| Über mich... • Jetzt kümmer ich mich um MICH! |
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anja31 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.10.2008 Beiträge: 7 Alter: 35
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Verfasst am: 20.10.2008, 20:22 Titel: Der Rückfall und seine Folgen... |
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Hallo zusammen,
Ich habe mich bereits vorgestellt. Mein Vater hat einen Rückfall. Hat vor drei Jahren einen Entzug gemacht.
Er hat wieder heimlich zu trinken angefangen. Meine Eltern sind jetzt eine Woche im Urlaub. Wir haben ihm gesagt, dass wir wissen, dass er wieder trinkt und er soll sich im Urlaub mal Gedanken machen. Er lenkte sofort vom Thema ab. Wenn er wieder da ist, möchten wir uns alle an einen Tisch setzen und ihm mitteilen, dass wir nicht mehr bereit sind seine Sucht wie früher zu decken. Ich für mich muß weg ziehen, sonst schade ich mir nur, wenn das alles wieder von vorne los geht. Mein einer Bruder (seine Freundin ist Schwanger) ist fest davon überzeugt, ihm zu sagen, dass sein Kind nie einen betrunkenen Opa zu Gesicht bekommen wird (weil unser Opa, der Vater meines Vaters, auch alkoholiker war).
Wie sich mein anderer Bruder und meine Mutter verhalten werden, kann ich nicht sagen.
Meine Mutter macht mir große Sorgen. Sie ist die perfekte Co-Abhängige. Ich wusste, bevor ich auf euer Forum gestossen bin nicht wirklich viel über die Krankheit meines Vaters und auch nichts über Co-Abhängigkeit. In der Beschreibung eines Co-Abhängigen habe ich vieles gelesen, was auf mich zutrifft. Das war erschreckend. Noch viel mehr trifft alles auf meine Mutter zu. Sie ist nicht nur die Partnerin eines Alkoholikers, sie ist zusätzlich eine Messie. Was bedeutet, dass wir alle wirklich die perfekten Vertuscher, Not-Lügner und Verdränger sind. Wir haben unsere ganzes Leben damit verbracht, dass niemand merkt was sich hinter unseren Türen abspielt. Was der Alkoholsucht meines Vaters natürlich die ganzen Jahre entgegenkam.
Ich glaube meine Eltern leben in so einer gegenseitigen Abhängigkeit, dass meine Mutter mit Ihren ganzen eigenen Problemen, den Ernst der Sache gar nicht sehen will oder kann. Sie ist seit Jahren in therapeutischer Behandlung, macht leichte Fortschritte, vor allem in der Zeit, als mein Vater trocken war. Aber auch wenn sie was für sich tut, in Sachen Alkoholsucht ist sie zu naiv. Sie veharmlost alles.
Ich weiß einfach nicht genau, wie wir uns alle aus dieser Abhängigkeit lösen können. Es ist so schwierig die altbekannten Verhaltensmuster abzulegen.
Der Rückfall hat mich psychisch so umgehauen, dass hätte ich nicht erwartet. Ich gehe seit zwei Jahren zur Therapie und mein Therapeut hat mich schon gefragt, ob ich überhaupt noch kommen will. Er denkt ich komme ganz gut alleine klar...und jetzt dass..
Der Gedanke, dass mein Vater wieder trinkt, hat so viele Aggressionen in mir frei gesetzt. Was wohl zeigt, dass ich definitiv noch weiter Hilfe brauche. Ich habe dem ganzen Thema immer schon zu wenig Beachtung geschenkt. Sogar meinem Therapeuten gegenüber habe ich das Thema in 2 Jahren nur ganz selten angesprochen. Das ist doch unglaublich.
Gibt es auch Selbsthilfegruppen für Angehörige?
Kann eine Familientherapie helfen, notfalls auch ohne meinen Vater?
Alles liebe Anja |
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| anja31 hat zum Thema: Der Rückfall und seine Folgen... geschrieben
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Wärme neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.07.2008 Beiträge: 453
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Verfasst am: 20.10.2008, 23:40 Titel: Re: Der Rückfall und seine Folgen... |
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Hallo und Herzlich Willkommen Anja!
Ja es gibt Selbsthilfegruppen für Angehörige, für Erwachsene Kinder von Alkoholikern. Das hilft auch ganz gut. Und irgendwie fühlt man sich nicht ganz allein damit, auch dieses Forum finde ist hervorragend, was den Austausch der Betroffenen angeht, es hilft wirklich, man verändert sich, man lernt damit umzugehen. Über Familientherapie kann ich nichts sagen.
Wie hat sich Dein Rückfall geäussert?
Wünsche Dir viele positive Impulse hier beim lesen im Forum!
lg
Marya |
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| Wärme hat zum Thema: Re: Der Rückfall und seine Folgen... geschrieben
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anja31 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.10.2008 Beiträge: 7 Alter: 35
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Verfasst am: 21.10.2008, 20:56 Titel: Re: Der Rückfall und seine Folgen... |
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Hallo Marya,
Danke für deine Worte. Der Rückfall hat eigentlich schon vor ca. einem Jahr begonnen, nur haben wir das verdrängt. Mein vater hat vor einem Jahr angefangen alkoholfreies Bier zu trinken. Ich habe ihn tausend mal gesagt, dass da ein Restalkohol drinn ist, er wolte mir nicht glauben. Er hat es sogar geschafft, dass wir Ihm geglaubt haben. Er kam nämlich nach ein paar Bier in eine Polizeikontrolle und musste blasen...o.o Promille:-( Ich habs dann aufgegeben und gedacht, er ist alt genug und muss wissen was er macht. Mitlerwile trinkt er ziemlich viel alkoholfreies Bier. Vor 4 Wochen ca. hatte ich mal wieder das Gefühl dass er betrunken ist. Ich hab Ihn drauf angesprochen und er sagte er sei bloß Müde und hätte nicht getrunken. Ich habs ihm nicht geglaubt und meiner Mutter davon erzählt. Da sagt sie mir, dass sie schon länger weiß, dass er trinkt. Ich bin ausgerastet, ich konnte nicht fassen, dass sie das so nebenher erwähnt. Sie hat mir dann 2 versteckte Weinflaschen gezeigt, bei denen sie täglich am Etikett markiert wieviel er trinkt. Am Anfang hat er täglich einen großen Schluck getrunken. Mittlerweile bis zu 1/4l Wein täglich und was er sonst noch so versteckt hat, von dem wir nichts wissen. Er wird wieder unzuverlässig und seine Hände zittern wieder. Wenn ich Ihn ansehe kann ich wieder den Alkohol erkennen, vor allem in seinen Augen. wir haben irendwie alle die Augen verschlossen vor dem, was passiert. Vor allem meine Mutter deckt ihn total.
Ich versuche an mich selbst zu denken, aber es ist schwierig. Vor allem meiner Mutter gegenüber, sie ist ziemlich gläubig und opfert sich quasi auf. Für sie ist jedes Opfer eine gute Tat??? Ich glaube nicht, dass sie sich selbst helfen kann, sie lebt lotal am Leben vorbei. Ich weiß nicht was dabei rauskommt, wenn wir unserem Vater mitteilen, was er selbst verdrängt, aber an Wunder glaube ich schon lange nicht mehr...natürlich stirbt die Hoffnung zuletzt...aber solang er meine Mutter noch hat, brauch er ja nichts zu ändern, oder?
Liebe Grüße Anja |
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| anja31 hat zum Thema: Re: Der Rückfall und seine Folgen... geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6712
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Verfasst am: 30.10.2008, 02:51 Titel: Re: Der Rückfall und seine Folgen... |
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hi anja
wir eka's, co's und alkoholiker ham einiges gemeinsam, ganz besonders das solang wir nix ändern wollen - solange können uns helfende hände entgegengestreckt werden ohne ende - wir werden weiterhin im alten trott verfahren.
du kannst weder deinem vater noch deiner mutter helfen, beide san se erwachsen und selbst verantwortlich für ihr leben - ganz bestimmt nicht du als tochter!
meine eltern san getrennt, die musterrolle der co wird von meiner oma übernommen. sie jammert zwar in einer tour in ihrer "opferrolle", aber ändern tut sie nichts. ich hab mir da scho so oft den mund fusselig geredet - ich mog nimmi. und bei meiner mutter isses dasselbe spiel is deren ding, net meins...
ich hab (bzw. mach ich etz au immer) hier viel gelesen, auch paar bücher durchgeschmökert, mit freunden geredet etc. und konnt dabei ne menge lernen, auch zu vielen ne andere sichtweise kriegen. du kannst hier jederzeit schreiben, ne reale shg wäre auch noch ne möglichkeit. nimm die hilfe mit die du kriegen kannst - ich versteh zwar längst net alles, aber doch einiges mehr als früher und das hat mir auf meinen bisherigen weg zu mir viel geholfen.
liebe grüße -Dani- |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Der Rückfall und seine Folgen... geschrieben
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simmie sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.09.2007 Beiträge: 1869
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Verfasst am: 30.10.2008, 10:57 Titel: Re: Der Rückfall und seine Folgen... |
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hallo anja,
du schreibst viel von deinem vater, deiner mutter, wie sieht es aus mit dir? wieso kann dich ein rückfall deines vaters so umhauen?
wie sieht dein leben aus? du schreibst, dass du versuchst, an dich selbst zu denken, aber das das schwierig ist. warum so schwierig?
das leben deiner eltern kannst du nicht steuern, dein eigenes schon.
du schreibst, dass du das thema abhängigkeit in der therapie in zwei jahren nur selten angesprochen hast. hm, das klingt nach, oberflächlich betrachtet, ist bei mir ja eigentlich alles in ordnung.
was willst du ändern?
grüße
simmie |
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| simmie hat zum Thema: Re: Der Rückfall und seine Folgen... geschrieben
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anja31 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.10.2008 Beiträge: 7 Alter: 35
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Verfasst am: 09.11.2008, 21:24 Titel: Re: Der Rückfall und seine Folgen... |
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hallo simmie,
ja, du hast recht, ich schreibe über meine eltern, weil ich meine gedanken loswerden muss. der rückfall meines vaters hat mich so umgehauen, weil ich das thema alkohol, wie ich jetzt gemerkt habe, extrem gut verdrängt habe. es erschreckt mich, dass ich in 2 jahren therapie zwar den rest meiner probleme gut in den griff bekommen habe, das mein vater alkoholiker ist jedoch nur 2-3 mal angesprochen habe. durch den rückfall kam dann alles wieder hoch und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass mich das so mitnimmt. es geht mir jetzt schon um einiges besser und ich lerne täglich mein leben in den vordergrund zu stellen. es gelingt mir nicht immer, aber immer besser. ich möchte mich beruflich verändern und dann ziehe ich wieder aus meinem elternhaus aus. ich werde eine shg für angehörige besuchen und alles mit meinem therapeuten noch mal durchgehen. ich denke da gibt es noch einiges aufzuarbeiten.
ich finde es einfach so schwierig zuschauen zu müssen und nichts machen zu können, aber da werde ich mich wohl dran gewöhnen müssen. meine eltern entziehen mir meine ganze energie, dass muss jetzt aufhören. ich will das definitiv nicht mehr. je klarer ich ihnen das mitteile, desto besser geht es mir, das hab ich schon bemerkt. aber es schmerzt schon, ich finde es nicht einfach hart zu bleiben. das ist für mich das schwerste, weil ich ihnen damit ja auch weh tu - aber es muss eben sein.
wir hatten ein gespräch mit meinem vater und haben ihn darüber aufgeklährt, dass wir wissen, dass er wieder trinkt und die entscheidung bei ihm liegt. wir haben ihn ermutigt seine beratungsstelle aufzusuchen und ihm zugesagt, wenn er sich gegen den alkohol entscheidet, wir ihn gerne unterstützen aber auch an uns denken müssen. trinkt er weiter, muss ihm klar sein, dass wir ohne rücksicht unser eigenes leben leben werden. das heisst für mich: ich muss auf abstand gehen, mein leben auf die reihe bekommen und sicher ist, wenn ich kinder bekomme, werden die sicher nicht mit einem betrunkenen opa aufwachsen-dafür kämpfe ich! das habe ich meinem vater auch so gesagt, weil das wirklich mein ernst ist und keine drohung sein soll. ich finde, dass die nächste generation unserer familie ohne alkoholprobleme aufwachsen sollte.
ich versuche mein leben neu zu ordnen, aber ich steh denk ich erst am anfang und habe noch einen langen weg vor mir. ich bin sehr froh hier gelandet zu sein, man wird echt wach gerüttelt:-) das tut mir gut. danke
lg Anja |
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| anja31 hat zum Thema: Re: Der Rückfall und seine Folgen... geschrieben
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anja31 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.10.2008 Beiträge: 7 Alter: 35
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Verfasst am: 09.11.2008, 22:53 Titel: Re: Der Rückfall und seine Folgen... |
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Hi dani,
vielen dank für deine worte, es stärkt mich sehr hier auf gleichgesinnte zu treffen. das mit den büchern und der shg werde ich mir zu herzen nehmen. endlich kann ich hilfe annehmen, wurde auch zeit. je mehr ich über alles rede, desto besser komm ich klar. ich mag nämlich au nimmi:-)
lg anja |
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| anja31 hat zum Thema: Re: Der Rückfall und seine Folgen... geschrieben
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