| Die ersten Tage • Gründe für einen Arztbesuch |
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 28.02.2009, 19:21 Titel: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt |
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Hallo, lieber Erdling,
ich sehe das nun ewas anders als Nele.
Du bist seit einem Jahr trocken - Du machst Dir Gedanken und sorgst dafür, dass es auch so bleibt. Natürlich war der Alkoholismus da und wurde ausgelebt. Meiner Meinung nach spielt es keine Rolle wie lange und wie extrem - es ist (Derzeit und hoffentlich auch weiterhin) vorbei.
Zeit also nach vorne zu sehen und zwar immer die Vorsicht im Auge behalten, aber sich nicht von der Vergangenheit an die "Hacken greifen lassen".
Meines Erachtens spielt eine ganz wesentliche Rolle wie der Weg des ehemaligen Abhängigen weiter geht. Wichtiger, als das was ich "nie verzeihen" konnte ist doch das, was er jetzt "lebt".
Vielleicht bin ich naiv - vielleicht auch deshalb so souverän, weil meine Partnerschaft beendet ist, aber: ohne einen Neubeginn innerhalb einer Freundschaft (wo das gewesene ziemlich weit hinten steht) kann es kein "vorwärts" geben.
Ich denke, irgendwann mal ist wirklich genug "Sühne" getan. Es lief manches schief, dumm gelaufen, es ist vorbei - und nun gilt das zukünftige.
Weißt Du Nele, ich für mich habe die Stabiltät entwickelt, dass ich hoffen würde, die Launen des anderen würden an mir abperlen. Wenn sie das nämlich nicht tun, dann stecke ich noch immer in meinem Teufelskreis, in dem ich persönlich viel zu lange gefangen war. Genau das aber ist dann die latente Gefahr für den Alkoholiker und den Co-Abhängigen, könnte ich mir vorstellen.
Also, lieber Erdling,
marschier weiter
Wenn ich mich so zurück erinnere (wobei vieles schon vergessen ist) so kamen einmla die theatralischen Ausschüttaktionen des Alks. Da dachte ich auch, "Junge, mit wegleeren ist es noch lange nicht getan". Aber genau das schien da im Kopf zu sein "jetzt wird alles gut - nein, ab jetzt ist alles gut"....
lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt geschrieben
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Nele 43 aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.09.2008 Beiträge: 859 Alter: 47 Wohnort: Chemnitz
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Verfasst am: 28.02.2009, 20:14 Titel: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt |
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Hallo Dagmar,
man entwickelt sich schon auf jeden Fall weiter innerhalb der Beziehung, aber es muß halt wirklich die Zeit bringen, nach dem letzten Rückfall ist noch nicht viel Zeit vergangen, wir waren da auch getrennt in dieser Zeit, das waren halt meine Grenzen (es ist jetzt gerade mal 4Monate her). Es waren seit der 1LZ vor 3Jahren ständig Rückfälle und Trennungen...da gab es leider auch nicht nur den Alkohol....Und genau das ist das Problem mit dem ich echt Schwierigkeiten habe...da ist der Alk keine Entschuldigung für mich! Diese Themen der Vergangenheit kommen auch nicht mehr so in unsere Gespräche...aber verschiedentlich kommen halt irgendwelche Erinnerungen sei es durch Worte etc....Ich denk das kann man nur merken wenn man mit dem gleichen Partner in Beziehung ist...das muß auch keine Suchtbeziehung sein...es sind halt Vertauensbrüche gewesen die man nur schwer verarbeiten kann...Aber es wird immer besser, Vertrauen muß wachsen...das kommt nicht so von selbst wieder...wenn nicht, dann muß man eine Entscheidung treffen.
liebe Grüße Nele |
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| Nele 43 hat zum Thema: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 28.02.2009, 21:03 Titel: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt |
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Weißt Du Nele,
ich denke halt, genau das ist es: Alk ist ein paar Stiefel - andere Dinge ein anderes.
Weißt Du, mein Weg läuft natürlich anders als Deiner weil bei mir die Trennung da ist und ganz massiv von mir mit Kontaktabbruch behandelt wurde. Einfach weil zuviel geschah: Alkoholismus ein paar Stiefel....
Das andere Paar, welches einen Abbruch für mich zwingbar macht weil es für mich für diese latent vorhandenen Persönlichkeitszüge steht, die auch nach dem Alkoholismus noch da sein dürften:
- Fremdgehen
- Gewalttätigkeit
- Wut/Agression
- bereits nüchtern war er ein Tyrann, das wusste ich von Anfang an, dachte aber es läge daran und dortran. Deshalb sagte ich auch im Thema "Verzeihen" das gibt es für mich deshalb nicht, weil der Mensch mir egal geworden ist.
Es gibt Dinge, die erlauben für mich eine Beziehung weiter zu führen - Alkoholismus wäre eine mit der Eigeneinsicht zur Auseinandersetzung. Die anderen Punkte sind keine Basis und da ist mir "jucke" dass der Alk der Auslöser hätte gewesen sein können.
Deshalb aber meine ich bei Erdling waren viele dieser Züge nicht vorhanden, viele der Züge, bei denen Verzeihen schwer fällt - deshalb denke ich, er sollte ins Vorwärts sehen. Bei Menschen, die diese von mir aufgeführten Eigenschaften haben, die sollten in sich sehen und deren Partner aus Egoismus nur, nur, nur auf sich um eventuelle weitere Ausbrüche gut verdauen zu können, bzw. passend handeln können ohne sich nochmals auch nur ansatzweise verletzen zu lassen.
Mein Vertrauen war und ist gebrochen und ich könnte mir nicht vorstellen, dass das zu ändern wäre. Muss ich mir aber auch nicht, denn Don Promillo trinkt munter mit meiner Nachfolgerin weiter
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt geschrieben
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Nicole Gast
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Verfasst am: 13.06.2009, 20:29 Titel: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt |
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Hallo Erdling,
| Zitat: |
Man kann Vertrauen definieren als (frei mit eigenen Worten wiedergegeben ) : Ich bringe etwas in eine zwischenmenschliche Beziehung ein bzw. ich gebe freiwillig etwas, mit der Erwartungshaltung, das der Partner das nicht zu seinem eigenem Vorteil ausnutzt.
Das hört sich vielleicht komisch an aber ich danke Dir von ganzen Herzen für diese Frage, mir ist nä,lich gerade ein Licht aufgegangen, warum es zwischen Alkoholiker und Co-Alkoholikern kein Vertrauen gibt.
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hey, ich möchte auch von deinem aufgegangen Licht profitieren und sicher nicht nur ich.
Bin gespannt auf deine Antwort.
Liebe Grüße
Elocin |
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| Nicole hat zum Thema: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt geschrieben
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Erdling neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.03.2008 Beiträge: 392 Alter: 32 Wohnort: Ruhrgebiet
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Verfasst am: 13.06.2009, 21:21 Titel: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt |
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Hallo zusammen,
ich interpretiere das für mich so :
Ein nasser Alkoholiker zieht mehr oder weniger bewusst einen persönlichen Nutzen aus dem Verhalten eines Co-Alkoholikers, weil das für den Alkoholiker dienlich ist um die Sucht zu befriedigen.
Ich kenne das von mir selbst, als aktiver Trinker bringt man nicht mehr sonderlich viel in eine Beziehung ein,
Sprich die Erwartungshaltung mit der, der/die/das Partner/Vater/Mütter/Kind etwas in die Beziehung investiert, werden nicht erfüllt.
Der Co investiert mehr in die Beziehung, er kümmert sich, macht und tut und hofft aber es kommt nix zurück, weil der Trinker
trinken muss und ein opportunistisches Verhalten (für sich nutzenmaximierendes Verhalten) an den Tag legt.
Dann geht das Vertrauen verlohren und draus entwickelt sich dann warscheinlich das, was man als Co-Verhaltensmuster bezeichend.
Ich hoffe ich konnte meine Gedanken halbwegs gut formulieren, mein Kopf ist gerade sehr intensiv am arbeiten
Ich denke das Gute ist, ein trockener Alkoholiker hat die Change, mit der Zeit, wieder ein Gleichgewicht herzustellen, wenn der Co mitmacht. Sonst gibts das ungleichgewicht auf der anderen Seite.
Liebe Grüße
Erdling |
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| Erdling hat zum Thema: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 13.06.2009, 21:35 Titel: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt |
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Super,
lieber Erdling
damit bestigst du die Meinung, die ich persönlich auch für passend halte. Co-Abhängigkeit muss keinesfalls als frühkindlichen Mustern stammen sondern kann sich im Rahmen einer solchen Beziehung - quasi als Schutzmechanismus - entwickeln.
Das Problem ist, so denke ich, dass Angehörige oftmals das Ausmass von Sucht nicht kennen, genau das was Du schreibst und oft so gut erklärt hast, das sitzt zwar im Kopf aber wie man/frau so leben kann ist nicht nachvollziehbar für mich. Muss es auch nicht sein.
Jeder Mensch ist in der Lage ein Gleichgewicht herzustellen wenn er/sie spürt etwas gerät ins Wanken. Jedoch muss das jeder für sich tun - vielleicht beide zum selbigen Zeitpunkt in Gemeinsamkeit, aber eben nicht einer hoffen, hoffen und hoffen und der andere nehmen und nehmen und nehmen, so wie wir es hier ja sehr, sehr, sehr häufig lesen.
Nur .... der "gebende" nimmt ebenso! Und sei es nur dadurch, dass er / sie erwartet, dass endlich!!! ihre / seine Forderungen nach Trockenheit erfüllt werden.
Bei Sucht nur möglich im Kern eines jeden Betroffenen.
Lieben Gruß von Dagmar,
die sich skarisch freut, wie Du das betrachtest dafür wurde ich nämlich zuweilen "zerrissen"..... ich bin ja Betroffene .... Du aber nicht, Du bist in dem Punkt objektiver als ich es je sein könnte. |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Wenn der Alki trocken wird aber der Partner ein Co bleibt geschrieben
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