeiten, hatte ich, und es wäre ja schön wenn das Forum wieder einwenig Toleranter wäre für die Menschen die nicht alles sofort umsetzen können aus welchen Grund auch immer.
Mut zusprechen, Richtungen, Grundbausteine aufzeigen, Zeit lassen, das ist das was ich zumindest brauchte.
Und Entscheidungen treffe am Ende so oder so, nur ich alleine.
LG Maria |
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| maria44 hat zum Thema: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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Spedi Gast
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Verfasst am: 27.10.2008, 12:28 Titel: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. |
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Servus Karsten
genau da sehe ich aber den Widerspruch.
Manche Threads drehen sich 40, 50, 70 und mehr Seiten immer im Kreise - ohne wirklich grundsätzliche Veränderung. Ich gewinne manchmal den Eindruck, da soll jemand "gesund gebetet werden", von der Eigenverantwortung des Einzelnen ist da nichts mehr zu sehen. Und es ist egal, ob das nun im Alkoholiker- oder im Angehörigenbereich, da wird "auf Teufel komm raus" immer hemmungsloser weiter insistiert - direkt wiederum "coabhängig", ein Ausleben eines Helfersyndroms?
Statt einfach mal "gut sein zu lassen" und nichts mehr drauf zu schreiben, wenn auf sooo vielen Seiten ohnehin schon alle Facetten mehrfach beleuchtet wurden? Wo ist hier "schluss"? Nie? Weil immer jemand "noch eines draufsetzt"?
Noch ein Beispiel:
Manche Threads "schlafen ein", z.B. für ein paar Wochen, um dann "aus der Versenkung" geholt zu werden - nicht vom Verfasser des Threads, nein, sondern von "Mitschreibern". Wozu? Wenn demjenigen was daran liegt sich mitzuteilen, dann kann er/sie das doch machen. Will er das aber nicht, dann ist's doch auch gut. Muss es sein, dass den Menschen "hinterhergelaufen" wird?
Ich finde: Nein. Es ist deren Sache, ob sie sich beteiligen wollen. Nur die Praxis, die zeigt mir etwas ganz anderes. Und da gehe ich auch mit Karotte konform: wenn diese Menschen alle schön "bei sich" bleiben, dann kommt so etwas nicht vor. Tun sie aber nicht. Leider.
Und nun? Fördern wir hier durch das Tolerieren solcher Threads nicht aktiv das Ausleben eines Helfersyndroms? Bereiten wir damit nicht auch der Coabhängigkeit den Boden, statt sie einzudämmen?
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: Hilfestellung zur Selbsthilfe. geschrieben
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